Kronenbohrung durch Glas

Der chaotische Hauptfaden

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Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon Propeller » So 14. Jan 2018, 17:53

Hallo,
ich muß ein meinem Aquarium einige Umbauten vornehmen. Dazu ist es nötig, einige Löcher von ca. 30mm durch das 13mm dicke Glas zu bohren.
Dazu habe ich mir ein billiges Set Kronenbohrer für Glas bestellt und wollte einfach ein Holzbrettchen mit dem passenden Loch als Führung nutzen und dann mit dem Akkuschrauber mit langsamer Drehzahl bohren.
Weil das Aquarium teuer war bin ich allerdings etwas besorgt, das Ding zu töten.
Daher frage ich hier mal in die Runde, ob es da noch was zu beachten gibt oder ob einer eine möglicherweise bessere Methode empfehlen kann.
Danke schonmal,
Peter
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon Chemnitzsurfer » So 14. Jan 2018, 17:56

Hast du mal einen Glaser in der Nähe gefragt?
Vll. macht er dir das für ne Spende in der Kaffeekasse...
Zuletzt geändert von Chemnitzsurfer am So 14. Jan 2018, 18:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon Propeller » So 14. Jan 2018, 18:29

Das wäre natürlich das Einfachste. Leider kann ich das nicht machen, da das Becken mit 430l Volumen nicht besonders gut transportabel ist und außerdem zum Bohren nicht komplett entleert werden kann, da sonst ein mehrere Jahre gewachsenes Korallenriff hinüber wäre. :|
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon Chemnitzsurfer » So 14. Jan 2018, 18:51

Mit Füllung hätte ich so ein ungutes Bauchgefühl das das Wasser Spannung aufs Glas bringt.
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon duese » So 14. Jan 2018, 18:55

Bringt der Kanadier vielleicht was:
https://www.youtube.com/watch?v=UZBm3iDWcZg
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon reutron » So 14. Jan 2018, 18:56

Ich bohre mit Diamantkronbohrer im Wasserbad oder unter fließenden Wasser 25mm Glas und runder Vorratsgläser ging Problemlos.
Wie das mit er Spannung auf den Glas aussieht weiß ich aber nicht.
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon jodurino » So 14. Jan 2018, 19:02

Hallo propeller
hast Du es schon an einem Reststück probiert?

Ich glaube mit dem Akkuschrauber machst Du zu viel Vibration.

Gibt es keine andere Möglichkeit?
Eventuell einen Acrylglas Aufsatz und dort die Löcher bohren?

Edit sagt: habe gerade das Video gesehen, nehme alles zurück
Das probiere ich auch an einem Glas, eröffnet mir neue Möglichkeiten.

cu
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon uxlaxel » So 14. Jan 2018, 19:13

ich arbeite in einem feinoptischem betrieb, wo unter anderem 30mm dicke linden löcher reingebohrt bekommen. alle schleifenden vorgänge, also auch das absägen von linsen und das durchbohren ist letztendlich ein schleifvorgang und [url]alle[/url] finden unter strahlwasser statt. also nicht nur drei tropfen, sondern so richtig mit 10 liter pro minute und mehr!
die drehzahl bei 30mm-kronen dürften auch so etwa bei 1000u^-1 sein, ganz wenig vorschub aber viel kühlung (ca, 20°C, also umgebungstemp.)
lg axel
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon berlinerbaer » So 14. Jan 2018, 19:56

Propeller hat geschrieben:Dazu habe ich mir ein billiges Set Kronenbohrer für Glas bestellt...

Es gibt solche Bohrer in zwei Qualitäten: Die ganz billigen sind nach wenigen Malen stumpf, weil sie nur oberflächlich, aber nicht in der Masse Diamanten enthalten. Die sehen etwa so wie diese hier aus und sind trotz des Preises nicht zu empfehlen:
https://www.aliexpress.com/item/Urijk-1 ... 27078.html

Vernünftige Standzeiten haben deutlich teurere Bohrer dieser Bauart, da sind auch Diamanten in der sich allmählichen verschleißenden Metall-Masse eingesintert:
https://www.aliexpress.com/item/FREE-SH ... 72501.html

Mit dem Suchbegriff sintered diamond drill bist Du schon mal ganz gut beraten.
Mit beiden Lieferentan habe ich keine Erfahrung, es geht nur um die grundsätzliche Unterscheidung der Bauformen.
Praktikable Alternativen zu Diamantbohrern gibt es meines Wissens nicht.

Ansonsten:
  • Kein vorgspanntes Glas (Sekurit) bohren, das knallt in jedem Fall. Oft sind zumindest die Böden von Aquarien aus solchem Sicherheitsglas.
  • Niedrige Drehzahl, Akkuschrauber ist ok.
  • Wenig Druck, vor allem gegen Ende.
  • Unter Wasser bohren oder reichhaltig Kühlwasser verwenden.
  • Von beiden Seiten bohren oder auf der anderen Seite ein Stück Abfallglas feste dagegendrücken/kleben, damit der Rand des Bohrlochs nicht ausmuschelt.
  • Ränder trotzdem sorgfältig glattschleifen, sonst können von dort Risse ausgehen. Perfektionsten verwenden dafür kegelförmige Diamant-Senker. Die sind allerdings in der Regel unverschämt teuer. Für ein Loch tut es aber auch eine Diamant-Rundfeile oder normales Schleifpapier.
Ich würde auf jeden Fall vorher mal mit einer ähnlich dicken Abfallglasplatte üben, damit Du ein Gefühl dafür bekommst.
Und nicht die Geduld verlieren, das dauert eine Weile, vor allem bei so dickem Glas.
Sachte kreiselnd bohren beschleunigt die Angelegenheit.
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon Später Gast » So 14. Jan 2018, 19:59

Ich hab zuletzt mit sonem billigen Karbid-Lochsägensatz von Aldi in den Boden von nem Senfglas n Loch gesägt.

120/min in der Standbohrmaschine, Glas in Schaumstoff gespannt, immer mal wieder Wasser drüber, wenig Druck und viel Geduld.

Soviel Wasser hatte ich da nicht drauf, nur halt genug, so dass es nicht warm wird und der Abrieb wegkommt, aber ich habs nicht ersäuft weil kein Bock auf Sauerei...

Ging recht gut, aber das Ergebnis muss jetzt auch keine Drücke aushalten. Beim zweiten Versuch mit Einmachkirschen-Glas hats *plink* gemacht, ich schiebs auf die verminderte Geduld, die Bohrkrone war spürbar stumpfer und hat sich Zeit gelassen, ich so: da geht doch n bisschen mehr Dru.. -oh :cry: :lol:

Das gesägte Loch ist jetzt nicht soo perfekt, wenns mir darauf ankäme, würd ich wohl versuchen, das mit nem Dremel hinzuschleifen.
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Re: Kronenbohrung durch Glas

Beitragvon uxlaxel » So 14. Jan 2018, 21:27

zur zeit, die 30mm-bohrung durch 30mm-glas dauert etwa 40 minuten! gut, die linsen sind aus ziemlich hartem glas und das loch muss hinterher perfekt zylindrisch sein, aber es dauert eben ewig, bis man da anständig durch ist.
das ergebnis steht und fällt auch mit dem werkzeug, der geduld und präzision. ich würde persönlich dringend davon abraten, eine handbohrmaschine oder einen akkuschrauber zu verwenden! eine standbohrmaschine, welche richtig ruhig da steht sollte es schon sein. dann mit ganz leichtem druck bohren und vor allem von der gegenseite ein hilfsstück ankleben / ankitten. das kann ein stück pertinax oder auch ein stück glas sein, irgendwas, was nicht zu labbrig ist. man muß verhindern, dass das loch ausplatzen kann, wenn die bohrkrone fast durch ist.
wäre glasbearbeitung so einfach, würde es jeder können und machen.
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