Finger´s elektrische Welt

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Das Forum für den durchgeknallten Bastler

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Maschinen und Apparate

Zentrale Lutschung


Im neuen Haus wollte ich uns endlich den Luxus einer zentralen Staubsaugeranlage gönnen. Mir gehen diese Bodenstaubsauger mächtig auf den Senkel. Teure Industriesauger beweisen es : es geht sauber, leicht und vor allem : LEISE. Die Mopeds für den gemeinen Hausarbeiter jedoch werden alle nach dem Grundsatz gefertigt : Je lauter desto saug. Und die Beutel mache ich mal möglichst klein und und jede Packung kommen höchstens 3 Stück für mindestens 10 Euronen.

Das Teil in meiner Werkstatt macht einen derartigen Lärm, das man nur mit Gehörschutz seiner reinigenden Erfahrung nachgehen kann. Damit ist jetzt endgültig Feierabend.

In jeder Etage wird jetzt eine Saugdose installiert und in der Werkstatt wird sich ein fest installierter Saugschlauch befinden. Die Zentraleinheit wird ein Eigenbau sein, ausgestattet mit einem Zyklonabscheider, der auch größere Mengen Dreck verdauen kann. *RÜLPS*

Als Verrohrung bietet sich leitfähiges Material an, damit die unweigerlich aufkommende statische Ladung den Dreck nicht an der Wandung festbackt. Und das Zeug muß durch die Stahlbetondecke :-(

So sieht eine Öffung in der Decke aus, welche sich mir erfolgreich widersetzt hat (die Decke natürlich) :

Von oben sieht das schon ganz anders aus, aber der Stahl im Beton hat mir ganz klar meine Grenzen aufgezeigt :

Hier wird mir nichts anderes übrig bleiben, eine Kernbohrung zu setzen. Später soll hier einmal das Rohr für die Zentral- Staubsauganlage in Richtung Dachboden entfleuchen und ein fettes Bündel Kabel wird diverse Funktionen übernehmen. Derzeit sieht man hier nur die Anschlussdose. Die Rohre und das Zubehör kommen von Beam. Dort gibt es ein recht preiswertes Starter-Kit zum Losbasteln, bei dem ich die Funktion einiger Teile aber immer noch nicht verstanden habe.

Nachdem der Werkzeugverleih zweimal zu blöd war, sich meine Adresse zu notieren habe ich wohl die Bohrung umsonst bekommen. Jetzt sieht die Ecke auch so aus, wie ich sie haben wollte :

Dummerweise sieht das hier so aus wie ein Kabel :

Grmpf. Jetzt muß mir nur noch jemand erzählen, wie ich das in dem Loch wieder anflicken soll :

Aber darum werde ich mich kümmern, sobald ich herausgefunden habe, wozu dieses Kabel überhaupt dienen sollte.

Die Zentraleinheite wird aus 4 Staubsaugermotoren gleicher Bauart mit Doppelturbine bestehen, von denen mir mehrere über den Weg gelaufen sind

und einem Zyklonabscheider bestehen, welcher aus große Holz- und Metallspäne bewältigen kann. Die Restluft wird dann über einen LKW-Schalldämpfer in Richtung Scheisshausentlüftung über das Dach abgeblasen. Wie Zyklonabscheider konstruiert werden kann man sich hier ansehen. Dazu später mehr.

Solange bis die Zentraleinheit fertig ist wird ein normaler Staubsauger am Rohr seinen Dienst verrichten. Dazu werde ich übergangsweise ein primitives Steuergerät zusammendengeln :

Das Ganze muß natürlich noch mit etwas Heisskleber in ein Gehäuse verfrachtet werden. Vorübergehend soll ein alter Industriesauger (Modell R2D2) als Zentraleinheit für den Sauger herhalten, aber (man glaubt es kaum) es ist mir nicht gelungen, das Steuergerät (siehe oben) wiederzufinden. GRRRR. Also nochmal eins gebaut. Wahrscheinlich finde ich das Erste direkt nach Einbau des Zweiten wieder!

Da 4 Motoren parallel werkeln sollen muß wohl noch ein Sanftanlauf her um den Leitungsschutzschalter und damit meine Nerven nicht zu strapazieren. Aus der Auflösung einer Leiterplattenfertigung hatte ich noch eine Stange TCA785 herumliegen (dachte ich), also flugs eine Platine drumherum gefrickelt. Als die dann fertig war musste ich zwei Dinge feststellen. Zum einen ist das Ding für induktive Lasten nur bedingt geeignet, weil keine kontinuierlichen Zündimpulse erzeugt werden. Und zum anderen habe ich nicht einen einen einzigen von den Mistdingern.

Am liebsten würde ich Nummer 9 mal kurz über der ganzen Angelegenheit öffnen.

Was sich tatsächlich in meinem Fundus befindet ist eine Stange TCA280B. Also noch eine Platine gefrickelt. Die hat vor allem den Vorteil für induktive Lasten gebaut worden zu sein. Aus lauter Faulheit habe ich dann mal eine Platine bei PCB-Pool geordert. Ohne Bestückungsdruck ist das sogar noch bezahlbar.

Wer möchte kann sich die Designdaten (Protel 99 - ZIP, 35k) saugen. Allerdings noch eine Warnung : das IC ist seit vielen Jahren nicht mehr käuflich zu erwerben. Sobald die Platine da ist, wird es davon auch ein Foto geben.

Wer hier weiter einsteigen möchte, findet hier ein paar Datenblätter zu den verwendeten Bauteilen : BC817, TCA785, TIC236 und TCA280. Und warum sich induktive Lasten mitunter biestig verhalten kann man hier nachlesen. Zu guter letzt haben sich noch ein paar wunderbare Infos zu diesem seit 30 Jahren tollen IC gefunden.

Auf dem Dachboden kommen jetzt die Ver- und Entsorgungsanschlüsse meiner Werkstatt aus dem Boden. Von hier aus müssen Sauger, Kompressor und Gebläse dann ihr Ver- und Entdichtendes Werk tun :

Ein bekannter Klempner hat das Manometer am Abflussrohr als "Sternstunde der Haustechnik" bezeichnet. Dank Silikon ist das sogar dicht.

Diese beiden 50mm-Schläuche werdern demnächst also den Dreck abtransportieren. Momentan sind sie noch mit Metallstaub zugesifft, aber zum Glück nur innen.

Der offenen Schlauch hat in einem Vakuumsystem einen entscheidenen Fehler : er ist offen. Entweder frammt man jedesmal nach JEDER Reinigungsorgie eine alte Glühbirne in den Schlauch oder macht einen Schieber zu. Ich habe mich zu Lösung 2 entschieden. Dazu bekommt ein Holzklotzstapel eine 50mm-Bohrung :

Der Schieber ist wegen der Gleitfreudigkeit aus Teflon, angetrieben vom einem Jumbo-Servo vom Schrott. Alles quasi ausser Weltraumforschung :

Aus einem passenden Kunststoff entsteht der Abstandshalter :

Abstandshalter und Schieber sollten, wie sich später herausstellt, möglichst präzise zueinander passen :

Der Arm vom Servo wird verlängert, so das ein Hub von 60mm möglich wird :

Die Rohre werden mit Epoxidharz von Egay in die Holzklötze eingeklebt. Da sich der Schieber ohne seitliche Führungen verklemmt, mussten noch zwei Holzklötze her :

Um das Ganze zu testen habe ich kurz einen kleinen Servotester gelötet. Als Lungenfunktionstest taugt das Ding schon. Im geöffneten Zustand sind allerdings die Spaltverluste links und rechts am Schieber so groß, das das Moped kaum brauchbar sein wird.

Um die höllische Unpräzision auszugleichen wird es wohl notwendig sein, die gesamte Servomechanik in ein geschlossenes Gehäuse zu häkeln. Das würde auch das Geräusch der gequälten Plastikzahnräder etwas dämpfen.

In diesem kleinen Filmchen (MPG, 1,5MB) könnt ihr euch ein Bild davon machen. Damit man noch sehen kann, ob das Ding funktioniert sind Teile des Gehäuses aus Plexiglas. Die Abdichtung besorgt Panzertape, damit man später eine Chance hat, das Monster zu zerlegen. Morgen steht der Finale Test am Hilfssauger an. Wenn alles glatt läuft, wird sich die Platte am oberen Klotz anpressen und sich selbst abdichten.

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. Einen Tag später..... Der Test war ein voller Erfolg, die Leckverluste sind absolut minimal. Also an die Wand mit dem Moped :

Als Ersatz für die angedachte Stimmerkennung in der Armbanduhr (KITT : saug den Dreck hier weg!) kommt ein guter alter Schaltkasten an der Wand zum Einsatz :

Ein paar Befehlsgeber aus einem Schaltschrank und fertig ist das Kommandomodul :

Als Abluftlutscher kommt ein Radiallüfter auf den Dachboden. Den Einlassring entfernt und mit Schellenband ein Abflussrohr montiert wird daraus eine Absaugung :

Um den entstehenden Radau in Grenzen zu halten wird das Ding über einen Schlauchrest mit dem Rohr in der Decke verbunden :

Der Motor selbst hängt hier an zwei Schwingungsdämpfern aus Gummi. So werden die Vibrationen nicht auf den Dachstuhl übertragen.

Die Elektrik samt Motorkondensator wird mit Isolierband und Kabelbindern freifliegend angetüdelt :

Mal sehen wie weit es praktikabel ist, schlechte Luft auf den Dachboden zu blasen. Nicht das mein Materialfundus einen komischen Geruch annimmt......
Der Rüssel bekommt noch eine Verlängerung, damit er seine Nase auch in entferntere Regionen der Werkstatt stecken kann :

Weiter mit dem Thema Sauger. In stundenlanger Kleinarbeit konnte ich einigen amerikanischen Bastlerseiten und Firmen viele Geheimnisse entlocken. Einige gute Links möchte ich dem geneigten Frickler deshalb nicht vorenthalten und gebe sie hier kommentarlos wieder :

Zyklonabscheider im Eigenbau
Zyklonabscheider aus Plexiglas
Zyklonabscheider aus Blech selbstgebaut
Primitivst-Abscheider
Umfangreiche Linkseite

Preisfrage : woran erkennt man amerikanische Hobbyseiten ? An den merkwürdigen animierten Bildern (was hat ein Blumenmuster mit Zyklonabscheidern zu tun ? *GRÜBEL*). Von den Jungs mit den durchsichtigen Separatoren stammt dieser sehenswerte Film (WMV, 1,7MB), der den Weg des Drecks sichtbar macht.

Die Motoren werden in einem Holzkasten untergebracht, deren Bestandteile, respektive deren Maßhaltigkeit den Mann an der Hornbach-Säge an den Rand seiner Leistungsfähigkeit gebracht haben.

Ein- und Auslass werden mit der Oberfräse samt improvisiertem Kreisschneider aus Plexiglas ins MDF gekreischt :

Um die Wirbelbildung etwas zu verringern werden noch Trichter drangetüdelt :

Das Gleiche passiert am Auslass. Die 4 Ecken am Trichter sind nicht gewollt, sondern das Ergebniss unkoordinierten Handelns. Erst Fräsen, dann Holz aufkleben. Sonst kommt die Fräse nicht überall hin. Ausserdem musste ich feststellen, das KG-Rohr mit 100er Durchmesser aussen 105mm hat. Ratet mal, wie groß das Loch ist.

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Apropos Abflussrohr. Im Landwirtschaftsblatt fand ich getreu dem Motto

diese Konstruktion einer Pferdefütterungsanlage :

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Die Verdrahtung enthält ausser ein paar Temperatursicherungen keine besonderen Geheimnisse. Die Motoren werden mit geschraubten Holzklötzen, beklebt mit Schaumstoff zur Vibrationsdämpfung in ihrer Position gehalten :

Noch flugs den Auslass mit Epoxy eingeklebt und Verschlüsse drangeschraubt

und fertig ist die Saugkiste. Im unteren Teil muß nur noch eine Art Feinfilter-Kassette eingebaut werden um die Motoren vor fisseligem Dreck zu schützen :

Das Ding macht dermaßen Wind dass man echt auspassen muß, das es nicht durch irgendwelche Kleidungsöffnungen reinbläst :

Beim örtlichen Eisen-Willy war man bisher nach 3 Wochen noch nicht in der Lage, mir eine Blechtafel zu beschaffen. Bei derartigen Wartezeiten darf irgendwie nichts schief gehen. Also mal im Maßstab 1:5 ein Pappmodell des Abscheiders geklebt.

Das war auch gut so. Im Blech lauern einige Tücken. Wer das Ding nachbiegen will, der findet hier einen Schnittmusterbogen zum nachschnippeln.

Um das Monster mechanisch zu stabilisieren wird dieses Gerüst als Träger und Wandhalterung dienen :

Immer noch kein Blech da. Also habe ich den Raum für den Sauger flugs gestrichen und einen Fußboden eingebaut sowie die vorhandenen Rohre in ein gemeinsames an der Decke überführt :

Wer sich für die Innereien Interessiert, der findet hier den Schaltplan der Steuerung sowie einen Schaltplan der Anlage. Ein paar Sourcen dazu gibt es auch noch, zusammengebaut wird mit einem Compiler deiner Wahl. Vielleicht sind 32k Flash etwas überdimensoniert für das Gerät, aber dafür habe ich jetzt den einzigen Sauger der Welt, der den Text von Major Tom im Display anzeigen kann. Gestern stand dann endlich der Eisenbringer vor unserem Küchenfenster. Also flugs den Schnittmusterbogen raus und angezeichnet.

Sehr zur Freude unserer Nachbarn konnte dann meine Blechschere die Teile lustvoll aus der Platte kreischen :

Zwischendurch ist dann auch der notwendige Schaltschrank fertig geworden :

Innen befinden sich dann die (hoffentlich) weniger häufig gebrauchten Bedienelemente :

Die Blechteile sind überraschend stabil. Den oberen Zylinder konnte ich nur mit etwas Gewalt in seine endgültige Form bringen :

Im eingebauten Zustand sieht das so einfach aus. Das Loch oben links wird der Einlass.

Da der tangential und unter einem schrägen Winkel reinkommt hatte ich die Wahl, die Durchdringung händisch zu zeichnen, oder mich der Hilfe einer charmanten Kollegin zu versichern und das Ergebniss als Abwicklung einer 3D-Konstuktion zu bekommen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Katrin. Das Ergebniss sieht so aus :

Die Mitte der Rampe kreist der Kreisschneider in die Blechplatte

so das eine schöne krumme Helix hinten rausfällt

Eingebaut sieht das so aus. Die Unpräzision wird hier durch Klebeband am Rand ausgeglichen. Das Zeug markiert normalerweise Fluchtwege auf Hallenböden, ist also schier unglaublich haltbar :

Ein Wohltäter mit guten Beziehungen hat mir den Tricher gewalzt. Da er anonym bleiben möchte kann ich nur auf diesem Wege meinen Dank aussprechen.

Das Ding eignet sich auch bestens als Flüstertüte. Ich könnte mich als Einpeitscher sebstständig machen. MEHR ARBEITEN!!!!

Der Holzrahmen und der Inhalt einer Silikonkartusche halten das Konstrukt zusammen

Als Dreckbunker dient ein gebrauchtes 20l-Plastikfass mit Dichtung und Spannring. Der Übergang wird durch das Gehäuse einer alten Schaltuhr gebildet. Da das Moped einen Flansch hat, konnte ich das einfach zusammenschrauben. So lässt sich eine spätere Verstopfung gut erkennen.

So gerüstet kann das Ding jetzt seiner Funktion gerecht werden. Ein paar Kabel noch dran und fertig ist der Monstersauger :

Zwar spinnt der Betriebsstundenzähler etwas, aber das ist mir jetzt egal. Hauptsache, das Ding rennt.

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