Gehaltsvorstellung Elektroniker

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

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Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Tobi » Mi 30. Mär 2016, 20:16

Brauch mal ne Einschätzung aus erster Hand ;)
Wieviel sollte ich als Berufseinsteiger als Elektroniker für Geräte u. Systeme als Lohnvorstellung angeben?
Meine Recherchen ergaben ca. 1900 bis 2000 € brutto pro Monat, kommt das ungefähr hin?
Arbeitet hier jemand in dem genannten Beruf und kann mir eine Vorstellung geben?
Vielen Dank schonmal ;)
Gruß Tobi
Zuletzt geändert von Tobi am Mi 30. Mär 2016, 20:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gehaltsvorstellung Elekteoniker

Beitragvon Matt » Mi 30. Mär 2016, 20:28

Standort und Branche zählt auch dazu.

z.B. beim Siemens ins Nachschicht verheizen, 2100 netto (inkl Zuschlag).
Und irgendwelchere Frimen zahlt nur 1500 netto, Leihbude zahlt dir 1200-1500€.

Zu meine Löhne dürfte ich nicht sagen.
Grüss
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Nicki » Mi 30. Mär 2016, 21:17

Bei mir nebenan sorgt der Mindestlohn schon für ~1500€/Monat nach allen Abzügen bei den üblichen Arbeitszeiten ;)
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon SchuesselTech » Mi 30. Mär 2016, 22:06

satan...
Über Geld redet man zwar nicht aber, man ey während meiner Ausbildung waren sie alle am jammern, dass sie mit EG5 TVöD einsteigen nach der Ausbildung, das sind gute 2k€ Brutto und nach nem Jahr gute 2,3k€ brutto... als Physiklaborant (laborschlampe...)

sind Elektroniker echt so eine Massenware, dass man so bescheiden vergütet wird...?
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Chemnitzsurfer » Mi 30. Mär 2016, 22:28

Ja sind sie.
Arbeite selber im Schaltschrankbau.
Bin selber knapp über Mindestlohn und diejenigen aus meiner ehemaligen Berufsschulklasse , mit denen ich noch Kontakt habe sind entweder die ganze Woche auf Montage + Überstunden ohne Ende + Bereitschaft damit sie über die 2K € kommen + in ein paar Jahren Gesundheit im Arsch , befinden sich auch im Mindestlohnbereich, sind in den Westen rüber, machen Harz4 oder lernen inzwischen einen anderen Beruf in der Hoffnung ordentliches Geld zu verdienen.
:roll: :cry:
(O-Ton meines Berufsschullehrers "Wenn ihr Geld verdienen wollt, von dem ihr auch Leben könnt, dann habt ihr euch den falschen Job gesucht."
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Chefbastler » Do 31. Mär 2016, 22:40

Tobi hat geschrieben:Brauch mal ne Einschätzung aus erster Hand ;)
Wieviel sollte ich als Berufseinsteiger als Elektroniker für Geräte u. Systeme als Lohnvorstellung angeben?
Meine Recherchen ergaben ca. 1900 bis 2000 € brutto pro Monat, kommt das ungefähr hin?
Arbeitet hier jemand in dem genannten Beruf und kann mir eine Vorstellung geben?
Vielen Dank schonmal ;)
Gruß Tobi



Je nach Betrieb würd ich meinen da geht noch locker was. Wenn du in dem Betrieb auch deine Ausbildung abgeschlossen hast, kennt dich der Betrieb ja schon und deine echten Qualifikatinen -> bessere verhandlungschancen.

Würd dier evtl. auch empfelen dich weiterzubilden Techniker/Ingenieur wenn du ehe in die richtung Entwicklung möchtest. Als reiner EGSler ist es etwas schwerer da reinzukommen weil oft der BWLer(Cheff/Personalabteilung) sich meist nur das Papier anschaut -> Tätigkeit -> Gehaltsklasse.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon shaun » Sa 2. Apr 2016, 18:39

Dass man vom Vollzeitjob kaum noch leben kann, kann man wohl von den meisten Lehrberufen und vielen akademischen Ausbildungen sagen :(
Ich werde auch nie verstehen, warum ein Elektroniker, der viel weitreichendere, fundiertere und fundamentalere Kenntnisse als ein Flachinformatiker für Systemintegration (vulgo Kistenschieber mit Updateinstallationsschein) sich mit <2k brutto zufrieden geben soll, wenn Letzterer erst ab 3k plus betriebliche Altersvorsorge und Firmenwagen zum Vorstellungstermin erscheint
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon SchuesselTech » Sa 2. Apr 2016, 20:11

der Unterschied ist meiner Meinung nach einfach, dass der Chef oft selbst keinen Peil von IT hat und IT eben für viele ein Buch mit sieben Siegeln ist, wodurch dieser Angestellte ihn daher viel eher an den Nüssen zu fassen bekommt...

Ohne einen zufriedene und gut funktionierende IT steht der Chef absolut isoliert von der Welt da...

wenn sein Metaller keinen bock hat ersetzt er ihn halt durch einen von den hundert Bewerbern auf der Warteliste... klar ist das zu pragmatisch gesehen, auch den Metaller muss man anlernen und in die betrieblichen Abläufe einführen... bei dem einen der 20 Metaller fällt es aber viel weniger auf, wenn er mal nicht da ist, als wenn der einzige IT-ler fehlt...

wenn ich so im Freundeskreis rumgucke wie oft die Metaller/Elektriker/sonstige Handwerker ihren Arbeitgeber wechseln...
da ist viel mehr Fluktuation als bei Nischenberufen... dafür sind die auch keine 150 Kilometer umgezogen um nen neuen Job zu bekommen :roll:

und bei den beliebten Studiengängen ist nunmal auch ein Überangebot da...
wobei viele (auch große, internationale) Arbeitgeber was Human Ressources angeht auch an der Welt vorbei leben...
da hat man dann Zeitarbeiter in leitenden Positionen und wenn die 4 Monate vor Vertragsende nachfragen, ob man sie weiter beschäftigen wird, sitzen die HR das aus... 4 wochen vor Vertragsende kommen die HR-leute aus ihrem Kabuff und fragen den Zeitarbeiter, ob er nochmal einen 6-Monatsvertrag haben mag... Da ist doch klar, dass der wenn er einigermaßen kopf-fit ist, schon ne neue Stelle hat...

aber ich glaube das geht jetzt auch schon ziemlich am Inhaltsleitfaden des Forums vorbei *sorry*
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Nicki » Sa 2. Apr 2016, 21:53

SchuesselTech hat geschrieben:bei dem einen der 20 Metaller fällt es aber viel weniger auf, wenn er mal nicht da ist, als wenn der einzige IT-ler fehlt...

Es gibt auch Chefs, die einfach mal gucken, wie lange es die Abteilung nach Selbstkündigung (rausekeln spart die Abfindung!) eines Kollegen mit einer weiteren unbesetzten Stelle und damit weiter gesteigerter Rennerei aushält.

@Austauschbarkeit:
Als Ingenieur/Techniker sollte man bei primär für den Eigengebrauch erstellten Dokumentationen, 3D-Zeichnungen etc. nie sein ganzes Wissen nachvollziehbar zugänglich machen.
Das nützt leider nichts wenn die Führungsetage dann halt zähneknirschend aber konsequenzlos in Kauf nimmt, dass für Neuerstellungen massig Zeit draufgeht.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Hightech » Sa 2. Apr 2016, 22:14

Wenn man einen guten ITler raus schmeißt, merkt man das in der ersten Zeit überhaupt nicht. Eine gut aufgesetzte IT läuft durch aus längere Zeit ohne größere Probleme.
System aus/an/aus, geht wieder. Nach einer gewissen Zeit fliegt einem dann der Ganze Haufen auf einmal um die Ohren und der Betrieb bekommt riesige Probleme.

Wenn man einen guten Handwerker/Metaller/etc raus schmeißt, hast du sofort schlechte Qualität der Produkte, dann dauert es erst ein mal bis du den neuen eingelernt hast, bis der die gleiche gute Qualität liefert wie der Vorgänger.

Es ist egal wen man aus seinem Betrieb verliert/rauswirft , wenn der gut war, fehlt der.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Hightech » Sa 2. Apr 2016, 22:16

Achja, in vielen Betrieben ist es sogar am Besten wenn der Chef geht, oder zu Hause bleibt.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon xoexlepox » Sa 2. Apr 2016, 23:14

Hightech hat geschrieben:Achja, in vielen Betrieben ist es sogar am Besten wenn der Chef geht, oder zu Hause bleibt.

...insbesondere, wenn der Chef nie selber in dem Tätigkeitsbereich seiner Angestellten gearbeitet hat ;)
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon SchuesselTech » So 3. Apr 2016, 00:30

xoexlepox hat geschrieben:
Hightech hat geschrieben:Achja, in vielen Betrieben ist es sogar am Besten wenn der Chef geht, oder zu Hause bleibt.

...insbesondere, wenn der Chef nie selber in dem Tätigkeitsbereich seiner Angestellten gearbeitet hat ;)



oder sich die Tätigkeit seitdem sehr geändert hat, bzw die Angestellten schon ganz gut wissen, was sie tun, der Chef aber gerne seinen Kopf druchsetzen will :-)

hat bei meinem Kollegen mal zum glück nur n dicken Daumen gegeben, da hätte auch mehr kaputt gehen können :D
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Marsupilami72 » So 3. Apr 2016, 00:37

shaun hat geschrieben:...Flachinformatiker für Systemintegration (vulgo Kistenschieber mit Updateinstallationsschein)...

Kistenschieber sind eher die ITSEs ("IT-Systemelektroniker") - m.E. so ziemlich der letzte Ausbildungsberuf, den man anstreben sollte...
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon xanakind » Di 5. Apr 2016, 23:04

SchuesselTech hat geschrieben:satan...
Über Geld redet man zwar nicht aber.....

Das ist in Deutschland (und vielen anderen Ländern auch) leider ein ziemliches Tabuthema.
In den Arbeitsverträgen gibt es oftmals sogar eigene Klauseln, darüber Stillschweigen zu halten.
Überlegt euch doch mal warum. Die Chef´s wollen natürlich nicht, dass wir wissen das der Kollege bekommt.
Die Löhne von manchen Kollegen weis ich trotzdem.
Neu eingestellte bekommen eigentlich immer mehr, als welche die schon über 20 Jahre angestellt sind.
Und wenn ich mir angucke, was die (oft hochgelobten) Leuten dann in der Praxis können könnte ich kotzen :evil:
Grobschlosser die Sensible Bauteile zusammenrumpeln oder Elektriker die nicht mit einem Multimeter umgehen oder geschweige denn selber einen einfachen Fehler finden können.......
Chef´s Sohn ist da auch so ein Klassiker:
Absolut Fauler doofer Schmarotzer der bei jedem Furz Krank macht.
Als Azubi wurde er von den anderen Azubis irgendwe mitgeschleift und hatte das schlechteste Prüfungsergebnis.
Ratet mal, welcher Azubi nicht übernommen wurde.......
und diese hohle Pflaume......ach! Ich schweife ab, zurück zum Thema:
Ich habe bei uns momentan ein sehr ungutes Gefühl. Die Stimmung ist sehr drückend*******. (aber die fettesten Firmenwagen für 6-Stellig Geld fahren...)
******
Ich habe angst, dass unsere "Obergurus" den Laden mit Vollgas an die Wand fahren.
Darum bin ich auch schon seit einiger Zeit am gucken.
Und da sollte man bei einem Eventuellen Bewerbungsgespräch schon wissen was man wert ist und sich etwas Informieren.

Achja: Ich bin Arsch für alles (Mechatroniker) im Maschinenbau und bekomme irgendwas zwischen 1,5-1,7 k€ im Monat. und Teilweise wirklich Arsch für alles, auch mit vielen Dienstreisen im In und Ausland.
Spesengeld und Zuschüsse? naja :(
Da würde ich lieber auf die 100€ mehr auf dem Konto verzichten und dafür jeden Abend in der Werksatt löten können oder mit Freunden was unternehmen.
(rausekeln spart die Abfindung!)

Oja! auch bei uns!
ganz neu bei uns:
Mitarbeiter werden mit Montageeinsätzen verheizt. Privatleben/ Familie ist nun völlig egal, Termine müssen verschoben werden und der Angestellte _MUSS_ dahin. Andere Kollegen mit Narrenfreiheit müssen nie weg.
Mal gugen wann sie mich zu 8 Wochen am Stück in China (Horrorbaustelle) verdonnern wollen, dann ***

Oje,ist ja doch wieder ganz schön viel OT geworden :roll:
Hat aber gut getan mir das mal niederzuschreiben :)

Edit:
Hab´s mal etwas entschärft. Vielleicht lesen meine Vorgesetzten ja wirklich hier mit ?
Zuletzt geändert von xanakind am Mi 6. Apr 2016, 16:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Marsupilami72 » Di 5. Apr 2016, 23:40

xanakind hat geschrieben:In den Arbeitsverträgen gibt es oftmals sogar eigene Klauseln, darüber Stillschweigen zu halten.
Überlegt euch doch mal warum. Die Chef´s wollen natürlich nicht, dass wir wissen das der Kollege bekommt.

Solche Klauseln sind ungültig - das wurde auch schon mehrfach durch mehrere Instanzen bestätigt.

z.B. hier:
Das Landesgericht Mecklenburg-Vorpommern in Rostock entschied, dass vereinbarte Regelungen zur Schweigepflicht über die Höhe der Bezüge unwirksam sind. Solch eine Klausel benachteilige den Arbeitnehmer. Das Gericht entschied, dass es jedem freistehe, über sein Gehalt zu reden. Das Gericht sah an, dass ausschließlich durch die Gespräche mit den Kollegen über das Gehalt, es nachprüfbar ist, ob das Unternehmen den Gleichbehandlungsgrundsatz befolgt. Das Gerichtsurteil ist rechtkräftig mit dem Urteil 2SA 237/09.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Matt » Mi 6. Apr 2016, 05:19

Interessante Diskussion..

@Xanakind.
Bei mir ist anders: Neue Mitarbeiter wird schlechter als alte Mitarbeiter bezahlt.! Einer sollte meine Arbeit übernehmen aber ihre Lohngruppe ist um 2 Stufe weniger als meine, sodass Kollege von mir Vogel gezeigt hat. (wurde ja von Siemens in Nachtschicht verheizt und kommt dann bei uns)

Ich glaube, hatte mal hier geschrieben, dass ich eine Elektroniktechnik-Ingnieur live erlebt, der nichtmal LED zum leuchten bringen könnten. Ich vergesse nie, wie der öfter zu mir rennt, wenn um Validierung von Prototyp-Platine (schon Serie-Status) ging. Am Ende wurde der von CEO (einer ist Entwickler von Hardware) über Wissen unterhaltet und morgen dürfte er nicht mehr kommen (befreiung & Kündigung dank Leiharbeit).

Oder andere Fall

achja, wie SCHÖN, diese BILD.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Hightech » Mi 6. Apr 2016, 07:08

Achja: Ich bin Arsch für alles (Mechatroniker) im Maschinenbau und bekomme immer irgendwas zwischen 1,5-1,7 k€ im Monat. und Teilweise wirklich Arsch für alles, auch mit vielen Dienstreisen im In und Ausland.

Dann bewirb dich wo anders !
Leute die ins Ausland fahren bekommen DEUTLICH mehr.
Da sind 2-3k eher normal (Brutto).Wenn man seine Auslandserfahrungen in die Bewerbung schreibt, hat man gute Changsen.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Weisskeinen » Mi 6. Apr 2016, 10:18

Nochmal zurück zur eigentlichen Frage: Der öffentliche Dienst bezahlt nicht sonderlich gut (bin gespannt, was bei den aktuellen Tarifverhandlungen raus kommt, wahrscheinlich so ungefähr 0,006%), aber dort sind die Tarifentgelte einfach einsehbar. Ein Elektroniker wird je nach Tätigkeit irgendwo zwischen Entgeltgruppe 5 und 8 eingestuft, scheinbar üblicherweise in EG6. Als Berufsanfänger ist man in der Stufe 1 und bekommt dann ca. 2,2k€ Brutto (West). Ohne abzudrückende Betriebsrentenbeiträge kommt man dann auf ca. 1,5k€ Netto, aber die Krankenkassenbeiträge sind da noch nicht abgezogen. K.A., wie hoch die da sind...
Ich denke, die Größenordnung sollte auch außerhalb des öffentlichen Dienstes erreicht werden.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon PowerAM » Mi 6. Apr 2016, 11:06

Ich bin zwar Beamter im mittleren Dienst, nur ist mein oberster Dienstherr als besonders knauserig bekannt und klemmt an seiner schwarzen Null. Reich werde ich also nicht. Seit 1995 bin ich dabei, eine Befoerderung habe ich Anfang der 2000er bekommen und seither passierte nichts mehr. Das ist nicht motivierend, es spielen aber viele Faktoren dabei mit. Befoerderungen orientieren sich grundsaetzlich an der Haushaltslage und darueber hinaus auch noch an dem Stellenkegel der Einsatzdienststelle. Man sollte also nicht beim unwichtigsten und kleinsten Amt im Land sein, wenn man sich in seinem Leben noch irgendwelche Einkommensverbesserungen durch Befoerderungen erhofft. Somit gibt es einen stetigen Drang nach oben. Ich bin bei einer Oberbehoerde, die nur noch dem Ministerium direkt unterstellt ist. Genutzt hat mir das allerdings auch nichts. So ketzerisch es klingt, ich habe schlichtweg das falsche Geschlecht.

Die Unterscheidung der Tarifgebiete Ost/West fiel mit dem Jahr 2010. Seither ist ueberall Westen. Als Tarifbeschaeftigter im oeffentlichen Dienst wirst du zwar nicht reicht, bist aber auch nicht arm. Nun ja, E5 oder E6 sind schon recht karg. Einzig die motivierenden Karriereaussichten fehlen, meine ich jedenfalls. Es geht also trotz noch so guten Arbeitsleistungen nicht so schnell voran, wie man es moeglicherweise in der freien Wirtschaft gewohnt ist. Vorteil ist jedoch, dass bereits viele andere untergingen, bevor der Staat pleite geht. Das heisst konkret, dass du auch als Tarifbeschaeftigter deinem Geld nicht hinterherrennen musst. Es kommt einfach. Unbezahlte oder nicht mit Freizeitausgleich ausgeglichene Mehrarbeit findet nicht statt, was in vielen Unternehmen offenbar gaengige Praxis ist. Mehrarbeit kann dennoch angeordnet werden, geht aber auf das Zeitkonto und kann irgendwann ausgeglichen werden.

Wer ein paar Jahre dabei ist und sich nicht beim Klau goldener Loeffel erwischen laesst, der ist nur noch sehr schwer kuendbar. Betriebsbedingt geht's praktisch ueberhaupt nicht. Darueber hinaus gewaehrt der oeffentliche Dienst haeufig mehr Urlaubstage als die freie Wirtschaft. Ein Urlaubsplan wird zum Ende eines Kalenderjahres aufgestellt und wenn er bewilligt wurde, dann gilt er wie in Beton gemeisselt. Dabei ist es theoretisch vollkommen egal, ob Kollegen krank sind und die bei der Aufstellung des Urlaubsplans vorgegebenen Praesenzvorgaben tatsaechlich eingehalten werden. Sofern du nicht freiwillig auf darin geplanten Urlaub verzichtest, kann ihn dir niemand untersagen. Tust du es aber trotzdem, dann stellst du dich mit deinem Ersatzurlaubszeitraum hinten an und musst darauf achten, dass die Praesenzquoten eingehalten werden. Bei uns darf nur 1/3 zeitgleich im Urlaub sein. Verschiebst du deinen Urlaub aus eigenen Gruenden oder reinem Entgegenkommen, dann kann es dir passieren, dass du ihn nicht antreten darfst, wenn ein Kollege (bei gegenseitiger Vertretung kurzfristig erkrankt. Das Grundprinzip sollte aus dem Geben und dem Nehmen bestehen, sonst wuerde es von keiner Seite mehr irgendein Entgegenkommen geben.

Weitere Argumente: Versicherungen sind fuer Angehoerige des oeffentlichen Dienstes oftmals spuerbar billiger. Das faengt bereits bei der Autoversicherung an. Auch als Kreditnehmer bist du hoeher anerkannt und bei vielen Vermietern wirst du bevorzugt. Einige gesetzliche Krankenkassen bieten Nachlaesse fuer Angehoerige des oeffentlichen Dienstes.


Nachtrag: Es sickerte durch, dass die Arbeitgeberseite sich ueber die Forderungen der Gewerkschaftsvertreter entsetzt gezeigt hat. Sie seien vollkommen uebertrieben. Gut, das sind sie aus Arbeitgebersicht jedesmal. Man fordert von uns nun konkret, dass wir uns an den Kosten der "Neubuerger" beteiligen, Griechenland mitfinanzieren und die schwarze Null nicht gefaehrden. Geruechteweise hat die Gegenseite 0,9 % angeboten, festgenagelt auf einen Zweijahresvertrag. Das waere nicht mehr als ein ungefaehrer Inflationsausgleich. Gefordert wird auch, die einseitig und ohne Gegenleistung angehobene Wochenarbeitszeit von derzeit 40 bzw. 41 Stunden wieder abzusenken. Das wird nicht passieren, da bin ich mir sicher! Und falls doch, dann mit spuerbaren Gehaltseinbussen.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Finger » Mi 6. Apr 2016, 12:59

Ihr solltet in der Öffentlichkeit vielleicht nicht ganz offen drüber sprechen. Oft lesen eure Arbeitgeber hier auch mit. Nicht, das es da Ärger für euch gibt. Das muss ja nicht sein....
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon TDI » Mi 6. Apr 2016, 13:42

Das stimmt wohl. Auf der anderen Seite habe ich vor nicht all zu lange zeit einen Bericht gelesen, in dem es hieß, dass hauptsächlich im deutschsprachigen Raum ein Geheimnis aus dem Gehalt gemacht wird. In anderen, auch westlichen "Kulturen" sowohl in der EU als auch Amerika sei es demnach total normal, auch über sein Gehalt zu reden...

Aber wir sollten hier schon beim Thema bleiben. In etwa zu wissen, mit welchem Beruf bzw welcher Ausbildung welche Gehälter realistisch sind bzw werden, ist durchaus gut und sinnvoll. Ich habe es im Bekanntenkreis mehrfach erlebt, dass jemand relativ brotlose Kunst erlernt hat und sich anschließend darüber wunderte, dass es kaum zum Leben reicht bzw Jobs in dem Bereich doch sehr rar sind.
Da kann ein Austausch hier sicher hilfreich sein. Über Arbeitgeber herzuziehen bzw deren Verhalten hier zu bewerten, muss man sicher mit Vorsicht genießen.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon PowerAM » Mi 6. Apr 2016, 14:41

Im oeffentlichen Dienst kann man recht einfach herausfinden, was der Kollege ungefaehr bekommt. Bei Beamten verraet bereits die Dienst- bzw. Amtsbezeichnung die Besoldungsgruppe. Bei Soldaten ist das ueber den Dienstrang ebenso einfach. Die Tabellen der Besoldungsstufen sind frei zugaenglich und stehen auch im Internet. Damit weiss man schon einmal die Grundbesoldung. Hinzu kommen eventuell Statuszulagen (Amtszulagen, Verheiratetenzuschlag usw.) oder aufkommensabhaengige Zulagen (Polizeizulage bei Waffentraegern, Zulagen fuer Wochenend- oder Nachtarbeit, Wechseldienst-/Schichtdienstzulage usw.). Ueber die kann man ohne naeheres Wissen nur spekulieren. Allein vom Grundsold her wuerde man fuer das Geld, was mein Chef ueberwiesen bekommt, drei von mir satt kriegen.

Bei Tarifbeschaeftigten ist es nicht ganz so einfach. Die Stellenbeschreibung beschreibt die Wertigkeit der Stelle ('Arbeitsplatz'), nennt aber in der Regel eine Entgeldgruppenbandbreite. Zumeist kann man die beiden hoechsten Gruppen abhaken, die wird heute niemand mehr auf dieser Stelle bekommen. Wer die will, der muss sich in der Regel weiter qualifizieren und bei uns zumindest oft auch oertlich veraendern. Wer zu beidem nicht bereit ist, fuer den ist dementsprechend frueher Schluss. Neueinsteiger fangen, sofern man ihnen nicht anderweitige vergleichbare Taetigkeiten im oeffentlichen Dienst anrechnet, auf ihrer Stelle ganz unten an. Anrechnungsfaehig sind manchmal vorherige Dienstzeiten bei der Bundeswehr oder anderen Behoerden. Der Soldat auf Zeit ('SaZ') faengt bei uns weder als Beamter noch als Tarifbeschaeftigter ganz unten an. Meist haben sie Glueck und werden entsprechend des letzten Dienstrangs durchgereicht.

Deutlich schwieriger wird es in der freien Wirtschaft. Nicht nur, dass praktisch jeder Betrieb bei vergleichbaren Arbeitsverhaeltnissen anders bezahlen kann, es schlagen sich oft genug auch regionale Unterschiede nieder. Wenn kein Tarifvertrag bindend ist, dann wird z. B. im Osten mit Ausnahme des Berliner sowie Potsdamer Raums deutlich weniger gezahlt als im Westen. Und auch da gibt es Unterschiede! In gleichen Berufen wird in Hamburg anders gezahlt als in Hessen oder im Ruhrgebiet. Man sollte ebenso nicht ausser Acht lassen, das die Lebenshaltungskosten regional sehr weit auseinander liegen koennen. Meine Wohnung, 15 km vom noerdlichen Berliner Stadtrand gelegen, koennte ich mir in Hamburg, Muenchen oder Koeln nicht leisten. Zwar wird in der freien Wirtschaft in Hamburg i. d. R. besser gezahlt als in Vorpommern, man muss bei gleicher Arbeit unter dem Strich aber nicht mehr in der Geldboerse haben. Gerade in Berufen, in denen haeufigere Wechsel des Arbeitgebers normal sind, kann sowas u. U. mal mehr und mal weniger Restgeld nach Abzug der Lebenshaltungskosten bedeuten. Haeufigere Ortswechsel verursachen ebenso hohe Kosten fuer Umzuege, von denen man stets nur einen Teil steuerlich geltend machen kann oder vom neuen Arbeitgeber uebernommen bekommt. Fuer mich ist der Berlin-nahe Raum durchaus noch bezahlbar, wenngleich bezahlbarer Wohnraum im so genannten Speckguertel von Jahr zu Jahr teurer wird. Hinzu kommt, dass wir spaetestens seit jede frei werdende kommunale Wohnung zur Fluechtlingsunterbringung genommen wird, keinen freien Wohnungsmarkt mehr haben. Private Wohnraumvermieter sind extrem rar, fuer eine Wohnung in meiner Genossenschaft gibt es Wartelisten mit inzwischen mehreren Jahren Wartezeit zzgl. einer sich durch Sozialpunkte veraendernden Rangfolge. Nach der bekommt ein junges Paar mit Kleinkind eher eine Wohnung als ein allein lebender Zausel wie ich.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon zauberkopf » Mi 6. Apr 2016, 14:54

Das erinnert mich an unseren QM-Berater, der gerne Geschichten erzählte :
Ein Betrieb der irgendwo am ARSCH der Welt residiert, klagt über Fachkräftemangel.
Tipp : Bezahlen sie einfach mehr.
Antwort : Hier in der Gegend kann man froh sein, wenn man überhaupt was bekommt..

Ihr solltet in der Öffentlichkeit vielleicht nicht ganz offen drüber sprechen. Oft lesen eure Arbeitgeber hier auch mit. Nicht, das es da Ärger für euch gibt. Das muss ja nicht sein....

Warum nicht ? Ein schreckliches Ende kann besser sein als ein Schrecken ohne Ende.
Und gerade jüngere gut ausgebildete alleinstehenden... sollten sich auch mal überlegen für eine Zeit ins Ausland zu gehen.
Das kann sehr spannend sein. Okay... bei den USA (Südstaaten) war für mich klar : Nee... die jungs bringen mich zu sehr auf die Palme.
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Re: Gehaltsvorstellung Elektroniker

Beitragvon Nicki » Mi 6. Apr 2016, 15:14

Das größere Problem ist doch die Zeit, wenn man mal nicht mehr arbeitet.
Mir scheint dass man heutzutage ohne Studium, erfolgreichen Karrierefeldzug oder glückliche Umstände gearscht ist.
Von 1k5 gibts ja nicht nennenswert Rente, aber wie will man sich davon auch nur ein Haus finanzieren das nicht die letzte Bruchbude ist?
(Vermieter zu werden scheint mir die beste Möglichkeit der privaten Vorsorge zu sein, ich kenne nur Leute die damit unterm Strich Erfolg hatten)
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