Mal ne philisophische Frage

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Gary » Sa 10. Jun 2017, 19:34

Wem soll ich das Buch schicken ?

Auf jeden Fall haben wir nichts zu jammern, die anderen zahlen für Ihre Glotze, die anderen tragen ihr Geld in die Werkstatt.

Für mich mal das Schlusswort..
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Hightech » Sa 10. Jun 2017, 19:45

Ich hatte nur den Gedanken, was mache ich nur in einer Welt in der alles Funktioniert ?

Es ist ja die Welt wie Äpple sie gerne verkauft.
Aber in einer solchen Welt ist alles fertig und unveränderbar.
Es funktioniert alles mit allem und es gibt keine Probleme. (idealer Weise)

Doch in einer solchen Welt, kann es da für den Nutzer Freiraum, bzw Freiheit geben ? Eher nicht.
Ganz sicher kann man in einer solchen Welt kreativ sein, nicht umsonst schwören Musiker, Grafiker und ähnliche auf diese Welt.
Nicht ohne Grund, denn man kann frei und ohne Sorgen sich seiner Kreativität hin geben ohne sich um die Technik kümmern zu müssen.
Aber es gibt Grenzen, und die werden ganz hart von dem Konzern festgelegt. Diese Grenzen sind für den Nutzer in der Regel unüberwindbar.
Aus diesem Grund kann ich mit diesen Geräten nichts anfangen.
.
Heute habe ich ein wenig rumgeprokelt und von meinem Server Zuhause Bilder auf den 1und1 Webpace und dann per rsync auf meinen Laptop übertragen.
Ich hätte das gerne auch auf meinen Andriod übertragen, aber das geht ja nicht ohne das Ding zu rooten.
Ebenso mit dem i-phone geht das nicht.
Natürlich ginge das, wenn man alles vom gleichen Hersteller kauft. Aber dann geht in der Regel alles nur über den Hersteller.
Also Hersteller Gerät, Hersteller Webspace, Hersteller Mobil-Device und man hat keinen Einfluss was mit seinen Daten passiert.
Und wenn Hersteller keinen Bock mehr hat, schaltet der den Webspace ab, und man hat wieder nutzlosen Schrott rum stehen.
Von den Sicherheitslücken spreche ich noch gar nicht (WPA2 key wird im Klartext zu den Devices übertragen z.B.)

PS : Hab Urlaub ;)
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Finger » Sa 10. Jun 2017, 19:48

Das ist ein Angebot. Da würde ich gerne mal reinschauen....
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Toddybaer » Sa 10. Jun 2017, 20:27

So nun mal etwas länger.

Ja, früher war alles Besser, sogar die Zukunft Bedenkt, Erinnerung vergoldet.
Die Autos hielten viel länger, hatten meistens aber nach 6 oder 8 Jahren die ersten Rostreparaturen nötig.
Man hatte nur 3 tv Programme zur Auswahl. Und das Programm wurde vom Staat bestimmt.
Die Kinder gingen auch Samstag zur SChule.
Die Lebensmittel wurden im garten Angebaut. Zwar weil man Gled sparen musse...
Man starb noch an einer Lungenendzündung oder am Blinddarmdurchbruch
Man wurde gesund alt, zwar nicht so alt...
Krebs? Kannte man nicht

Die Zeit hat sich veränder, die Menschen auch. Und wir müssen damit klar kommen.
Das in der Wirschaft man immer mehr und schneller konsumieren muss, das KANN einfach nicht immer so weiter gehen. Wir leben auf einer Kugel mit begrenzten Rohstoffen. Und ich kann auch nicht jeden Tag mehr Brötchen essen.

Aber das alles ewig hällt kann auch nicht die Lösung sein. Die Sache muss in Bewegung bleiben.

Wenn wir doch so produktiv sind. Warum arbeiten die einen bis zum Umfallen und die anderen haben keine Arbeit? Warum arbeiten wir nicht einfach nur noch 3 Tage die Woche. Es gibt so viel Arbeit, kann doch jeder was von haben. Dann wäre auch mehr Zeit für andere Dinge.

Vielleicht kommen wir mal da hin, das Jeder sein Bestest gibt, einfach so. Dann bräuchten wir auch kein Geld mehr.

MFG Thorsten
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon zauberkopf » Sa 10. Jun 2017, 20:42

Darf ich vorschlagen, das am 8.7. am Lagerfeuer weiter zu diskutieren? Dann diskutiere ich mit :mrgreen:

okay.. obwohl ich es nicht wollte.. bring ich mein Laptop mit.. sieht bestimmt doof aus.. ;-)
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Hightech » Sa 10. Jun 2017, 20:48

Toddybaer hat geschrieben: Warum arbeiten wir nicht einfach nur noch 3 Tage die Woche. Es gibt so viel Arbeit, kann doch jeder was von haben. Dann wäre auch mehr Zeit für andere Dinge.
MFG Thorsten

Das kann ich dir beantworten:
Es wird von dir erwartet.
Es wird erwartet das man 5 Tage die Woche je 8 Stunden arbeitet.
Es wird erwartet das man immer mehr verdienen will, die Karriereleiter nach oben strebt. Sich ein besseres Auto leisten kann.
Ein schönere Wohnung mieten kann. Dann ein größeres Auto, der Golf ist nicht mehr Standesgemäß (da kotz ich immer schon).
Ab einer gewissen Stellung geht ohne vom Staat teil-gesponsertem Dienstwagen gar nichts mehr.

Ich habe auch schon überlegt, Freitags nicht zu arbeiten. Oder Mittwochs.
Das wäre geil.
Die Kohle würde mich nicht so schmerzen. Aber das geht vom Job her nicht, da meine Maschine nur von mir persönlich Bedient werden kann.

Ich verstehe das auch nicht, es gibt Leute bei uns im Unternehmen, die arbeiten bis zum umfallen, Überstunden und darüber hinaus (ohne Bezahlung, freiwillig). Machen sich den Feierabend und das Wochenende kaputt. Wofür ? Es gibt weder Kohle noch Anerkennung dafür.

Jaja, das und das muss ich noch machen, das und das muss fertig, das erwartet der Chef bis dann und dann. Der arme kann nicht nein sagen.
Der macht die Arbeit für 2 und allein die Firma profitiert.

In diesem Fall geht es vom Mitarbeiter aus, in vielen anderen Firmen werden die Mitarbeiter zu Überstunden genötigt, aus reiner Profitgier !

Wenn alle auf Überstunden verzichten würden, gäbe es theoretisch keine Arbeitslosen mehr.
Wenn die obere Mittelschicht auf 1/4 Kohle verzichten würde, könnte sich Deutschland das bedingungslose Grundeinkommen und BIO für alle leisten.

Aber die Welt wird leider von Neid und Gier regiert und nicht von Rücksichtnahme.
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Hightech » Sa 10. Jun 2017, 20:55

Es ist heute in den Firmen auch so:
Das Controlling prüft ob jeder Mitarbeiter das Soll auch schafft, der Mitarbeiter soll möglichst 100% Leistung bringen.
Wenn das Soll nicht geschafft wird, wird der Prozess geprüft und ggF angepasst. Oder der Mitarbeiter.
Denn das lässt sich alles so schön rechnen.
Aber wer kann den ganzen Tag 100% bringen ? Ich niemals. Maximal 70%.
Abteilung A ist mit seinen Mitarbeitern 90% effektiv.
Abteilung B schafft nur 50%.
Also da ist was falsch.
Nur Abteilung A ist die Fertigung, Abteilung B ist der Service, das ist ein Himmelweiter Unterschied.

Bei uns läuft "Go lean" da werden alle Prozesse akribisch untersucht und es werden Kennzahlen generiert die auf Topflorflipcharts eingetragen werden, wo man dann Diagramme Zahlen und Kurven sieht. Alles toll in den Zahlen
Dann frag mal die Mitarbeiter ob alles gut läuft. Eine halbe Stunde hängst du fest, und es wird geklagt was alles nicht richtig funktioniert.
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Toddybaer » Sa 10. Jun 2017, 21:04

Mal gleichen Verdienst angenommen, müssten wenn 90% erwartet werden, ein Kollege aber max 50% leistet der Rest von den anderen Mehr geleistet werden. Auch irgendwie doof.

Ein Problem ist das es unsere Kinder einmal besser haben sollen. Wie viel besser denn noch? Man muss auch mal mit dem zufrieden sein das man hat. Klar bissel besser geht immer aber wo will man da die Genze ziehen?
Ich könnte mir schon vorstellen den Freitag nicht zu arbeiten. Aber dann fehlt halt doch irgendwo die Kohle. Ich könnte mir auch vorstellen in der Woche etwas länger zu arbeiten und dann alle 14 Tage Freitag frei. Das hängt aber auch mit dem langen Anfahrstweg zusammen.
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Freak » Sa 10. Jun 2017, 21:08

Meine Meinung dazu: Not macht erfinderisch, und die Welt braucht vor allen anderen Dingen dringend mehr Not. Nicht da, wo sie ohnehin akut im Überfluss verfügbar ist, aber überall, wo Menschen Tag für Tag auf den schnöden Schein hereinfallen, braucht es den gewissen Leistungsdruck - aber auf reflektiertes Denken und gesunden Menschenverstand. Mendel, übernehmen sie!
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Gobi » Sa 10. Jun 2017, 21:30

Viele der Sachen die ihr bemängelt, könnten durch ein bedingungsloses Grundeinkommen behoben werden, auch wenn sich das erst mal absurd anhört. Nicht umsonst ist die Industrie anscheinend der Idee gar nicht mal so abgeneigt, ihr Absatz jedenfalls wäre dadurch erst mal gesichert.
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Hightech » Sa 10. Jun 2017, 21:41

Freak hat geschrieben:Meine Meinung dazu: Not macht erfinderisch, und die Welt braucht vor allen anderen Dingen dringend mehr Not.

Absolut richtig, deshalb:
Verbot von Verkauf von Verbrennungsmotoren ab 2030.
Abschalten von Kohlestrom 2025.
Keine Subventionen für die Agrar-, Lebensmittel-, Auto-, Tabak-Industrie.
Generell nur Wirtschaftsförderung nur für Nachhaltige Unternehmen, die Faire Löhne zahlen und Umweltschonend arbeiten.

Ich halte von Subventionen, außer für Regenerative Energie und Soziales , für absolut falsch.

Denn es ist vom Geld her vollkommen egal, ob ich das Fleisch billig bekommen, weil ich vorher Steuern bezahlt habe, von denen das Fleisch subventioniert wurde oder gleich den richtigen Preis zahle.
Man kann dann halt nicht mehr sehen, was das Fleisch original gekostet hätte.

Und ich persönlich will keine Steuern dafür zahlen, das die Industrie billig und auf Kosten der Allgemeinheit produziert.

Das ist wie der 1 Euro Händivertrag. Man kauft kein Händi für ein Euro, obwohl viele das echt denken.
Das Händi kostet sogar viel mehr als es original gekostet hätte und das ist bei allem so.
Atomstrom kostet sehr viel mehr als wir dafür mit der Stromrechnung bezahlen. Kohlestrom auch.
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon zauberkopf » Sa 10. Jun 2017, 23:06

Ich verstehe das auch nicht, es gibt Leute bei uns im Unternehmen, die arbeiten bis zum umfallen, Überstunden und darüber hinaus (ohne Bezahlung, freiwillig). Machen sich den Feierabend und das Wochenende kaputt. Wofür ? Es gibt weder Kohle noch Anerkennung dafür.

Ich schon.. Highlight : Unter Koks die Euroumstellung erfolgreich vollzogen, trotz defekter Datenbank.
Das war vielleicht ein sch.. Sylvester..
Aber nach 2 Tagen und Nächten lief das System wieder.
(Danach habe ich 2 Dinge gelernt : Finger weg von dem Zeugs.. und schaff Dir einen 2. Server an mit Backupdaten zum spielen. )
Jaja, das und das muss ich noch machen, das und das muss fertig, das erwartet der Chef bis dann und dann. Der arme kann nicht nein sagen.
Der macht die Arbeit für 2 und allein die Firma profitiert.

Dafür gab es bei mir mal folgende Gründe :
Arbeit macht Spass.
Firma stellt ein gutes Produkt her, wo von voll dahinter steht, und handelt nach Ethischen Grundsätzen.
Firma ist auch für einen eine "Ersatzfamilie".
Mann ist strunzdoof.
Manche hassen Montage.. ich hasste Freitage !
Ausserdem war ich teil von etwas, das sich mühe gegeben hat, ethisch zu wirtschaften.
Etwas das genau dadurch auch noch wuchs und wuchs..und ich hatte auch meinen Anteil daran.
z.B. fast wäre die Firma wegen extremen Wachstums Konkurs gegangen.. da zaubert das Zauberköpfchen (aus der Firma kommt der Spitzname)
mal eben ein paar hundert tausend Eur aus der Datenbank.
Nicht berechnete Lieferscheine. Gleichzeitig organisiert er das ganze so um, das das in Zukunft nicht mehr passiert, und die Leute sogar weniger und angenehmere Arbeit haben.
ja.. daraufhin habe ich mir dann auch fast einen runter geholt.. nur hatte die sache ein wenig geschmäckle :
2 Kollegen mussten gehen. Die waren überlastet und haben deshalb kleinere Lieferscheine nicht berechnet.
Hilferufe wurden auch nicht gehört.
Hätte ich das besser erfasst, hätte ich die Leute vielleicht ohne großen Gesichtsverlust, schützen können... naja.. ich war jung..

Aus Spass, weil es mein Baby war.. und weils auch Spass gemacht hatte, hatte ich auch mal kostenlos gearbeitet.
Why Not ? Immer wenn ich sowas mal mache, werde ich angeguckt wie ein Außerirdischer.

2 von 3 Firmen die ich quasi mit aufgebaut habe, gibts noch heute, und zahlen die Steuern, um das zu reparieren, was ich mit meiner Dummheit bei mir angerichtet habe.. ;-)

Mal ernsthaft..
Es gibt Menschen, die gerne auch mal Verantwortung übernehmen.
z.B. die Schwester die kostenlos ihren Bruder oder gar einen "Fremden" pflegt...
... Ein Fremder der einen traumatisierten und vom Weg abgekommenen Jugendlichen annimmt..
Vereinsvorsitzende, die mit ihrem persönlichen Vermögen haften.
Und Vorstände und Aktionäre von Aktiengesellschaften, die es nicht tun.
Es gibt aber auch Genossenschaften, die zum teil sehr Erfolgreich sind.

Ich vermisse wirklich stark das Thema Verantwortung.
Stattdessen wird dauernd über irgendwelche IDIOTlogien gestritten.
Manche nehmen sogar in Anspruch die "Weltformel" zu sein. ;-)
Und manche suggerieren : Glaub an mich, und Du wirst Deiner Verantwortung, z.B. Deinen Kindern gegenüber gerecht, oder
aber suggerieren Dir das Verantwortung total veralteter Käse ist.

Aber auf den Punkt zu kommen.. ich vermute da besteht ein Zusammenhang.
Und zwar was Konsum als auch Produktion betrifft.
Und zwar in den Kategorien Masse und Qualität.
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon sysconsol » Mo 12. Jun 2017, 08:37

Nun ja - hätten die Menschen schon immer umweltfreundlich, menschenfreundlich,... gelebt, dann wären wir mit unserem Fortschritt
wohl noch nicht so weit, wie wir sind.
Und unsere Anzahl auf dem Planeten wohl auch nicht.

Ob das nun gut oder schlecht ist, das kann jeder für sich entscheiden.

Es gibt jedenfalls zwei Richtungen in der Lebenseinstellung.
Erich Fromm schreibt vom Haben oder Sein.
Dazwischen soll wohl auch einiges möglich sein.

Zur Zeit überwiegt in der Gesellschaft eindeutig die Haben-Einstellung.

Ich brauche vieles nicht - und bin auch nicht unglücklich darüber, was ich mir alles nicht leisten kann.
Allerdings bin ich schon deswegen Außenseiter.

Ändern wird sich aber die Gesellschaft - und damit die Menschen - erst, wenn eine kritische Masse die Grundbedürfnisse (Wohnen, Essen, Arbeit)
nicht mehr befriedigen kann.
Das "Arbeitsbedürfnis" kann man zur Zeit gut durch Medienkonsum unterdrücken.
Und wer das lange genug gemacht hat, der kann kaum noch anders...
Der Mensch ist anpassungsfähig. Wie das im speziellen Fall aus welcher Perspektive zu bewerten ist, ist ein anderes Thema.

Wer hat da nach Mendel gerufen?

Man betrachte einen Ameisenhaufen.
Und ziehe seine Parallelen.
Man kann sich auch einfach mal vorstellen, was passiert, wenn man in den Ameisenhaufen reintritt.
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon ferdimh » Mo 12. Jun 2017, 18:04

Ich denke, die Fragestellung "was wäre, wenn" führt nicht weiter.
Ich werfe mal eine Andere in den Raum:
Wie bewerkstelligen wir, dass es doch hält?
Und dann müssen wir doch noch mal nach China gucken:
Ich habe gerade ein defektes Schaltnetzteil auf dem Tisch. Das ist dermaßen vollgestopft mit Überwachungsschaltungen, Schutzschaltungen, Dingen Zeug und Kram, dass man den primitiven UC3842, der die Arbeit macht, gar nicht mehr sieht. Das Ding kann unter anderem "Load Sharing" per Kommunikation mit anderen Netzteilen.
Das muss richtig Geld gekostet haben, ein Ingenieur muss ewig dran geknobelt haben, das so hinzubiegen, dass es tut. Auf dem Ding liegt primärseitig eine zweistellige Anzahl Dreibeiner rum, definitiv mehr als 50 Stück SMD-Hühnerfutter und ein Berg Operationsverstärker und 5 (!!!) Optokoppler. Außerdem hat der Leistungstransistor den Deckel aufgemacht und ungefähr ALLES mit in den Tod gerissen.
WAT?!
Auch wenn dieses Exemplar Netzteil den Vogel abgeschossen hat, scheinen wir es nicht mehr auf die Reihe zu kriegen, Probleme einfach zu lösen. Es wird weit über das eigentliche Problem hinaus optimiert, und dabei eventuell sogar am Ende eine schlechtere Lösung erzielt.
Offensichtlich kriegen es aber ein paar der Chinesen hin, Kram zu bauen, der einfach ist und funktioniert. Nebendran sitzen halt auch welche, die ihn noch einfacher bauen, so dass er nicht mehr funktioniert, oder Isolationsabstände verletzt, oder oder oder... Hier klappt die Filterung noch nicht, wie sie bei japanischen Autobauern funktioniert hat (Wobei auch da die Bullshitquote wieder am Steigen ist, denen scheints auch mittlerweile zu gut zu gehen).

Der Schlüssel zur Zuverlässigkeit lag schon bei der AK47 in kompromisslos primitiver Massenproduktion. Leider ist das wenig spektakulär... Kein Einzelteil taugt zur Profilierung des Entwicklers.

Hightechs Meinung zur Arbeitszeit teile ich im Prinzip, ich habe aber da noch ein paar Anmerkungen:
a) Ausbildungsdefizit. Es gelingt offensichtlich nicht, für diverse technische Berufe in dem Maße zu begeistern, dass es zum Schulbesuch und zum Lernen motiviert. Das scheint auch für andere Berufe zu gelten, aber "Bürokaufmann" erscheint mir nicht begeisterungsfähig...
Idealerweise geht das so weit, dass man Stoff aus Schule, Uni oder wasauchimmer tatsächlich zeitnah gedanklich anwendet. Dafür braucht man natürlich Kontakt zu Praxis. Es gibt Leute, die behaupten, das sei früher besser gewesen. Ich weiß es nicht, es ist eigentlich auch egal. Das ist eine Aufgabe für die Zukunft (also für uns!). Z.Zt ist es schwer, überhaupt einen kompetenten Maschinenführer zu finden, der sich auch in Arbeiten, die andere angefangen haben, reindenkt.
b) Statt "weniger arbeiten" wäre "entspannter Arbeiten" auch eine Option. Während die CNC läuft oder der Chef das Werkzeug zusammensucht, das er beim Basteln am Wochenende verschleppt hat (ich will auch am Wochenende so ne Bastelbude!) kann man auch mal in das eine oder andere Forum gucken, Ideen sammeln, irgendwas privates zusammenfummeln, wasauchimmer. Dann läuft die Maschine trotzdem und es wird 8 Stunden Geld verdient. Nebenbei fallen produktivitätssteigernde gute Ideen bei raus und der Azubi hört was von Themen, von denen er in der Berufsschule nichts hört.
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Re: Mal ne philisophische Frage

Beitragvon Toddybaer » Mo 12. Jun 2017, 18:18

Wir haben in Sachen Qualität nachgelassen.
Noch ist Made in Germany noch ein Qualitätsmerkmal. Bei Elektronik ist es aber wohl eher China, Und bei Autos stehen die uns auch bald in nix mehr nach.
VW baut fast so viele Autos wie Toyota aber die brauchen nur halb so viele Beschäftigte

Was will man von diesem Land erwarten?
Ohne übergesiedelte Wissenschaftler wären die Russen und Amerikaner vermutlich nie naja viel später ins All geflogen
Mp3 und Walkman wurden hier entwickelt, das Geld verdienen andere damit
Solarzellen und Leistungselektronik wurden hier entwickelt, das Geld verdienen andere
Hier wird ein hochmoderner Hochgeschwindigkeitszug über 30 (?) Jahre entwickelt und weiterentwickelt. Einen haben wir verkauft, hier die Zelte Abgebrochen, Bauen tut nun jemand anders.
Wir bekommen ja nichteinmal mehr einen Flughafen, geschweigedenn einen Bahnhof gebaut.
Nicheinmal ein poeliges Konzerthaus bekommen wir nach Jahrelangerplanung Termin und Kostengerecht gebaut....
Viele Länder beneiden uns um unsere Duale ausbildung und die Meister. Woran wird gerade gesägt?
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