Arduino Mega - Spannungsregler

Der chaotische Hauptfaden

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Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon gafu » Sa 9. Jan 2016, 19:28

Sagt mal..

hier sind doch noch paar mehr leute die diese Arduinos benutzen.
Geht euch das auch so wie mir, das die onboard-Spannungsregler auf dem Mega instabil sind?

Mir ist jetzt das zweite Board binnen 3 Wochen hochgegangen, wo der Spannungsregler herumgezickt hat.
Diesmal ist er komplett durchlegiert und hat mir für 40 Euro elektronik gebraten, weil da plötzlich 12V auf der 5V schiene lagen, zumindest so lange bis der davor liegende Step-Down ein Bein abgesprengt hat!

Beim vorigen Board hat plötzlich die 5V schiene geflackert (displaybeleuchtung auf 5V) und danach war der Atmega gebraten und hat nun 80 mA leerlaufstromaufnahme und der ADC ist abgebrannt.

Das Display zieht 150mA von der 5V Schiene und das scheint er nicht auszuhalten, obwohl ich auf der Spannungsversorgung schon 4 Halbleiterdioden installiert hab um die Verlustleistung zu verringern. Vorher ist bei warmen wetter das display dunkel geworden....
Nachdem der letzte gestorben war habe ich zusätzlich zu den onboard vorhandenen ferriten noch direkt an die Beinchen vom Ausgang des Reglers einen 100n Keramikkondensator angelötet (SMD 0805).

Es kann ja mal einer einen defekt haben, aber nun finde ich es nicht mehr lustig.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon BMS » Sa 9. Jan 2016, 20:19

Ich tippe auf ein thermisches Problem.

Nehmen wir das mal schrittweise auseinander:

Im Schaltplan des Arduino Mega ist ein NCP1117ST50T3G im SOT223-Gehäuse eingeplant. Hier ist das Datenblatt des Reglers.

Auf Seite 10 gibt es die Thermal Considerations. Die beziehen sich auf eine einseitige Platine mit 2oz Kupfer, also 70µm Kupferauflage. Figure 21 auf Seite 8 gibt die maximale Verlustleistung in Abhängigkeit der Kupferfläche zur Kühlung auf der Platine an. Die messen wir jetzt im Arduino Mega Layout nach.

Hier gibt es das Layout
Ich messe in eagle um den Regler die Kühlfläche. Auf der top-Seite sind das etwa 9mm x 10mm=0,9cm^2 und auf der bottom-Seite 17mm x 10mm=1,7cm^2.
Da das eine doppelseitige Platine mit 35µ Kupfer ist, und das Spannungsregler-Datenblatt eine einseitige mit 70µ Kupfer vorsieht, rechne ich einfach mit der durchschnittlichen Fläche. (0,9cm^2+1,7cm^2)/2=1,3cm^2. Jetzt will das Datenblatt in Fig.21 aber eine Kantenlänge eines Quadrats. Entspricht hier: Wurzel aus 1,3cm^2 macht 1,14cm=11,4mm. Zu dieser Kantenlänge liefert Fig.21 eine maximale Verlustleistung von 1W.

Da die 12V Versorgung auf 5V runtergeregelt wird, muss der Regler 7 Volt verbraten. Welchen Strom verträgt er maximal? 1W/7V=143mA. Davon gehen noch 6-10mA Quiescent Current weg, macht sagen wir 135mA.

Fazit: Der Regler ist unter den genannten Bedingungen bei circa 135mA in der thermischen Grenze. Das Display braucht schon mehr.

Ob das bei Arduino jemals nachgerechnet wurde? Das Datenblatt des Reglers lockt mit 1A bzw. 800mA, unzureichende Entwärmung macht diese Ströme unerreichbar...

Schönen Abend noch,
Bernhard
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon Fritzler » Sa 9. Jan 2016, 20:28

Das wurde garantiert nie nachgerechnet, alleine der Schaltplan ist eine Krankheit.
Nen Hobbybastler darf son Schaltplan ja gerne veröffentlichen, aber ne Firma die was verkaufen will?
Nuja...

Lustigerweise steht auf deren Webseite nur was von Spannungen:
If using more than 12V, the voltage regulator may overheat and damage the board.


Ansonsten steht auf deren Spielzeugwebseite NICHTS zum maximalen Stromverbrauch, nur ein:
DC Current per I/O Pin 20 mA

54 IOs zu 20mA -> 1,08A
Ich würdmal sagen das geht nicht.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon gafu » Sa 9. Jan 2016, 20:53

Naja so schlimm ist es nicht, weil genau 5 cm neben dem platinenstack ein lüfter ist, unter der platine 15mm luft sind, und genau da der luftstrom durchgeht.
Zwischen oberseite und unterseite sind 12 vias.
auf der unterseite war zusätzlich ein kleiner 11x11x5mm rippenkühlkörper aufgeklebt, da ich die probleme ja vom letzten kaputten board kannte.

Und ich habe den mit 10,5V versorgt, weil der letzte schon probleme hatte bei 12V.

DC Current per I/O Pin 20 mA

haha!
Im atmega datanblatt steht absolute maximum current 0.02A,
overall outputs max. 0.2A

und die empfehlung keinen pin mit mehr als 0.01A zu beaufschlagen.
Das ist ja ein 100-pin-qfp

naja jedenfalls ist entweder der 1117 Spannungsregler ein kackteil, oder die hier verbauten AMS1117 sind schrott.

Ich habe gerade noch etwas troubleshooting gemacht. Der USB/Seriell wandler spielt auf beiden boards noch.
Und auch diesmal ist wieder der ADC kaputt und der Arduino gönnt sich 80mA im leerlauf (mit regler). Normal sind ca. 15mA.
Zuletzt geändert von gafu am Sa 9. Jan 2016, 21:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon gafu » Sa 9. Jan 2016, 20:59

Wenn ich dann hier noch bei den üblichen verdächtigen die preise für einen Atmega2560 so sehe.
ich würde ja die CPU tauschen, aber die preislage...

1 CPU bei reichelt: 10,10 euro, versand 5,60
1 arduino mega bei ebay: 14,00

Ich hab vor 2 wochen 5 cpus aus china bestellt für nicht ganz 5 euro das stück, aber wird noch zwei wochen dauern bis das kommt...
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon Fritzler » Sa 9. Jan 2016, 21:01

Äh ne, im DB steht 40mA max per IO Pin (Absolute Maximum Ratings) und zudem:
ATmega640/1280/2560:
1)The sum of all IOH, for ports J0-J7, G2, A0-A7 should not exceed 200mA.
2)The sum of all IOH, for ports C0-C7, G0-G1, D0-D7, L0-L7 should not exceed 200mA.
3)The sum of all IOH, for ports G3-G4, B0-B7, H0-H7 should not exceed 200mA.
4)The sum of all IOH, for ports E0-E7, G5 should not exceed 100mA.
5)The sum of all IOH, for ports F0-F7, K0-K7 should not exceed 100mA.

Gilt für IO High level und Low level.

Wurde aber sicherlich auch nicht bedacht.

Aber bei 20mA pro Pin sollt mans belassen, da höhren auch die Diagramme von "Pin Driver Strength" auf
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon plottermeier » Sa 9. Jan 2016, 21:22

Hallo,

hab da auch immer wieder Probleme mit gehabt. Allerdings in der Art, dass die 5 Volt kleiner wurden, wenn der Regler überhitzt.
Direkt 5 Volt am 5V-Pin einspeisen wird ja auch nicht empfohlen. Daher setz ich jetzt immer nen kleinen Schaltregler mit 6,5-7 Volt davor und gehe über Vin.
Die Schaltregler kosten etwa einen Euro das Stück und das hat bisher gut geklappt.

Jens
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon shaun » Sa 9. Jan 2016, 21:25

Ein package limit gibt's aber auch noch irgendwo... Ich würde die Pins nie massiv Lasten treiben lassen, wenn man das nicht genau plant, übersieht man schnell was oder hat doch mal mehr Kapazität auf einem Ausgang, der dann lustige Spikes über die grenzwertig belasteten Masse-Bondrähte und Leiterbahnen verursacht
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon BMS » Sa 9. Jan 2016, 22:14

Das Package Limit müsste in der Größenordnung 100-200mA liegen.
Was hängt denn sonst noch am Arduino-Mega außer dem Display? (Egal obs viel Strom zieht oder nicht) Vielleicht ist dort die Ursache zu suchen? Hatte schon Scherze mit Sharp-IR-Sensoren, die hohe Pulsströme ziehen und nen 7805 killen...
Grüße, Bernhard
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon Profipruckel » Sa 9. Jan 2016, 22:38

plottermeier hat geschrieben:Hallo, hab da auch immer wieder Probleme mit gehabt. Allerdings in der Art, dass die 5 Volt kleiner wurden, wenn der Regler überhitzt.
Was er macht, wenn es zu warm wird - keine Ahnung. Aus meiner Sicht soll der SMD-Regler nur den Arduino selbst versorgen, keinesfalls die Peripherie. Ich habe aktuell mit China-Nanos gespielt (und zwei real verbaut), da braucht der Chinano samt LC-Display unter 50 mA.

Wenn ich das Datenblatt zum 1117 von ST anschaue, ist die Dropout Spannung kleiner 1,2 Volt @ 800 mA, typisch bei kleineren Strömen 1 Volt - ab 6,2 Volt muß der also stabile 5 V liefern. Die Verlustleistung könnt Ihr selbst rechnen, aus dem Bauch heraus würde ich 300 mW als Grenze sehen.

Direkt 5 Volt am 5V-Pin einspeisen wird ja auch nicht empfohlen. Daher setz ich jetzt immer nen kleinen Schaltregler mit 6,5-7 Volt davor und gehe über Vin.
Einspeisen von 5 Volt ist kritisch, weil die Diode vom Aus- zum Eingang fehlt - Ausgang (5 V) höher als Eingang (nichts) ist für diese Art Regler generell untersagt. Guckst Du z.B. http://www.fingers-welt.de/phpBB/viewtopic.php?f=14&t=13&start=2650#p117520 mein drittes Bild an: Links neben dem Nano ist ein 7805 unter dem Kühlkörper, da passiert mir thermisch nichts. Am Arduino habe ich Vin und 5 V gebrückt und speise dort meine extern erzeugten 5 V ein. Der externe 7805 hat eine Diode zwischen Ein- und Ausgang bekommen, damit auch der im garantierten Bereich bleibt, wenn ich zwecks Entwicklung ohne Netzversorgung vom USB speise.

Deine Vorregelung auf knapp 7 Volt ist eine gute Lösung, die Thermik im Griff zu behalten! Spätestens, wenn noch Peripherie zu versorgen ist, würde ich die 5 Volt lieber extern erzeugen.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon gafu » Sa 9. Jan 2016, 22:49

ams1117.jpg

Beim nächsten Arduino mega reiß ich das Scheißding runter und schraube einen 7805 auf einen Kühlkörper, und der wird mit seinen Keramikkondensatoren bestückt und mit 3 5cm langen Drähten an die Lötaugen vom entsorgten 1117 Regler gelötet.
Solls doch russisch aussehen, wenn der Scheiß original nicht funktioniert dann muss es eben so sein.
Und dann kommt da eine dicke 5,1V oder 5,6V Z-Diode drüber.

Auf dem Mega steckt ein RAMPS 1.4 und das Ding sitzt in meinem 3D-Drucker, der nun nicht mehr drucken kann.

Das hat ja über ein Jahr lang gut funktioniert, nur seit ich auf TMC2100 Motortreiber gewechselt habe sind zwei von den Spannungsreglern gestorben.
Das muss es aber aushalten, andere Leute verwenden die auch.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon Bastelbruder » Sa 9. Jan 2016, 23:52

gafu hat geschrieben:Das hat ja über ein Jahr lang gut funktioniert, nur seit ich auf TMC2100 Motortreiber gewechselt habe sind zwei von den Spannungsreglern gestorben.
Das muss es aber aushalten, andere Leute verwenden die auch.

Ich wollte schon heute Nachmittag den Verdacht äußern, aber jetzt ist das amtlich. LATCHUP!
Der Fehler wird nicht mehr auftreten, wenn Ein- und Ausgänge gegen Überspannung geschützt werden, genauer: gegen Ansprechen der parasitären "Schutzdioden" die primär zum Schutz des nicht besafteten Chips gedacht sind.
Vermutlich hat es zuerst den ADC erwischt, dort dürfte ein Multiplexer am Eingang sein. Da gibt es eine große Gemeinheit: Wenn eine "Schutzdiode" leitend wird, werden gleichzeitig alle anderen Schutzdioden durch den lateralen Parasitär-Transistor auch leitend! Und dann wird der Strom an irgendeiner Stelle so hoch daß der berüchtigte Thyristor zündet. Ab diesem Zeitpunkt gibt es zwei Varianten: entweder der Spannungsregler gibt nach oder er trumpft auf. Die dritte Variante wird eben nachgerüstet: DER Regler gibt nicht nach. Nur die erste Variante hat eine Überlebensschance.

AnalogMUX-Eingänge müssen mit Schottkydioden geschützt werden. Oder man versorgt den Mux über Vorwiderstände und/oder Dioden in Plus-und Minusleitung, damit keine erheblichen Ströme in die Stromversorgung eingekoppelt werden können. Dann wird temporär bloß die Betriebsspannung angehoben. Wenn auf dem Chip der ADC mit drauf ist, muß man abwägen. Vielleicht sind sogar entsprechende Tips im Datenblatt versteckt...

Grundsätzlich empfehlenswert sind Längswiderstände in allen Eingängen, Widerstände in den Speiseleitungen zu einzelnen Chips, auch mal auf der "Masseseite". Bei CMOS ist die Masse auf der Plus-Seite des Chips. Solche Widerstände sind nebenbei auch eine große Hilfe in Sachen EMV.
Achja, auch professionelle Platinen enthalten Fehler.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon shaun » So 10. Jan 2016, 00:07

> Wenn eine "Schutzdiode" leitend wird, werden gleichzeitig alle anderen Schutzdioden durch den lateralen Parasitär-Transistor auch leitend! Und dann wird der Strom an irgendeiner Stelle so hoch daß der berüchtigte Thyristor zündet.

Leitend mit einem gewissen Strom, gibt ja genug Schaltungen, die die Schutzdioden nutzen (siehe Drecksnulldurchgangserkennung, via 2x1meg von 230VAC auf den Pin - Pfui), nicht schön, aber funktioniert ja leider recht lange.

Ich war neulich mit einem nachgefrickelten Gerät beim TÜV zwecks Nachprüfung Burst und ESD. NICHT mein Entwurf! Da hat der Entwickler die ATmega Pins auf eine Pfostenleiste geführt und darüber ohne weitere Maßnahmen - keine Z-Dioden, keine externen Dioden, kein Keramik-C, keine Serienwiderstände, keine Ferrite - den I2C über 2x1m Kabel zu externen Sensoren geführt.
Die Folientastatur im Panel ist ebenso angeschlossen und hat beim ESD-Test natürlich ständige Resets forciert. Ob normale Resets oder ob der Atmel den 78L05 via Latchup in die Knie gezwungen hat sei mal dahingestellt, dagegen spricht, dass die Kiste jedes Mal von selbst wieder aus dem Quark gekommen ist.

Ist ein schönes Lehrbeispiel für die Entwicklerin des Nachfolgegerätes - wenn man über solche Fehler spricht, macht sie wenigstens nicht der nächste auch noch.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon Zabex » Mo 11. Jan 2016, 13:28

plottermeier hat geschrieben:Hallo,
Direkt 5 Volt am 5V-Pin einspeisen wird ja auch nicht empfohlen.
Jens

Warum nicht? Der USB-Anschluss bei meinem Arduino-Nano verbindet die +5V vom USB auch über eine Diode mit dem Ausgang des Längsreglers.
Ich habe 4 Arduinos im Dauereinsatz. Bei allen habe ich so einen Step-Down Wandler (eBay, 79ct) als Versorgung drangeklemmt und bisher keine Probleme gehabt.

Habe ich da nur Glück gehabt?
Oder verträgt der Längsregler die Rückwärtsspeisung grundsätzlich doch? Gemäß Prinzipschaltbild sehe ich da eigentlich keine Probleme.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon Sir_Death » Mo 11. Jan 2016, 14:10

Zabex hat geschrieben:
plottermeier hat geschrieben:Hallo,
Direkt 5 Volt am 5V-Pin einspeisen wird ja auch nicht empfohlen.
Jens

Warum nicht? Der USB-Anschluss bei meinem Arduino-Nano verbindet die +5V vom USB auch über eine Diode mit dem Ausgang des Längsreglers.
Ich habe 4 Arduinos im Dauereinsatz. Bei allen habe ich so einen Step-Down Wandler (eBay, 79ct) als Versorgung drangeklemmt und bisher keine Probleme gehabt.

Habe ich da nur Glück gehabt?
Oder verträgt der Längsregler die Rückwärtsspeisung grundsätzlich doch? Gemäß Prinzipschaltbild sehe ich da eigentlich keine Probleme.


:lol: :lol: :lol: Bin ich scheinbar nicht der einzige.... :lol: :lol: :lol: - funktioniert am besten, und es ist (im Rahmen der Quelle) genug Strom auf der 5V Schiene - auch für viele Relais - vorhanden...
Läuft bei mir seit einem Jahr 24/7 --> 1 x beim Aquarium und 1 x in der Steuerung der Elektrozusatzheizer und Ventilatoren für die Badezimmer und WCs
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon gafu » Mo 11. Jan 2016, 20:34

Bastelbruder hat geschrieben:
gafu hat geschrieben:Das hat ja über ein Jahr lang gut funktioniert, nur seit ich auf TMC2100 Motortreiber gewechselt habe sind zwei von den Spannungsreglern gestorben.
Das muss es aber aushalten, andere Leute verwenden die auch.

Ich wollte schon heute Nachmittag den Verdacht äußern, aber jetzt ist das amtlich. LATCHUP!
Der Fehler wird nicht mehr auftreten, wenn Ein- und Ausgänge gegen Überspannung geschützt werden, genauer: gegen Ansprechen der parasitären "Schutzdioden" die primär zum Schutz des nicht besafteten Chips gedacht sind.
Vermutlich hat es zuerst den ADC erwischt, dort dürfte ein Multiplexer am Eingang sein. Da gibt es eine große Gemeinheit: Wenn eine "Schutzdiode" leitend wird, werden gleichzeitig alle anderen Schutzdioden durch den lateralen Parasitär-Transistor auch leitend! Und dann wird der Strom an irgendeiner Stelle so hoch daß der berüchtigte Thyristor zündet. Ab diesem Zeitpunkt gibt es zwei Varianten: entweder der Spannungsregler gibt nach oder er trumpft auf. Die dritte Variante wird eben nachgerüstet: DER Regler gibt nicht nach. Nur die erste Variante hat eine Überlebensschance.


Dazu möchte ich nochmal nachhaken.
Ich kann den gegankengang von "motortreiber" zu "adc latchup" nicht nachvollziehen.

Die motortreiber sind autonome hardware, die zusammen mit der induktivität der schrittmotorspulen eine konstantstromregelung ergeben. Die treiber bekommen vom mikrocontroller /ein, /richtung signal und pulse für die schritte. Die schritte werden in 1/16tel angesteuert, die zeit zwischen pulsen gemessen und 8 zwischenschritte interpoliert. Es ergibt sich pseudo-256tel schritt betrieb der sehr ruhigen motorlauf bewirkt, was lediglich dadurch eingeschränkt wird wenn die geschwindigkeit sich ändert. Die motortreiber haben zum controller ein 5v interface und schalten auf die motoren dann 12-40 volt, je nachdem was man so an dynamik braucht.

An den adc eingängen befinden sich temperaturfühler, die direkt über 4k7 von 5 volt versorgt werden und aus 100k thermistoren bestehen. Die spannung über dem thermistor wird mit einem elko (10...40uF) geglättet und geht dann auf die adc-eingänge.

Höherohmsche widerstände verursachen meßfehler bei der impulsartigen stromaufnahme der sample&hold eingangsschaltung.

Aber wo ist da jetzt der zusammenhang zwischen motortreiber und adc zu suchen?
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon Bastelbruder » Mo 11. Jan 2016, 22:12

Es wurde eine Verdrahtungsänderung durchgeführt. Die "Wirkströme" fließen hoffentlich durch die ihnen zugeteilten Leitungen. Aber irgendwo fließen Ströme in Schleifen durch die Controllerplatine, zumindest manchmal. Irgendwo sind in der Leistungsmimik Powerground und Signalground miteinander verbunden, vielleicht auch noch Analog(meß)ground. Und irgendwo sind zwei dieser Faulheitssymbole mit dem Controller verbunden. Da ist nicht zwingend eine Masseschleife, aber es ist nicht ausgeschlossen daß im Falle irgendwelcher aprupter Stromschwankungen im Leistungskreis negative Spannungen auf Sensorleitungen oder auch Ausgängen zurückkommen. An 100nH - das ist ein 10cm kurzes, massives Massekabel oder eine Vollflächenplatine 10x10cm, fällt bei einer aprupten Stromänderung von 2A in 100ns 2 Volt ab. Diese 100ns reichen problemlos um einen LatchUp-Thyristor zu zünden. Oder ein 555-Flipflop fehlzuleiten. Manchmal sogar um Konfigurationsregister in halbintelligenten Chips umzuprogrammieren.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon ferdimh » Mo 11. Jan 2016, 23:28

Die 1117er sind von der Funktion LM317 mit eingebautem Spannungsteiler und können Rückwärtsbetrieb ab (sie sehen die Masse nicht!)
Die 78xx sind anders gebaut, und versuchen auch eine "zu hohe" rückwärts angelegte Spannung zu korrigieren.
Bei U>5V stresstestet das unter Anderem die BE-Diode des Ausgangstransistors, Zeitnaher Abbrand (in der Regel mit Durchzug Eingang-Ausgang) ist die Folge.
Bei 5V geht es mit dem 7805 meistens gut, bei mehr halt nicht mehr. Das ist aber definitiv nicht im Sinne des Erfinders.

Unabhängig davon sind die massenhaft chinesisch nachgebauten AMS1117 eine ziemlich störanfällige Seuche, da die notgedrungen (weil LDO UND Regelverstärker aus Vin-Vout betrieben) "kreativ" ausgeführte Strombegrenzung nicht sehr präzise ist. Irgendwo gibts ein Innenschaltbild von dem Teil, wo man das nachvollziehen kann. Bei Vin=viel stirbt so der Endtransistor den thermischen Tod, bevor die Übertemperaturschutzschaltung angesprochen hat.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon gafu » Mi 13. Jan 2016, 21:20

Ok, latchup durch verstreute parasitärinduktivität und schlechte masseführung. Das die schaltung von ramps ein "es geht halt so" ist war mir schon an anderer stelle aufgefallen.

Der motortreibertausch bringt nur geringfügige änderung weil das als steckmodul nur aufgesteckt wird und die treiber dacpinkompatibel sind.
So sehen die aus:
http://www.watterott.com/de/SilentStepStick

Das gleiche gibts auch mit dem allegro a4988 und den texas instruments drv8825 drauf.
Die allegro sind auch gestorben, der texas hat das desaster als einziger überlebt.
(Die extruder mit drv8825, da die billig sind, aber den schrittfehler jeden 16. mikroschritt nicht haben, die z-achse hat 4000 mikroschritte pro mm, da spielt es keine rolle mehr, da kommt ein ganz billiger allegro rein, der kostet keine 2 euro)
Die eigentliche verdrahtungsänderung mit einer externen platine an 20cm hosenträgerkabel habe ich erst wochen nach dem ersten schaden (und tage vor dem zweiten) durchgeführt.

Die chinesen liefern inzwischen auch arduino-clones mit dem smd-soic-8 7805 aus, mit dem hinweis das wäre stabiler.

Irgendwie ist das schon alles etwas elendig mit der heißen nadel gestrickt, aber mir fehlt die zeit da was eigenes zu bauen.
Die motortreiber sind übrigens alle auf der 5v seite gestorben und haben da einen kurzschluß, während die "24v" seite weiterhin von der 5v seite isoliert ist. In den chips ist wohl etwas mehr hirnschmalz eingeflossen.
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon gafu » So 24. Jan 2016, 14:39

Ich habe nun einen kaputten Arduino repariert.
mikroskop-loetspitze-600.jpg


Läuft erstmal wieder.
Hardware: http://blog.gafu.de/?p=1183
Software: http://blog.gafu.de/?p=1185
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Re: Arduino Mega - Spannungsregler

Beitragvon Nicki » So 24. Jan 2016, 15:28

Das Thema interessiert mich auch, da ich mir bald einen 3D-Drucker kaufen wollte.
Davon abgesehen dass ich eh mit einem Thyristor und einer Polyfuse einen Überspannungsschutz frickeln wollte:
Welche Widerstandswerte sind in den Versorgungs- und Datenleitungen als Hausnummer sinnvoll?
Sollte da noch ein Kerko hinter?
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