Pumpe im Steinmetz

Der chaotische Hauptfaden

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Pumpe im Steinmetz

Beitragvon licht_tim » So 5. Nov 2017, 14:14

Ich hab aus dem Forum eine kleine Pumpe bekommen.
Typenschild:
Bild

Nun hab ich zur Zeit kein Drehstrom in der Nähe. Daher hab ich den Motor im Dreieck angeschlossen und mit 8µF die fehlende Phase nachgebastelt.
Die Pumpe nimmt 120W Wirkleistung aus dem Netz. 150VA Scheinleistung.
Die Wicklung an der Phase genehmigt sich 690mA, die am N 650mA und die am Kondensator 550mA. Die andere Seite vom C hängt am N.

Von den 830mA bei 230V vom Typenschild bin ich ja noch weg. Kein rundes Drehfeld und geringes Anlaufdrehmoment sind mir recht egal, die Pumpe pumpt ja fleißig. Nur soll sie mir dabei auch keinen (vermeidbaren) Schaden nehmen. Ich würde jetzt noch einen Motorschutz einbauen, auf 830mA eingestellt.

Jedoch finde ich zur Steinmetzschaltung immerwieder, das die Leistung auf ca 70% verringert ist. Bezieht sich das auch auf den Nennstrom? Also nur 70% von den 830mA? Macht keien rechten Sinn meine ich. Strom auf Nennstrom überwachen und alles ist gut. Oder doch nicht?
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Re: Pumpe im Steinmetz

Beitragvon Robby_DG0ROB » So 5. Nov 2017, 14:28

Die 70…80 % von der Nennleistung beziehen sich auf die nutzbare mechanische Leistung, weil das Drehfeld mehr oder weniger eliptisch ist. Die Minderung kann man als Verschlechterung des Wirkungsgrades sehen, da die elektrische Leistungsaufnahme nicht in diesem Maße geringer ist.
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Re: Pumpe im Steinmetz

Beitragvon Bastelbruder » So 5. Nov 2017, 14:47

Anders ausgedrückt: Der Kondensator dreht um 90°, der Stator ist mechanisch für 120° Phasenverschiebung ausgelegt. Steinmetz-Motore haben zwei um 90° gegeneinander verdrehte Wicklungen.

Es ist zwar möglich, bei nicht angeschlossenem Sternpunkt aus zwei um 90° gegeneinander verschobenen Sinusspannungen einen exakt runden Drehstrom zu erzeugen, allerdings werden dazu noch zwei (Spar)Transformatoren benötigt. Der Trick läßt sich grafisch ganz einfach darstellen, Zirkel und Lineal...

Jetzt läuft der Motor eben mit deutlicher Unterspannung und zusätzlichen Ummagnetisierungsverlusten im Rotor.
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Re: Pumpe im Steinmetz

Beitragvon uxlaxel » So 5. Nov 2017, 19:03

Pumpen von einem namenhaftem Mitbewerber, die statt mit 3~ in Steinmetzschaltung liefen, starben bei uns in der Firma im Schnitt nach 3 bis 5 Jahren. (5x24h / Woche). Identische Pumpen an 3~ laufen bisher ohne elektrische Ausfälle. Besagte defekte Pumpen sind immer am Windungsschluß (alles fest zusammen gebacken) gestorben. Meist ging das einher mit schwächelnden Kondensatoren.

Wenn man das also nicht ewig laufen läßt, geht das schon.

LG Axel
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