Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Der chaotische Hauptfaden

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Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Münsterländer » Mi 20. Dez 2017, 23:29

N´Abend in die Runde!
Anfang des Monats war das ja schon mal Thema bei den Fehlerbildern, ich hätte dennoch gerne ne Einschätzung von der Elektrofraktion...
Bei meinen großen Kindern hatten wir ne Zeitlang Steckdosensicherungen drin. Da wir eigentlich mit dem Kleinkindkram durch waren, sind die alle in die Tonne gewandert. Dann kam es anders als gedacht und der Kleine wird immer mobiler und kriecht überall hin. Bei unter Einjährigen kann ich mit Vernunft etc. noch nicht arbeiten. Kram zum in die Dose stecken lässt sich bei drei großen Geschwistern nie ganz ausschließen. Also was tun?
- Früher hatten wir Sicherungen zum einkleben auf den Dosen. Stecker rein, drehen, drücken. Das doofe ist dabei, dass die manchmal mit dem Stecker wieder rauskommen. Heute sagte Google mir, dass die eigentlich auch nicht zulässig sind (VDE 0620). Potenzielle Brandgefahr durch zu kurz in der der Dose steckenden Steckkontakte. Ausserdem killt die Drehbewegung manchmal die dünnen Kontakte von Handyladegeräten etc.
- Sicherungen, die mit einem speziellen Schlüssel entfernt werden können sind für uns nicht praktikabel, da sie ja ständig rein und und raus müssten.
- Gira bietet Einsätze an, die Berührungssicher sind (beide Löcher müssen gleichzeitig belegt werden :-) ). Die kosten aber ca. 5€ pro Stück, das wird mir eigentlich zu teuer.
- Ein Kumpel mit gleich altem Kind brachte mir eben meine Hobelmaschine zurück. Seine Meinung war: FI mit 30 mA muss reichen!

Gegenwärtig tendiere ich zu den altbewährten Sicherungen zum aufkleben. Wie gesagt, in den kommenden Monaten ist einiges an Mobilität aber nur wenig an Einsicht und Vernunft bei meinem Sohn zu erwarten.
Was ist eure Meinung zum Thema?
Besten Dank schon mal,
Thomas

Edith sagt: Der Hinweis letztens auf die unangenehmen Folgen vom Lutschen an Steckern von Rasier-Kabeln war super. Unser Inhaliergerät hat sonen Stecker...
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon ferdimh » Mi 20. Dez 2017, 23:52

- Gira bietet Einsätze an, die Berührungssicher sind (beide Löcher müssen gleichzeitig belegt werden :-) ). Die kosten aber ca. 5€ pro Stück, das wird mir eigentlich zu teuer.

Diese Einsätze sind ziemlich sicher Mist. Wenn die Mechanik wider Erwarten nicht scheiße ist, lernt das Kind möglicherweise, dass ZWEI Pins da rein müssen. Im Erwachenenalter kriege ich die Dinger zumindest mit zwei Bananensteckern problemlos überwunden, oft besser als mit Schukosteckern...
- Früher hatten wir Sicherungen zum einkleben auf den Dosen. Stecker rein, drehen, drücken. Das doofe ist dabei, dass die manchmal mit dem Stecker wieder rauskommen. Heute sagte Google mir, dass die eigentlich auch nicht zulässig sind (VDE 0620). Potenzielle Brandgefahr durch zu kurz in der der Dose steckenden Steckkontakte. Ausserdem killt die Drehbewegung manchmal die dünnen Kontakte von Handyladegeräten etc.

Die Drehdinger funktionieren ganz gut, konnte mich trotz langem Knobeln von Dummheiten abhalten. Vorteilhaft ist hier, dass man nicht nur Geschick, sondern auch noch Kraft braucht. Mit einem Toaster als Last ist so ein Ding aber mal spektakulär abgebrannt.
Die Schlüsseleinsätze sind das Einzige, an dem ich mir bis zum Einsetzen der Vernunft (auch wenn mein Vater sagt, dass das bis heute nicht eingetreten wäre) die Zähne ausgebissen habe. Und auch das einzige Stück Schutz, mit dem ich keine technischen Bauchschmerzen habe.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Münsterländer » Do 21. Dez 2017, 00:00

Danke schon mal für die Einschätzung!
Ich hoffe, dass ich wenn ein Kind erkennt, wie man den Mechanismus aushebeln kann, schon über ein gewisses Maß an Einsicht verfügt.
Die Einsteckteile sind für mich problematisch, weil die älteren Geschwister im Schulalter die Steckdeosen benutzen können sollen. Ich würde mich aber nicht drauf verlassen, dass sie die Sicherungen zuverlässig wieder einsetzen.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon video6 » Do 21. Dez 2017, 00:01

Die Einsätze hatten wir zumindest in den unteren Steckdosen drin.
Leider am Küchentisch wo der Toaster immer rein kommt fiel sie raus da nur geklebt mit doppelseitigen Tape.
Irgendwann war es plötzlich duster und unser jüngste Sohn war recht ruhig.
Er spielte mit der Kugelschreibermine in der Dose und der FI kam.
Danach waren die Dosen sehr uninteressant.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Später Gast » Do 21. Dez 2017, 00:31

Münsterländer hat geschrieben:Ich hoffe, dass ich wenn ein Kind erkennt, wie man den Mechanismus aushebeln kann, schon über ein gewisses Maß an Einsicht verfügt.

Ich finde, das ist optimistisch. Als bei mir der Forschergeist erwacht ist, war ich vllt 6 oder 8 und bin mit ner KFZ-Prüflampe an die Dose gegangen. Schraubendreher in die Dose und Klemme an den Schutzkontakt. Blitz! Hab mir auch eine gefangen dabei. kann mich jetzt nicht mehr errinnern, in welcher Reihenfolge ich was angeschlossen hab, da die Klemme nicht isoliert ist, müsste es ja erst Klemme an Schutzkontakt, und dann Schrauber in Dose gewesen sein. Oder ich hatte Birkenstocks an und war gut isoliert? :?

Der defekte Prüfer ist dann klammheimlich wieder in der Werkzeugkiste verschunden. Die Sicherung hab ich auch selber wieder reingedrückt. Hatte nen mords schlechtes Gewissen, weil man mir ja gerade eben erst ziemlich unmissverständlich klargemacht hatte, dass man da die Finger von zu lassen hat. :lol:

Krabbelnde Kleinkinder haben ja kaum Kraft, wenn in der Dose ein Schuko steckt, sollte das ja fast schon reichen? die verbleibenden nicht/selten benutzten Dosen in Reichweite absperren sollte dann ja nur noch wenig Umstand sein.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon ferdimh » Do 21. Dez 2017, 00:35

Kinder lernen durch stumpfes Nachmachen und kleine Änderungen. Nach dem Sehen des Drehvorganges ist das Umsetzen nur noch eine Frage der Anzahl an Versuchen.
Auf den FI würde ich mich schon aus moralischen Gründen nicht verlassen wollen.
Irgendwie riecht das nach einer technischen Lösung für ein soziales Problem. Wie wäre es mit einer sozialen Lösung? Beinhaltend eine Steckdose, Stricknadeln und gezielte B16-Auslösung?

Btw: Auf die Idee, einen Stecker zu ziehen, bin ich irgendwie garnicht gekommen. Die ganzen Lernspiele sind alle "was passt wo rein", nicht "was kann man wo rausziehen".
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon uxlaxel » Do 21. Dez 2017, 00:37

also meine tochter hatte nie interesse für steckdosen (bei mir muss das anders gewesen sein) und so war sie da nie in der nähe. außer am staubsaugerkabel ziehen (und rausziehen) war da gar nichts mal. jetzt mit 5 1/2 geht sie auch nicht selbstständig an steckdosen, weil es ihr untersagt wurde. (mama und kindergarten)
trockenübungen mit einem dreifach-verteiler hat sie jedoch gemeistert. da wußte sie, dass der ja nicht angesteckt war. (das hat sie also schon begriffen)

andere kinder stecken schon mal passende gegenstände in die steckdose, so denn sie rumliegen. also wenn nägel, häkelnadeln u.ä. in irgendwelcher form griffbereit liegen, dann solltest du über kindersicherung nachdenken.

bitte nutze NICHT diese einklebdinger, die sind kreuzgefährlich, weil dort a) der stecker nicht weit genug in der steckdose steckt und b) gerne mal die federn rausspringen und kurzschlüsse fabrizieren.
das beste sind entweder diese blindstecker oder die ganze steckdose tauschen gegen welche mit kinderschutz. alle gängigen markenhersteller bieten das an, braucht man nur den kompletten steckdoseneinsatz bzw. nur die abdeckung (zentrale platte) tauschen.

lg axel
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon zauberkopf » Do 21. Dez 2017, 01:00

Also ich habe auch mit rund 3 Jahren mal in die Steckdose gegriffen..
...
Es gibt Leute die behaupten das würde so einiges erklären.. :roll:
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon uxlaxel » Do 21. Dez 2017, 01:10

den ersten stromschlag hatte ich zwar erst mit etwa 7 (schukostecker aus einer 2poligen steckdose gezogen und an die noch spannungsführenden kontakte gekommen) und den ersten kurzschluß (abgefallene steckdose unter spannung wieder an die wand schrauen wollen, die schraube ist natürlich über die kontakte gepoltert) war mit 12 oder 13. in beiden fällen hätte mir eine kindersicherung nicht geholfen, aktuelle elektroinstallation schon ;)
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon IPv6 » Do 21. Dez 2017, 01:19

Bei uns haben damals die Drehdinger recht problemlos funktioniert, ich kann mich nicht dran erinnern, dass die regelmäßig rausgefallen wären oder Kurzschlsse verursacht hätten. Ich hatte als Kind zumindest große Probleme die Dinger zu überwinden, wobei ich das auch erst versucht hatte, als ich das auch durfte. Sonst hat irgendwie ausgereicht zu wissen, dass Strom tödlich sein kann um mich da fern zu halten.
Ich würde an Steckdosen mit solchen Drehdingern nicht gerade den 3 kw Heizlüfter anschließen, ich denke für Kleinkram dürften auch die verkürzten Kontakte noch recht problemlos funktionieren.

Sonst finde ich die Vorführung was passiert wenn man Dinge in die Steckdose steckt und es plötzlich blitzt und knallt gar keine so schlechte Idee.
Ich erinnere mich an eine Szene als die Elektrik im Treppenhaus neu gemacht wurde und mein Onkel (Elektrikermeister, der durfte das sogar alles) mit dem Meißel beim vergrößern einer Dose abgerutscht ist und irgendwie an spannungsführende Drähte kam. Hat geknallt, gab einen Blitz und es fehlte ein Stückchen vorne am Meißel. Ich weiß nicht, aber nach einer solchen Demonstration wäre mir als Kind (das eh tierische Angst vor allem was knallt und blitzt hatte) die Lust auf Spielen an der Steckdose gründlich vergangen.
Oder das schöne Experiment mit den zwei Kabeln im Würstchen als "Ersatzfinger", dass dann innen schön verkohlt ist und zeigt, was mit dem Finger passiert wenn er in die Steckdose kommt...
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon RMK » Do 21. Dez 2017, 01:32

wir hatten vor gut 40 Jahren (ohje...) auch die "Dreh-dann-steck"-Einsätze in den Steckdosen, das hat sehr gut
funktioniert. Zumindest für Steckdosen.

Ich war aber dann cleverer und hab einen Schlüssel in den Thermostaten der Nachtspeicherheizung gesteckt
(der hatte natürlich Schlitze um die Raumluft durchzirkulieren zu lassen und war von mir -stehend auf der Couch - genau
erreichbar...)
Glücklicherweise war es der Autoschlüssel mit Gummiertem Griffstück. Ich hab nämlich zwei Außenleiter erwischt und leitend verbunden...

danach war der Schlüssel weg, bloss der Griff war noch da... #-/ und ja, es hat ordentlich geknallt und gerummst (und ich gebrüllt, natürlich...)
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon tom » Do 21. Dez 2017, 09:16

ich würde einfach blanke Stecker nehmen, die Kabeleinführung mit Heißkleber oder anderweitig verschließen, und in jede erreichbare Steckdose einen reinstecken.
Wenn jemand die Steckdose braucht, kann der einfach rausgezogen werden.
Wenn das Kind dann größer ist, hat es einen "Grundstock" für die erste Installationsausstattung.

M.f.G.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Chemnitzsurfer » Do 21. Dez 2017, 10:00

Ach kommt, mich haben die Teile als Kind auch nicht wirklich abschrecken können 8-) Damals habe ich noch ohne Netz und doppelten Boden gespielt (DDR Elektrik, klassisch genullt )
Dazu gab es neben einigen Steckdosen einen Verteiler ( Dose einer Steckdose mit einem Deckel [die gibt es heute von Elso immer noch https://www.elektroradar.de/blindabdeckung-pw-503010.html?gclid=EAIaIQobChMI7P-WgNGa2AIVCijTCh1gKwW8EAYYAyABEgKT_vD_BwE ] drauf der von zwei Nasen gehalten wurde in dem die Aluleitungen verpresst waren (unisolierte Hülsen) und genau an so einer habe ich mal mit 3 oder so rangepackt :twisted: Auch hatte ich die Kindersicherungen als Kleinkind schneller draußen als meine Mutter wenn sie Staubsaugen wollte...
Genauso wirkungslos war übrigens das Gitter am Ceranfeld...

Mit 5 bekam ich meinen ersten Leitungsroller (dafür durften meine Eltern im Kintergarten antanzen :?: ) und auch sonst war das ganze Zeug aus Vatis Meisterprüfung hinterher mein Lieblingsspielzeug :lol:
Geschossen habe ich schon einige male einen bekommen und das die Kinderärztin nie das Jugendamt informiert hat ist auch Glück gewesen...
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon scotty-utb » Do 21. Dez 2017, 10:17

zauberkopf hat geschrieben:Also ich habe auch mit rund 3 Jahren mal in die Steckdose gegriffen..
...
Es gibt Leute die behaupten das würde so einiges erklären.. :roll:


Hmm... ich war so 5, als ich eine Steckdose zerlegt (!) hatte (BJ Duro2000, die alten um 1980 ohne Berührschutz wenn der Deckel ab ist)
Ich erinner mich auch noch den Finger reingesteckt zu haben.
Ober der gute 500mA FI gehalten hat oder nicht, weiß ich aber nicht mehr :?

Der Große meiner Holden ist jetzt 6 und hat mir schon seeehr genau zugeschaut, als ich die Steckdosen im grad in Renovierung begriffenem Schlafzimmer montiert habe.
Ich hoffe wir haben das verständlich rübergebracht, dass und warum er das nicht nachmachen darf.
Ansonsten beruhigt der 30mA FI doch auch

Flo
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Marsupilami72 » Do 21. Dez 2017, 10:40

Also diese Dreh-Steck Kindersicherungen hatten wir früher auch - mit dem Resultat, dass ich meiner Oma gezeigt habe, wie man da den Stecker rein kriegt (ich war 4...).
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Azze » Do 21. Dez 2017, 11:08

ferdimh hat geschrieben:Die ganzen Lernspiele sind alle "was passt wo rein", nicht "was kann man wo rausziehen".


Und das Thema fasziniert Jungs dann ihr Leben lang... :lol:
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon phettsack » Do 21. Dez 2017, 11:41

Bei den einklebbaren kann es tatsächlich Probleme geben weil die Kontaktstifte der Stecker um die Millimeter der Platte kürzer Kontakt haben. Bei Wasserkochern und Bügeleisen, Staubsaugern usw. die richtig ziehen kann ich mir durchaus vorstellen das es da zu erhöhten Übergangswiderständen kommen kann.

Ich bevorzuge die Dosen wo die Absicherung schon eingebaut ist, ich find das auch optisch ansprechender als diese dunklen Löcher und Staub kommt auch weniger rein und Zugluft weniger raus.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon jodurino » Do 21. Dez 2017, 13:36

Hallo
na ja wir sind wohl nicht repräsentativ wenn es um Ausprobieren und erste Frickelerfahrungen im Kindesalter geht.
Also ich sehe das so:

Kinder lernen ja schnell
einen gesunden Respekt vor den Ecken, Kanten und Gefahren der Welt beizubringen sollte das Ziel sein.

Beispiele:
Es werden mehr kleine Kinder mit heißem Wasser übergossen weil der Nudeltopf am Herdschutzgitter hängen bleibt, als Kinder heutzutage auf die Warme Herdplatte fingern.

Kinder aus gut ausgerüsteten Haushalten verletzen sich häufiger bei den Großeltern, bei Übernachtungen im Freundeskreis und in der Ferienfreizeit weil das Umfeld und die Kinder nicht mehr sensibilisiert sind um Gefahrenpotenzialen aus dem Weg zu gehen.

Kindern wird nicht mehr so viel beigebracht und sie werden nicht mehr so viel aktiv beschäftigt wie vor 30 Jahren, ihnen wird auch zu wenig zugetraut nicht umsonst liest man als Altersempfehlung auf Modellbahnverpackungen 15+

Mein ehemaliger Schwiegervater hatte die Angewohnheit seine Tabletten in Saft aufzulösen, oder Farbreste in alten Trinkflaschen aufzuheben. Meine Tochter wird 21 und riecht immer noch teilweise erst an den Getränken weil wir ihr das im Alter von 2 so eingetrichtert haben.

Spielzeuge für Kleinkinder gehören zu den bestgetesteten Produkten der Welt, Lernsoftware für Tabletts sind toll für Eltern die das Kind mal eben parken müssen. Damit das Kleine keinen Schreikrampfbekommt wird dann oft das Steckernetzteil am Verlängerungskabel eingeklickt und völlig vergessen das Eurosteckerverlängerungen gar keine Schutzerde haben. Geschweige denn niemand beachtet den Krümmel und es wickelt sich so schön in die Kabellage ein (passiert auch 3Jährigen)

Fazit nicht übertreiben mit den Schutzfunktionen und Möglichkeiten die sich bieten und dafür mal auf dem Bauch durchs eigenes Haus robben um mal den Blickwinkel zu ändern.

cu
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon PowerAM » Do 21. Dez 2017, 15:31

Meine Eltern haben es mir ähnlich beigebracht. Papa, der beim Deutschen Fernsehfunk gelernt hatte, brachte mir vor Respekt vor vielem bei, ohne Angst zu schüren und mir jede Neugier zu nehmen. Er verursachte mal absichtlich einen Kurzschluss mit Netzstrom zwischen zwei Messkabeln. Es knallte barbarisch, war kurzzeitig taghell - und danach stockfinster, da die Sicherung auslöste. Sein Satz dazu: "Sieh dir an, welche Kraft darin steckt! Wer da anfässt, der fällt mausetot um."

Beide Elternteile gingen arbeiten, ich durfte selbst als junger Schüler nach der Schule allein heim. Ich denke, im Alter von 7 oder 8 Jahren bekam ich auf dem Gasherd unfallfrei das Teewasser zum Kochen. Der Gasherd hatte weder eine Zündüberwachung noch einen Zündtaster. Der Piezo-Gasanzünder hat es aber auch getan. Radio und Fernseher hatten Röhren, der Fernseher mehr als nur eine.

Ich denke daher, dass das Sensibilisieren für Gefahren der bessere Weg ist. An die Gänsehaut, die ich beim knallenden Kurzschluss hatte, kann ich mich z. B. noch heute erinnern.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Münsterländer » Do 21. Dez 2017, 22:57

Danke für die vielen Antworten und Hinweise!
Prinzipiell bin ich auch Freund des "Lerne was geht und was nicht und trage die Konsequenzen", aber wie geschrieben ist damit bei Babys und geringfügig älteren nix zu machen. Um dieses Lebensalter geht es mir. Die drei Großen wissen was geht und was nicht.
Ich werde wohl in den sauren Apfel beißen und die vorhanden Steckdosen mit neuen - berührungsgeschützten - Einsätzen versehen. Das aber nicht im ganzen Haus, sondern nur in Bereichen in denene der Kleine sich alleine aufhält. Bis Türen eigenständig bedient werden habe ich ja noch etwas Zeit.
Glück Auf,
Thomas
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Mista X » Do 21. Dez 2017, 23:40

Also der Sinn einer Kindersicherung hat heute das erste mal ihre Notwendigkeit bewiesen.
Wir erinnern uns: Ich hatte den Metallarbeitsplatz mit einem dicken Sicherheitsschalter ausgestattet, der verhindert, dass man aus Unwissenheit oder aus Versehen die Maschinen dort einfach so einschaltet.

Futzi: Oh was ist das? (Auf den Schleifbock zeigt)
Ich: Ein Schleifbock, damit kann man Messer usw. scharf machen
Futzi: Und wie geht der an? Der Schalter da vorne?
Ich: Ja, aber lass davon die Finger, der ist gefährlich!
Ich dreh mich um weil ich aufn Pott wollte.
Ich: Futzi komm raus hier, ich muss mal.
*KLICK KLICK KLICK*
Futzi: Oh der geht ja nicht, ist der kaputt?
Ich dreh mich um... er mit der linken Hand am Schleifstein (Grob A36) am fummeln und dreht den von Hand, mit rechts am Schalter am rumklackern.
Ich hab ihm dann mal gezeigt was mit Fingern passiert die da rein geraten mit einer kleinen Wurst. Obs was hilft, dass er nicht an allem rumfummelt was en Schalter hat wage ich mal zu bezweifeln.
Auf jeden Fall ich sitz daneben!! und sage ihm er soll nicht ständig mein Oszi verstellen - weil nervig - er drückt trotzdem 3 Knöpfe "Ich wollte nur mal eben..." Ich mein, ich hab ja nix dagegen wenn er fragt was wofür und wozu, aber er muss jeden Mist befummeln und anfassen, selbst wenn man ihm sagt, er soll das lassen. Freu mich schon auf den heißen Lötkolben oder den Heißluftfön... Eltern reden ja immer nur Blödsinn und erst recht der Stiefvater.

PS: In meiner Kindheit hatten wir diese Steckdosenstöpsel die man nur mit Spezialschlüssel wieder raus bekam. Und ja, sie waren nützlich!
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Freak » Fr 22. Dez 2017, 00:58

Ich kann dazu sagen: Lieber ein Loch mit 50/50 und Abschaltung über FI als zwei Löcher 100%-Chance über beide Arme. Die Drehdinger fallen echt raus, dazu: Mit 4 hatte ich dann mal ein Kabel mit offenen Enden in der Hand. Durch Beobachtung wusste ich ja, was man mit so was machen muss. Drehen. Stecken. Am anderen Ende anfBRATZ.
Drei Jahre später mit Rasenmäher, Standbohrmaschine, Akkuschrauber, Heizplatten, etc. am Schwachfug machen. Unfallfrei.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon uxlaxel » Fr 22. Dez 2017, 01:24

vor einigen wochen hatte ich mal mit einer flachbatterie hantiert und mein sproß wollte wissen, was das ist. ich habe ihr angeboten, mal dran zu lecken ;)
vor wenigen tagen dann hatte ich mal eine 9V-batterie in der hand und meinte, dass die noch viel mehr weh tun würde, wenn man dran lecken täte. louisa hat abgelehnt. nach einer viertel stunde kam sie auf einmal um die ecke "du papa, das tut ja wirklich ganz doll weh"

als wir dann einen tag später das (in betrieb befindliche) röhrenradio auf hatten, habe ich ihr dann erklärt, dass das noch sehr sehr viel mehr weh tut, wenn man da irgendwo ran kommt und man ganz schlimm krank wird.
ich denke, über gefahren aufzuklären (so denn sie es schon begreifen) ist sehr viel sinnvoller, als pauschal zu verbieten. leider geht das noch nicht mit säuglingen und kleinkindern.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Netzpfuscher » Fr 22. Dez 2017, 09:16

Ich habe, als unser Nachwuchs da war, alle Einsätze gegen die mit Kindersicherung getauscht (Gira). War zwar teuer, aber die Teile sind echt super. Im Gegensatz zu so mancher Steckdosenleiste wo man als Erwachsener die Stecker nicht reinbekommt, funktionieren die von Gira super. Man merkt garnicht das da ne Kindersicherung drin ist. Ausprobiert ob die tatsächlich sperren, hab ich natürlich auch, funktioniert. Gut, wenn man jetzt mit zwei Stricknadeln gleichzeitig kommt, gehts natürlich auf. Aber man sollte auch trotz der Sicherung ein Auge auf die Kinder haben.
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Re: Notwendigkeit und Sinn Kindersicherung

Beitragvon Chaoskreator » Fr 22. Dez 2017, 20:00

Die Vorschläge, die Gefahren des elektrischen Stroms zu demonstrieren, gefallen mir (Würstchen unter Spannung setzen, "das könnte dein Finger sein", oder "Blitz und Knall").
Mir wurde seinerzeit von meiner Mutter gesagt, dass man nicht in Steckdosen fassen darf. Die Begründung weiß ich nicht mehr, wahrscheinlich "weil es gefährlich ist".
Jedenfalls steckte ich kurz darauf meine Finger in die nächste Steckdose, um zu sehen, was da denn da passiert.
Zum Glück hatte sie nichts von spitzen metallischen Gegenständen gesagt...
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