Wasserstoffschweissen?

Der chaotische Hauptfaden

Moderatoren: Sven, Heaterman, TDI, Finger

Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Thorhall » Do 16. Feb 2017, 16:21

Moin,

bei den Treffenbilder:
http://www.fingers-welt.de/gallerie/eig ... en2012.htm
ist mir das Thema Wasserstoffschweissen aufgefallen.
Wer hat das was dazu zusagen?

Gruss
Micha
Thorhall
 
Beiträge: 22
Registriert: Mo 9. Jan 2017, 15:57

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Alexander470815 » Do 16. Feb 2017, 19:33

Meinst du die Knallgaszelle?
Die auf dem Treffen 2012 war nicht von mir, aber ich habe auch so ein Teil.
Macht halt Knallgas... was willst denn Wissen?
Benutzeravatar
Alexander470815
 
Beiträge: 787
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:42
Wohnort: D:\Hessen\Gießen\Lollar

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Harley » Do 16. Feb 2017, 20:45

Das war Alexander's Zelle:

Bild->zoom
Bild->zoom
Benutzeravatar
Harley
 
Beiträge: 588
Registriert: So 11. Aug 2013, 21:16
Wohnort: Regensburg

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Gobi » Do 16. Feb 2017, 21:50

Finde ich auch sehr interessant! Ich sehe auf dem Bild allerdings "nur" Trennen und nicht schweißen. (aber auch so schon recht erstaunlich)
Ich habe immer noch Acetylen und Sauerstoff in der Werkstatt, wenn man doch mal was warm machen will, zum Hartlöten und last not leas, wenn ich jemand das Schweißen beibringe, fange ich immer damit an.
Eine langfristige Alternative wäre durchaus interessant!
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 1700
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Alexander470815 » Do 16. Feb 2017, 22:15

Ich könnte mir vorstellen das das ganze zu stark oxidiert.
Anders als bei einer Acetylen Sauerstoff Flamme wo der gesamte Sauerstoff bereits in der inneren Flamme reagiert hat.
Wenn man damit an Metall rum brutzelt sieht es immer so aus als hätte man eine Flamme mit viel Sauerstoffüberschuss (viel Funkenflug).
Das ergibt dann natürlich eher bescheidene Nähte...
Benutzeravatar
Alexander470815
 
Beiträge: 787
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:42
Wohnort: D:\Hessen\Gießen\Lollar

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon jodurino » Do 16. Feb 2017, 22:50

Hallo

die Juweliere kennen das Gerät unter dem Namen Hydrozon
http://www.j-felber.at/index.php/cat/c41_Hydrozon-Loetgeraete-Hydrozon-Loetgeraete.html

habe damit mal arbeiten dürfen, es ist einfach genial weil man eine sehr kleine Flamme hat und punktuell sehr viel Hitze.

Die Drycell wird hier ganz gut erklärt:
https://www.wasserstattsprit.info/workshops/

Ob sie eine Energiealternative ist kann ich nicht beurteilen, klingt doch alles etwas esoterisch
aber so ein Lötgerät möchte ich in Zukunft auch haben.

cu
jodurino
jodurino
 
Beiträge: 233
Registriert: So 17. Nov 2013, 20:43

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Alexander470815 » Do 16. Feb 2017, 23:06

Für ganz feine Sachen habe ich einen Smith little torch Brenner.
Bild

Damit lassen sich auch sehr feine Sachen bearbeiten.
Die kleinste Düse hat 0,15mm und 38W Flammleistung, die Flamme ist absolut winzig :D
Benutzeravatar
Alexander470815
 
Beiträge: 787
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:42
Wohnort: D:\Hessen\Gießen\Lollar

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Freak » Do 16. Feb 2017, 23:16

Problem ist ja nur bei allem was mit H arbeitet die Versprödung, deshalb macht heute auch keine Sau mehr Arcatom.
Benutzeravatar
Freak
 
Beiträge: 655
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 13:38
Wohnort: W-3062

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Gobi » Do 16. Feb 2017, 23:36

Ich hab's nicht so mit Chemie, warum bekommt man eine Acetylen Flamme neutral und eine Wasserstoff Flamme nicht? Wenn das flüssige Metall reagiert ist das Murks, kann schon fürs Hartlöten grenzwertig sein, würde ich meinen.
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 1700
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon shaun » Fr 17. Feb 2017, 00:41

Anekdote zum Thema, aber nur am Rande...

Ein Kunde setzt sowas für Glas ein. Die Zelle ist etwa 25x15x15cm, mit zwei 16qmm Strippen an einen dicken Plattengleichrichter mit EInpressdioden angeschlossen und für irgendwas bei 200A bei 8V oder so ausgelegt. Nettes Viech.
Problem war das Schaltmanometer für die beiden Setpoints, die Auswertung musste mit einem geeigneten Schaltverstärker für Namur-Sensoren im Ex-Bereich erfolgen, und in selbigem hat sich das Relais durch das ständige An- und Abschalten des riesigen Trafoschützes (nicht original) sauber zerlegt. Um die Sicherheit sicherzustellen :) wurde die Bucht erstmal von entsprechenden Schaltverstärkern befreit und das Schütz durch ein SSR ersetzt.
shaun
 
Beiträge: 2186
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 20:37

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon ando » Fr 17. Feb 2017, 00:45

Moin,

ich hatte mal ein MSG 170 Mig o Mag Schweissgerät . Dat ist für Zahntechnik und so konzpiert worden und arbeitet auhc mit Knallgas.

Das ist mitlerweile weitergereicht worden an Felix.

Huhu Felix, gibts was neues zu dem Gerät?

lg

Ando
ando
 
Beiträge: 643
Registriert: Sa 31. Aug 2013, 23:30

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon ferdimh » Fr 17. Feb 2017, 00:59

Ich denke, der wesentliche Grund pro Azze wird die Leistung sein. Mit dem Azzebrenner will man auch mal mit Azze auf 11 und Sauerstoff auf 13 durch 20mm Stahl semmeln können.
Sowohl die Leistung als auch die Gemischeinstellung (Die Knallgaszelle liefert immer eine stöchiometrische Mischung) dürften mit der Knallgaszelle schwer werden. Und mit der Größe der Zelle steigt auch die Größenordnung eines möglichen Bumms im Fehlerfall.
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5200
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Hightech » Fr 17. Feb 2017, 07:57

Der Grund ist u.A. die Brenngeschwindigkeit.
Azze brennt schneller als z.B. Propan.
Da kann man mehr Druck auf den Brenner geben, wenn die Brenngeschwindigkeit zu klein für die Leistung ist, bläst es die Flamme weg.
H2 brennt wohl aber schnell genug. Aber wer hat schon 11Bar H2 ;)
Benutzeravatar
Hightech
 
Beiträge: 2818
Registriert: So 11. Aug 2013, 18:37

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Gobi » Fr 17. Feb 2017, 09:23

Früher gab es doch Acethylen Entwickler - so weit ich weiß, war das im Prinzip nur ein Wasserbehälter in den Karbit Stückchen vielen. All zu groß wird der Druck da auch nicht gewesen sein. Ich dachte immer , der Brennwert wäre sehr hoch. Schlimm, wie wenig Ahnung ich eigentlich von der Materie habe.
Hier ist es gut erklärt:
http://www.seilnacht.com/Lexikon/gasschm.html

Acetylen + Sauerstoff reagiert zu Kohlenstoffmonooxid + Wasserstoff
C2H2 + O2 reagiert zu 2 CO + H2

Das Co dürfte der Schlüssel sein - das ist natürlich brilliant, eine sehr heiße Flamme, aus der gleichzeitig die Schutzatmosphäre entsteht.

Übrigens bin ich sehr neidisch auf einen Herrn Linde, der ein Verfahren erfunden hat, Luft in seine Bestandteile zu zerlegen, in Flaschen zu füllen und diese teuer zu verkaufen. :roll:
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 1700
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Raider » Fr 17. Feb 2017, 09:35

Hm, warum brennen CO und H2 nicht beide ab zu CO2 und H2O? Einfach weil die Zeit nicht reicht um mit dem Luftsauerstoff zu reagieren und der zugeführte schon leer is?
Benutzeravatar
Raider
 
Beiträge: 760
Registriert: Fr 11. Jul 2014, 16:58
Wohnort: Ellerhoop

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Gobi » Fr 17. Feb 2017, 09:42

In der noch weiter außen liegenden Streuflamme verbrennt das Kohlenstoffmonooxid mit dem Wasserstoff und dem Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf:

Kohlenstoffmonooxid + Wasserstoff + Sauerstoff reagiert zu Kohlenstoffdioxid + Wasser
4 CO + 2 H2 + 3 O2 reagiert zu 4 CO2 + 2 H2O
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 1700
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Bastelbruder » Fr 17. Feb 2017, 21:45

Raider hat geschrieben:Hm, warum brennen CO und H2 nicht beide ab zu CO2 und H2O? Einfach weil die Zeit nicht reicht um mit dem Luftsauerstoff zu reagieren und der zugeführte schon leer is?

Genau das passiert doch, zumindest zwischendurch. Nur deshalb ist die Atze-Flamme auch so hell weil sie ihren Kohle-Glühstrumpf quasi selber mitbringt.
Bastelbruder
 
Beiträge: 3838
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 18:28
Wohnort: drunt' am Neckar - km142,7

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Raider » Fr 17. Feb 2017, 21:51

Bastelbruder hat geschrieben:
Raider hat geschrieben:Hm, warum brennen CO und H2 nicht beide ab zu CO2 und H2O? Einfach weil die Zeit nicht reicht um mit dem Luftsauerstoff zu reagieren und der zugeführte schon leer is?

Genau das passiert doch, zumindest zwischendurch. Nur deshalb ist die Atze-Flamme auch so hell weil sie ihren Kohle-Glühstrumpf quasi selber mitbringt.


Ok, ich bezog mich auf das von Gobi
Gobi hat geschrieben:Acetylen + Sauerstoff reagiert zu Kohlenstoffmonooxid + Wasserstoff
C2H2 + O2 reagiert zu 2 CO + H2


Aber wenn damit nur die innere Flamme (zeitlich gesehen vor der CO Verbrennung) gemeint ist, dann verstehe ich das auch.
Benutzeravatar
Raider
 
Beiträge: 760
Registriert: Fr 11. Jul 2014, 16:58
Wohnort: Ellerhoop

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon zauberkopf » Sa 18. Feb 2017, 11:52

die Juweliere kennen das Gerät unter dem Namen Hydrozon

Ein Funkamateur, der genau das gelernt hat, hatte vor ein paar Jahren, so ein kommerzielles Gerät mal restauriert.
Wenn ich mich recht erinnere sind das Nickelelektroden in Natronlauge.
Und überall ist da was eingebaut, das die Flamme abhalten soll zum Reaktor vorzudringen.
Also falls da mal was passiert, dann wird hochkonzentrierte Lauge durch die gegend geworfen..

Aaaber : Wenn man immer nur fleißig destilliertes Wasser rein kippt..und fleißig damit schweißt, hat die Restsuppe irgendwann einen signifikanten Anteil an D2O !
Also wer sich schon immer mal einen Schwerwasserreaktor bauen wollte..
Benutzeravatar
zauberkopf
 
Beiträge: 6172
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:33
Wohnort: gefährliches Halbwissen

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon xoexlepox » Sa 18. Feb 2017, 13:00

zauberkopf hat geschrieben:...hat die Restsuppe irgendwann einen signifikanten Anteil an D2O !

Das würde ja bedeuten, daß das zusätzliche Neutron einen Einfluß bei der Elektolyse hätte. Ist das so? Ich bin immer davon ausgegangen, daß bei elektochemischen Reaktionen nur die Elektronen eine Rolle spielen. Bei physikalischen Effekten (z.B. Zentrifuge) macht sich natürlich der Gewichtsunterschied bemerkbar.
Benutzeravatar
xoexlepox
 
Beiträge: 4089
Registriert: So 11. Aug 2013, 19:28
Wohnort: So etwa in der Mitte

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon zauberkopf » Sa 18. Feb 2017, 13:19

Ne.. D2O ist immer im normalen Wasser enthalten. Aber halt nicht sooo viel.
Aber H2O spaltet sich unter der Elektrolyse eher als D2O.
Und wenn immer schön frisches Wasser nachgekippt wird, hat man irgendwann einen Signifikanten Anteil von D2O in der Suppe.

Mann kann auch sagen, das so ein Knallgasgenerator eine D2O Anreicherungsanlage ist.
Benutzeravatar
zauberkopf
 
Beiträge: 6172
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:33
Wohnort: gefährliches Halbwissen

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon Robby_DG0ROB » Sa 18. Feb 2017, 15:29

Diese Elektrolysezellen gibt es in CN rel. preiswert, aber für meine Mengen H2 nicht ausreichend. Ich verbrenne ihn jedoch nicht, sondern nutze es nur als Füllgas.
Robby_DG0ROB
 
Beiträge: 992
Registriert: Do 19. Mai 2016, 21:13
Wohnort: Regensburg

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon xoexlepox » Sa 18. Feb 2017, 16:12

zauberkopf hat geschrieben:Aber H2O spaltet sich unter der Elektrolyse eher als D2O.

Bei Wechselstrom könnte ich mit das mit der höheren Massenträgheit des D2O (bzw. DHO)-Anteils des Wassers erklären, aber gilt das auch bei Gleichstrom? Hast du Quellen dazu?
Benutzeravatar
xoexlepox
 
Beiträge: 4089
Registriert: So 11. Aug 2013, 19:28
Wohnort: So etwa in der Mitte

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon zauberkopf » Sa 18. Feb 2017, 17:39

Quellen ?
Erst mal hier : https://de.wikipedia.org/wiki/Schweres_Wasser#Gewinnung
Und dann hatte ich noch mehr.. aber das finde ich irgendwie nicht mehr...
z.Z. ist mein "Fusor-Projekt" erst mal auf der Todo-Liste ganz nach hinten gerutscht... ;-)
Benutzeravatar
zauberkopf
 
Beiträge: 6172
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:33
Wohnort: gefährliches Halbwissen

Re: Wasserstoffschweissen?

Beitragvon xoexlepox » Sa 18. Feb 2017, 17:58

zauberkopf hat geschrieben:Erst mal hier...

Ok, ich hatte bisher nur nach "Deuterium" dort gesucht, und keine Angaben zu den Effekten bei der Elektrolyse gefunden.
Benutzeravatar
xoexlepox
 
Beiträge: 4089
Registriert: So 11. Aug 2013, 19:28
Wohnort: So etwa in der Mitte

Nächste

Zurück zu Allgemeine Diskussion

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot], Chemnitzsurfer, Google [Bot], Hacky, lüsterklemme2000, Matt und 25 Gäste

span