Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

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Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon typ_o » Mi 7. Mai 2014, 14:47

Hallo zusammen!

Bei uns im Club hat einer einen Warenautomaten angeschleppt, so ein Ding mit den Spiralen, in die die Schokoriegel eingelegt werden. Steuerung fehlt.

Das für mich völlig unverständliche ist, wie in der Schaltung (Bild 01) jeder einzelnen Motorplatine (Bild 02) an den Spiralen das Öffnen des Mikroschalters an die Steuerung zurückgemeldet wird. Jeder Warenschacht ist nur zweipolig an die Steuerung angeschlossen gewesen. Wir haben da allerlei von Blindstrom bis Resonanzen diskutiert, aber das klang mir alles zu weit hergeholt.

Habt ihr eine Idee?

lg
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon ferdimh » Mi 7. Mai 2014, 15:02

Wenn der Motor gepulst betrieben wird, dann wird sich im Einschaltmoment bei zugeschaltetem Kondensator eine heftige Stromspitze ergeben. Diese kann vermutlich recht gut ausgewertet werden.
Ich denke, dass das ein typisches Produkt des Kupfersparwahns ist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Auswerteelektronik dafür weniger kostet als der eine Draht extra. Aber das ist heutzutage leider so.
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon zauberkopf » Mi 7. Mai 2014, 15:06

ähm... was macht der Schalter ? Das bringt mich gerade mal auf ganz böse ideen.. ;-)
(Egal... beim nächsten mal im Bahnhof nehme ich meine Funke mit.. )
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon typ_o » Mi 7. Mai 2014, 15:10

zauberkopf hat geschrieben:ähm... was macht der Schalter ?

Oh, sry, fehlende Info: Der detektiert, wenn die Spirale eine Umdrehung fertig hat, und der gekaufte Mikrocontro.. ähm Schokoriegel im Schacht liegt.
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon Chemnitzsurfer » Mi 7. Mai 2014, 15:18

Wird das so was in der Art wie die Mediamarkt Verkaufsautomaten an Flughäfen nur mit Bauteilen , statt Konsumerschrott?

http://www.chip.de/news/Media-Markt-iPo ... 91891.html


:D :mrgreen:
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon typ_o » Mi 7. Mai 2014, 15:22

Chemnitzsurfer hat geschrieben:Wird das so was in der Art wie die Mediamarkt Verkaufsautomaten an Flughäfen nur mit Bauteilen?

War so eine unserer Ideen, damit könnte man sich den µC für zwischendurch ziehen, wenn die 555 grade alle sind ;)
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon Plakettenkleber » Mi 7. Mai 2014, 15:50

http://www.patent-de.com/19940303/DE3885481T2.html

da steht was von Gleich und Wechselspannung auf einem Draht

Das US-Patent Nr. 4 458 187 beschreibt eine Verkaufsmaschinen-Steuer- und -Diagnosevorrichtung für eine Verkaufsmaschine mit einer Produktausgabeeinrichtung, wie etwa einer elektrisch betriebenen Betätigungseinrichtung. Ein Impedanzelement und ein Schalter sind in Reihe miteinander und in einer Parallelschaltung mit der Betätigungseinrichtung geschaltet. Das Öffnen und Schließen des Schalters wird durch den Betrieb der Betätigungseinrichtung gesteuert. Ob sich die Betätigungseinrichtung in der geeigneten Position mit offenem Stromkreis oder kurzgeschlossenem Stromkreis befindet, wird durch die Erfassung von Änderungen in der Impedanz der Parallelschaltung durch die Steuer- und Diagnosevorrichtung bestimmt. In mehreren Ausführungsbeispielen, die im US-Patent Nr. 4 458 187 offenbart sind, werden getrennte Lauf- und Prüfsignale der Betätigungseinrichtung zugeführt. In einem weiteren Ausführungsbeispiel werden ein 24 V-Gleichstrom-Laufsignal und ein Prüfsignal mit 5 V effektiver Wechselspannung auf einem einzigen Draht kombiniert. Die Prüfschaltung in diesem Ausführungsbeispiel umfaßt eine Gleichstrom-Prüfschaltung und eine Wechselstrom-Prüfschaltung.
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon xoexlepox » Mi 7. Mai 2014, 15:55

Hmm, die "Kabelersparnis" hängt sehr von der Art der Steuerung ab... Wenn die z.B. mit einem Haufen Relais oder einem "Drehwahlschalter" nur immer exakt an einen Motor geschaltet ist, könnte man durch Überlagerung der Betriebsspannung mit einer (geringen) Wechselspannung eine relativ einfache Erkennung des Schalterzustandes bauen: Die "Längstdiode" ist bei Betrieb durch die Gleichspannung sowieso immer durchlässig, und der Wechselspannungsanteil (der durch den Schalter geht) lässt sich mit einer Drossel mit Zusatzwicklung in der Zuleitung recht einfach erkennen.

Ooops, da war jemand schneller...
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon tixiv » Mi 7. Mai 2014, 15:57

Nach der Diode im Eingang zu Urteilen könnten diese Platinchen sogar als Matrix verschaltet werden. Dann brüchte man nur 16 Leitungen für 64 Schächte für Motor + Schalterauswertung.
Ich denke ferdimh wird recht haben, mit der Abfrage der Stromspitze beim Einschalten der Motor-PWM. Die Schaltung kann wahrscheinlich dann gleich als Überstromschutzschaltung doppeln, falls es irgendwo nen Kurzschluss gibt, worauf solche Automaten normalerweise ausgelegt sind. Garnicht mal so ungeschickt....
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon raphTec » Mi 7. Mai 2014, 16:51

Ist das ein Öffner oder ein Schließerkontakt?

edit: Ups, den rest der Antworten nicht gelesen, wurde ja schon größtenteils erklärt:D
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Re: Was ist denn das für eine Weise, einen Draht zu sparen?

Beitragvon typ_o » Mi 7. Mai 2014, 17:06

Das US-Patent Nr. 4 458 187 beschreibt eine Verkaufsmaschinen-Steuer- und -Diagnosevorrichtung


SUPER! Das ist exakt die passende Schaltung. Das Bild aus dem Patent zeigt, wie Gleich und Wechselanteil auf dem Motorstrom separat gemessen werden. Vielen Dank!

Und ja, tatsächlich eine Matrix, dafür die Dioden in Flußrichtung.

Vieln Dank!
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