Reparaturerfolge

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Arndt » So 22. Dez 2013, 16:06

Ich habe von einem Bekannten meines Nachbarn eine Reparaturanfrage eines IBM T60 bekommen, welcher, nachdem er nicht mehr laden wollte, ein Jahr im Schrank gelegen hatte... Dilettanten, diese!
Ersten Diagnose:
    - Netzteil unklar
    - Akku unklar
    - Ladeelektronik Mainboard unklar
Ich habe den dann für einen 10er mitgenommen.

Detailierte Diagnose nach direkter Einspeisung über Labornetzteil...
Maschine bootet, MBR im Mors (winzigweich streikt), Knoppix tut aber, Akku lädt
also nur noch
    - Netzteil unklar
    - Festplatte unklar

Ursache für den Spannungseinbruch war echt fies!

20V im Stecker gemessen, brach aber nach dem anschließen auf 10V auf dem MB ein...Das Netzteil von meinem Vater funzte aber 1a
Netzteil aufgemacht, keine Auffälligkeiten und ohne Kabel auch unter Last Stabil *grübel*
Am Kabel war eine verknurbelte Stelle -AHA, hab ich Dich du Schurke- "Kabelbruch" rausgeschnibbelt... uuund MIST, das war's auch nicht.
Buchse im Laptop aufgemacht, auch alles prima *grübel*
Schlussendlich hatte sich im vergossenen Stecker die Lötverbindung zur inneren Hülse des Steckers gelöst und war irgendwie nicht messbar hochohmig. Hat ohne Belastung die Originalspannung gebracht. Beim Durchgangsmessen hab ich den Stecker wohl immer so gehalten, dass der Kontakt da war... *grummel*
Ohne ESDKittels Hartnäckigkeit wäre ich da nicht hinter gekommen (wollte den Stecker nicht opfern, aber er hat nicht nachgegeben :)). Dickes THX nochmal an dieser Stelle!
Gerüchte über "geheime" Elektronik zum mittleren Pin für irgendwelchen originalnetzteilerkennungsfirlefanz konnten auch nicht bestätigt werden, der Ömmes für den Pinorek ist stumpf nicht angeschlossen!

Akku hat auch noch eine sehr gute Kapazität und da mich die Daten des Vorbesitzers ohnehin nicht interessierten werkelt jetzt ein Opensuse auf der Möhre *jippiee*
Nur diesen ver$$&&&$%§§$§$" Fingerprintömmel kriege ich noch nicht ans Laufen...
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Küchenkamin schmeißt Sicherung

Beitragvon Bastelbruder » Mo 23. Dez 2013, 13:40

Hey, kannst Du dir mal meinen Küchenkamin ansehen, der schmeißt seit kurzem immer wieder die Sicherung.

Bild

Naja, da ist etwas gesunde Bräune auf der Platine, aber das kanns nicht sein. Der Elko daneben wohl eher. Eigentlich sieht der noch gut aus, Gloria (Taiwan, nicht China!) kenn' ich schon seit 1970 aus Taschenradios, der Kontrollör ist von NEC 1994 und der Rest der Platine "9437" durchweg europäisch.
Das ESR-Meter zeigt 69 Ohm, mit einem neuen (alten) Siemens-Elko der etwa das zehnfache Volumen besitzt, ist alles wieder gut. Der gebräunte Kohleschichtwiderstand hat 330 Ohm, dran liegen bloß 11,5 Volt, macht nach Adam Ries genau 0,4 Watt. Dafür hat er sich ganz gut gehalten, immerhin ist er jetzt volljährig.

Jetzt hält die 16 Ampere-Sicherung wieder und morgen verrate ich des Rätsels Lösung.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon shpank » Mo 23. Dez 2013, 13:49

Im Ernst? Vernietete Triacs? Von wegen geplante Hühnersuppe ist eine Erfindung des 21. Jahrhunderts...

Ich hab gestern mal wieder jemanden dran gehindert, 15 Euro auszugeben und nebenbei noch ca 200ml Elektroschrott zu erschaffen...

Der wollt sich doch glatt ein neues Netzteil für seinen Monitor kaufen, nur weil seine Hasen das (zum Glück) niederspannungsseitige Kabel angefressen haben... 5 Minuten mit dem Lötkolben und das Ding sieht bis auf ne kleine weiße Stelle (ich hatte kein anderes Isolierband da) wieder aus wie neu.

Wer baut auch so nen Blödsinn? Externe Netzteile bei Monitoren hab ich irgendwie nie ganz verstanden...
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon andreas6 » Mo 23. Dez 2013, 14:15

Hallo,

es gibt Schrauben mit Innensechskant, die Blindnietköpfen auf den ersten Blick verblüffend ähnlich sehen. Solche habe ich z.B. in Apc-Usvs an den Leistungsschaltern vorgefunden. Da dachte ich auch, dass die Dinger vernietet sind.

MfG. Andreas
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Heaterman » Mo 23. Dez 2013, 14:46

shpank hat geschrieben:I

Wer baut auch so nen Blödsinn? Externe Netzteile bei Monitoren hab ich irgendwie nie ganz verstanden...


Das macht die Entwicklung und Prüfung/Zulassung des Monitors viiieeel einfacher und vor allem billiger.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon zauberkopf » Mo 23. Dez 2013, 15:34

Code: Alles auswählen
Das macht die Entwicklung und Prüfung/Zulassung des Monitors viiieeel einfacher und vor allem billiger.


So ist es ! Und dann bedenke noch, das Hersteller gerne mal ein Gerät produzieren wollen für Europa (230V ) und USA (110V)...
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Profipruckel » Mo 23. Dez 2013, 20:50

shpank hat geschrieben:Im Ernst? Vernietete Triacs? Von wegen geplante Hühnersuppe ist eine Erfindung des 21. Jahrhunderts...
Nein, industriell sinnvolle Technik und schon im 20. JH gesehen!

Diese Nieten werden dem Verarbeitungswerkzeug (pneumatisch / elektrisch) per Magazin zugeführt und ähnlich einer Blindniete gezogen. Dabei reisst der Zugstift aber nicht ab, sondern ist Bestandteil des Werkzeuges, sechseckig geformt und wird durch den Niet durchgezogen. Der Rohniet hat außen bereits ein Gewinde aufgewalzt und formt dieses im Werkstück ab.

Das ist nichts für Heimwerker und Kleinserien, das muss sauber aufeinander abgestimmt sein.

Auf dem Bild kann man erahnen, dass das Loch frei und sechseckig ist. Das könnte z.B. von Avdel sein: http://www.avdel-global.com/de/produkte/magazin-blindniete/rivscrewr.html.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Profipruckel » Mo 23. Dez 2013, 21:02

shpank hat geschrieben:Wer baut auch so nen Blödsinn? Externe Netzteile bei Monitoren hab ich irgendwie nie ganz verstanden...
Noch weniger verstehe ich Geräte mit eingebautem Netzteil, wo der Schalter mechanisch wie ein echter Netzschalter aussieht, aber auf der Kleinspannungsseite liegt.

Canon vermittelt mir also den Eindruck eines echten Netzschalters, tatsächlich ist das D**ckding *) aber ständig am Netz.

Was mir viel mehr als externe NT auf die Nerven geht, dass viele Hersteller einen möglichst exotischen Stecker verwenden, wäre ja zu schön, wenn man mal schnell in die Bastelkiste greifen könnte.

*) CanoScan 5600F
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon andreas6 » Di 24. Dez 2013, 17:42

Hallo,

der vorletzte Heizungsregler läuft nun auch. Dort schalteten die Relais nicht, daher war zunächst der Schalter Uln2003 verdächtig. Irgendwann hatte ich mal ein Tütchen mit dem notwendigen Smd-Hühnerfutter gekauft, es aber verlegt. Letzte Woche tauchte es unter vielen anderen Tütchen wieder auf. Ein Ersetzen des 2003 erbrachte keine Verbesserung. Erst der Austausch des davor liegenden 4094 führte zum gewollten Klappern. Nun muss noch das mittlere Relais raus, es kommt im Diodentest trotz x-fach schalten nicht unter 30 mV.

Der letzte Regler hat das gleiche Problem. Das wird wohl auf die gleiche Art gerichtet werden müssen. Glücklicherweise kommt man an die Chips recht gut ran und kann die mit dem einfachen Lötkolben runter nehmen. Das Aufsetzen der neuen Chips auf die Zinnbuckel ist fast mühsamer...

MfG. Andreas
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Nicki » Di 24. Dez 2013, 18:04

Die warmweißen LEDs mit parallelgequälter Vergangenheit aus einem abgerauchten Leuchtmittel mit denen ich unsere Fußbodenheizungs-Raumthermostäter nachgerüstet habe (hängen in Reihe mit dem Relais) geben nach gut 2 Jahren Funktion so langsam auf, daher habe ich angefangen, allen neue kaltweiße aus China (1000 Stück für nicht ganz 11€) zu gönnen.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Sven » So 5. Jan 2014, 14:03

Letztes oder Vorletztes Jahr habe ich hier aus dem Forum günstigst einen Surround Verstärker geschossen (von Xanakind glaube ich). Kam vom Schrott, mindestens mit defektem Drehencoder und augenscheinlich ausgelaufenen Elkos.

Auf der Platine des Analogteils befand sich eine braune eingetrocknete Sauce im Bereich der Spannungsregler. Also fix alle Elko Werte notiert und bestellt. Beim Ausbau der Elkos zeigte sich dann, dass es sich bei dem vermeintlich ausgelaufen Elektrolyt lediglich um Klebstoff handelte. Wer erfindet so einen Blödsinn?? Klebstoff für elektronische Bauteile, der wir ausgelaufener Elektrolyt aussieht?
Durch die Erwämung ist die Pampe rund um die Kühlkörper der Linearregler verhärtet und dunkel verfärbt.
Die Messung mit dem Kapazitätsmessgerät hat dann ergeben, dass kein einziger Elko zu wenig Kapazität hatte. Lediglich einige der 100nF Keramik Kondensatoren hatten deutlich zu wenig Kapazität. Bis runter auf 70nF. Interessanterweise war ein Kondensator mit 2200µF auf der Platine beschriftet aber tatsächlich nur mit 470µF bestückt.

Noch kurz den neuen Drehencoder eingebaut und dabei festgestellt, dass ich versehentlich einen Typen ohne Gewinde bestellt habe. Eine alte 6,3mm Klinkenbuchse spendete ihren Schaft, den ich zuvor passend aufgebohrt hatte. Mit etwas Epoxy konnte ich den dann auf den glatten Schaft des Drehencoders verpflanzen. Die Pin Belegung von Drehencodern ist auch nicht einheitlich :x
Erste Variante: Ich kann nur leiser stellen. Zweite Variante: Linksrum wird es lauter und rechtsrum leiser. Beim dritten Versuch funktionierte dann alles, wie es sollte.

Reparatur geglückt? Fehlanzeige. Der linke Kanal zerrt. Long Story short: Den TDA2030 des Kanals gegen einen funktionierenden tauschen: bringt nichts. Kompletten Signalpfad überprüft: alles in Ordnung.
Den analogen EQ und Balance Regler aus dem Signalpfader genommen: Bringt nichts. Der Decoder gibt ein sauberes Signal raus, aus dem Lautstärke Poti IC kommt zumindest der Rec-Out sauber raus. Signalverfolger am Eingang des TDAs: Sauber.
Die Konstruktion ist sowieso reichlich seltsam. Höhen, Bässe und Balance auf den Front Kanälen werden analog geregelt. Der Verstärker hat aber ein spezielles IC von Mitsubishi verbaut, das nicht nur von 6 Surround Kanälen die Lautstärke einstellen kann, sondern auch noch komplette Equaliser Stufen eingebaut hat. Warum man dann noch wieder analog etwas in den Signalpfader häkelt bleibt mir ein Rätsel.
Da war doch tatsächlich das Relais am Ausgang hochohmig geworden und produzierte nun lustige Aussetzer, die sich wie Verzerrungen anhörten. Den Verstärker hatte ich jetzt schon mehrfach zerlegt.
Relais ersetzt: Gar kein Ton mehr auf den Stereo Kanälen :? :x
Durch das wiederholte Zerlegen hatte sich doch tatsächlich ein Kabelbruch in das Kabel von der Hautplatine zur Frontplatte eingeschlichen, über das der analoge EQ eingeschleift wird.
Natürlich war der Kontakt nur im eingebauten Zustand am Kabel messbar. Ausgebaut musste man schon ganz ordentlich daran rumknicken, um den Kabelbruch nachvollziehen zu können.
Dafür waren auch gleich beide Kanäle betroffen.
Aus zwei alten CD Laufwerken habe ich passende Kontakteinsätze für den Steckverbinder ausgeschlachtet und ein altes Audio Kabel CD-Rom zu Soundkarte als Leitung verfrickelt.

Jetzt tut der Kasten wieder. Was für eine OP.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Fritzler » So 5. Jan 2014, 15:15

Na das schreit doch glatt danach den Audio EQ IC in Betrieb zu nehmen?
Die TDA2030 kannste bei der Gelegenheit auch gleich rauswerfen und gegen was Gutes ersetzen :twisted:
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Sven » So 5. Jan 2014, 15:56

Fritzler hat geschrieben:Na das schreit doch glatt danach den Audio EQ IC in Betrieb zu nehmen?
Die TDA2030 kannste bei der Gelegenheit auch gleich rauswerfen und gegen was Gutes ersetzen :twisted:


Warum sollte man in ein Noname Gerät einen solchen Aufwand stecken? Lohnt sich nicht ansatzweise. Das ist Zeitverschwendung.
Die Platine ist nicht wirklich modifizierbar. Die Verstärker ICs können nur durch 100% kompatible Typen ersetzt werden. Die müssen so in die vorhandene Schaltung reinpassen und pinkompatibel sein.
Ist das nicht der Fall, muss das komplette Gehäuse modifiziert werden. das ist nichts mehr mit mal eben und gleich.

Außerdem wird der IC Tausch nichts bringen. Mit anderen ICs wird dieser Verstärker nicht besser oder überhaupt anders klingen. Wenn der TDA schlecht klingt, ist die Beschaltung falsch.
Ein LM1875 mag auf dem Datenblatt anders aussehen aber das wars auch schon.
Die Schwachstellen des Geräts sind nicht behebbar! Um hier eine deutliche Verbesserung zu erzielen, muss der komplette Digitalteil ab den D/A Wandlern modifiziert werden.
Da hat analoge Signalverarbeitung gar nichts zu suchen.

Bevor man an solchen Nebensächlichkeiten rumdoktort, sollte man lieber die Lautsprecher aus akustischer Sicht optimal aufstellen oder sich bessere Lautsprecher bauen. Dann kann man immer noch über solchen Kleckerkram wie Verstärker ICs nachdenken.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon shaun » So 5. Jan 2014, 16:13

Dass der Kleber wie Elkokotze aussieht ist das kleinere Problem, dass er wenn er trocken wird hygroskopisch wird finde ich viel schlimmer.
Bei hochohmigen Schaltungen eine Beeinflussung, wenn etwas mehr Saft bereitsteht zerfrisst es elektrolytisch die Bauteilebeine, die im Kleber liegen. Yamaha-Synths und sicher diverses UE-Geraffel leiden darunter sehr...
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Re: Küchenkamin schmeißt Sicherung

Beitragvon piotr » So 5. Jan 2014, 17:10

Bastelbruder hat geschrieben:Jetzt hält die 16 Ampere-Sicherung wieder und morgen verrate ich des Rätsels Lösung.



Zwei Wochen später interessiert mich das immer noch.
Bin kein großer Motorenkenner aber in ner DAH hätte ich nicht unbedingt soviel Technik erwartet. Schalten die TO220-Teilchen je nach gewählter Quirlstufe einzelne Wicklungen zu und dabei läuft was schief? Ich hätte erstmal nach Fremdkörpern und Sitsch geschaut, den gibt es in Küchengeräten in jeder Ritze, allerdings selten niederohmig...
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Re: Küchenkamin schmeißt Sicherung, Lösung

Beitragvon Bastelbruder » Mo 6. Jan 2014, 01:08

Irgendwie scheint da was verlustig gegangen zu sein... :oops:
Ich verrat's nochmal:
Durch die marode Spannungsversorgung (Siebkondensator ausgetrocknet) wurden die TRIACs unregelmäßig getriggert. Besonders heimtückisch ist die extrem unterschiedliche Triggerempfindlichkeit 1. / 4.Quadrant. Dadurch wurde der Quirl zeitweise mit Gleichspannung betrieben, was dem aber kaum was ausmacht.
Der Auslösestrom für die Sicherung ist aber nicht durch den Miefquirl geflossen sondern durch den benachbarten 200W Halogen-Ringkerntrafo. Der mag es nämlich überhaupt nicht, wenn an seiner Phase ein noch so geringer Gleichspannungsanteil auftritt. Weniger als 1V DC an der 5ohmigen Primärwicklung führen dazu daß der Kern voll in die Sättigung fährt und dann begrenzen nur noch die 5 Ohm den Strom der in dem Moment aus der 300V-Sinusspitze gezerrt wird.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon uxlaxel » Mo 6. Jan 2014, 08:30

warum sollte man einen tda2030 raushauen? so schlecht klingt der worklich nicht. das ist doch ein echter 80er jahre hifi-IC ;) da gibts weit aus schlechteres, auch heute noch! (made in prc...)
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Sven » Mo 6. Jan 2014, 14:15

uxlaxel hat geschrieben:warum sollte man einen tda2030 raushauen? so schlecht klingt der worklich nicht. das ist doch ein echter 80er jahre hifi-IC ;) da gibts weit aus schlechteres, auch heute noch! (made in prc...)


Heutzutage würde man einen Nachfolger des LM3886 verbauen. Der hat es in den 90er Jahren sogar in Voodoo Hifi Verstärker geschafft. Der Gaincard Verstärker kostet mehrere tausend Euro und beinhaltet zwei LM3886 in Minimalbeschaltung.
Der Hersteller wird mit super kurzen Signalwegen etc. und der Verstärker hat damals die HiFi Experten wirklich erstaunt.

Die TDA2030 werden oft falsch beschaltet und klingen deswegen mies. Gerne werden auch die Stabilisierungskondensatoren an der Spannungsversorgung zu klein dimensioniert, was sich dann in laschen Bässen äußert. Der mir vorliegende Verstärker hat zwei dicke Elkos für die TDA2030 in Brückenschaltung spendiert bekommen, die den Subwoofer antreiben. Auch eine Form der Sparschaltung aber bei 5.1 völlig in Ordnung, da die anderen Kanäle im Bassbereich sowieso nicht viel zu sehen bekommen sollten. Dicke Elkos ließen sich auch nachträglich immer noch in so eine Schaltung reinfädeln.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon reutron » Mo 6. Jan 2014, 17:47

Ich hatte die Halbleiter Applikation Heft beim Treffen auf den Server geschmiessen.....Heft 27 geht auf 96 Seiten ausfürlich auf den A2030V/H(TDA2030) ein. ;)
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Heaterman » Mo 6. Jan 2014, 18:32

Der A2030 funktioniert doch ganz gut, wenn man, wie Axel sagt, eine ordentliche Schaltung drum hat. Bei mir werkelt seit über 25 Jahren ein SV210 von RFT in der küche - ohne jedes Problem. Und mit einem aus einem alten fernseher geretteten TDA2030 hab ich erst vor Kurzem einen kleinen Nachbrenner für einen Fernseher und externe Boxen gebaut. Ordentliche Spannungsversorgung mit satt Reserve ist da wirklich alles.
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon uxlaxel » Di 7. Jan 2014, 08:36

apropo A2030, in wie weit ist der denn mit dem B165 zu vergleichen? gerüchtefolge ist der B165 die erste wahl (industrie...) und der 2030 dann der IC, mit den etwas schlechteren daten.

ansonsten: gute elkos nah am verbraucher bzw. verstärkte leiterzüge bewirken wunder. selbst meine (TD)A2005-endstufe (umbau eines SV3000) verblüfft immer wieder die zuhörer. wie laut 2x20W sein können, ist fast niemandem bewußt. besonders der generation, die mit china-radios aufgewachsen ist.

lg axel
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Felix_W » Mi 8. Jan 2014, 23:13

Das Problem in aller Kürze: Mein VW T4 Baujahr 98 hat massive Startschwierigkeiten, wenns kalt ist und hier ist es im Winter wirklich gut kalt. Einzig funktionierende Abhilfe war mehrfaches Vorglühen, aber ein Lösung ist das natürlich nicht und die Batterie macht das auch nicht ewig mit.

Nun die hoffentlich endgültige Lösung in 3 Akten:
Größere Bilder gibts mit Klick auf selbige.

1.) Die Vorglühanlage
- Sicherung? Intakt.
- Relais? Prima Zustand.
- Glühkerzen? Funktionieren einwandrei. Alle. Wurden im Sommer aber auch erst getauscht.

Spanisch kam mir aber die Vorglühdauer vor, denn die war irgendwie nicht temperaturabhängig, was laut allen gefundenen Quellen nicht sein dürfte. Da man sich ohne vernünftige Schaltungsunterlagen in dem Elektronikverhau einen Wolf sucht und das nasskalte Wetter Anfang Dezember die Lust am Auto rumzufrickeln nicht grade erhöhte, kam der Kübel ausnahmsweise zur Fehlersuche in die Werkstatt.
Es stellte sich heraus, dass ein PTC (einer von 5 - in Worten FÜNF) hochohmiger war, als er sein dürfte. Getauscht habe ich das Mistding dann selber. Der Sensor ist übrigens kaum verbaut, kommt man wirklich "super" dran. :roll: Eine Vergleichsmessung ergab gut 20% Abweichung vom Soll, die Werkstattleute hatten also Recht.
Natürlich habe ich das Ganze bei noch handwarmem Motor gleich noch kurz getestet und mich erstmal über die merklich längere Glühdauer gefreut. Die Ernüchterung kam dann am nächsten Morgen, denn was hatte mir die Aktion in Bezug auf das Kaltstartverhalten nun gebracht? Genau - Gar nichts...
Immerhin war ein defintiv defektes Teil ausgetauscht.

2. Der Dieselfilter
Ein Freund meines Vaters, der unter anderem Kfz-Mechaniker gelernt hat und viel an seinen Kisten schraubt, meinte, dass das Problem auch mit dem Dieselfilter zu tun haben könnte. Das klang plausibel, denn die im Filter integrierte Dieselvorwärmung funktioniert ja nur bei betriebswarmem Motor und für den kalten und damit etwas zähflüssigeren Diesel, könnte der schon recht zugesetzte Filter ein zu großes Hindernis darstellen, um den Motor mit, zum Starten ausreichender Kraftstoffmenge zu versorgen.
Ein passender Filter war zufällig auf Lager und beim Alten funktionierte schon nicht mal mehr die Wasserablasseinrichtung, also raus damit. Nachdem das System dann endlich luftleer georgelt war, sprang der Bus dann auch tatsächlich etwas besser an, aber gut was das noch immer nicht.

3. Der Anlasser
Gestern, Feierabend: Ab ins Auto, Tür zu und los - ja von wegen... :x Zwei müde Umdrehungen, dann war Stille. Mein erster Gedanke war natürlich eine leere Batterie, aber ich hatte keine Verbraucher angelassen, sehr eigenartig.
Also erstmal die Leerlaufspannung gemessen: 12,4V sind nicht berauschend, aber leer ist das noch lange nicht. Trotz wachsender Zweifel an der ersten Fehlervermutung, haben wir versucht fremd zu starten. Kein Mukser vom Anlasser, aber alle anderen Verbraucher funktionierten.
Die Suche nach der Sicherung verlief ergebnislos, da keine vorhanden ist und wie ich mitlerweile weiß ist das offenbar so üblich.
Wer den T4 kennt, der weiß, dass es im Motorraum derart eng zugeht, dass man kaum was sieht - den tief unten sitzenden Anlasser schon gar nicht. Also bin ich mal mit der Digicam auf Tauchstation gegangen und fündig geworden. (Hier fehlt ein Foto, aber mehr wie 3 kann ich nicht anhängen)

Also (immer noch in der Arbeit) das Netz nach Ausbauinfos für den Anlasser abgegrast. Im t4-wiki steht, das wäre ganz einfach, nur 3 Inbusschrauben, bla... fasel... Irgendwie hatte ich ein DejaVu (Sensor, siehe oben).
Sodann wurde der Bus mit vereinten Kräften in den Stadl gerollt, wo essentielle Dinge wie Licht und ein vernünftiger Wagenheber vorhanden sind. Ich habe mich dann mit der Stirnlampe unters Auto geklemmt und das Mistding da rausoperiert. Das mit den 3 Schrauben stimmt übrigens und zwei davon sind sogar ziemlich gut zugänglich. Die dritte ist aber weder zu sehen noch zu ertasten und zwar weder von oben, noch von unten. Ein Hoch auf die Konstrukteure bei VW. Wie festgegammelt die Schrauben zudem waren, kann man sich angesichts des Fahrzeugalters ja leicht ausmalen.

Ausgebaut.JPG
Ausgebaut.JPG (188.16 KiB) 3843-mal betrachtet

Das, was aussieht wie eine angefressene Zündschnur war mal die Plusleitung zum Anlassermotor, der laut Typenschild 1,8kW hat. Dass dieser völlig vergammelte Kupferfetzen am Morgen noch 150A verkraftet hat, fällt mir schwer zu glauben. Reste von Isolierung, Ummantelung oder ähnliches waren an diesem Stück Litze übrigens nicht zu entdecken. Offenbar ist das ab Werk tatsächlich einfach nur blankes Kupferseil :shock: Das MUSS ja gammeln.

Als nächstes habe ich den Motor zerlegt um die Kohlen zu begutachten. Wären die fertig gewesen, hätte ich das ganze Trumm getauscht, denn der Kohlensatz kostet fast soviel wie ein neuer, kompletter Anlasser. Dem war aber nicht so, die Kohlen sind noch prima und der Kollektor macht auch einen guten Eindruck.

Also wurde folgendes Providurium zusammengemurkst.
Pressverbindung.JPG
Pressverbindung.JPG (153.36 KiB) 3843-mal betrachtet

Das aus dem Motor herausragende Ende des Kontaktträgerblechs wurde blank gefeilt und mit dem, von einem 50mm² Rohrkabelschuh abgesägten Hülsenende unter Zuhilfenahme einer Rohrzange und eines Schraubstocks auf ein Stück 16mm² Schaltlitze gepresst. Etwas fragwürdig vielleicht, aber da hätte auch eine Presszange nichts geholfen und das hält sogar erstaunlich gut. Bevor die Verbindung aufgeht, bricht das Kupferblech ab, da bin ich mir sicher. Trotzdem würde ich sowas nie in Systemen mit höheren Spannungen zusammenpfuschen, also keine Angst.

Anschließend habe ich den Anlasser noch ausgeblasen, die Lager geschmiert und den gröbsten Rost runtergeputzt. Nach Abschluss der Arbeiten sah das Teil dann so aus.
Fertig.JPG
Fertig.JPG (176.55 KiB) 3843-mal betrachtet

Schnurrt wieder, wie ein Kätzchen und insgesamt springt der T4 jetzt deutlich besser an. :D

Das "bisschen" Übergangswiderstand, das dieses vergammelte Stück Litze verursacht hat, wirkt sich bei so hohen Strömen natürlich recht extrem aus und die Solldrehzahl zum Start des Motors konnte so freilich auch nie erreicht werden. Verwunderlich ist nur, das der Start mit warmem Motor nie ein Problem war.

Drückt mir dir Daumen, dass die Probleme damit nun endlich Geschichte sind!

Gruß, Felix
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Osttiroler » Do 9. Jan 2014, 00:25

Hallo

Das Problem ist mir von älteren VW Dieseln bekannt, mehrmals repariert an Golf2, Passat B3, Golf3, meinem T3 und einem Vento

Die Starterdrehzahl wird über Monate immer ein bisschen weniger, was weil sie sich sehr langsam ändert nicht groß auffällt, bis der Motor dann nicht mehr gut anpringt bzw im Winter gar nicht mehr.

Ich habe bisher immer den Bürstenhalter getauscht samt der gammligen Leitung. Allerdings waren die Leitungen immer bündig beim Kunststoffteil vom Halter abgebrutzelt. Kostete beim Boschdienst so um die 30 Euro, wenn ich mich richtig erinnere.


Startverhalten war bei allen Fahrzeugen danach wieder viel besser. Motoren waren- ausm Gedächtnis- JR 1,6TD, AAZ 1,9TD, 1Z 1,9TDI und JX 1,6TD.
Gerade bei kaltem Wetter kommt es bei Dieselmotoren auf jede Umdrehung, die er schneller gekurbelt wird, an.

lg Lukas
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Gary » Do 9. Jan 2014, 01:43

Also ich hab den Dieselfilter immer oben auf einem Berg gewechselt.

Gruß Gary
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Re: Reparaturerfolge

Beitragvon Roehricht » Do 9. Jan 2014, 02:48

Heaterman hat geschrieben:Der A2030 funktioniert doch ganz gut, wenn man, wie Axel sagt, eine ordentliche Schaltung drum hat. Bei mir werkelt seit über 25 Jahren ein SV210 von RFT in der küche - ohne jedes Problem. Und mit einem aus einem alten fernseher geretteten TDA2030 hab ich erst vor Kurzem einen kleinen Nachbrenner für einen Fernseher und externe Boxen gebaut. Ordentliche Spannungsversorgung mit satt Reserve ist da wirklich alles.


Hallo ,
so ist es. Mir hatte mein damaliger Berufsschullehrer gesagt: Ein Gerät ist immer nur so gut wie seine Versorgung.Und wo er recht hat , hat er recht. :mrgreen:

Dicke Elkos, kurze dicke Leitungen und unbedingt dran denken die kleinen Keramik Cs direkt an den Pins des ICs nicht vergessen. Denn wenn HF ins Spiel kommt denn klirren die Dinger saumässig bis zum Abfallen der Ohren. Vorher sind dann aber eher die Hochtööner zum Teufel.

Ich hatte mal ein Anstaltspackung von dem Nachfolger, dem TDA 2040 bekommen. Die hab ich überall versenkt. Ich kann sagen ich hab viel gelernt. Also wenn jemand mal einen HF Leistungsoszillator bauen möchte....

Aber korrekt beschaltet sind die Dinger nich schlecht. Mega Wumms auf kleinem Raum. 2 Stk in Brücke an 24V tun 45W rms raus. Sind schick für kleine Aktiv Brüllwürfel. Ach ja die Wärme muss auch weg. Kühlblech ordentlich auslegen.
Das in den DaBla gezeigte Platinenlayout sollte man übernehmen.

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Wolfgang
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