[WIP] Low Cost Heimkino

Der chaotische Hauptfaden

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[WIP] Low Cost Heimkino

Beitragvon se-O-matic » Fr 10. Nov 2017, 22:40

Hi,
diesen "Work in Progress" Thread wollte ich schon eher starten, hatte aber wenig Zeit.

Im Firmeninternen „ebay“ ergatterte ich vor einigen Jahren einen alten Office-Beamer. Geplanter Einsatz war das „digitale Whiteboard“ mit Wii-Mote und Lerngruppeneinsatz. In den letzten Jahren stand das Ding aber nur noch in der Ecke, Projektionsflächen hatte ich zu Hause auch keine mehr, nachdem ich paar Bilder aufgehängt hatte. Vor kurzem dann die Idee: „Der muss ins Wohnzimmer integriert werden“.

Aber vorher: Wie groß wird das Bild im Wohnzimmer? Wie kommen meine Filme zum Beamer? Was kostet eine Leinwand? Wie verstecke ich das Geraffel?

Erzielbare Bildgröße ermitteln

Extrem improvisiert habe ich ein weißes Spannbetttuch mit Hilfe einer Baustütze in meine HiFi-Niesche aufgehängt. Den Beamer habe ich auf dem Sofa irgendwie hingestellt. Ergebnis: > 2 m Bildbreite sind drin. Das Bild füllt die Niesche fast perfekt aus. *Projekt-Kickoff*

Günstige Leinwand finden

Billige (Roll-)Leinwände mit 2 m Breite gibts für < 50 €. „Best Bang for Buck“ scheint laut vieler Foren das IKEA Verdunklungsrollo Tupplur zu sein. In der Ausführung von etwa 2 x 2 m² gibts das für unter 40 €. Bei der Recherche zum Beamer-Tupplur findet man direkt die Motorifizierung desgleichen. Kurz überlegt, das will ich auch!

Im „Lager“ fand sich ein geeigneter Getriebemotor (Vor dem Schrott gerettet vor über 7 Jahren!). Für die Adaption von 6 mm Motorwelle auf Tupplur-Profil habe ich einen Adapter entworfen und 3D-gedruckt. Nach paar Probedrucken (Testscheiben zur Maßfindung) passt der Adapter perfekt. Die Motorhalterung habe ich aus einem Metallwinkel aus der „Metallkiste“ gebaut. Der erste Test war direkt zufriedenstellend. Die Leinwand ist ausgefahren, bevor der Beamer startbereit ist und wieder oben bevor der Beamer die Kühlung abschaltet.

Bild

Beamer befestigen

Damit das Bild nicht verzerrt wird (Trapez-Mäßig), kann ich den Beamer nicht unter die Decke dübeln. An die Wand kommt nun eine Kiste, getarnt als Katzen-Beobachtungsplattform, in welche der Beamer befestigt wird. Über eine Klappe oder Tür wird der Beamer freigelegt. Für die ersten Tests habe ich einfache Regalwinkel besorgt und ein Brett aus dem Restestapel verarbeitet.

Bild

Filmmaterial zum Beamer, Ton zur Anlage

Die Frage war nun, Bild von der Hifi-Ecke zum Beamer oder Ton von der Beamer-Wand zur Hifi-Ecke. Hängt davon ab, ob ich die HDMI-Geräte an den VGA-Beamer hängen kann. Eine Adapter-Lieferung später konnte ich testen:

HDMI-Gerät → 2m HDMI Kabel → HDMI verbinder → 10m HDMI Kabel → HDMI-VGA-Adapter → VGA Kabel → Beamer

Kabel-Receiver (TV): geht
Blu-Ray Player Menü: geht
DVD: geht
Blu Ray: geht auch ?!? Cool!

Also wird bei Bedarf ein HDMI Kabel durchs Wohnzimmer gezogen. Da die meiste zeit kein Beamer aktiv sein wird, reicht diese Lösung.

Erster Film auf ca 90 Zoll: Bad Boys 2. Mega!

Bild

Motorifiziertes Rollo aufbauen

Mechanik steht ja schon. Steuerung ist im Kopf fertig geplant. Die Grandiose Idee: Lichtschalter ein: Licht an, Lichtschalter aus: Licht aus. Aber auch: Lichtschalter ein: Steuerung ein. Und über die Fernbedienung kann ich das Licht abschalten und das Rollo bedienen.

Ein Test auf dem Steckboard sieht schonmal gut aus. Problem: der Motortreiber-„Saurier“ L293D (gibts seit 1986 …) frisst mal eben > 2 V auf. Der Motor dreht etwas mühselig, besonders nach oben. Als Versorgung also ein 15 V Schaltnetzteil einplanen. Ein ATTiny 24 Mikrocontroller aus dem Lager ist mit ca. 98% rappelvoll. Aber mehr wird nicht reinkommen. Zur Not gibts den Typen noch mit doppelten oder vierfachen Speicher. Um Fernbedienungssignale empfangen zu können, nutze ich die IRMP-Bibliothek von Mikrocontroller.net. Die Testschaltung wandert vom Steckbrett auf ein Lochraster und verschwindet unter der Decke. Da auf Höhe meiner Montage-Latte Kabel für eine Deckenlampe rausgucken, kann ich alles von dort versorgen.

Endlagen des Rollos erkennen

Der schwierigste Punkt auf meiner Reise: Wie erkenne ich „Rollo unten“ und „Rollo oben“? Von einem ehemaligen Projekt „Stromzähler abtasten“ habe ich noch zwei Reflex-Lichtschranken übrig. Diese könnten Funktionieren. Test auf dem Steckboard klappte soweit. Realer Test am Rollo: Mööp! Die Leinwand schwingt ein wenig beim Fahren und der Sensor triggert dauernd.

Die Abtast-Entfernungs-Toleranz ist zu gering.

Neue Idee: „Endlage Oben“ soll über eine Lichtschranke mit direkter Sicht erkannt werden. Also eine Gabellichtschranke mit großem Abstand. „Endlage Unten“ realisiere ich nun über zählen von (Teil-)Umdrehungen. Dafür klebe ich eine Schlitz oder Lochscheibe an die Motorwelle, welche dann durch eine kleine Gabellichtschranke läuft.

Zwei schritte vor, einen zurück

Der Reale Test meiner Steuerung zeigte einen Fehler in der ersten Ablaufsteuerung. Da ich aufgrund der Endlagenerkennung das Programm eh nochmal umschreiben musste, habe ich das nicht weiter verfolgt. Die neue Ablaufsteuerung habe ich diesmal von Grund auf neu geschrieben. Diesmal habe ich im Nachhinein (Normalerweise fängt man damit an) ein Sequenzdiagramm gezeichnet und direkt noch ein Fehler im C-Ablauf gefunden. Der putzige ATTiny ist nun zu 99,7 % gefüllt.

Mein Montagebrett für das ganze Geraffel sitzt nicht passend an der Decke. Schuld ist der Kabelausgang an der Decke. Dieser ist sehr großzügig mit Spachtel zugeschmiert worden. Also muss Material vom Brett weg (Ächtz …)

Neue Sensoren braucht die Leinwand

Ein halber Sonntag noch offen und der Kalender ist frei ?!? Also schnell das geraffel im Büro auf montagefreundliche Art hinlegen und über die Sensoren Brainstormen. Ein Platz für die Umdrehungs-zählende-Lichtschranke war schnell ausgemacht. Angezeichnet, Ecke aus Metallwinkel rausgefeilt und … MIST … das geht ja garnicht, hab die Dicke der Leinwand unterschätzt. Neue Position gefunden, gebohrt geschraubt, … passt. Schneller Test mit Labornetzgerät und Oszilloskop zeigte mir schöne saubere Flanken. Sollte also klappen. Für die Endlage verschwindet der Empfänger hinter der Blende, der Sender bekommt einen Halter. Getestet und für funktionsfähig erklärt.

Bild

Fröhliches Raspeln und endlich wieder Licht

Der Kabelausgang an der Decke ist unsauber verputzt. Mit ner Raspel war das Montagebrett schnell angepasst. Aber der Rest der Decke ist nicht viel genauer … grumpf Dafür habe ich die ehemalige Deckenlampe am Brett befestigt und wieder angeschlossen. Der Ausschnitt hinter dem Brett ist groß genug um die Strippen und die Wagos zu verstecken. Und direkt wieder ein haken: Die Lichtschranke für Oben steht blöd nach unten vor. hmpf …

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Soweit zum aktuelle Stand des Projektes.
Ich werde weiter berichten. :-)

Vg
Sebastian
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Re: [WIP] Low Cost Heimkino

Beitragvon Marsupilami72 » Fr 10. Nov 2017, 22:47

Das mit dem IKEA Rollo klingt gut...hier oxidiert auch noch ein Philips Hopper ausm Forum rum...
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Re: [WIP] Low Cost Heimkino

Beitragvon se-O-matic » Mi 15. Nov 2017, 08:48

Langsam geht es voran.

Die Steuerungsplatine ist (fast)fertig und lies sich ohne rauchfrei besaften. Kompletter Funktionstest steht noch aus.
Ein paar Lötaugen für den Isolationsabstand müssen noch runter.

Bild

Bild

Nächsten Schritte: Verbindungen zwischen µC-Sockel und Treiber-Sockel testen und Programm vom Controller an das neue Layout anpassen (Layout-Optimierte Verdrahtung der I/O).
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Re: [WIP] Low Cost Heimkino

Beitragvon se-O-matic » Do 16. Nov 2017, 09:40

Gestern wieder ein Stückchen weiter.

Test mit Motor und Lichtschranken.
Bild

ICs bestücken, Strippen anschließen, Portbelegung beim neuen Programm anpassen, µC Programmieren und ... irgendwie tut er nicht das was ich erwarten würde....
Nach etwas rumsucherei habe ich dann gesehen das ich zwar eine tolle Initialisierung für die Ports und den Pinchange Interrupt geschrieben habe, dies aber nie aufgerufen wurde :roll:

Danach lief dann alles wie erwartet, mit einem kleinen Bug. Den muss ich noch suchen.
Wenn ich die Leinwand aus der heruntergefahrenen Endpostion etwas hochfahre, stoppe und wieder runter fahre stoppt er zu früh. Und das reproduzierbar.
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