Radwechsel - wie machen das die Profis?

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon duese » Mo 18. Sep 2017, 22:51

So wie das von den (nicht gefetteten) Konussen (besonders bei Alufelgen, Stahl steht aber nicht viel nach) knarzt und kracht (sowohl beim Anziehen als auch beim Lösen) sagt mein Bauch (ob der wohl recht hat?), dass das gefettete Gewinde nicht mehr viel verfälschen kann...

Vier Klammern in einem Satz, ein Zeug schreiben die Leute zusammen :lol:

Ich weiß nicht, ob es korrekt rüber kam: Nachziehen hatte ich einmal am Dacia an dem ich erst einmal gewechselt hab. Vorher trotz schmieren in 19 Jahren Autofahren nie mehr als vielleicht einmal ein kleiner Knack.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon berlinerbaer » Di 19. Sep 2017, 00:23

duese hat geschrieben:Typische Herstellervorgaben sind um 100Nm, bei mir 130Nm.

Bei Leicht-LKW in der 3,5t-Klasse geht das dann schon bis knapp unter 200Nm, aber ich denke, wichtig ist vor allem, daß keinerlei Rost oder Gubbel zwischen Felge und Aufhängung ist.

Ich schütze meine Radbolzen im Gewinde mit einer dünnen Schicht Molybdendisulfid-Paste vor Korrosion und ziehe mit dem Drehmo-Schlüssel nach Herstellervorgabe an. Bisher war da noch nix locker, geschweige denn, daß mich Räder überholt hätten. Da bewegt sich beim vorsorglichen Nachziehen nach 50km auch nix mehr.

Ansonsten rostet der hinten überstehende Teil der Bolzen gerade im Winterhalbjahr durch Salz dermaßen fest, daß es keinen Spaß macht, Sommerreifen aufzuziehen. Und auf die Dauer ist das bestimmt auch keine gute Idee, mit Rost und Sand die Gewindepassung weiter zu schleifen. Dann könnten sich die zunehmend im geweiteten Gewinde schlackernden Bolzen tatsächlich irgendwann unter Last bewegen.

Drehmoment-Schlüssel halte ich wirklich für empfehlenswert, dann sind sie sicher dran, aber auch nicht übertrieben angeknallt, wie das in schlechten Autowerkstätten mit dem Schlagschrauber auf "Max" aus Gründen der Kundenbindung (wer soll das mit nem Radkreuz jemals wieder abkriegen) praktiziert wird.
Wehe dem, der mit sowas eine Reifenpanne hat, gerne sein Reserverad anschrauben würde und kein passendes 2m Stahlrohr und einen Beifahrer dabei hat :) .

Ich vermute mal, die Vertreter von keine Schmierung für die Bolzen gehen von unbewitterten Verhältnissen/nicht überstehenden, glänzend frischen Bolzen in Sacklöchern, dafür aber einer rostigen Passung und schlecht gewuchteten Reifen aus. Und dann ist da noch die Sache mit der Produkthaftung. Wenn irgendwelche Idioten alles satt mit Fett einqueistern, nach Gefühl mit zwei Fingern "stramm" anziehen und sich dann beschweren...

Damit sich die Bolzen losrütteln können, muss ja überhaupt erstmal Spiel an der Felge sein. Wenn da satt Metall auf Metall liegt, passiert auch nix.

Wie es allerdings angehen kann, daß Leute weiterfahren bis das Rad ab ist, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Sind wohl die Gleichen, die mit nem Platten weiterfahren, bis es brennt.
Ich habe einmal vergessen, bei einem Rad die Bolzen anzuziehen, die waren nur handfest mit dem Radkreuz angezogen, bevor ich den Heber rausgenommen hab'. Das Gerappel und eklige Fahrgefühl im Hintern haben mich nach wenigen hundert Metern zum Anhalten und entschlossenem Nachziehen veranlasst.

Will aber auch keinen Streit anfangen, ich fürchte, Gewinde schmieren oder nicht könnte ähnliche Passionen auslösen, wie die Frage nach der allein seligmachenden Betriebssystemsreligion ;) .

Works for me ist mir gut genug, ich will niemanden missionieren.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon tschäikäi » Di 19. Sep 2017, 01:50

Das mit dem Nachziehen sollte man so verstehen, dass nicht nachziehen, sondern kontrollieren gemeint ist.
Klar, wenn sich eine gelockert hat, zieht man die nochmal an. Aber prinzipiell ist der Sicherheitsgedanke,
dass man evtl. locker gewordene Schrauben wieder nachzieht.
Wenn sich mal eine löst, fällt aber nicht gleich das Rad ab. Mir auch schon passiert, gibt ein komisches Geräusch
und man fährt halt rechts ran und zieht die fest. Son Einfach- Radmutternschlüssel hat man ja im Reserverad.

Was man nicht machen sollte: Räder mitm Schlagschrauber anknallen und dann mit (hier lächerlichen) 120Nm nachziehen.
Besser eine lockert sich, als dass der Kopf abreißt. Son "Profi-" Schlagschrauber hat gerne mal 600+ Nm. (Jedenfalls laut Verpackung und Hersteller).
Gruß Julian
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Weisskeinen » Di 19. Sep 2017, 18:10

Die Profis bei ATU und Pitstop schmeißen die neuen Räder drauf, drehen die Schrauben/Muttern mit dem Druckluftschrauber fest und ziehen dann mit dem Drehmomentschlüssel auf irgendein Standard-Drehmoment fest.
Ich selber schaue nach, ob die Anlageflächen sauber sind, bestreiche die Anlageflächen an der Felge sowie das Zentrierloch hauchdünn (!) mit Universalfett und pudere die Außengewinde (Schraube/Gewindebolzen) mit etwas Graphitpuder (ein bisschen drauf, nicht komplett einsauen; bei Muttern könnte man auch das Innengewinde einpudern). Festgeschraubt wird mit dem Radkreuz über Kreuz in mehreren Durchgängen und zum Schluss mit recht viel Kraft. Da ich nicht der Stärkste bin, ist das wohl fest genug ohne, dass ich Sorge haben müsste, dass die Schraube abreißt. Bisher habe ich die Schrauben auch immer mit dem Radkreuz ohne Verlängerung aber immer mit ordentlich Kraft raus gekriegt. Nachziehen musste ich auch noch nie. Schrauben oder Muttern waren bisher auch immer von so hoher Qualität, dass es allerhöchstens ein ganz kleines bisschen Flugrost gegeben hat. Manchmal muss ich, damit sich das Rad von der Bremsscheibe löst, außen mit der Hand gegen den Reifen hauen. Mehr aber nicht. Die Methode wird jetzt schon seit vielen vielen Jahren in der Familie praktiziert und hat noch nie Probleme gemacht. Andere hier praktizieren ja ganz Ähnliches.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Toddybaer » Di 19. Sep 2017, 18:48

Wenn ich die Radschrauben anziehe, dann sind die auch fest.
Zum lösen haben wir sonst immer eine Verlängerung gebraucht. Oder den Druckluftschrauber an der Reifengasflasche. Der Normale Schrauberkonnte da schon öfters nix mehr bewegen können.

Warum ich weiter gefahren bin? Naja das Radlager war mir schon länger verdächtig, machte schon geräusche. Hab das dann halt auf das Radlager geschoben, das da gerade sein Leben aushaucht. Hatte ich am Firmenwagen auch schonmal, hörte sich ähnlich an.
Also noch nach Hause und neues Lager ordern. Aber so weit bin ich nicht gekommen....

Sollten jetzt hinten die Bolzen auch löse sein, dann muss da einer dran gewesen sein. Ist hier in der Gegen schon paar mal vorgekommen, hab ich mir sagen lassen. Allerdings muss der sich da mächtig Mühe gegeben haben.

Ich könnt mir auch vorstellen das die Schrauben über die Jahre an elastizität verloren haben. Gerade wegen der rohen Gewalt.
Dardurch kaum Vorspannung, dann vielleicht noch bissel Rost am bund und schon rütelt sich das lose.

Sind Radrauben Dehnschrauben? Denn die werden mit der Zeit weniger elastisch.

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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Tesla » Di 19. Sep 2017, 20:06

Radschrauben sind keine Dehnschrauben, denn dann dürfte man sie nur einmal verwenden. Dehnschrauben werden beim Festziehen nicht nur mit Drehmoment sondern auch mit Drehwinkel angezogen und somit plastisch verformt. In deinem Fall sind das vielleicht unfreiwillig Dehnschrauben geworden denn normalerweise ist ein Drehmoment von ca 100NM für Radschrauben vorgeschrieben.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Toddybaer » Di 19. Sep 2017, 20:34

Ich kann mir halt einfach nicht vorstellen das ich die nicht stark genug angezogen hab. zumal linkes und rechtes Rad an unterschiedlichen Tagen. Und war ja auch nicht das erste mal Radschrauben anziehen.
Und rechts waren auch ungewöhlich lose. Hatte schon bedenken wie ich mir da die Schrauben borgen soll aber ging recht leicht.

Morgen geh ich da mal bei, dann kann ich auch sagen ob hinten auch lose. Hinten ist jedenfalls nicht geölt.

Aber ich hab die früher auch schon mal geölt, mein ich......

Zumindet Dehnschrauben lösen sich, wenn man die mehrmals verwendet. Nicht alle aber kommt vor.
Wie verändern sich Radschrauben bei Gewaltanwendung. Werden wie vielleicht weniger elastisch? Und können sich dann dardurch lösen?

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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Toddybaer » Di 19. Sep 2017, 20:45

Hallo,

hab gerade nachgesehen. Mit dem Anzugsmoment hatte hier keiner recht

160Nm Anzugsdrehmoment :shock: Das ist schon eine Hausnummer

Es geht beim Anziehen mit Drehmoment nicht nur darum die Felge mit einer bestimmten Kraft an die Bremsscheibe zu drücken, oder das die Schrauben nicht zu lose oder zu fest sind oder abreissen, sonder auch, das die Schrauben GLEICHMÄ?IG fest sind.
Ansonsten KANN es sein das eine einzelne Schraube überlastet wird und bei einem z.B. Bordsteinkontakt abreisst.

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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Toddybaer » Di 19. Sep 2017, 21:12

... ich hatte den linken Reifen seit der Motage der Reifen für den Sommer nicht mehr gelöst.... Da hatte ich die geölt, auch die für hinten. Müsste jetz mal gucken aber bin seit dem bestimmt mindestens über 2000km gefahren... Auch auf dem Weg zum Treffen waren die Reifen schon drauf

Bei den Reperaturen für den TÜV hatte ich nur den rechten demontiert gehabt. links ging alles so. Da war der mir zwar etwas im Weg, hatte den aber nicht ab....
Traggelenk war rechts, Schweißarbeiten im Radhaus auch rechts....
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon gafu » Di 19. Sep 2017, 22:08

Toddybaer hat geschrieben:Mit dem Anzugsmoment hatte hier keiner recht

160Nm Anzugsdrehmoment Das ist schon eine Hausnummer


JEDER hatte mit seinem anzugsmoment recht, denn es gibt für jeden Wagen unterschiedliche vorgaben der Anzugsmomente, je nach Schraubenanzahl, Achslast, Lochkreis, Felgenart (Stahl vs. Alu), Motorisierung/Drehmoment, Zuliefererspezifikation, Aszendent im Sternbild des Prüfers zur Allgemeinen Bauartzulassung, Aktienstand des Herstellers....

Transporter und größere Wagen eher höhere (150+) Anzugsmomente, Kleinwagen eher 100-130.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Julez » Sa 7. Okt 2017, 21:57

Da es zum Thema passt, hier mal eine Frage bezüglich einer Idee, die mir heut unter der Dusche kam.

Nehme wir an, Reifen halten nur 6 Jahre und werden dann gegen neue getauscht. Wäre dann nicht folgendes sinnvoll:
Alle 3 Jahre nur 2 Reifen erneuern, und die neueren Reifen mit besserem Grip auf die Hinterachse, um Schleudern und Übersteuern zu vermeiden.
Nach 3 Jahren die nun "alten" Hinterreifen nach vorne, und hinten neue drauf.

Oder andersrum, wenn Schleudern dank ESP kein Problem ist und man die neueren Reifen vorne haben möchte, wo die besten Bremseigenschaften gebraucht werden.

Sinnvoll oder Quatsch?
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon gafu » So 8. Okt 2017, 00:04

wegen dem beitrag mit dem von selbst gelösten radschrauben:

es ist das A und O an der ganzen sache, das nicht nur die schraubengewinde ohne rost sind, sondern mindestens genauso wichtig, das die auflageflächen der ganzen teile die mit den schrauben zusammengeklemmt werden sauber sind.

Die Radschrauben gehen ja durch die felge, dann durch die bremsscheibe, und in die radnabe.

Wenn jetzt auf der gedrehten Planfläche der Radnabe, also hinter der bremsscheibe, gammel ist, kann es passieren das der sich nachher durch die bewegung und lastwechsel beim fahren noch etwas setzt. Damit verschwindet die vorspannung der schraubverbindung und die schraube kann sich lösen.

Hinter den bremsscheiben ist gammel eher nicht so ein problen, sehrwohl aber an der kontaktstelle zwischen felge und bremsscheibe. Die Felgen (besonders stahlfelgen) liegen da nicht flächig an, sondern haben sicken in der auflagefläche wo der rost blühen kann. schraubt man nun das nächste rad um eine lochkreisposition verdreht an, kann die felge auf dem rostplacken zu liegen kommen.

Wenn das also irgendwo gammelig ist, wirklich mal die drahtbürste schwingen und alles was freiwillig abgeht auch herunterbürsten. Dann halten auch die radschrauben.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Tesla » So 8. Okt 2017, 10:41

Bei mir halten Reifen niemals 3 Jahre, bei ca 35tkm im Jahr ist ein kompletter Satz spätestens nach 2 Jahren platt.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Julez » So 8. Okt 2017, 12:37

3 Jahre ist ja auch nur ein Beispiel, man kann da nach Belieben "Hälfte des persönlichen Wechselintervalls für alle 4 Reifen" einsetzen.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon basti1 » So 8. Okt 2017, 13:04

Neue reifen kommen bei mir nach hinten und vorne fahre ich glatt. Und dann von hinten nach vorne.

Fahre aber fronttriebler. Die reifen hinten halten den wagen in der Spur und die sollten so gut sein wie möglich.


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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon radixdelta » So 8. Okt 2017, 13:22

Ich mache das genau andersrum: Vorne will ich lenken und antreiben, da mache ich die neuen hin. Kann sein das das etwas vom Fahrzeug abhängt, aber im Allgemeinen komme ich so besser klar. Vorne ist auch die meiste Bremskraft.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon basti1 » So 8. Okt 2017, 13:32

Problem ist aber das die reifen hinten garnichts tun müssen und alt werden :( tausche ich saisonweise muss ich immer 4 Stück auf einmal kaufen. Und hab auch noch hinten reifen mit wenig profil.

Mein Vater fährt auch immer vorne die besseren.

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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon enebk » So 8. Okt 2017, 14:33

Ich tausche bei jedem Wechsel zwischen Sommer und Winter immer achsweise (vorne nach hinten und umgekehrt), so werden beide gleichmäßig abgefahren. Austausch dann gegen vier neue, der erste Satz Sommer/Winter war dann nach 4 Jahre/120Mm fällig.

Zum Radwechsel allgemein:
- Zum Lösen nehme ich neuerdings meinen Drehschlagschrauber (Bosch GDS 18 V-EC 250), reicht für unsere Fahrzeuge locker aus (wie habe ich es nur so lange ohne ausgehalten?)
- Mit der Drahtbürste die Radnabe (und bei Bedarf auch die Schrauben) abbürsten
- Ich habe da einen alten "Lappen" aus Schleifvlies, mit etwas Kupferpaste getränkt, damit wische ich einmal um den Zentrierring der Radnabe
- An die Schrauben kommt kein Öl oder Sonstiges, die werden ganz normal mit dem Drehmomentenschlüssel angezogen. Entweder nach dem Wert aus dem Bordbuch oder man schaut im Dubbel/Tabellenbuch Metall für die entsprechende Schraube/Festigkeitsklasse nach.
- Nach ein paar Kilometern fahrt noch einmal mit dem gleichen Drehmoment kontrollieren

Bisher hatte ich so noch nie Probleme, bei allen vier Autos in der Familie, von Kleinwagen bis SUV. Schrauben lösen sich gleichmäßig und das Rad klemmt auch nicht fest.
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Aw: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon PowerAM » Mo 9. Okt 2017, 10:04

Mein Swift mit Frontmotor und Frontantrieb hat rundum die gleiche Reifengröße. Mit jedem Wechsel zwischen Sommer- und Winterbereifung wird vorn und hinten achsweise getauscht. Somit habe ich einen ungefähr gleichen Verschleiß. Gerade bei Winterreifen ist das besser, da der Austausch dann satzweise erfolgt und man nicht zwei Reifen mit noch gutem Profil übrig behält, die alt und hart geworden sind.

Beim Alltags-Smart mit Heckmotor und Heckantrieb gestaltet sich das wegen unterschiedlicher Reifenabmessungen vorn und hinten ein wenig schwieriger. Ich fahre den Möhr'n ganzjährig auf Winterreifen, die jedoch keine vorgeschriebene Laufrichtung haben, jedoch die Montagevorgabe "outside". Zur Erzielung eines gleichmäßigeren Ablaufbildes wird auf jeder Achse jährlich vor dem Winter das rechte mit dem linken Rad getauscht. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen neigt das Profil der Vorderräder zur Sägezahnbildung, was sich etwa zwei Wochen nach dem Drehen erledigt hat. Die Reifen auf der Hinterachse laufen vollkommen unauffällig ab. Hinzu kommt, dass durch das jährliche Runternehmen der Stahlfelgen von den Radnaben das sonst unvermeidliche "Anwachsen" vermieden wird.

Angeblich gehören die seinerzeit gekauften Winterreifen auch zu den lautesten erhältlichen Reifenmodellen in den benötigten Abmessungen. Kann ich nicht nachvollziehen, der Motor ist eindeutig noch viel lauter. :lol:
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Bastelbruder » Mo 9. Okt 2017, 10:49

Sägezähne deuten auf Spurfehler. Allerdings könnte ein Mindestmaßfehler erwünscht sein, um eine gewisse Aufwärmung zur Erhaltung des Grip zu erzielen.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Toddybaer » Mo 9. Okt 2017, 10:51

Sägezahnbildung wird durch verschlissene Stoßdämpfer begünstigt.
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Aw: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon PowerAM » Mo 9. Okt 2017, 11:06

Die Sägezahnbildung ist so wenig, dass ich mich nicht darum kümmere. Im vergangenen Jahr war die Achsvermessung nach dem Austausch einer Teile an der Vorderachse wieder artig eingestellt worden. Der Smart geht insgesamt sehr sparsam mit Reifen um, weshalb ich auf Sommerreifen ja auch ganz verzichte. Hinzu kommt, dass diese Reifen bei den üblicherweise gefahrenen Geschwindigkeiten keine fühlbaren Nachteile haben. Über weite Teile des Jahres kommt der Tachozeiger nur selten über 85 km/h. Auch dass die Winterreifen im Sommer schneller verschleißen, das kann ich beim Smart nicht bemerken. Es wäre Unfug, sich bei diesem Fahrgerät auch noch mit Sommerreifen zu belasten.
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Re: Aw: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon Azze » Mo 9. Okt 2017, 11:42

PowerAM hat geschrieben:Mit jedem Wechsel zwischen Sommer- und Winterbereifung wird vorn und hinten achsweise getauscht. Somit habe ich einen ungefähr gleichen Verschleiß. Gerade bei Winterreifen ist das besser, da der Austausch dann satzweise erfolgt und man nicht zwei Reifen mit noch gutem Profil übrig behält, die alt und hart geworden sind.


Das ist tatsächlich eine Frage der Philosophie. Beim Fahrsicherheitstrainig demonstrierte man uns sehr anschaulich, dass es eigentlich mehr auf die Hinterachse ankommt. Ein Fahrzeug mit abgefahrenem Profil auf dem Hinterreifen neigt zum Ausbrechen und wird unkontrollierbar. Bei abgefahrenen Vorderreifen verlängert sich zwar der Bremsweg, das Fahrzeug bleibt aber kontrollierbar. Ich persönlich weiß, was mir da lieber ist...

Wenn du also mit einem neuen Satz anfängst und im zweiten Winter von vorn nach hinten wechselst, dann läuft der schlechtere Reifen hinten. Das hat sich bis Ende des Winters zwar dann ausgeglichen, aber diesen Winter fährst du zunächst mit ungünstigeren Faktoren. Und das gerade am Anfang des Winters, wenn man sich meist erst wieder sich an die Verhältnisse gewöhnen muss.

Ich wechsle daher immer an den abgefahrenen Vorderrädern die Reifen, die dann aber hinten drauf kommen. Die vormaligen Hinteren werden dann vorne vollends runter gefahren. Das sind normalerweise zwei Jahre hinten, zwei Jahre vorne. Auch auf die Weise wird bei mir also kein Reifen älter als vier Jahre.
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Re: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon KopfMurks » Mo 9. Okt 2017, 11:46

Reifenwechsel von hinten nach vorne praktiziere ich schon laenger. Ungefaer seit dem ich im Schleudertraining (mit dem T3) beigebracht bekommen habe wie unangenehm Reifenplatzer an der Hinterachse sind. Es gab in dem Training nur Wenige die ihren Wagen auf der "Platte" halten konnten. Dabei wird mit einer Hydraulik-Platte nur die Hinterachse beim drueber fahren kurz etwas zur Seite "geschubst" Will hier jemand Das Video sehen?
Jedenfalls hat das zwei Vorteile: Auf der (kritischen Hinterachse ist immer "was besseres" drauf und man verteilt sich die Kosten fuer Reifen besser auf die Zeit.
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Aw: Radwechsel - wie machen das die Profis?

Beitragvon PowerAM » Mo 9. Okt 2017, 12:21

Viel spielt dabei auch "Frontmotor oder Heckmotor" mit. Fahrzeuge mit Heckmotor haben die höhere Achslast hinten, die Vorderachse ist dagegen erheblich leichter. Beim Smart ist das noch deutlicher: Die Vorderachse ist gefühlt "federleicht" und erschwerend kommt der kurze Achsabstand dazu. Macht das Ding irgendwelche Dreher, dann ist es schwer bis unmöglich, dieses Geschoss schadfrei wieder einzufangen. Bei Fahrzeugen mit Frontmotor und Frontantrieb hat man den höheren Anpressdruck auch auf der gelenkten Achse.

Ich habe damit auch an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen, hatte bei einigen Übungen aber mangels Motorleistung arge Mühe, die vorgegebenen Einfahrgeschwindigkeiten zu erreichen. Für das Ausweichen vor dem Hindernis musste ich deutlich mehr Anlauf als andere nehmen, ansonsten war ich nach einem Gangwechsel vor dem Hindernis allenfalls bei knapp über 40 km/h (50 - 60 km/h sollten es sein). Hierbei habe ich gelernt, dass gute Reifen auf dem Smart eine Lebensversicherung sind und insbesondere die Dämpfer der Hinterachse elementaren Einfluss auf das Handling haben. Darüber hinaus sollte man mit dem Smart vorausschauender fahren und kann viele gefährliche Situationen vorab entschärfen.

Gelernt habe ich auch, dass mit der Kiste eine zu schnell gefahrene regennasse Autobahnabfahrt ein Fehler ist, den man mit diesem Auto exakt einmal macht. Die entsprechende Übung dazu war das Fahren in der nassen Kreisbahn mit immer weiter zu steigerndem Tempo, bis sich das Fahrzeug nicht mehr in der Kreisbahn halten lässt. Mein Swift ging dann einfach mit größer werdenden Kurvenradien irgendwann raus, der Smart drehte sich dagegen ohne jede Vorwarnung ein. Beide fuhr ich mit nahezu neuen Winterreifen bei Temperaturen zwischen 6 und 10 Grad.

Erstaunt war ich beim Swift Sport, dass der so narrensicher und mit sagenhaften Geschwindigkeiten sehr sicher steuerbar blieb. Er gibt dem Fahrer auch viel Feedback, so dass man direkt mitbekommt, was zwischen Reifen und Fahrbahn passiert. Machen wir uns nichts vor, dieses Fahrzeug wurde von Suzuki für Bergrennen gemacht.

Und es gab noch eine Erkenntnis, da wir auch untereinander die Fahrzeuge getauscht hatten: Fahrzeuge mit Frontmotor und Heckantrieb sind für mich Kacke. Heckmotor und Heckantrieb ließ sich (mit Ausnahme vom Smart) noch vergleichsweise gut handhaben. So kam ich dazu, einen Porsche aus den späten 1980ern fahren zu dürfen. Und der fuhr sich richtig gut!
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