arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

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arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon SchuesselTech » Mi 15. Feb 2017, 03:04

da ich für die zeit nach meiner weiterbildung gerade auf der suche nach einem arbeitgeber bin, und donnerstag relativ spontan ein vorstellungsgespräch habe, habe ich nachdem ich die website des unternehmens durchhatte auch mal nach arbeitgeberbewertungen ausschau gehalten...
ist es normal, dass die zu 3/4 eher bescheiden ausfallen, weil nur die unzufriedenen sich luft machen wollen, oder ist mein ungutes gefühl (bei dem Job wäre definitiv ein Umzug von nöten) doch irgendwie berechtigt...?
(es liegen nur 8 bewertungen aus den letzten 7 jahren vor, wo halt keine wirkliche tendenz zur besserung zu sehen ist... allerdings fallen einige raus... z.B. n praktikant, der halt super bewertet hat...ok, als praktikant ist die welt immer schön... oder jemand, der vor 6 jahren da aufgehört hat und vor nem jahr ne bewertung geschrieben hat...)

naja egal, ich werde da erstmal hinfahren, hab ja nix zu verlieren... ausser etwas sprit und zeit :-D im zweifelsfall ist's n gutes WarmUp für die kommenden vorstellungsgespräche...
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon uxlaxel » Mi 15. Feb 2017, 08:22

Moin,
ich würde solchen Bewertungen wenig bis kein Vertrauen schenken. Mach dir erst einmal ein Bild selbst und dann siehst du weiter.

Bei mir in der Firma gibt es Bereiche, die in Dreifach-Schicht arbeiten. Das wird den Mitarbeitern auch als aller Erstes gesagt, wenn sie sich bewerben. Dennoch hören einige Leute schon in der Probezeit auf, weil sie mit der Spätschicht (bis 22:00) oder Frühschicht (ab 06:00) schon Probleme haben. Die haben schon nach 3...4 Tagen über alles rumgemault, für andere (wie auch für mich) ist die Firma aber wunderbar und das beste seit Jahren! So unterschiedlich ist das. :)

Viel Erfolg beim Vorstellungsgespräch!
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon Gernstel » Mi 15. Feb 2017, 11:57

Wenn es bei diesem Arbeitgeber mehrere Abteilungen gibt, kann das Wohl und Wehe der Untergebenen bereits vom jeweiligen Abteilungsleiter als unmittelbare Führungskraft abhängig sein. In der einen Abteilung herrschen paradisische Zustände, in der anderen .... Nun ja.

Selbst das Empfinden eines unmittelbaren Kollegen kann 100%ig abweichen, da Fähigkeiten, Einstellung, Ansprüche und Erwartungshaltung von Kollege zu Kollege schwanken.

Es gibt noch viele weitere Faktoren. Eigentlich dient die Probezeit dazu, dass nicht nur der Arbeitgeber unpassende Mitarbeiter vergleichsweise einfach wieder los werden kann, sondern dass auch der neue Mitarbeiter prüfen kann, ob ihm die Stelle zusagt und im Zweifel von heute auf morgen wieder gehen kann.

Beim Vorstellungsgespräch prüft nicht nur der Arbeitgeber Dich, sondern prüfst auch Du den Arbeitgeber auf Eignung.

Guten Erfolg bei der Wahl des Arbeitsplatzes, der Tätigkeit und der entsprechenden Bewerbung dafür!
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon xoexlepox » Mi 15. Feb 2017, 13:40

Gernstel hat geschrieben:...sondern prüfst auch Du den Arbeitgeber auf Eignung.

Prinzipiell richtig! Nur (insbesondere bei größeren Firmen) triffst du bei der Vorstellung nur selten auf die Leute, mit denen du später zu tun haben wirst :( Ein "gegenseitiges Beschnuppern" funktioniert nur bei kleineren Betrieben...
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon SchuesselTech » Mi 15. Feb 2017, 14:29

und wenns der job werden sollte, ziehe ich dafür 100km um, müsste mir also ne neue wohnung suchen, den umzug finanzieren, ggf zwei mieten parallel stemmen(ich kündige meine wohnung erst wenn die neue gefunden ist... alles andere wäre doof)

ist halt schon ne größere entscheidung, und wenns da nach n paar monaten dann wie in den bewertungen wäre, wäre das schon doof gelaufen...
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon duese » Mi 15. Feb 2017, 14:42

Dann pendel halt für den Anfang. 100 km ist nicht schön, aber normalerweise machbar. Es gibt Leute die machen das dauerhaft. Und wenn es passt, dann umziehen...
Oder probearbeiten für nen Tag oder ne Woche. Ist auch nicht unüblich.
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon uxlaxel » Mi 15. Feb 2017, 16:13

Du kannst ja für die ersten Wochen erst einmal ein preiswertes Pension-Zimmer nehmen, um zu schauen, wie es sich entwickelt. Wenn du dann eine entgültige Entscheidung getroffen hast, dann kannst du den Umzug in Angriff nehmen. So bist du auf Nummer sicher, auch wenn du anfangs eine finanzielle Doppelbelastung hast. LG Axel
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon Hightech » Mi 15. Feb 2017, 18:41

Arbeitsplatz bedingter Umzug kann von der Steuer abgesetzt werden, zusätzliche Wege doppelte Haushaltsführung für die Übergangszeit ebenso. Nicht vergessen bei der Steuer, da kommt ein ganz schöner Batzen Kohle zurück.
Ausgaben für die Helfer, Transport-LKW usw. gehören dazu.
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon Weisskeinen » Mi 15. Feb 2017, 19:23

Manche Arbeitgeber bezahlen auch den Umzug, zumindest teilweise, und helfen bei der Wohnungssuche.
Je nach dem, wie es läuft, kann man das auch beim Vorstellungsgespräch fragen. Schließlich stellst du dich nicht nur dem potentiellen Arbeitgeber vor, sondern auch anders herum.

Edit: Online-Arbeitgeberbewertungen taugen absolut gar nichts. Bei meinem gibt's auch viele Einträge unzufriedener und auch manche Kollegen arbeiten nur, damit ihnen bis zur Rente nicht allzu langweilig wird. Ich kann das nicht nachvollziehen...
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Re: arbeitgeberbewertung online... stellenwert?

Beitragvon Toni » Do 16. Feb 2017, 12:59

SchuesselTech hat geschrieben:naja egal, ich werde da erstmal hinfahren, hab ja nix zu verlieren... ausser etwas sprit und zeit im zweifelsfall ist's n gutes WarmUp für die kommenden vorstellungsgespräche...


Die Fahrtkosten vom Wohnort zu einem Vorstellungsgespräch muss der AG erstatten. Es wäre z.B. ein gutes Zeichen, wenn er es von sich aus anbietet.
Wenn er es nicht von sich aus erwähnt, und das Gespräch doof lief, kannst du es ansprechen bzw. einfordern.

WarmUp / Übung ist eine sehr gute Sache -> du wirst erfahrener, ruhiger, und kommst bei den nächsten Gesprächen souveräner rüber. Die interessanteren Gespräche daher lieber später führen.
Auch so mancher Arbeitgeber (AG) ohne professionelle Personalabteilung, der mit Mitarbeitersuche beginnt, lädt sich die uninteressantesten Bewerber zuerst ein, um zu üben ;)

Noch ein paar Hinweise von der anderen Seite, außerhalb vom Üblichen (Quali, Lebenslauf, Ziel,..):

Versuche dich nicht zu verbiegen, und authentisch zu bleiben. Prahle am Anfang nicht zu sehr mit deinen Fähigkeiten, sondern versuche nach-und-nach im Gespräch Gelegenheiten zu erhaschen, um bei passenden Gesprächsthemen dein Wissen nach-und-nach darzustellen.
Der AG wird dich entsprechend deines späteren Einsatzgebietes beurteilen, d.h. er versucht sich vorzustellen, wie/ob du den vorgesehenen Job meistern kannst. Eine gute Vorbereitung wäre, vorher das Aufgabengebiet mit Erwartungen an dich in Gedanken durchzuspielen -> dadurch beantworten sich einige Fragen, und wirkst kompetenter, durchdachter.
Hinter einer geplanten Einstellung steckt ein Problem bzw. Überlastung in diesem Bereich. Du sollst ihm ein Teil der Arbeit aus dem Kreuz schaffen, mit möglichst kurzer Einarbeitungszeit, die Andere zusätzlich belastet.
Der AG wird dich im Gespräch evtl. locker an der langen Leine lassen, dich reden lassen, aber dabei genau beobachten.
Worauf wird geachtet? Erscheinungsbild incl. Klamotten, Blick, Aufmerksamkeit, Auftreten, Wesen, Gesinnung, Händedruck, Kontaktaufnahme, zudem evtl. auch: mit welcher Karre in welchem Pflegezustand kommst du auf den Hof gefahren? Wie bewegst du dich auf dem Parkplatz? Körpersprache? Geruch / Raucher? Nach dem Gespräch: Körpersprache / Gang / Anspannung? Evtl. auch vorherige Recherche in Guhgel und sozialen Medien.

Im Vorstellungsgespräch versucht sich der AG eine Meinung auf Fragen zu bilden wie:
"ist der vor mir sitzende Kerl geeignet, um ihn alleine auf die Maschine / Kunde / Projekt / etc. loszulassen?"
"passt die Eigenständigkeit und Cleverness, um mir (AG) möglichst schnell, viel, effektiv und für AG stressfrei Arbeit abzunehmen?"
"Wirkt der Bewerber vertrauenswürdig und loyal?"
"Passen Sympathie, Teamfähigkeit zur Stelle und vorhandenen Struktur?"

Das Bewerberprofil muss zur Stelle passen. Es gibt keine Multitalente für alle Jobs, und du musst "nur" auf diesen Job passen!
Es gibt sogar viele Jobs, bei denen aus AG-Sicht die Soft-Skills nicht zu hoch sein dürfen, damit die Arbeit nicht unterfordert, und auch langfristig Spaß macht.
Beispiele (ohne jemanden zu nahe treten zu wollen): ein Fließbandarbeiter darf nicht zu ehrgeizig, eigenkreativ oder nach höheren Zielen strebend sein.
Bei uns waren mal Estrichleger, und einer davon schippte von den ganzen Tag Sand/Kiesberge in die Maschine. Wenn der Berg weg war, kam der nächste LKW und kippte Sand hin. Beim Job er machte einen zufriedenen Eindruck. Das schafft mental nicht jeder. Allerdings konnte man den Typ (übertrieben gesagt) nicht mal nach der Uhrzeit fragen, wäre somit nicht für jeden Job geeignet.

Anderes Extrem: spezielle Ansprüche an Wesen/Verhalten/Durchsetzungsvermögen/Teamgeist eines Liquidators oder Anwalts.

Groß verbiegen, um die Erwartung zu erfüllen, ist mit Vorsicht zu genießen, weil dich der AG dann falsch einschätzen wird, evtl. eine nicht auf dich passende Stelle anbietet, mit der du später unzufrieden sein könntest.

Wenn du anschließend beurteilen möchtest, wie das Gespräch bim AG ankam, gibt es ein paar gute/schlechte Zeichen.
Gute Zeichen wären: AG nahm sich viel Zeit (trotz Zeitmangel -> Interesse an dir), lockeres Gespräch mit vom AG eingestreuten Smalltalkelementen außerhalb Jobthema, detaillierte Selbstdarstellung AG und Arbeitsplatz, Firmenführung, gegenseitiges Sympathieempfinden, AG möchte direkt weiteres Vorgehen/Schritte besprechen, Angebot Fahrtkostenübernahme, herzliche Verabschiedung, gutes Bauchgefühl.

Viel Glück, und bleibe lässig :D
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