Grafikchip von Notebook überbacken

Der chaotische Hauptfaden

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Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Sascha » Di 13. Aug 2013, 16:49

Habe hier ein Medion C2D-Notebook (MD96970) von Bekannten mit halb-defekter Grafik. Normalzustand weiß-grauer Bildschirm, bootet aber normal und nach einigen Versuchen kam dann ein Bild. Also hat wohl der Grafikchip ne kalte Lötstelle. Das ist der Delinquent:
Bild
Ursache war warscheinlich der wie immer völlig zugestaubte Kühler. Ich pack das Board in Alufolie ein, schnibbel ein Loch für den Grafikchip rein und mach das Ding mit ner Heißluftpistole heiß. Vorher üb ich noch an Altteilen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Hat jemand sonst noch Tips dazu? Mich stören etwas die kleinen schwarzen Harzknubbel an den Ecken. Damit kann zwar der BGA nicht verrutschen, aber auch nicht wirklich neu setzen. (Wär schön wenns klappt, da soll ein Ubuntu-Derivat drauf, da die Benutzer DAUs sind und deren Hauptrechner eine uralte Pentium-D Kiste mit einem schnarchlangsamen und verseuchten XP ist)
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon omega » Di 13. Aug 2013, 17:44

Weiß-grauer Bildschirm klingt nach gar kein Signal am LVDS Ausgang. Verblasst das Bild irgendwie? Das ist aus meiner Sicht kein gewöhnliches Bild für den typischen Fehler. Ich hatte immer Bildfehler gesehen. Was bekommst du denn auf dem VGA oder DVI Ausgang? Um was für eine Grafikkarte handelt es sich? Geforce 8400, 8600 8800 oder was anderes?

Ansonsten ist dein vorgehen soweit okay. Ich würde das Board vorher an der Stelle reinigen, etwas Flux unter den Chip laufen lassen und dann heizen und hoffen.
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Sascha » Di 13. Aug 2013, 20:25

Weiß-Grau bedeutet, linke Hälfte war sehr Hellgrau, rechts ganz Weiß (oder umgekehrt). Die Kiste hat noch VGA und HDMI, an VGA kam kein Bild, HDMI habe ich nicht probiert. Wenn das Bild da war, war es gut. Grafik ist Nvidia Geforce 9300M G, oben zu sehen.

Board ist soweit sauber, es sind paar schwarze Plastikfolien draufgeklebt die ich vorher runtermache. Flux hab ich leider keins :( Sollte aber auch so gehen.
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Desinfector » Mi 14. Aug 2013, 15:19

also wenn backen, dann würde ich ein Stück Lötzinn auf eine Stelle legen auf der es unwichtig ist obs da schmilzt.

Nur so um grob zu erkennen wann die Temperatur zum Zinn-Schmelzen erreicht ist.

das schwarze Harz müsste man schon entfernen, wie soll es sich dann neu setzen?
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Sascha » Mi 14. Aug 2013, 16:29

Das mein ich ja. Ich glaub aber dass das nicht groß stört. Der BGA ist ja schon eingeschwommen, sodass sich eigentlich nix ändern sollte. Das ist zwar kein Underfill, aber die Knubbel zu entfernen wird ziemlich sicher Zerstörungen hervorrufen.
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Sascha » Mi 14. Aug 2013, 22:34

Erster Probelauf mit ner alten AGP-Graka war erfolgreich, nach etwa 4 Minuten konnte man den Grafikchip runterschieben. Jetzt wird das Medionboard von Plastikfolien und Bios-Batterie befreit und in Alufolie eingewickelt. Fingers crossed :ugeek: Hoffentlich fällt der Grafik-RAM auf der Rückseite nicht ab.
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Sascha » Do 15. Aug 2013, 00:41

Houston, wir haben einen Screen :D :D :D Mal CPU-Z und GPU-Z drauftun und nach Temperaturen kucken. Grafik hat etwas über 60°C, CPU kann ich weder per CPU-Z noch über das Bios auslesen. Sollte aber im grünen Bereich sein.
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon ludwig » Do 15. Aug 2013, 02:57

darf ich den Fred mal für ein ähnliches Problem mitbenutzen?

ich hab auch ein Notebook. Hat kein Bild mehr. Der Fehler äußerte sich folgendermaßen: erst gabs immer wieder mal bunte Kästchen/streifen usw aufm Bildschirm. der Rechner is dann (unter ubuntu) eingefroren bzw hat einen bluescreen unter Windows gemacht. Mit der Zeit wurden die Zeitabstände zwischen den "Kästchenvorfällen" immer geringer und auch die Fläche vergrößerte sich.
Am Ende kam dann das hier raus: Bild

Danach ging der Schleppi gar nich mehr an.

Könnte man diesen Fehler evtl auch durch Backen/Heißluftlöten beseitigen, oder klingt das nach was anderem?

Gruß,
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Sascha » Do 15. Aug 2013, 03:03

Da ist das Problem so wies aussieht beim Grafik-RAM. Aber erstmal Grafik nachlöten, da sind kalte Lötstellen warscheinlicher. Beim zerlegen nicht vergessen den Kühler zu reinigen, sind gerne völlig zugestaubt.
Zuletzt geändert von Sascha am Do 15. Aug 2013, 03:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Flip » Do 15. Aug 2013, 17:56

Ich hab auch schon 3 Medions auf die Art mit dem Backofen gerettet. Teilweise waren auch die Chipsätze wackelkontaktig, weil ihr Kühlkörper wegrationalisiert wurde.
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Desinfector » Do 15. Aug 2013, 18:40

darf ich mal fragen wie Ihr die Medions geöffnet habt?

ichhatte vorm halben Jahr eine Kiste, die nach gefühlten 63 Schrauben
und vielen verklebten Stellen ihr Innerstes einfach nicht preisgeben wollte.

zum Schluss hab ich die Baustelle so in die Bucht gestellt.
's wurd mir zuviel generv.
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Bjoern » Do 15. Aug 2013, 18:45

Bei dem Fehler auf dem Foto würde ich eher das Panel tauschen anstatt die Grafikkarte zu braten...
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Re: Grafikchip von Notebook überbacken

Beitragvon Sascha » Do 15. Aug 2013, 20:55

Der MD96970 ist nach der Definition von Einstein perfekt, habe jede Schraube wieder verbaut bekommen. Geklebt war an sich auch nix, nur unter der Tastatur waren noch zwei kleine Stücke Doppelklebeband, hab ich aber schon öfters so gesehen.

Such mal bei Youtube nach dam Namen des Laptops, oft findet sich ein Video wo jemand einen oder einen baugleichen zerlegt.
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