Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon SchuesselTech » Sa 30. Dez 2017, 13:26

ich finde es spannend, dass diese "entsorgungs-gruselgeschichten" überall gleich klingen :-P

Oder kommst du aus Peine?
Ein Nachbar meiner Eltern hat eine fast identische Erfahrung machen dürfen (erst wie ein rohes ei behandeln und auf der deponie wirds einfach mit "untergepflügt")
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon ESDKittel » Sa 30. Dez 2017, 13:57

SchuesselTech hat geschrieben:ich finde es spannend, dass diese "entsorgungs-gruselgeschichten" überall gleich klingen

Meinst Du in etwas so?
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Robby_DG0ROB » Sa 30. Dez 2017, 14:09

Sicher, die Sache mit den dort lagernden Öfen ist "nicht schön", aber es ist ja kein radioaktives Material, was dort unkontrolliert die Umwelt verstrahlt. Die Öfen im Freien sind sicher allein durch die Umgebungsfeuchte durchnässt, dass da auch bei Wind nichts verblasen wird.

Ich hätte auch noch eine Geschichte zur Asbestentsorgung: Bei meinem früheren Dienstherren wurden Luft-Standheizungen im Rahmen der 10-Jahres-Frist des Wärmetauschers oder auch bei Reparaturen demontiert. Dabei sind auch hin und wieder asbesthaltige Abgasrohre aufgefallen, die der Umrüstung entgangen sind. Die Maßgabe war, diese in Müllsäcke luftdicht zu verpacken und entsprechend gekennzeichnet der StoV zur Entsorgung zu bringen. Dort wurde das Material dann hin und wieder von einer zivilen Firma abgeholt.

Dieses Jahr sind mir in Friedrichshafen auf einer Messe auch zahlreiche a-haltige Artikel auf einem Flohmarkt aufgefallen, die direkt in Augen-/Nasenhöhe der Besucher standen. Da haben etliche rumgefingert. Das Zeug wurde jahrzehntelang verbaut, ehe man die Gefahr erkannte und die Leute sind auch 100 Jahre geworden.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Stitch » Sa 30. Dez 2017, 21:50

"nicht fachliche meinung"

ist es nicht so das eine kurzzeitige aussetzung von asbest (solang nicht eingeatmet oder eintritt in körper) garkeine effekte auf den körper hat ?

ich dachte wenn man länger (vermutlich ne woche oder so) dem zeug ausgesetzt ist (inkls eintritt in den körper) das es schädlich ist ?

das zeug darf man ja gern verteufeln , aber das tut man auch bei quecksilber und dennoch kanman quecksilber in die hand nehmen solang man die ausdampfungen nicht einatmet?

ich will nichts anstacheln , vllt kann mich einer des besseren belehren
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Robby_DG0ROB » Sa 30. Dez 2017, 22:43

Es geht beim Asbest in erster Linie um die faserhaltigen Stäube, die eingeatmet werden und dort ihrer Schadwirkung über die Jahre entwickeln.

Die zahlreichen positiven mechanischen, thermischen und chemischen Eigenschaften/Beständigkeiten haben dieses Material für viele Jahre in etlichen Bereichen etabliert, so dass es mitunter auf dem ersten Blick nicht auffällt bzw. damit gerechnet wird.

Mit Hg ist eine andere Sache. Dort sind es die Dämpfe, während das Metall selbst weitgehend inert auf den Organsismus zu sein scheint. Daher wurden früher Verstopfungen mit dem Auffüllen der Mägen mit Hg beseitigt, was offenbar nicht zu direkten Schäden geführt hat. Vermutlich, weil die Leute auch so sehr frühzeitig gestorben sind.

Kristisch sind aber alle Anwendungen, wo längere Zeit unkontrolliert Dämpfe entstehen können, wie die berüchtigten mechnischen Wechselrichter in Reisezugwägen, die sog. "Turbo-Wechselrichter". Aber das ist ein anderes Thema.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon duese » So 31. Dez 2017, 12:52

Danke für dieses kurze Abschweifen. Vom Turbowechselrichter hatte ich vorher nich nie gehört.

Das ist einer der Aspekte, warum ich dieses Forum so schätze. Die unglaubliche Menge an Wissen, die hier vertreten ist und weitergegeben wird.
Weiter so!

de.m.wikipedia.org/wiki/Turbowechselrichter
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon BernhardS » So 31. Dez 2017, 15:55

Stitch hat geschrieben:ist es nicht so das eine kurzzeitige aussetzung von asbest (solang nicht eingeatmet oder eintritt in körper) garkeine effekte auf den körper hat ?

Asbest wirkt ausschließlich innerhalb des Körpers.
Normalerweise bleibt Staub in der Nase oder spätestens in den Bronchien hängen und wird wieder ausgehustet. Nur sehr feiner Staub kommt bis in die eigentliche Lunge.
Einige Arten von Asbestfasern spalten sich bei der Verwitterung der Länge nach auf und werden so dünn, daß sie es längs bis in die Lungenbläschen schaffen. Gehen schon rein geometrisch nicht wieder raus. Lösen sich auch nicht auf, wie zum Beispiel Glasfasern das tun.
Das sieht recht unterschiedlich aus. Daher haben die verschiedenen Asbestsorten (gibt ziemlich viele) jeweils eigene Risikofaktoren, die sehr unterschiedlich sein können.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon BernhardS » So 31. Dez 2017, 16:14

Robby_DG0ROB hat geschrieben:... Auffüllen der Mägen mit Hg beseitigt, ...

Die Wirkung war im Darm. Da hohe Gewicht regt die Muskeln der Darmwand zum Weitertransport an.
Da Quecksilber schon immer etwas teuer war wurde es selbstverständlich wiedergewonnen. Ein Sch...job.

Metallisches Quecksilber ist bei kurzer Einwirkung kaum giftig. Es gab mal den Fall einer Krankenschwester die sich in Selbstmordabsicht Quecksilber gespritzt hat. Hat es auch überlebt.
Giftig sind die chemischen Verbindungen des Quecksilbers. Und auch da gibt es große Unterschiede. Eine der giftigsten Verbindungen, das Methylquecksilber entsteht erst mikrobiologisch, wenn das Hg in der Umwelt liegt.

Hauen wir noch ein bißchen Geschichte(n) raus:
Eine hübsche Anwendung war eine quecksilbergefüllte Wanne oben in manchen Leuchttürmen. Das Licht-dingsda schwamm darauf und war so immer exakt horizontal ausgerichtet. Schon bald wurde das Hg mit Öl abgedeckt um die Verdunstung zu reduzieren.
Oder: rotierender Stromübergang beim Abgleich von Widerständen. Widerling wird zwischen zwei Kontaktscheiben geklemmt. Diese tauchten teilweise in Hg ein während die Widerstandsschicht exakt abgeglichen wurde.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Trax » Mi 3. Jan 2018, 14:10

Ist dieser filter hier: https://at.rs-online.com/web/p/atemschu ... r/2300201/
ausreichend für mein vorhaben?

und für die Gasmaske, da habe ich so eine schöne Vollgesichtsmaske, die ist wegen meinem Bart leider nicht ganz dicht befürchte ich, soll ich mir den bart mit k.a. Vaseline oder so einschmieren oder besser ab rasieren reicht es mit so einem Kopfhar-Schneiender auf kürzester setting?

LG
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Bastelbruder » Mi 3. Jan 2018, 14:57

Im Café Eichmann hat bei der Gummigesicht-Dichtigkeitsprüfung mit Tränen-Reizmittel Vaseline ausgereicht.

Ich denke daß der Feinstaubfilter keinen so hohen Durchgangswiderstand hat.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon plottermeier » Mi 3. Jan 2018, 18:31

Hi,

ganz schön teuer, reicht da nicht ein normaler P3 Filter?

https://www.amazon.de/Dr%C3%A4ger-x-Plo ... op?ie=UTF8

Jens
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Trax » Mi 3. Jan 2018, 23:53

Naja, ich habe halt solche hier herumliegen weil ich ab und zu alte von @uni bekomme bei den das Ablaufdatum abgelaufen ist,
ich schätze mal ganz stark das wen die ein paar Jahre Mindesthaltberkeits Datum haben sind 6 Monate bis 1,5 Jahr drüber noch nicht so schlimm, vor allem wen es um Partikel geht, das ist ja quasi unkaputbahr weil rein mechanisch.

Ob ich so mit einem abgelaufenem filter an einem F2 eximer laser herum schrauben möchte, bei dem der austritt von Fluor Gas wen man mal ne schraube zu fest oder nicht fest genug anzieht eine realistische und schon paar mal eingetretene Option ist, ist eine andere Sache.
F2 ist Riiiichtig ätzendes zeug.

Andere frage:
weiß hier einer was für Firmen Asbest in kleinem Rahmen aus Wohnungen entsorgen, also z.b. wen man einfach nur ne Deckenlampe hat mit z.b. ner matte 30cm² oder so in der Größenordnung. Bastler machen das selber aber wer macht das für normalos?

Weil alles was ich finde sind so Gebäudesanierungen die für so was kleines gar nicht erst ausrücke würden. Google spuckt mir aber nur so große Firmen aus, es muss doch aber auch welche geben die das im kleinem Rahmen machen. Was mir zu denken gibt das das wohl Firmen machen die eigentlich was anderes als spezial Gebiet haben? Einfache Handwerksbetriebe vielleicht?

Es wäre schon nicht blöde da mal mit jemandem zu reden der so was in dem Rahmen der hier vorliegt so geschätzt 0.7 m² macht.

jemand schrieb "Ein Kumpel hat mal sich ein Bad mit Asbestfliesenkleber angefragt, das lag bei 12k € netto." weiter oben im Thread aber Asbestfliesenkleber:
Bild

Das ist schon mal ein ganz anderes Kaliber an Arbeit als einfach paar lose herumliegende platten aufzusammeln oder ne Lampe ab zu montieren.
Sprich das muss doch auch wesentlich billiger gehen.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon urmel » Fr 5. Jan 2018, 00:35

Naja, Anfahrt, Raum sichern, endreinigung und co wirste auch bei dir zahlen müssen, wenn du eine firma ran lässt.
So oder so.
Aber ja, das eigentliche "Problem" ist bei dir vermutlich in 30min gelöst
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Wurstblinker » Fr 5. Jan 2018, 10:43

Also ich würde ja auch , wie der ein oder andere Vorredner sagen, pack das zeug in ne Tüte und ab in die Tonne.

Wegen dem Personal beim Entsorger muss man sich da wohl keine sorgen machen ,
da rennt niemand ohne Maske in Staubbelasteten Anlagenteilen rum.
Da fliegt noch ganz anderes Zeug , als so ein bisschen Asbest Staub in der Luft........

Mich wundert ja , das noch keiner vorgeschlagen hat:
Fenster und Türen zuzumauern , den Bunker zu Fluten , und das zeug dann Unterwasser abzubauen :lol:

Also einfach mal die Kirche im Dorf lassen,
das wird ja kein Kernkraftwerk Rückbau. ;)
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Sir_Death » Fr 5. Jan 2018, 11:46

Tja....

Fliesenkleber, Faserbetonplatten, Eternit Dachschindeln,...

Mein Haus ist aus 1989/90. - selbst großteils saniert 2009/2010
Da habe ich mich - ohne irgend eine Ahnung davon zu haben - schon ordentlich verseucht.
Einzig bei den Eternit Dachschindeln hatten wir den Verdacht, und entsprechend entsorgt. Abgenommen hat das einfach an den Rändern der Dachdecker, ab in Säcke und um EUR 250 je Tonne entsorgt.
Die Fläche ist geblieben, und nun - durch das neue oben drauf gebaute Dach vor Bewitterung geschützt.

In den nächsten Jahren werden noch ein paar alte Fliesen abgeklopft - Staubschutzmaske aus dem Baumarkt und muss gut sein.
Vor Angst gestorben ist auch gestorben.

Mehr Angst habe ich vor dem ganzen Dreck den unsere netten Nachbarn in Ihre Öfen stecken und verheizen - Stichwort Dioxin - da dies ständig passiert --> Dauerbelastung.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon urmel » Fr 5. Jan 2018, 16:54

Naja 1989/90, da dürfte der Anteil an Asbesthaltigen Dingen schon etwas zurückgegangen sein. Da war das Verbot ja schon fast greifbar und schon ab 1979 wurden erste Produkte verboten, die lose gebundenen zuerst. Eternitplatten und wohl leider auch CV-Bodenbeläge waren bis zum Schluss im Umlauf, wobei die 10% oder so Asbest ja erstmal relativ stark gebunden sind.
Bei Eternitplatten hätte ich da auch insgesamt weniger Grusel als bei lose gebundener Asbestpappe.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon BernhardS » Sa 6. Jan 2018, 18:54

Trax hat geschrieben:...meinem Bart leider nicht ganz dicht befürchte ich, soll ich mir den bart mit k.a. Vaseline oder so einschmieren oder besser ab rasieren reicht es mit so einem Kopfhar-Schneiender ..

Am stärksten undicht ist die Partie zwischen Kinn und Hals. Da kriegt man keinen Anpressdruck hin. Also am Hals rauf bis kurz vors Kinn rasieren. Verdirbt die schöne Bart-Optik kaum und hat nebenbei einen guten WAF.
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