*** Der Chili Thread 2.0 ***

Der chaotische Hauptfaden

Moderatoren: Sven, Heaterman, TDI, Finger

*** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon radixdelta » Di 13. Aug 2013, 01:50

Ich hatte es im alten angekündigt, ich kümmere mich mal um die Portierung des Chili-Fadens. Sorry @Heaterman, ich finde es besser wenn man im Startpost die wichtigsten Sachen vom alten Faden aufgreift.
Ich hoffe das gelingt mir und ich vergesse nicht zu viel.

Der Chili-Thread im Alten Forum war einigermaßen beliebt und hat einige neu-Chili-Bauern hervorgebracht. Darum hier die Version 2.0.

Zunächst geht es um den Anbau.
LINKLISTE hat geschrieben:Saat bestellen (und auch Infos abgreifen):
Mehr Infos:
    www.chilipepper.de/
    Die Seite ist Teil des Chili-Website-Rings The Ring of Fire, man kommt von dort aus zu vielen anderen Chili-Seiten
Chilis und Tomaten sind im Anbau ähnlich. Also hier der Vollständigkeit halber eine gute Tomaten-Anbau Seite:
Und für den Blick in die Zukunft hier das Agrarwetter:

Zabex hat schon früh das Frickelpotenzial der Chili-Zucht entdeckt:


[Aussaat]

Am einfachsten funktionieren Plastik-Töpfe. Torf, Jiffi, Papier, Eierkartons und dergleichen haben sich nicht bewährt. Für beste Bedingungen sorgt man dafür das die Töpfe absolut Sauber sind, also sehr gut reinigen.
Als Substrat eignet sich Aussaat- oder Anzuchterde aus dem Handel, die sollte aber nochmal gesiebt werden (Maschenweite größenordnung wenige millimeter, das grobe Zeugs muß aus der Erde). Genau so gut ist gebrauchte Blumenerde die man siebt. Es gibt dann noch eine ganze handvoll andere Substrate oder Zuschlagstoffe die mal mehr mal weniger geeignet sind. Man kann viel darüber in den Weiten des Netzes finden, darum nur eine lose unvollständige Aufzählung: Zeolithe, Perlite, Katzenstreu, Sand, Holzkohle, Blähton, Wassergel und so weiter.

Empfehlenswert ist es die Erde Keimfrei zu machen (insbesondere bei gebrauchter Erde). Das geht im Backofen, in der Mikrowelle oder auch mit Wasserdampf. Dann gibt es noch Chinosol, das soll gegen Schimmel helfen, das größte Problem bei der Anzucht.

Lässt man die Samen 24h Quellen (zum Beispiel zwischen feuchtem Küchenkrepp) keimen sie schneller. 2-3 Wochen kann das schonmal dauern.
Nun sät man entweder einzeln in Töpfe (dazu nehme ich gerne die 10er Trays in denen die ganz billigen Sommerblumen im Baumarkt daher kommen). Das braucht etwas mehr Platz und Anzuchterde, man spart sich aber das erste Vereinzeln. Oder man nimmt je Sorte einen Topf und vereinzelt später (z.B. in die Praktischen 10er Trays). Die 10-15 Korn die die Shops liefern kann man getrost in einen 8cm-Topf (der kommt z.B. mit den billigen Sommerblumen aus dem Baumarkt) tun, nur beim Vereinzeln aufpassen das man die Wurzeln nicht zu sehr beschädigt.

Schimmelt es? Dann ist es zu feucht-kalt. Wärmer stellen und es Schimmelt nicht mehr.

Aussaattermin ist Ende Januar. Wenn man wenig Platz in der Wohnung hat etwas später, dann gehen die Pflanzen im Mai kleiner in's Freiland. Hat man viel Platz sät man früher und hat ab Mai einen Vorteil weil größere Pflanzen zum Start der Freiluftsaison. Will man komplett im Wohnzimmer anbauen kann man eigentlich Säen wann man will.

[Umtopfen]

Frühestens wenn das dritte Blattpaar da ist. Man kann aber auch bis Mai in den 10er Trays bleiben (besonders wenn man eh spät dran ist und/oder nicht viel Platz hat) und ab dem dritten Blattpaar beginnen ganz leicht zu düngen (25% von dem was auf der Düngerpackung steht). Ab Mai dann Tagsüber nach Draußen und etwas mehr Düngen (50%), Ab Mitte/Ende Mai dann raus mit den Dingern.
Größere Töpfe -> mehr Wurzelmasse -> Vorteil beim Auspflanzen.

[Pflege]

Nicht übertreiben. Gewöhnliche Erde und ggf. ein bisschen gewöhnlicher Dünger. Nicht ersäufen und nicht vertrocknen lassen. Mehr braucht es für den Anfang nicht.
Die Blätter sollten nicht zu lange Naß bleiben, sonst kann es Gammeln.
Bei trockenem Wetter überbrausen hilft gegen Spinnmilben.

[Ernte]

Die Früchte wenn möglich an der Pflanze reifen lassen. Ist die Pflanze überfrachtet oder die ersten Fröste drohen reifen die Früchte auch nach der Ernte noch nach. Auf jeden Fall die Frucht mit Stiel abschneiden oder abbrechen. Alles was beschädigt ist oder keinen Stiel hat sofort verarbeiten, das gammelt als erstes. Wenn man die Früchte berührungsfrei auf Zeitungspapier ausbreitet Gammelt es nur sehr selten und der Gammel kann sich nicht so schnell verbreiten.

Dann muß man den kram auch noch Verarbeiten:

[TROCKNEN]

Mit dicker Nähnadel auf dicken Nähfaden auffädeln. Ich steche durch den Steil. Am besten ist die Früchte berühren sich nicht bis sie trocken sind. Trocknen kann man überall wo es Trocken ist. Wintergarten ist super, Küche und Bad nicht so geeignet. In den getrockneten Früchten lassen sich auch die Samen bis zum nächsten Jahr sehr gut aufbewahren.
Natürlich lassen sich Chilis auch im Backofen Dörren. Ob dann aber die Samen noch Keimfähig sind hängt davon ab wie warm sie dabei werden.

[REZEPTE]
Zabex hat geschrieben:scharfe Torte

Peppo hat geschrieben:In diesem Fred hat ein offensichtlich kalabresischer Landsmann seine Großmutter ausgehorcht mit sehr guter Kochanleitung wie ich finde. Klingt sehr lecker und auch sicher!


Grundzutaten wenn man Chilis haltbar macht: Essig und Salz für die Haltbarkeit, Öl als Geschmacks- und Schärfeträger. Kräuter und Knoblauch und Käse und ... nach Geschmack. Chilis kann man dann zu Paste oder Soße oder Würfeln verarbeiten oder ganz lassen und einlegen. Solange man den Essig nicht vergisst ist alles erlaubt.



Falls ich was vergessen habe editiere ich das noch rein. Feuer frei, auf eine gute Ernte.
radixdelta
 
Beiträge: 755
Registriert: So 11. Aug 2013, 20:25
Wohnort: Nord-Ost-Westfalen

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Heaterman » Di 13. Aug 2013, 02:01

Kein Thema, Danke für die Portierung. Ich häng mich hinten dran, dann kann mein Thread gelöscht werden.

Ich hatte ja berichtet, dass wir die Töpfe, die im Schuppen nicht so richtig wollten, in den Garten verfrachtet haben:

Bild

Selbst die vormals ganz vermickerten (die kleinen im Vordergrund) fangen nun an, wenn auch wenige Früchte zu tragen. Hauptsächlich das gute Wetter der letzten Wochen dürfte das Geheimnis sein.

Und die großen haben sich prächtig entwickelt:
Bild ...und die Im Schuppen ja sowieso: Bild


Unterm Strich wieder bald mehr, als man verbrauchen kann.[/quote]
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2703
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Hansele » Di 13. Aug 2013, 18:20

Hallo,

habe dieses Jahr fast keine Bilder geschossen, hier mal ein paar von heute:

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild


Hier sind die Pflanzen zu Hause:

Bild
Die schwarzen Eimer gibts immer beim Norma um die Ecke gratis, darin werden diese blöden Schnittblumen angeliefert.

Bild


Alles in allem ist der Ertrag dieses Jahr wohl nicht so der Brecher, letztes Jahr um die Zeit
hatte ich schon 2 Kilo reife Chilis geerntet. Aber da waren es auch 5 Pflanzen mehr,
naja man wird sehen.

Grüße
Benutzeravatar
Hansele
 
Beiträge: 1407
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:15
Wohnort: Bw

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon gafu » So 18. Aug 2013, 17:37

radixdelta hat geschrieben:Ich hatte es im alten angekündigt, ich kümmere mich mal um die Portierung des Chili-Fadens. Sorry @Heaterman, ich finde es besser wenn man im Startpost die wichtigsten Sachen vom alten Faden aufgreift.
Ich hoffe das gelingt mir und ich vergesse nicht zu viel.


sehr schön.

Ich hab auch neuigkeiten zu vermelden:
die 5 habanero pflanzen brachten es kaum über 1 chili pro pflanze, mittlerweile sind die "abgeerntet", blüten scheinen auch nicht nochmal welche zu kommen.
ich überlege die pflanzen auf die halbe höhe (jetzt ca. 1 meter hoch) zurecht zu stutzen, und zu hoffen das sie von unten her nochmal austreiben.

die anderen:
Bild

Bild

haben es sich dann doch nochmal überlegt und sind bald erntereif.

nun gehts probeweise weiter mit der anpflanzung von frühem kopfsalat, um die herbsttage noch sinnvoll zu nutzen.
Auf längere sicht werde ich wohl außen blumenkästen auf die fenstersimse verteilen, und innen jeweils einen fensterflügel zusätzlich mit "regalkonstruktionen" ausrüsten, um kleinere pflanzen wie möhren und radies oder kugelrettich auf 2 oder 3 ebenen anzubauen :)

gruss, gafu
Benutzeravatar
gafu
 
Beiträge: 2859
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:56
Wohnort: nahe Jena

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon radixdelta » Mo 19. Aug 2013, 14:37

Wäre das vielleicht was für dich?

http://www.youtube.com/watch?v=y6FqmCeOymc
radixdelta
 
Beiträge: 755
Registriert: So 11. Aug 2013, 20:25
Wohnort: Nord-Ost-Westfalen

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon gafu » Mo 19. Aug 2013, 16:53

Die idee ist ja ganz nett, aber ich finde es ungeeignet. Das Erdvolumen in jeder flasche ist sehr begrenzt, so das man maximal kleine kräuter anbauen kann.
Man kommt durch das kleine loch sehr schlecht an die pflanzen, wenn z.b. ungeziefer sich breitmacht.
Geht was ein, ist es noch schwerer, die Erde zu erneuern.


Ich habe gerade einen Versuch mit einem Schnellkomposter im Keller gestartet. Wenn sich geruch und Obstfliegen in grenzen halten, werde ich mit dem Kompostieren meine verbrauchte Pflanzerde wieder regenerieren. Da hier Biomüll mit in den Restabfallbehälter muss, senkt sich auch die Abfallmenge und damit die Anzahl kostenpflichtiger Tonnenleerungen. Biomüll macht etwa 40-50% meines Restabfallvolumens aus.
Die hälfte davon ließe sich kompostieren (ich werfe "gespritze" obstschalen weiterhin in den Restabfall, etwa Orangen, Trauben, Melone, Banane, um die giftigen Abbauprodukte der Pestizide loszuwerden), etwa Kartoffelschalen, Tee- und Kaffeesatz, Pflanzenreste ect.

Mir schwebt mehr ein Aufbau aus einem stabilen Haltegerüst aus 4kant-Stahlrohr 20mm vor, oder eben Holzlatten.
Ich habe jetzt kleine Balkonkästen mit 2cm Wasserreservoir besorgt, die sind billig und aus PP kunststoff (also ohne Weichmacher wie bei PVC), und haben zumindest ein wenig Erdvolumen. Mit dem Probeanbau von Kopfsalat will ich sehen, ob man mit dem Wasservorrat im Kasten eventuell immer die 4 Tage überbrückt bekommt, wo ich auswärts auf arbeit bin. Dann würde sich der "wartungsaufwand" doch gut reduzieren.

Doch zurück zum Topic. Ich bin am hin und her überlegen was ich mit den Chilischoten nu mache. Im grunde wollte ich ne scharfe Soße herstellen, aber es sind immer nur so kleine Mengen an reifen Früchten, das sichs gar nicht lohnt.
Heute hab ich getrocknete Chili und Rosmarin mit Öl aufgegossen, um ein scharfes Öl für die Küche zu erhalten. Capsaicin ist ja fettlöslich.

Weiterhin sind die chilipflanzen leider irgendwie krank und verlieren wieder zunehmend Blätter. Parasiten kann ich keine Entdecken, jedoch haben die Blätter viele winzig kleine Narben, als ob da Einstiche stattfanden. Auch bei den Pflanzen wo schon lange keine Spinnmilben mehr aufgetreten sind (nach einsprühen mit Neemöl-emulsion).
Abwischen lässt sich da aber nix. Womöglich sinds an den alten großen Blättern aber auch noch schäden von damals.

Aufgefallen ist mir gestern folgendes: auf heruntergefallenen Blättern die auf der Blumenerde zu liegen kommen, zeigen sich winzig kleine Kugelige Tierchen, etwa so 1/20mm groß, die scheinbar in der Erde leben. Vielleicht beschädigen die die Wurzeln, weshalb die Pflanze zu wenig wasser aufnehmen kann. Fotografiert bekomm ich die nicht, die sind zu winzig, und laufen geschwind davon.


Mir kommt das so vor, als wenn die Chilipflanzen eine sehr empfindliche Spezies wär. Wenn alle gebildeten Früchte reif werden hab ich vielleicht genug vorrat, um mich nächstes Jahr ganz auf Gemüse zu konzentrieren.

edit: Da nu so viel ungemach mit den Chilipflanzen aufgetreten ist, wirds wohl klüger sein die nicht zu überwintern, sondern mit frischer Erde neue zu ziehen.
Hat hier jemand einschlägige Erfahrungen mit dem überwintern von chili Pflanzen?
Benutzeravatar
gafu
 
Beiträge: 2859
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:56
Wohnort: nahe Jena

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon radixdelta » Mo 19. Aug 2013, 17:48

heaterman hat gute erfahrungen, ich eher schlechte. Schädlingsdruck nimmt im Winter noch zu weil die Chilis bei wenig Wachstum noch weniger zuzusetzen haben.

Ich werde es weiter versuchen, aber notfalls auf Pestizide zurückgreifen, wenn Neem und co nicht reichen. Thiacloprid ist mit Wartezeiten von 3 Tagen für den Winter wohl geeignet und dürfte bis zur Ernte im Sommer wirklich fort sein.

Alles in allem ist Zimmerkultur Schädlingsmäßig immer Grenzwertig. Da muß man wohl Vorbeugend behandeln was das Zeug hält.
radixdelta
 
Beiträge: 755
Registriert: So 11. Aug 2013, 20:25
Wohnort: Nord-Ost-Westfalen

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Hansele » Mo 19. Aug 2013, 18:01

Hallo,

ich überwintere immer einige Pflanzen, mit Schädlingen hatte ich keine Probleme.

Da ich die Pflanzen auch sehr stark zurück schneide und vorallem die restlichen
Blätter entferne.

An einem sonnigen und warmen Fenster kommen, dann neue Blätter.


So mache ich das seit guten 5 Jahren, ohne Läuse und co.

Grüße
Benutzeravatar
Hansele
 
Beiträge: 1407
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:15
Wohnort: Bw

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Heaterman » Mo 19. Aug 2013, 18:06

Der derzeitige Befall liegt mit Sicherheit an dem komisch-luftfeuchten Wetter. Wir haben am WE die letzten Pflanzen aus dem Schuppen in den Garten gesetzt, weil sogar auf den großen Pflanzen plötzlich Läuse waren. Draußen ist da schlagartig Schluss - die Ameisen.
Dafür hat man da einen neuen Gegner, die Nachtschnecken. Drei Abende sammeln, dann ist die aktuelle Population weg, und man hat sechs Wochen Ruhe.
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2703
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon gafu » Mo 19. Aug 2013, 18:26

Oder weinbergschnecken aussetzen. Die fressen die gelege der Nacktschnecken auf :)

Interessanter als die flaschengeschichte finde ich ja den ansatz der hydrokultur. Nur hat man einen gewissen strombedarf, da das wasser ständig zirkulieren muss, damit sich keine fäulniss an den wurzeln breitmachen kann.

http://www.youtube.com/watch?v=HYddMIsLngo

soo richtig dolle gefaellt mir das auch nicht, weils halt ständige düngung mit künstlichen düngemitteln erfordert.
Benutzeravatar
gafu
 
Beiträge: 2859
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:56
Wohnort: nahe Jena

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon radixdelta » Di 20. Aug 2013, 13:27

Ob die Ameisen die Läuse wirklich eleminieren? Ameisen sind bekannt dafür sie zu Züchten.
Aber jedenfalls merkt man am Unterschied vom Befallsdruck Innen/Außen deutlich wie viel die natürlichen Feinde ausmachen.

Die Flaschen sind für Wurzelgemüse natürlich völlig ungeeignet. Aber für Salat, Kräuter und so zeugs reicht das dicke vom Substrat her. Ich werde das vielleicht mal testen obwohl ich so gar nicht Urban-gardening betreiben muß. Vom Dünger hetr muß man sich natürlich was einfallen lassen, Prinzipiell ist das ja eher Hydrokultur mit dem groben sand als das man von Erdkutur sprechen kann. Eigentlich muß unter die Flaschen ein Blumenkasten als Sammelbecken und eine Aquarienpumpe mit Zeitschaltuhr.

Spannend finde ich übrigens die Kulturform ganz ohne substrat, die Wurzeln hängen frei in der Luft und darunter sorgt ein Ultraschallnebler und/oder feine Sprühnebler dafür das die Wurzeln mit Nährlösung benetzt werden. Das soll richtig gut funktionieren. Man kann mit dem Prinzip auch Vertikale Gärten bauen. Einfach mal in der Growingszene nach vertikal suchen, da gibt es richtig coole Projekte.

Bist du dir sicher das ein Thermokomposter im Keller olfaktorisch nicht etwas grenzwertig sein könnte? Zumindest stinken die draußen schon wirklich unappetitlich. Darum haben wir für Küchenabfälle eine Biotonne, da geht dann auch all zu Unkrautlastiges Zeugs und rein und sachen wo Krankheiten vermutet werden. Mit ein paar Tieren und einigen Hundert m² bewirtschafteter Fläche hat man aber auch keinen Mangel an Kompostmaterial.

Angeblich sollen Wurmfarmen Indoor-Tauglich sein.

Jedenfalls ist hier wieder gutes Wetter eingekehrt, die Chilis fruchten jetzt doch recht kräftig. Einige lassen noch auf sich warten, aber ich bin zuversichtlich das ich zumindest eine Menge grüner Früchte ernten kann bevor es Frostig wird.
radixdelta
 
Beiträge: 755
Registriert: So 11. Aug 2013, 20:25
Wohnort: Nord-Ost-Westfalen

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon gafu » Mi 21. Aug 2013, 22:32

radixdelta hat geschrieben:Bist du dir sicher das ein Thermokomposter im Keller olfaktorisch nicht etwas grenzwertig sein könnte? Zumindest stinken die draußen schon wirklich unappetitlich. Darum haben wir für Küchenabfälle eine Biotonne, da geht dann auch all zu Unkrautlastiges Zeugs und rein und sachen wo Krankheiten vermutet werden. Mit ein paar Tieren und einigen Hundert m² bewirtschafteter Fläche hat man aber auch keinen Mangel an Kompostmaterial.

Angeblich sollen Wurmfarmen Indoor-Tauglich sein.


also der erste eindruck ist ziemlich gut (nach 1 woche und nur wenig bioabfall)
das grundproblem beim komposter ist die mischung die man reinwirft.
Es muss eine locker-fluffige füllung werden. Die kompostierung findet AEROB statt, also mit sauerstoffeinwirkung. Ist das kompostgut zu naß, und hat es zu wenig strukturgebenes material, bilden sich inseln mit Luftabschluß im inneren, in der statt der Kompostierung der Fäulnißprozess einsetzt. Und der führt zu üblen gerüchen und belastet den Kompost mit entsprechend ungünstigen abbauprodukten.

Ich habe mir da selbst gedanken dazu gemacht wie das zu verhindern ist. Da es bei mir ebenfalls an auflockerndem Kompostgut völlig fehlt (Heckenschnitt, Strauchschnitt, Zweige, Häckselgut, Stroh) habe ich für mich folgende Lösung gefunden: Die billigste Blumenerde im 60L Sack. Das ist ein halb kompostiertes substrat, welches noch relativ viel pflanzenmaterial enthält, und nur leicht feucht ist. Ich strecke meine ABfälle etwa 1:1 mit dieser Blumenerde und bekomme damit eine lockere luftdurchlässige struktur. Zusätzlich füge ich zerkleinerte Holzkohle hinzu, die sich positiv auf die Nahrstoffspeicherung, Feuchtigkeitsregulierung (der fertigen Erde nachher) auswirken soll, und vor allem auch schlechte gerüche verringern soll.

Ich hab den ersten Bioabfall 2 Tage in einer abgedeckten schüssel in der wärme stehen gehabt, worauf sich der typische "biomüll"-geruch bildete.
4 Tage nachdem ich es mit Erde und etwas Holzkohlenpulver vermengt habe, war ich wieder im Keller. Kein wahrnehmbarer geruch. Im Komposter selbst nach öffnen des deckels auch nur minimaler geruch.
Das war mein erster Test, und nun glaube ich, so kann es funktionieren. Insgesamt bin ich also guter Dinge, das bei etwas sorgfalt bei der beimischung von vor- bzw. halbkompostiertem Material das ganze ohne Geruchsbelästigung gehen kann.

Ich werde das experiment nun weiterführen, letztes Wochenende kam wieder eine portion aus alten blättern der chili-pflanze, den brüh-resten vom schwarzen tee, kaffeesatz und zwiebelschalen und so zeug dazu. Insgesamt ist jetzt etwa ein Volumen von 10 Liter im Behälter. Das ist noch sehr wenig, aber wenn ich nur am Wochenende zu Hause bin entsteht eben auch nicht viel Bioabfall. Innnerhalb eines Jahres sollte sich zeigen, ob sich das ganze bewährt.

Ob der einsatz von regenwürmern lohnt, ist mir auch noch nicht so ganz klar, ich habe bedenken es findet sich nicht genug nachschub und die würden bei mir verhungern. Eventuell muss ich beim nächsten starkregen mal ein paar wenige einsammeln, und sehen wie es sich entwickelt.
Ein zweites problem können Obstfliegen sein. Ob das ein problem ist, kann ich noch nicht so richtig sagen, in 1..2 wochen vielleicht.
Ich werde berichten.
Benutzeravatar
gafu
 
Beiträge: 2859
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:56
Wohnort: nahe Jena

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Heaterman » Do 22. Aug 2013, 00:40

radixdelta hat geschrieben:Ob die Ameisen die Läuse wirklich eleminieren? Ameisen sind bekannt dafür sie zu Züchten.
Aber jedenfalls merkt man am Unterschied vom Befallsdruck Innen/Außen deutlich wie viel die natürlichen Feinde ausmachen.


Das stimmt, Ameisen und Blattläuse leben ja eigentlich in Symbiose - aber nicht mit allen Arten, manche Sorten fressen sie auch auf, weil die Gift absondern, sobald eine Ameise kommt, oder sie transportieren Sie in ihren Bau, damit sie dort gemolken werden können (quasi als Wintervorrat). Was man auch gut sehen kann, wenn man verlauste Pflanzen rausstellt, dass sich sofort Ohrenkneifer auf die Läuse stürzen.
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2703
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon radixdelta » Do 22. Aug 2013, 08:03

Fruchtfliegen und richtige Fliegen. Wir haben immer mal ab und an Madenkoloniern in der Biotonne. Nicht so schön, muß man aufpassen. Ich habe Puder für gegen Milben im Hühnerstall, mir fällt jetzt auf die schnelle nicht ein welches Krams das ist, macht Inselten jedenfalls mechanisch gar und ist ungiftig, wenn man den Staub nicht einatmet. Ähm, Kieselgur?

@Heater: Du hast einen wirklich gesunden Garten, wie es aussieht. Ich bin begeistert.
radixdelta
 
Beiträge: 755
Registriert: So 11. Aug 2013, 20:25
Wohnort: Nord-Ost-Westfalen

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Hansele » Mi 28. Aug 2013, 19:45

Ein kleines Update von mir:

Bei allen Pflanzen nun dasselbe langsam aber sicher wird es
was mit der so verkorksten Saison.

Mal sehen was am Ende geerntet werden kann.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Feurige Grüße an euch. :oops:
Benutzeravatar
Hansele
 
Beiträge: 1407
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:15
Wohnort: Bw

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon queck » Fr 30. Aug 2013, 10:09

@Hansele
das sieht ja wirklich prächtigst bei Dir aus. Ich würde dich gern was zu Deiner Überwinterungstaktik fragen weil ich Dieses Jahr auch einiges überwintern möchte. Entfernst Du sämtliche Blätter und wie weit schneidest Du zurück, bis es holzig wird? Und Überwinterung warm (Wohnung) oder kalt (Keller)?
Benutzeravatar
queck
 
Beiträge: 125
Registriert: Mo 26. Aug 2013, 17:41

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Lukas » Fr 30. Aug 2013, 11:02

Die Chilis sind heuer das einzige was wirklich gut gewachsen ist. Tomaten und Gurken waren eher eine Enttäuschung.
Hab gestern etwa die Hälfte geerntet, der Rest ist noch nicht ganz reif. Immerhin 1,2kg von 5 Pflanzen (vor dem trocknen versteht sich ^^)

Wäre auch froh über jeden Tipp fürs Überwintern

lg Lukas

PS.: Wenn die Bhut Jolokia jetzt noch werden....
Benutzeravatar
Lukas
 
Beiträge: 94
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 18:45

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Heaterman » Fr 30. Aug 2013, 11:55

Ja, wenn man dagegen sieht, was dieses Jahr an Kartoffeln aus dem Beet kam, da sind die Chilis wirklich gut geworden. Tomaten waren so lala, Salatgurken waren auch wenig, aber für uns Zwei zum wegessen hats gereicht. Gewürzgurken waren aber wirklich mau, hat kaum für ein paar Gläser zum Einwecken gereicht, das meiste haben wir als Schnellgurken verputzt.
Was dagegen dieses Jahr super geht, ist das Vogelfutter für die Radaubrüder in der Voliere: Mais, Sonnenblumen, Hirse.
Chilis: Sogar die kleinen Mickerlinge, erst kaum gewachsen, dann auch noch draußen von den Schnecken heimgesucht, haben ein paar Früchte, wird wieder reichlich Saatgut-Ernte.

Morgen noch ein paar Zutaten besorgen, und dann geht der Großteil nun in die Konserve.

Meine Haupt-Plantage:

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2703
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon gafu » Fr 30. Aug 2013, 20:03

Heaterman hat geschrieben:Morgen noch ein paar Zutaten besorgen, und dann geht der Großteil nun in die Konserve.


darf man neugierig sein, zu welch köstlichkeiten die chilis verarbeitet werden?
Benutzeravatar
gafu
 
Beiträge: 2859
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:56
Wohnort: nahe Jena

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Heaterman » Sa 31. Aug 2013, 10:35

Moin!

Hauptsächlich zu dem hier:

http://www.capsamania.de/index.php?page=Thread&threadID=9314&highlight=Botulismus

Rumzuhängen und in kleinen Würfeln Eingefrorenes ist noch genug da.
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2703
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon radixdelta » So 1. Sep 2013, 11:37

Ich bin auch noch da... Die Chilis werden derzeit dezimiert, ich denke Engerlinge dürften schuldig sein. Die die noch stehen tragen zunehmend gut und ich bin gespannt ob ich später die Sorten noch auseinander halten kann.

Aber die restlichen Nachtschatten machen mir wirklich sorgen.
Die Kartoffelernte ist mau ausgefallen. wir hatten schon das Doppelte auf gleicher Fläche. Dazu von einer Engerlingplage befallen. Die Hühner haben sich gefreut.
Die Tomaten waren richtig gut und voll, leider alles der Krautfäule zum Opfer gefallen. 75% der Pflanzen sind jetzt entsorgt, der Rest sieht auch nicht einwandfrei aus. Schaden dürfte bei etwa einem Zentner Tomaten liegen. Das Gewächshausdach ist jetzt fertig, nächstes Jahr wird's wieder besser...
Die Physalis Wachsen wie doof, tragen aber sehr übersichtlich.

Jetzt muß der Gründünger in die Erde, alles für den Herbst in Ordnung gebracht werden. Und immer ein Auge auf die Nachttemperaturen.
radixdelta
 
Beiträge: 755
Registriert: So 11. Aug 2013, 20:25
Wohnort: Nord-Ost-Westfalen

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Hansele » Di 3. Sep 2013, 19:41

Hallo,

zu meiner Überwinterungstaktik komme ich zurück, wenn es soweit ist,
dann kann ich das auch schön mit Bildern untermalen.


Kennt jemand ein erprobtes Rezept um eine haltbare Chilipaste herzustellen?

Sollte sich mindestens ein Jahr ungekühlt zu Hause lagern lassen.

Hat da jemand was?


Bin für eure Tipps jetzt schon dankbar.

Grüßle
Benutzeravatar
Hansele
 
Beiträge: 1407
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:15
Wohnort: Bw

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Heaterman » Di 3. Sep 2013, 20:11

Also, meine Frau hat dazu eine super Seite gefunden:

hier lang

Von dem kommt das Rezept, gerade mit neuen Chilis:

Bild

ausprobiert, super lecker Brotaufstrich oder Grillzulage. Braucht nur eine Flasche Hochprozentigen zum Nachgießen :mrgreen:

Sie hat das einfach angesetzt wie Marmelade, dicht verschlossen im Twist-Off-Glas, allerdings im Kühlschrank aufzubewahren oder sterilisieren.

Salsa di Peperoni:

Für ca. 1 Marmeladenglas:

4 große rote Paprika
4 Zehen Knoblauch, grob geschnitten
1/2 bis 1 Peperoni, je nach Schärfegrad
6 EL Olivenöl
3 EL Tafel-Essig
Salz, Pfeffer oder Kräuter der Provence je nach Geschmack

Knoblauch und Olivenöl anbraten, Paprikawürfel zugeben, 10 min braten, Essig zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und pürieren
Danach Masse in Topf geben, mit Öl beträufeln und leicht abgedeckt auf höchster Stufe 5 min reduzieren, Rühren nicht vergessen!
In Gläser füllen, und beim anschließenden Verbrauch immer mit Öl auffüllen, so dass keine Luft dran kann.

Bild

Erste Sahne, Jungs!

Der Rest ist hier gelandet:

Bild

Davon haben wir nun noch ein paar Sträucher voll...
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2703
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon Heaterman » Fr 13. Sep 2013, 22:46

So, nächste Runde in der Ernte:

Aus denen hier:

P1070643.JPG
P1070643.JPG (1017.98 KiB) 6152-mal betrachtet

P1070642.JPG
P1070642.JPG (761.46 KiB) 6152-mal betrachtet


hat die Chefin das hier produziert

P1070644.JPG
P1070644.JPG (323.48 KiB) 6152-mal betrachtet


Sau.....sauscharf, Hauha!

Wenn ich dran denke, kommen die zum nächsten Stammtisch auf den Tisch.
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2703
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: *** Der Chili Thread 2.0 ***

Beitragvon xoexlepox » Fr 13. Sep 2013, 23:12

Heaterman hat geschrieben:Sau.....sauscharf, Hauha!

So in der Richtung: Einen Kleks auf die Zunge, etwas einwirken lassen, und dann mit einem Wodka herunterspülen -> Der Tanz, den du dann aufführst, bewirkt den Regen am nächsten Tag? :twisted:
Benutzeravatar
xoexlepox
 
Beiträge: 4089
Registriert: So 11. Aug 2013, 19:28
Wohnort: So etwa in der Mitte

Nächste

Zurück zu Allgemeine Diskussion

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bastelbruder, Bing [Bot], licht_tim, vorhautfront, Yahoo [Bot] und 10 Gäste

span