Finger´s elektrische Welt

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Das Forum für den durchgeknallten Bastler

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Kunst und künstlerisches

Feuer und Eisen

Inspiriert von Gartenkunstaustellungen wie z.B. bei www.feuerundeisen.de wollte ich mich auch mal dranmachen, und meinen gesammelten Eisenschrott veredeln.
Also fix den Schneidbrenner rausgekramt und ein Stück Eisen mit Kreide bemalt, um die Umrisse rauszubrennen.

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Und was war ? NIX war.
Mein Propan-Sauerstoffbrenner hat vollständig versagt. Alles was ich hinbekommen habe, war ein rußgeschwärztes Stück Eisen mit ein paar runtergelaufenen Tropfen.
Also dachte ich mir : Acetylen wird helfen. Flugs die Buddel angeklemmt und die Kreidestriche nachgezogen. Das Ergebniss war haargenau das Gleiche. Nachdem ich den Scheindbrenner zerlegt und keinen Fehler gefunden hatte, habe ich erst einmal frustriert aufgegeben. KOTZ !

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Auf jeden Fall ging mir das Flaschen- und Schläucheschleppen dermaßen auf den Sender, daß ich mir diese Arbeit für die Zukunft erleichtern wollte. Zufällig fiel mir dann dieses Bugsierteil in die Hände

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und ich hab´ es kurzerhand mit ein paar Winkeleisen versehen :

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Meine Säge hat mir dabei gute Dienste geleistet. Der Schlauchhalter befindet sich an der Rückseite :

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Ursprünglich wollte ich das Teil, so wie es ist, zur nächsten Schlosserei schleppen und für eine kleine Spende in die Kaffeekasse zusammenbraten lassen. Dann fiel mir wieder ein, wie beschränkt einige Dorfhandwerker manchmal sein können, und beschloss, mir das Gelaber ("Junge, das geht doch garnicht....") zu sparen und selber zu schweissen.

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Nach vielem Rumsuchen bin ich auf den Slovenischen Hersteller Varstroj gestossen und hab´ mir dort einen Schweissinverter gekauft :

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Das Teil ist klein, leicht und handlich und das Zubehör ist das Billigste, was ich je gesehen habe. Der Schutzschild musste aus zwei Teilen zusammengeklickt werden. Vorher mussten diese Teile samt der Muttern aus einem Spritzgussrahmen herausgebrochen und entgratet werden. Ich dachte, ich hätte mir ein Überraschungsei für Erwachsene gekauft.
Die Masseklemme kann man vielleicht als Bratwurstzange benutzen, aber keinesfalls um da 130A durchzujagen. Ausser vielleicht, man pflegt einen ausgeprägten Zangenschmelz-Fetisch.....

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Da am Wochenende kein anderer Schild zu bekommen war, hab´ ich wenigstens mit Bordmitteln ein neues Massekabel gefrickelt :

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Vom Elektrodenhalter spreche ich lieber erst garnicht.
Soweit so gut. Nachdem also alle Nähte am Flaschenwägelchen gezogen und mit der Flex poliert waren, sah er dann so aus. Die Schrauben und Winkel, die die Eisen in Position hielten, sind schon entfernt :

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Mit etwas Farbe und voll bestückt macht er dann schon einen guten Eindruck :

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Zusätzlich zum Schlauchhalter hat er hinten noch einen festen Koffer für Zubehör, Werkzeug und ähnlichen Kram bekommen :

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Der Koffer selbst hat noch einen Einlegeboden aus Holz für die übrigen Brennerteile bekommen :

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So gerüstet mache ich mich jetzt an den zweiten Versuch zum Thema Schneidbrennen. An einem Samstag Nachmittag entstand dann der freundliche Kerl aus einem großen Winkeleisen :

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Das Tierchen hier kann man sogar ohne Schweissgerät bauen. Allerdings sollte man sich nicht (so wie ich) gleich den härtesten Felsen aussuchen, den die Gegend hergibt. Insgesamt mussten 3 Bohrer dran glauben und ohne Bohrhammer ist das nicht zu machen :

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Aus Druckern und elektrischen Schreibmaschinen stammen die Walzen, die für die Beine herhalten müssen.

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Mit der Flamme gebogen, mit 180er Schleifleinen bearbeitet und mit Kunstharz in die Löcher geklebt, kann das Ding demnächst ins Blumenbeet wandern.

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In einem kleinen Schmiedekurs an der Volkshochschule konnte ich mir dann ein paar rudimetäre Kenntnisse zum Thema Kohlefeuer und Schmiedehammer aneignen und habe in ähnlicher Technik den Burschen hier hergestellt :

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Etwas auf den Geschmack gekommen bin ich dabei schon. Also habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht, wie man auf möglichst kostengünstige Art zu einer kleinen Esse kommen könnte ohne den 5 Euro-Holzkohlegrill zu schlachten und habe mir folgende Gedanken gemacht. Der Grundrahmen für den Tisch besteht aus Vierkantrohr St37 :

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Die Rohre werden stumpf voreinander geschweißt. Im nächsten Schritt werden 4 Beine aus dem gleichen Material angeschweisst und 2 davon mit stabilen, drehbaren Transportrollen versehen. Oben drauf wird eine 3mm-Eisenplatte (z.B. Tränenblech) angepunktet :

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Damit hätte man einen transportablen, feuerfesten Tisch (für die Rollen müssten sich auch Einkaufswagenräder eignen). Eventuell werden hier noch Querstreben nötig sein :

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Oben in den Tisch wird ein Ausschnitt für die Feuerschüssel geschnitten und seitliche Werkzeugbügel angeschweißt, die aus 8mm Rundstahl gebogen werden :

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Ein Windschott aus 1mm Stahlblech über der Tischkante gebogen wird ebenfalls noch angepunktet oder vielleicht auch geschraubt. Die Feuerschüssel wird aus dem Ausgeschnittenem Blechstück und 4 weiteren Streifen mit leicht angeschrägten Seitenwänden so geschweißt, dass sie in den Ausschnitt passt :

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Für die Sauerstoffzufuhr bekommt sie in der Mitte ein 40mm-Loch (rund). Unter den Tisch werden zwei gebogene Haltebügel aus Flachstahl angeschweisst, die die Schüssel in ihrer Position halten, so dass ihr Rand bündig mit der Tischplatte abschliesst :

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Unter das Windloch in der Feuerschüssel wird mit VA-Schrauben in 15mm Abstand ein weiteres Stück Blech montiert, damit die Kohle nicht durchfällt :

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Für Aschenkasten und Gebläse mit Drosselklappe denke ich mir jetzt keine weiteren Details aus, da die zu stark vom Material abhängig sind, was ihr rumliegen habt :

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Prinzipiell eignen sich Gebläse aus Küchenabzugshauben oder alten Autos. Problematisch könnte hier das Gehäuse aus Kunststoff werden, so daß man mit einem Metallschlauch aus dem Lüftungsbau hantieren müsste. Prinzipiell ungeeignet sind Haarföne und Heissluftpistolen. Deren Kollektormotoren sind nicht für Dauerbetrieb ausgelegt. Ausserdem sind sie in der Regel scheissenlaut. Der Volumenstrom wird normalerweise über eine Drosselklappe reguliert. Eventuell kann man die Drehzahl des Lüfters auch über einen Dimmer einstellen. Womit man sich aber aufgrund der hohen Nichtlinearität der Motorkennlinie eines Lüfters auch die Pest ins Haus holen kann. Was ich damit sagen will ? Frickelt euch das zurecht, was bei euch am besten funzt.

Es gibt übrigens einen Online-Shop für Hobbyschmiede, und zwar unter www.angele.de. Allerdings mit recht apothekenmäßigen Preisen. Eine simple Feldesse für Anfänger kostet ohne jedes Zubehör bereits 425 Euronen plus Mehrwertsteuer. Und an dem Ding ist noch nicht einmal ein Werkzeugbügel vorhanden, geschweige denn ein Windschott. Nach oben hin gibt es natürlich keine Grenze....

Die nächsten Schritte folgen, sobald ich wieder Papier und Bleifisch in die Hand nehme. Hier schon mal die

Stückliste :

Vierkantrohr ST-37 40*40*2.9

2 Stück 50 cm
2 Stück 72 cm
2 Stück 80 cm
2 Stück 70cm

Stahlblech 3 mm ST-37 evtl. Tränenblech

1 Stück 50 cm * 80 cm
2 Stück 20 cm * 6 cm
2 Stück 30 cm * 6 cm

Flacheisen ST-37 3 mm * 20mm

2 Stück 40 cm

Stahlblech 1 mm ST-37

1 Stück 18 cm *110 cm

Rundstahl 8mm

3 Stück 55 cm

Sonstiges

2 Stück stabile Schwenkrollen 100mm

Gesamtgewicht der Konstruktion : ca. 28 Kg

Und als nächstes erkläre ich euch, wie ihr euch aus 6 Meter Eisenbahnschiene und 5 Kilo Thermit einen Amboss baut...

Noch ein paar Worte zur Kohle. Schmiedekohle enthält große Mengen Schwefel und muß am Rande des Feuers ausgasen und dabei gewässert werden, damit sie nicht verbrennt. Das Eisen erwärmen kann man nur mit "alter" Kohle, die ausreichend ausgegast und dabei zu großen Klumpen verbacken ist. Der Vorteil ist der geringe Preis von ca. 0,60 Euro pro Kilo und die Verfügbarkeit in kleinen Korngößen von 10-20mm. Viel größer dürfen die Kohlestücke nicht sein.
Umwelt- und lungenverträglicher sind Schmiedekoks (ca. 1 Euro pro Kilo) oder hochwertige Holzkohle (ca. 1,40 Euro pro Kilo). Grillkohle aus dem Baumarkt kann ich aufgrund der schwankenden Qualität, der großen Korngröße und der hohen Kosten nicht empfehlen. Der Verbrauch ist sowieso recht hoch, es lohnt sich daher, sich von einem gut sortiertem Kohlenhändler mit Zentnersäcken beliefern zu lassen.

Inzwischen habe ich ein paar Profile gekauft (fertig zugeschnitten, ist zwar relativ teuer, spart aber eine Menge Arbeit) und die Rohfassung der Esse steht :

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Hier hat sie schon Rollen (vermutlich von einem Krankenbett oder so) und die Werkzeugbügel :

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Derweil habe ich mich mit dem geplanten Gebläse näher beschäftigt :

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Versuche mit einem Dimmer sind erwärtungsgemäß schief gegangen (siehe oben), deshalb habe ich eine einfache, aber wirkungsvolle Drehzahlregelung entworfen. Der Schaltplan ist primitiv. Ein Magnet auf der Achse schliesst bei jeder Umdrehung einen Reedkontakt und über ein Monoflop wird der Motor eine eingestellte Zeit ausgeschaltet. Der Einschaltstrom wird durch einen Vorwiderstand verringert, so daß sich Geräuschentwicklung und Flicker in Grenzen halten. Dazu habe ich eine Heizwendel verwendet :

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Damit lässt sich die Drehzahl bis auf wenige Umdrehungen pro Minute herunterregeln und stabil halten.

Hier sieht man die Feuerschüssel schon mit der Feuerzunge und dem Einblasadapter samt Aschenklappe :

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Die Luft wird über einen Metallschlauch aus meiner Standheizung eingeblasen :

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So sieht das von oben mit herausgenommener Feuerschüssel aus. Der Metallschlauch ist mit Gun-Gum eingedichtet :

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Der Magnet für den Reed-Kontakt sitzt auf einer Messinghülse hinten am Motor :

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Dann war es soweit. Nach 3 vergeblichen Versuchen konnte ich die alten Eierkohlen (zerdroschen mit einem Fäustel) endlich unter Zuhilfenahme einer Lötlampe zum Brennen überreden (Vergesst Papier, Spiritus oder Grillanzünder !) :

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Dann fiel als erstes die Drehzahlregelung aus und drehte den Motor auf Volldampf, so daß ich in einem Ascheregen stand und hinterher duschen gehen musste, und dann sind mir die Kunststoffrohre mit den Kabeln geschmolzen (waren wohl doch zu weit oben angebaut). Wenigstens das Windschott aus alten Blechen hat gut gehalten :

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Befestigt wird es mit Pinwandmagneten, denen ich die Plastikhülle geklaut habe :

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Die Drehzahlregelung hat sich als absoluter Murks erwiesen, und deshalb bin ich wahrscheinlich jetzt der einzige Hobbyschmied der Welt, desses Esse eine serielle Schnittstelle besitzt (Irgendjemand hat mal behauptet, ich würde Controller verbauen wie andere Leute Spaxschrauben. Irgendwie hatte er recht).

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Da drin läuft jetzt ein PIC16F76, der über eine Vollwellen-Pulspaket-Steuerung die Drehzahl regelt. Der Schaltplan ist relativ einfach, ebenso wie die Software Esse 1.0. Zusammengebaut habe ich das Ganze mit PIC-C von HiTech und gebrannt mit FLP5, wobei die Software zu dem Brenner nix taugt.
Nebenbei habe ich die Kabel jetzt in einem Metallrohr (war mal ein Deckenfluter) ziemlich weit unten verschwinden lassen und die Elektronik mit einem Wärmeschirmblech versehen (Das verzinkte Stahlblech hatte ich mal aus dem Container eines Lüftungsbauers gezogen). Der Kantenschutz stammt von einer Waschmaschine :

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Der nächste Test verlief dann auch wesentlich besser. Ausgerüstet mit einer Blechblende zwischen Feuerschüssel und oberer Blechplatte damit der Motor nicht zustaubt sowie einer eingelegten Dichtung zwischen Einblasadapter und Feuerschüssel lief das Ding dann rund :

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Die nächsten Berichte folgen im Frühjahr, wenn man draussen schmieden kann.

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Das Frühjahr ist um, ein Hauskauf ist dazwischen gekommen, aber hier gibts jetzt mal ein paar Action-Bilder :

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Damals ist es dabei geblieben und die Ausrüstung in einem Pferdestall verschwunden. Sieben Jahre Dornröschenschlaf später kam das Zeug wieder ans Tageslicht und harrt seiner Anwendung.

Als erstes musste die damals sofort ausgefallene Schaltung wieder raus. Und weil wir im Februar nunmal zu tiefe Temperaturen haben ist das Ding in die Waschküche umgezogen.

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An einem Stelltrafo stellte sich dann heraus, das der Motor bei 40V einen Knick in der Kennlinie hat. Oberhalb dieser Spannung ist die Drehzahl immer maximal, darunter fast Null. Also kommen da jetzt zwei SSR

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und ein Trafo dran:

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Und alles wird gut. Pustekuchen. Der Motor dreht auf der niedrigen Spannung drei Minuten und bleibt dann stehen. Anschliessend braucht er kurz einen 230V-Anschubs um wieder loszulaufen. Völlig unbrauchbar. Und zwar sowas von! Jetzt reichts. Jede Elektronik kommt raus.

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Aus ein paar Fahrradteilen

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und Blechstücken wird eine Drosselklappe gefrickelt

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und mit Silikon an den Motor gepappt.

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Ein Stück Lenker nimmt einen alten Schalthebel dankbar auf

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und damit kann es dann Störungs- und Ascheregenfrei losgehen:

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Jetzt noch aus einer alten Palette und Schwerlastrollen einen Untersatz für den Amboss gefrickelt

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und dann kann es hoffentlich bald losgehen. Und so sieht es aus, wenn man Holzkohle mit Schmiedekohle mischt:

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So kann es denn losgehen.

Mit ein paar bestellten Dekoteilen und Rundeisen bewaffnet

geht es an die Herstellung von Gartendeko

Während Sven mit dem Eisen kämpft

muss ich weitestgehend auf dem Fußboden arbeiten.

Der Rostschutz der fertigen Teile wird runtergebrannt, das Zeug SOLL ja Gammeln

Auf jeden Fall wird einem so nicht kalt bei der Arbeit.

Und was passiert jetzt damit? Ein paar Zinkeimer aus der Bucht

etwas geschenkband und ein paar Pflanzen, und schon ist das Geburtstagsgeschenk für meine Frau fertig

Das hier ist dabei noch so nebenher entstanden

Einige Zeit später fiel mir in einer Gartenausstellung das hier auf

und wurde gleich nachgebaut. Freihand eine Pappschablone angefertigt

und die Blechschere brüllt das locker aus einer 1mm-Tafel Schwarzblech

Dann flugs den Autogenmöller angerissen

und das Blechzeug verschweisst

und anschliessend in Form gebogen und mit Salzwasser eingepinselt

und weil es so schön war, gleich noch einen hinterher

Zwei Eichenpfosten aus einem Kuhstall dienen als Steelen und werden einbetoniert

und die Fackeln draufgeschraubt

Die Ölfackeln sind aus alten Teedosen gefertigt. Schwarz lackiert und Blechstreifen hart eingelötet in den Deckel

welche die Löschkappen aus alten Pannenspraydosen in Position halten

Die Ketten sind aus einem Kaugummiautomaten, die Dochte in der Bucht geschossen.

So illuminieren sie jetzt den Garten.

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