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Das Grundproblem : unsere Familienkutsche (TDI) ruckelt seit geraumer Zeit, immer mal wieder. Geht auch gelegentlich mal aus. Also WAF tiefrot. Frauen
und versagende Technik sind vollkommen inkompatibel. Also erstmal zum Dorfschrauber um die Ecke gegurkt. Der liest den Fehlerspeicher aus, murmelt etwas von
Elektrikproblem und erteilt den väterlichen Rat : "Wir warten erstmal ab, bis das ganz ausfällt".
Gesagt, getan. 2 Wochen später geht er wieder aus und
damit wieder in die Werkstatt. Dieses mal sagt der Mann im blauen Kittelkleid : "Spritzversteller. Da muss ne neue Einspitzpumpe rein. Ist zu teuer.
Müsst ihr mit leben."
OK, damit ist die Butze wohl überfordert. Also mal zu Ranault tuckern, die haben den Eimer schliesslich zusammengeschraubt.
Erster Besuch : "Fehlerspeicher
ist leer, da können wir nichts machen". Echte Profis denke ich mir. Und warte bis zum erneuten Auftreten von Froschdiesel. Zweiter Besuch bei Renault.
Der Mann stöpselt sein Dialysemoped an den Franzosen. Es knistert und die Sicherung für die Bremsleuchten brennt ab. Der Mann ersetzt die Sicherung, brennt
wieder ab. Es entspann sich folgender Dialog :
Finger : Ihr Diagnoseadapter ist wohl kaputt. Ist das der gleiche wie letztes Mal ? Fussnote : Das ist die Definition von kaputt : gestern ging es noch.
Finger (in Gedanken) : Letztes mal war das ein anderer Adapter. Aber mal sehen, was er als nächstes macht.
Ich bin dann erstmal wieder vom Hof gefahren. Der Schaltplan verriet mir, das besagte Sicherung den OBD-Adapter besaftet. VIelleicht sollte ich
eine Direktleitung von der Batterie legen und nochmal hinfahren. Dann wird sein Adapter vermutlich innerlich leuchten *grins*
Selbst ist also der Finger. Etliche Feierabende später hatte ich dank Dieselschrauber.de,
TDI-Ruckeln und viel
Hilfe aus meinem Forum (besonderen Dank nochmal an Gary) die notwendigen Infos zusammen.
Übrigens ist es völlig sinnlos, einem 1999er Renault per OBD-Diagnose auf die Pelle rücken zu wollen. Trotz Originalsoftware, dutzender
Schaltungen und 3 Abenden mit Laptop, Lötkolben und Scope in der Karre konnte ich den Eimer nicht überreden, sein Maul aufzumachen.
Was der Originaladapter kostet brauche ich wohl garnicht erst zu erwähnen.
Der Schurke war relativ schnell ausgemacht, nämlich die Einspritzpumpe. Hört auf den Namen VP37 und wurde von Bosch zusammengekloppt.
Bei Dieselschrauber.de findet man eine gute Anleitung, wie das Mengenstellwerk zerlegt und
gereinigt werden kann. Da man dafür aber die Onboard-Diagnose braucht, musste eine Alternative Methode her. Im Prinzip geht es nur darum, die
unpräzise gefertige, klapperige Mechanik wieder richtig zusammenzuschrauben.
Ich hab die einfach mit Wachs abgeformt
einen Schraubenkopf mit Silikon abgeformt
und ebenfalls mit Wachs ausgegossen.
Ein befreundeter Zahntechniker hat mir dann den Wachsrophling in Metall gegossen
Das ist zwar mehr ein Schraub-Brocken als eine Nuss, tut aber seinen Dienst.
Also die Pumpe mit Spiritus und Pinsel gereinigt, ein Bettlaken drum für den auslaufenden Sprit und Deckel runter :
Jetzt kommt die Einstellerei. Es geht um die Position des Stellwerkes auf der Pumpe und die Position des Winkelgebers.
Ersteres ist ab Werk eigentlich optimal eingestellt. Also habe ich mich nicht an die Anleitung gehalten, und das Gehäuse von dem
Ding einfach nicht abgeschraubt, sondern hier _nur_ den Deckel geöffnet. Vorher hat Bosch mir natürlich einen falschen Dichtsatz verkauft.
Den Winkelgeber muss man abbauen, um an die Mechanik zu kommen. Also Zündung einschalten und 10 Sekunden warten. Das Steuergerät schaltet den Mengengeber
dann ab, lässt die Messspannung aber dran. Also kann man mit dem Scope die Position bequem ausmessen.
10 khz Sinus an den äußeren Pins und die Spannung notieren.
Hier sind es 1.80 Volt. Damit kann der Zeiger nach dem Zusammenbau spielend wieder eingestellt werden.
Dann kann man nach Anleitung den Kram zerlegen und mit Wattestäbchen das Innenleben reinigen. Ach ja : vorher hatten wir noch eine Tankladung
Einspritzanlagenreiniger vergurkt und den Spritfilter erneuert. Aber das nur am Rande. Das braune Zeug unten rechts ist das Böse :
Nach dem Zusammenbau müssen die Pins wieder angelötet werden. Damit kein Flussmittel in die Mechanik spackert kommt ein Küchentuch über die Pins :
So, insgesamt eine Stunde Arbeit und die Pumpe ist komplett wieder montiert. Noch eine Stunde für die neuen Glühkerzen (die waren auch fertig)
und die Kiste läuft wieder wie am ersten Tag.
Noch ein Nachtrag in Richtung Dieselschrauber.de : die Texte und Fotos auf dieser Seite könnt ihr gerne
verwenden. Vielleicht kann dem einen oder anderen damit noch geholfen werden.
© 2000
Im Grunde ist Autoschrauben ja total langweilig. Manchmal muss man sich aber echt das Hirn verrenken, um den Vollbunken der Vertragswerkstätten
zu entrinnen. Vielleicht hift das hier ja dem einen oder anderen.

Renaultkittelträger : Jaja, wir nehmen immer den hier. Der kann nicht kaputt sein, der hat immer funktioniert!
Renaultkittelträger : Wir lesen erstmal den Fehlerspeicher aus. Oh, steht wieder nichts drin.
Finger : Und jetzt ? Das kann so nicht bleiben!
Renaultkittelträger : Das muss was elektrisches sein. Wir müssen die Elektrik vom Auto durchmessen. Dafür müssen wir einen Termin machen.
Finger : Erklären sie bitte doch einmal einem Ing. für angewandte Mikroelektronik, wieso da die Sicherung rausfliegt.
Renaultkittelträger : Ist heutzutage alles Canbus, da kann das schonmal passieren.
Finger : Ich mache am Empfang mal einen Termin.

Aber wie sollen die dreieckigen Schrauben da raus ?











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FINGER