Finger´s elektrische Welt

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Das Forum für den durchgeknallten Bastler

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Los : geh Putzen!

Oder : Wie generiere ich mehr Zeit zum Frickeln ? Als unfreiwilliger Besitzer mehrerer großer Eichen und einer Privatstrasse verbringt man im Frühjahr und im Herbst viel Zeit mit dem Fegen derselbigen. Gut für die Armmuskulatur. Da ich aber keinerlei Interesse daran habe, auszusehen wie Poppey

muss ich mir echt mal etwas mit Nutzwert einfallen lassen. Also wenig technische Extravaganzen und mehr simple Technik. Man könnte natürlich losgehen und so etwas kaufen :

Hier dreht sich für einen vierstelligen Betrag eine Radialbürste und schaufelt sträßlichen Dreck von Links nach Rechts oder umgekehrt. Um den Vortrieb muss sich der Feger selbst bemühen.
Die Bürste wird direkt über einen elendig langen Keilriemen und einem 12V-Motor gekurbelt :

Eine 63Ah-Autobatterie und ein Polwedendeschalter sowie ein 300W-Motor sollen laut Hersteller stressfreies Fegen ermöglichen und eine Laufzeit von 2 Stunden pro Akkuladung ermöglichen. Die Drehzahl der Bürste beträgt ca. 1 Umdrehung pro Sekunde.

Laut Besitzer des Monsters funktioniert das sehr gut. Wahrscheinlich hält der Eimer auch 20 Jahre. Aber die Initialinvestition ist mir echt zu heftig. Und da ich gerne frickel wird einfach mal losgelegt. Aus zwei Multiplexplatten kreischt meine 80-Mark-Oberfräse (Das Preisschild ist noch dran!) mit einem selbstgesägtem Plexiglaszirkel zwei identische Scheiben aus Holz (8 Euro) :

In die Mitte noch ein 80er Loch gebrüllt

und 4 Besen der Marke "Bauernlob" von der Genossenschaft durchgesägt und angespaxt. Fertig ist die Bürste:

Von einer Giessmaschine Modell Potempkin

hatte ich noch ein fertiges Lager mit Riemenscheibe übrig. Das wird mit 6 Schrauben an der Scheibe befestigt.

Damit wäre die Bürste tatsächlich fertig.

Der Motor dreht allerdings zu schnell, so das ich hier ein zweistufiges Riemengetriebes vorsehen muss. Zu diesem Zweck hab ich zwei weitere Riemenscheiben aufeinander geschraubt

und das Rührflügellager einer alten Mixmaschine verwurstet :

Die Frontplatte dieser Geräte ist satte 10mm stark und so bilden zwei dieser Platten zusammen mit Aluprofilen vom Schrott (da ist mir vor Jahren mal ein ganzer Kofferraum voll für schmales Geld über den Weg gelaufen) den Träger für den ganzen Salat :

Die Platten haben zwar Aussparungen, sind aber immer noch so stabil, das man daraus auch bequem Auffahrrampen basteln könnte.

Als Antrieb musste ich allerdings einen Rollermotor kaufen (59 Euro), da mein Lager nichts geeignetes hergab. Dafür bekommt man schon 300W-Motoren mit 24V Vetriebsspannung. Als Radantrieb dient ebenfalls eine 24V-Maschine, welche ich mal ausgeschlachtet hatte. Das Ding bringt Getriebe und Elektronik gleich mit. 0-10V draufmöllern und der Eimer rennt los.

Ein Kinderwagen musste die Hälfte seine Räder dafür hergeben

wobei die Kraft direkt auf die Speichen übertragen wird. Hierzu passte die vordere Riemenscheibe des Rührgerätes perfekt. Die mangelnde Präzison wird mit einer Klauenkupplung ausgeglichen:

Nochmal mit der Bauzeichnung vergleichen:

sieht gut aus denke ich!

Mal lose voreinandergestellt zeigt sich, das die Höhe auch gut passt, so das die Bürste den gewünschten Anstellwinkel von 3° erhält.

Und so kann das Ganze mit Längsholmen verbunden werden:

Der Schubholm wurde von einem freundlichen Rasenmäher gespendet (10 Euro) :

Insgesamt sind hier 111,70 Euro reingewandert (wer hat schon 4 Besen direkt über?). Mein Lager ist noch eindeutig zu klein! Der Fahrantrieb braucht 0-10V und kann vorwärts und Rückwärts. Also kommt da ein Schalter dran

und ein Schieberegler rein.

Über den Bremshebel kann man jetzt also Gas geben:

Die Schalttafel (Schaltplan gibts hier) hat nicht viele Knöpse. Links/Rechts und Licht, einen Hauptschalter natürlich und eine Instrumentenbeleuchtung.

Der MOSFET an der Seite macht die Motor-PWM, der Schraumpfschlauch darunter fasst den NE555 dafür:

Damit man auch im dunklen die Strasse noch sieht habe ich zwei Einbaustrahler von ihrer Klemmfeder befreit und vorne angeschraubt :

Das Ladegerät wird ebenfalls direkt draufgeflanscht und betankt die beiden Motorrad-Bleisäuerlinge mit 8Ah in 13.8V Konstantspannungsladung :

Da ich nur ein Amperemeter gefunden habe, beide Akkus aber unabhängig voneinander geladen werden, braucht es also noch eine Umschaltung :

Leider war die Akzeptanz des Gerätes nicht so hoch und auch die Kehrleistung nicht der Bringer.

Irgendwie geisterte mir immer noch im Kopf herum, das Laubfegen komplett aus der Hand zu geben. Also mal bei der Genossenschaft ein paar Besen der Marke "Bauernlob" gekauft und durchgesägt:

Die kehrmaschine ihres Antriebsmotors beraubt

die kleinen Bürsten auf ein Profil geschraubt

das Loch ausgebuchst

und (fast) fertig ist der Fegkopf:

Ein kleiner Zahnriemen übersetzt den Motor und ein Leitblech setzt die zu fegenden Blätter in die Spur:

Um das Ding zu testen muss ein Holzrahmen auf Rollen herhalten

und der Kopf schwenkbar montiert werden

Die Seitenabdeckungen sind ersteinmal aus Wellpappe und Heisskleber

Und so kann das Ding mal probeweise trockenes Laub schlucken:

Und siehe da, es wird anstandslos hinten wieder ausgekotzt...

Aber was mache ich dann mit dem Laub auf der Rückseite? Dass muss ja idealerweise in einen Sack. Und das ohne Gebläse (zu durstig, zu laut). Also einen kleinen Aufzug konstruiert

und mit dem Hebemechanismus aus einem Geldautomaten verhäkelt

Der Auffangkorb ist schwenkbar gelagert

und bekommt einen Schwenkmotor

und ein Gegengewicht aus Blei verpasst

Der soll dann also das Laub einsammeln, nach oben befördern und in einen Sack auskippen.

- Fortsetzung folgt vielleicht irgendwann, die Laubsaison ist gerade vorbei -

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