Umgang mit Angsthund

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

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Umgang mit Angsthund

Beitragvon topmech » Fr 18. Mär 2016, 15:57

Hallo zusammen,

heute mal eine etwas andere Problemstellung mit etwas, das vier Kontaktstellen mit dem Boden hat.
Wohne in einer Dreier-WG und habe vor kurzem einen neuen Mitbewohner mit Hund dazubekommen. Irgendwie wird halt der Hund mit mir nicht ganz warm, hält mind. 1 m Abstand und lässt sich nicht streicheln. Meine Vermutung liegt dadran, dass ich um halb drei nachts nach Hause gekommen bin und der Hund mich (genauer: meine Schrittfrequenz) gehört hat. Hab schon probiert ihn mit Leckerli zu bestechen, aber er nimmt sich davon ein Stück und geht erstmal 1 m rückwärts. Sowas Seltsames habe ich tatsächlich noch nicht erlebt.
Vorteil der ganzen Geschichte, bleibe länger in der Bibliothek, was meiner Diplomarbeit förderlich ist, aber so kanns doch nicht weitergehen?
Hat jemand von euch einen heißen Tipp?

Gruß
Nico
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon Kerko » Fr 18. Mär 2016, 16:04

Am wichtigsten wäre zu wissen, ob der Hund dich anknurrt oder sonst agressiv auf Dich reagiert. Angst scheinst Du ja vor ihm nicht zu haben.

Ich würde Dir raten einfach abzuwarten. Normalerweise kommen die Tiere nach einer Zeit von alleine. Verhalte Dich wie immer aber gehe dem Hund nciht aus dem Weg. Zumindestens bei meinen Hunden ist die Rangordnung extrem wichtig. Da ist Ausweichen schlecht.
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon SchuesselTech » Fr 18. Mär 2016, 16:07

beim hund meiner eltern (bestechungsmedium nummer 1 definitiv dreidimensional rund(ball)) klappt neue leute kennenlernen am besten auf neutralem terrain...
nach dem motto beim gassi gehen plötzlich nen neues schaf für die herde gefunden... der hat aber auch sonen kleinen weltanschauungskonflikt mit sich selbst... zuhause ist er selbst zum "rudel" manchmal pissig... erinnert gelegentlich an katzen, kommt an und will gestreichelt werden um dann zähne zeigend und knurrend aufs kissen zu sprinten, wenn man sich bewegt...

aber mit der beim gassi gehen freunde finden methode haben wir bis jetzt jeden zu seinem immaginären Rudel hinzufügen können...

was die reintegration von familienmitgliedern(wir kinder sind alle schon flügge und selten zuhause, da vergisst er gelegentlich schonmal, dass er einen mag) ins rudel angeht hilfts, wenn man ihm nen ball mitbringt und gelegentlich derjenige ist, der die futterdose aufmacht und in den napf kippt...
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon RMK » Fr 18. Mär 2016, 16:44

ignorier das Tier erstmal.

Begrüße Deinen Mitbewohner, aber lass den Hund links liegen (auch nicht angucken!)
und dadurch keinen Kontakt erzwingen. Wenn er einigermassen neugierig ist, kommt er irgendwann
von selber.

ansonsten die üblichen Tricks, stell ihm das Futter hin (wenn das Dein Mitbewohner mitmacht),
geht mal zusamen spazieren, wirf Du den Ball usw...

Viel Erfolg! :)
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon scotty-utb » Fr 18. Mär 2016, 18:59

Erinnert mich an den Schäferhund meines Nachbarn (Mara), sie wurde wohl aus einer Zuchtstation gerettet.
Hab ich beide Hände voll mit was unhandlichen, kommt sie her zum schnubbern.
Ansonsten: Abstand und Verbellen.
Ich werd sie weiter ignorieren

edit
war vorhin wieder mal drüben, mim Welpen (nicht ihrer) spielen:
Mara kommt, macht Radau. ich bleib stehen, geh ruhig an ihr vorbei zum kleinen.
Mara geht wieder, legt sich hin, lässt mich aber nicht aus den Augen.
Wer weiß schon, was die dort wo sie herkommt durchmachen musste


Flo
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon topmech » Sa 19. Mär 2016, 11:56

Danke für eure Tipps!
Das Erstaunliche ist, dass ich ihn sogar streicheln kann, wenn mein Mitbewohner da ist.
Bin ich mit dem Hund alleine, liegt ein Angstmeter dazwischen.
Vermeide es dem Tier in die Augen zu schauen und ignoriere ihn so gut es geht.
Körpersprache ist etwas komplizierter, als ich das von Katzen kenne. Mein Mitbewohner hat mir da eine kurze Einführung gegeben und hab auch mal danach gegurgelt.
Im Wesentlichen wirds die Zeit schon richten, hoff ich.
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon Gary » Sa 19. Mär 2016, 12:44

Was ist den das Ziel?

So schlimm ist die Situation doch nicht. Bei den Hunden von meinem Bruder war das schlimmer und es hat Jahre gedauert.
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon BernhardS » Sa 19. Mär 2016, 15:06

Laß ihn halt einfach in Ruhe - Nächstes Jahr kommt er ganz von alleine.
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon topmech » Sa 19. Mär 2016, 16:04

Das Ziel sollte ein normaler Umgang mit dem Hund sein, dass er quasi nicht mehr bellt, wenn ich nach Hause komme.
Warten wirs mal ab, wie sich das bis Ende nächster Woche entwickelt, er scheint schon Fortschritte gemacht zu haben. Danach sah das anfangs überhaupt nicht aus.
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon uxlaxel » Sa 19. Mär 2016, 18:05

BernhardS hat geschrieben:Laß ihn halt einfach in Ruhe - Nächstes Jahr kommt er ganz von alleine.

richtig und irgendwann wirst du die zeit missen, weil er dich nicht mehr in ruhe läßt und dich auf schritt und tritt verfolgt, um gestreichelt zu werden. das braucht alles etwas zeit, ein hund ist kein computer, den man einfach von jetzt auf gleich anlernen kann ;)
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon da1jo » Do 24. Mär 2016, 10:01

Hallo ,

welchen Hintergrund hat der Hund ? Züchter Hund oder Tierheim oder gar Auslandshund von der Tötungsstation gerettet ?

Gruss Jörg
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Re: Umgang mit Angsthund

Beitragvon topmech » Do 24. Mär 2016, 18:51

Nach einer guten Woche bellt er nicht mehr, wenn ich zur Wohnung reinkomme oder in der Nähe bin. Symptome haben sich stark gebessert, obwohl das Anfangs so garnicht danach aussah. Laut Mitbewohner scheint er wohl aus einem Tierheim zu stammen, Vorgeschichte ist unbekannt.
An was er sich noch gewöhnen muss: Laufgeräusche im Treppenhaus, Besuch durch meine Kumpels etc.
Wird schon noch :)
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