Motorradführerschein

Der chaotische Hauptfaden

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Motorradführerschein

Beitragvon Heinz » So 23. Jul 2017, 11:21

Hallo allerseits!
Ich bin seit ner Weile am Überlegen, ob ich nicht lieber mit nem Motorrad durch die Gegend heizen soll. Motorrad, weil gleicher Aktionsradius wie Auto, aber günstiger zu unterhalten.
Soweit ich herausgefunden habe (bin knapp 47 Jahre alt), kann ich direkt Klasse A machen (für alle Motorräder, unbeschränkt). Die 12 Pflichtstunden (Autobahn, Landstraße, Dunkelheit), theoretische und praktische Prüfung muss ich machen, aber die "Sofortmaßnahmen am Unfallort" und den Sehtest nicht mehr, sehe ich das richtig? Autoführerschein hab ich ja schon.
A unbeschränkt, weil die Kosten für A1, A2 und A sich nicht wesentlich unterscheiden. Tübingen liegt hier eh am oberen Ende der Preisskala. Rechne mit denselben Kosten wie für den Autoführerschein.
Meinen Autoführerschein (Klasse B) hab ich vor 15 Jahren gemacht, unter ziemlich suboptimalen Bedingungen (Stress im Job & mit der Vermieterin, psychische Probleme, keine Sozialkontakte), was zur Folge hatte, dass ich die praktische Prüfung 2x machen durfte.Nun bin ich psychisch zumindest etwas stabiler.
12 Fahrschulen gibt es bei uns in Tübingen; worauf muss ich bei der Auswahl der Fahrschule achten? Wenn der Fahrlehrer selbst auch auf nem Motorrad sitzt und mir so viel mehr zeigen kann, ist es wohl geschickter, als wenn er mit dem Auto hinterherfährt.
Ist vielleicht jemand selbst am Motorradführerschein machen oder hat ihn letztens gemacht?
Und was für ne Mühle wäre empfehlenswert? Würde auch gern das eine der andere selber dran schrauben, als wegen jeder Kleinigkeit in die Werkstatt damit. :D
Danke für Eure Rückmeldungen (wenn im falschen Forum, bitte verschieben)

Heinz
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon MichelH » So 23. Jul 2017, 11:31

Ich hab meinen gerade fertig (letzten Mittwoch die Prüfung gehabt)
Sehtest musst du machen! Kosten 6,50€ beim Optiker (Festpreis per Gesetz)
Plane min. 5-10 normale Fahrstunden ein, um die ganzen Grundfahraufgaben zu lernen.

Hab jetzt leider keine Zeit zu schreiben.
Ich mach heute Abend nochmal was fertig
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Lötfahne » So 23. Jul 2017, 11:52

Neueinsteiger... hmmm..

Fangen wir mal ganz mit den Basics an- ich kann halt nur für mich sprechen, ist aber auch schon 21 Jahre her als ich mit 27 den Schein gemacht habe. :shock:
Bist Du mehr der "Gemütliche" oder gern etwas "Zügiger"?
Es gibt für den ersteren Fall genug Chopper im Angebot, auch auf dem Gebrauchtmarkt.
Ich kann für den Fall ne Suzuki Intruder VS 800 empfehlen, ein robustes und wartungsarmes Motorrad.
Wenn Du da an ein unverbasteltes oder gepflegtes Bike kommst, wirst Du keine Probleme haben.
Ich bin mit sowas zigtausende Kilometer durch Europa, auch auf Schotter und auch mitten durchs albanische Hochland gefahren, war problemlos.
Selbst mit kaputter Wasserpumpe (was sich erst auf den Autoreisezug in Narbonne zeigte!) bin ich noch quer durch Spanien im Hochsommer bis zur Algarve gefahren, mußte halt ständig Wasser nachkippen, ist die Trude nicht kaputtzukriegen.
Oder ein Klassiker: Jetzt hab ich ne Honda Africatwin XRV750 RD07a, Baujahr 1997. https://de.wikipedia.org/wiki/Honda_XRV_750_Africa_Twin
Diese Maschine ist wirklich unkaputtbar, es sind 6stellige Laufleistungen mit ungeöffneter Maschine verbürgt. https://youtu.be/CSBvQP0TYGI Hat nur zwei Schwachstellen die sich aber, sofern noch nicht erledigt, leicht ausmerzen lassen: Regler und Spritpumpe. Dafür gibts bessere Zubehörteile, der Umbau ist an einem Nachmittag erledigt. Und man hat definitiv Ruhe. Die Internetcommunity hierfür ist auch sehr rührig, es gibt da für alles Spezialisten. Klar, manches geht mit der Zeit hinüber, wie der elektronische "Tripmaster" (Tageskilometerzähler bzw. Uhr), aber wie gesagt, ist alles dank der Spezis machbar.
https://youtu.be/M7O7DJN1YE8
Zum Führerschein:
War bei mir halt damals noch anders, ich hab halt einfach nur ein "Update" zum Autoführerschein gebraucht- die "Auffrischung" war aber schon gut, man vergißt doch einiges.
Du solltest aber unbedingt nen Sehtest machen, kostet beim Optiker nix. Das ist schlicht lebenswichtig!
Es ist sowieso gut, wenn man, so wie Du, schon Autoerfahrung hat: So kennst Du den Blickwinkel aus der Lenkradperspektive auf Motorradfahrer, und das hilft später ungemein beim Einschätzen von Situationen. Das Unterbewußtsein für Gefahrensituationen kommt aber erst mit Fahrpraxis, Fahrpraxis, Fahrpraxis! Nur einfach mal alle Schaltjahr mit dem Bock zum Bäcker gondeln, das macht noch keinen guten und sicheren Motorradfahrer.

Hoffe, soweit gehilft zu haben.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Gobi » So 23. Jul 2017, 12:25

Die Ansprüche für den Motorradführerschein sind schon sehr gestiegen, früher konnte man den noch nebenbei machen. Heute lassen sie dich echt lange Ausweichhaken usw, üben. Eigentlich ist das auch ganz vernünftig, aber eben ganz schön teuer, aber das schwant Dir ja eh schon....
Motorrad, weil gleicher Aktionsradius wie Auto, aber günstiger zu unterhalten.

kommt aufs Motorrad an - vorallem bedenke auch: schlechtes Wetter..... bist Du so hart im Winter zu fahren, ich nicht mehr.

PS: mein Fahrlehrer und ich haben uns gehasst - und es ist total nervig, wenn er dich die ganze Zeit über Funk zunöhlt :roll: egal ob er im Auto oder auf dem Motorrad sitzt
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Joschie » So 23. Jul 2017, 12:41

Hallo Heinz,

natürlich macht Motorradfahren mehr Spaß als Blechdosentreiben, aber du musst eim Motorradfahren auch immer die überwältigende Dummheit der anderen Verkehrsteilnehmer mit einplanen.

Zum Führerschein, ist bei mir auch schon wieder 8 Jahre her, ich habe damals auch gleich die offene Klasse gemacht, ist m.M.n. sinnvoller da du werder auf Leistung noch auf das Leistungsgewicht achten musst.
Für die genauen Informationen was du zum FS brauchst würde ich mich an die Fahrschule wenden da sich das ganze die letzten Jahre schon wieder verändert hat.

Zum Thema Kosten, ob das wirklich günstiger als das Auto ist ist für mich fraglich. Ich seh das hald als Hobby.
An der Schutzkleidung würde (bzw. tue) ich nicht sparen.
Bei den Stiefeln kann ich dir nur Daytona emfpehlen, zwar teuer und ohne das tolle Plasteglump aber gut und haltbar.
Bei ner Textilkombi geben sich die nicht viel außer in Form von Membranen und Wasserdichtigkeit. Lederkombi würde ich vorerst in den Kleinanzeigen suchen.
Helm ist eine Glaubensfrage, ich für meinen Teil fahre nur Helme die auch die SNELL Norm (Snell2010) erfüllen da die Europäische Richtline m.M.n. ein Witz ist. (LINK zum lesen: http://www.toeff-magazin.ch/ratgeber/ko ... r-988.html ) Aktuell fahre ich den dritten Arai Helm (ex Chaser-V, aktuell Chaser-V Pro und Arai Tour-X4).

Was das Motorrad angeht, was für ein Typ bist du und wie bist du gebaut?
Als Gemütlicher Fahrer würde ich (aber nur wenn einem die Sitzposition wirklich zusagt!) ne Schopper, hier kämen mir gleich die 535er Virago von Yamaha die wie erwähnte Trude oder von Honda die Shadow innen Kopf. Oder aber ne Naked anschauen dann ganz vorne die alte GS von Suzuki (ein klassiker für Einsteiger).
Wenns wendig sein soll, schau dir mal von Suzuki die XF650 (alias Freewind) an, robust zuverlässig und Laufleistungen >100tkm kein Problem. Nur die Laufruhe wurde von dem Motor nicht erfunden.
Solls etwas sportlicher zu wege gehn, schau dir ne TDM von Yamaha an. Grundsolides Fahrwerk, langlebiger Motor einzig die Lastwechselreaktionen sind (die letzten beiden Produktionsjahre ausgenommen) gewöhnungsbedürftig.

Ansonsten sag ich dir, nimm irgendwas ausm HoYaKaSu Japaner-Bereich das zwischen 1988 und 1995/98 gebaut wurde und du bekommst meiner Meinung nach etwas was sich zuverlässig fahren lässt. Auch achte nicht unbedingt so auf die Kilometer, ein Motorrad das die letzten x Jahre nur ein paar Kilometer bewegt wurde macht dank Standschäden mehr Ärger als eines das zwar schon 60 oder 80tkm aufm Wegmesser hat aber dafür regelmäßig gefahre wurde. Auch würde ich als Anfangsmotorrad mir was günstiges altes beschaffen weil wenn die in die Botanik setzt ist nicht viel hin.

Und ganz wichtig, es entscheidet beim Motorradkauf nicht der Kopf!
Draufhocken und wenn dich gleich wohlfühlst das ist dann das eher richtige.
Viel anschauen, draufhocken und probieren.

Grüße
Josef
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon xanakind » So 23. Jul 2017, 13:07

Bei mir sind es "nur" 4 Jahre her.
Ich hatte auch nur den normalen B Führerschein und hab direkt den A gemacht.
Der kostet wirklich nur unwesentlich mehr als A2 und man darf alles fahren.
Und alt genug bist du ja eh schon.
Mit den Kosten liegst du richtig.
Rechne mal mit um die 2k€ insgesamt.
Bei mir war es etwas weniger, da ich ziemlich wenig Fahrstunden brauchte (bin vorher Simson gefahren :D )
Den Sehtest musste ich neu machen, kostet aber wirklich nur 6,50€
Den Erste Hilfe Kurs musste ich nicht neu machen.
Der Fahrlehrer sitzt mit auf dem Bock?! :shock:
Das hatte ich nie!
Der Fehrlehrer ist mir immer mit dem Auto hinterher gefahren und hat mir per Funk Anweisungen gegeben.
Bei den Gundfahraufgaben (https://www.youtube.com/watch?v=lg9WAGwcEm0)
Hat er es immer mal vorgefahren.
Dann hab ich mich auf den Bock gesetzt und hab es nachgemacht.
DU musst auch die Abfahrtsprüfung können!
Da gibs aber auch schöne Videos die das erklären.
Hast du ein Smartphone? (Android oder iPhone)
Dann brauchst du diese Papierbögen nicht mehr!
Ich hatte eine Fahrschul App, mit der man immer wann man wollte lernen konnte.
So kann man z.B. auf dem Klo schnell ein paar Fragen machen :D
Meine erste Fahrstunde fing übrigens so an:
Hier hast du den Schlüssel. Die Maschine steht in der Garage, wir fahren dann direkt über die Schnellstrasse in die Stadt :shock:
Da ich vorher schon Simson gefahren bin war das wirklich kein Problem. Der Lehrer wusste das auch :D
Wenn man vorher noch nie auf einem Mopped saß, sieht das natürlich anders aus.

Es ist auf jeden Fall Sinnvoll wenn du dir die Schutzkleidung schon vorher kaufst, damit du die Fahrstunden mit deinen eigenen Sachen machen kannst.

Da würde ich auch mal im eBay gucken. Dort kann man gute Schnapper machen, meine Lederjacke hab ich dort für unter 50€ bekommen--> fast neuwertig.
Den Helm würde ich aber im Laden kaufen, da man ihn dort anprobieren kann.

Und kaufe dir bitte Schutzkleidung und benutze sie auch.
Es gibt genug Hohlbirnen die mit kurzen Hosen und T-Shirt sich auf die Fresse legen :roll:
Wenn du den Lappen und Mopped dann hast, kann ich dir Sicherheitstraining ans Herz legen (um die 100€)
Das macht spass und man lernt einiges! Es lohnt sich auf jeden Fall!
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Gary » So 23. Jul 2017, 13:45

Motorrad günstiger zu unterhalten ?

Meine Z750 war definitiv teurer als mein Auto.
7 Hinterreifen/Saison, Motor Revision, Kette, Ölwechsel, Bremsbeläge - und über 5 Liter Sprit/100km

Billig war früher die 305er GPZ, Verbrauch unter 4 Liter und Zahnriemen statt Kette. Zu wenig Leistung, da hat auch der Hinterreifen gehalten.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon video6 » So 23. Jul 2017, 14:24

ETZ 250 /251 ist super selber 5 Jahre bei Wind und Wetter gefahren.
Man kann alles dran selber machen.
Ist halt inzwischen ein wenig älter und gibt es nicht mehr in neu.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Heinz » So 23. Jul 2017, 14:30

Na erst mal DANKE für die schnelle Rückmeldung! :D
Ich bin 1,88 groß und wiege 124 kg, also nicht gerade zierlich. Spieltrieb ist bei mir schon noch vorhanden, aber nicht da, wo es gefährlich wird. Da plane ich lieber zuviel Angstzuschlag ein als zuwenig. Werde bestimmt nicht 7 Hinterreifen im Jahr verheizen :D
Helm: auf jeden Fall neu im Fachgeschäft meines geringsten Misstrauens. Gebraucht kann schon alles mögliche damit passiert sein. Und auf jeden Fall was Helles, ich geh mal davon aus, dass schwarze Helme sich bei Sonneneinstrahlung schnell aufheizen. Für den Rest gibt es Ebay.
Motorrad: muss erst mal auf einem draufgesessen haben, um eine Auswahl treffen zu können. Ich will auch das eine oder andere selber dran machen können, nach dem Motto, wo nicht viel dran ist, kann auch nicht viel kaputtgehen. Wie sieht es eigentlich bei MZ mit der Ersatzteilversorgung aus? So was vielleicht nicht gerade, eher aus dieser Kategorie. Ein fahrbarer Untersatz, wo neue Macken erst mal nix ausmachen. Kann man irgendwo Motorräder ausleihen? Autovermietungen und Carsharing gibt es überall, aber Motorräder?
Winter: keine Ahnung. bin eher wenig kälteempfindlich.
Der Fahrlehrer fährt natürlich auf einem eigenen Motorrad mit!
Sehtest, SM-Kurs: Wenns sein muss, kostet ja nicht die Welt!

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Re: Motorradführerschein

Beitragvon video6 » So 23. Jul 2017, 16:12

Ich würd ETZ nehmen die haben 12 Volt und schon oft elektronische Zündung.
Und auf jeden Fall Alltagstauglich hat aber keinen E-Start.
Teile gibt es alles zu ,finde ich ,halbwegs günstigen Preisen.
Geht so ab 750€ los bis Mondpreise.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon xanakind » So 23. Jul 2017, 16:27

Heinz hat geschrieben:Winter: keine Ahnung. bin eher wenig kälteempfindlich.


Dann würde ich das Mopped auch das ganze Jahr anmelden.
Hab ich auch gemacht, dass kostet nur wenige Euro mehr.
Und wie oft hatte man im November noch schöne Tage wo ich noch fahren konnte.
Im Schnee fahre ich allerdings nicht, dass ist mir doch eine nummer zu heiss. Mir reicht es schon wenn ich mir meinem Hobel (Suzuki GS550T) mal abseits der Strassen auf unbefestigten Wegen unterwegs bin :shock:
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon PowerAM » So 23. Jul 2017, 16:43

Ich hatte seinerzeit den 1er mit dem 3er zusammen gemacht. Kostet am wenigsten Aufpreis. Sehtest und Ersthelfer waren für beides gültig, für die theoretische Prüfung reichte ein zusätzlicher Bogen. Praktisch machte ich beides durcheinander, ich fuhr mal Zwei- und mal Vierkreiser. Für letzteres war die Prüfung keine Herausforderung. Die für den Zweikreiser hatte was von Schikane: Bis zum Erbrechen bin ich Achten gefahren und habe Bremsen und Ausweichen vor einem Hindernis vorgeführt. Die Fahrprobe im realen Straßenverkehr blieb bei "rechts vor links" bei Tempolimit 30 in einem Wohngebiet.

Während ich Suzuki GS 650 fuhr, saß der Fahrlehrer zumeist auf einer Intruder 1500. Die durfte ich mal probefahren - war aber nicht meins. Zu schwer, Wendekreis wie ein Bus - schlichtweg Tanker fahren. Ich bin 168 cm hoch, wiege 68 kg. Damit falle ich in das Raster jener Asiaten, für die ein großer Teil der "Sportler" gebaut wurde. Geht es um Wartungsfreundlichkeit, dann in den einschlägigen Foren einlesen! Es wird zwangsläufig auf ein Naked Bike oder einen nicht zu sehr verbauten Chopper oder Cruiser hinaus laufen. Angesichts der veröffentlichten Körpermaße würde ich ohnehin von den zierlichen "Joghurtbechern" abraten, das dürfte kein ergonomisches Fahren mehr werden. Insofern mal einen Blick auf die kleinere Intruder werfen, die sicher kein Sportler ist, ganz sicher aber ein Motorrad, das Spaß machen kann. Nachteilig bliebe der große Wendekreis und die Tatsache, dass es dennoch vom Fahrverhalten ein schweres Motorrad ist. Das bringt dir ggf. anfangs ein wenig Respekt vor dem Zweikreiser bei und verhindert frühe schmerzhafte Abstiege. Wenn die Fahrpraxis dann die erlernten Reflexe gefestigt hat, dann kommt ohnehin bald der Wunsch nach etwas anderem. Kaum ein Motorradfahrer bleibt in den ersten Jahren lange seiner Maschine treu.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Joschie » So 23. Jul 2017, 22:43

Hallo Heinz,

Heinz hat geschrieben: So was vielleicht nicht gerade,


wieso? Auch wenn es viele nicht glauben wollen, die fährt sich angenehm. OK man merkt ihr ihr Gewicht schon an aber fährt sich für mich immer noch schöner als ein Chopper (der Begriff Tanker trifft das Fahrverhalten voll). Nebenbei erwähnt ist es einfach schön wenn du irre schaltfaul fahren kannst, zweiter Gang reicht von 25 im Ort bis 120 aufer Landstraße und der Motor zieht sehr angenehm durch auch untenrum und ist schön beherrschbar. Man muss ja nicht die Endgeschwindigkeit abrufen. Meine ZXR hat bei mir noch nie über 180km/h gesehen obwohl sie laut Prüfstand gut über 250 locker packen würde.

Wegen deiner Proportionen würde ich auch mal aufm Straßenenduro Sektor schauen, sind angenehm zu fahren (muss ja nicht gleich ein BayrischesMarketingWunder sein). Und für die Daumenschwinger, meiner einer ist mit knappen 170 cm und rund 100kg auch sehr bequem auf'em KaWa Staubsauger unterwegs.

Ach ja, was ich noch schreiben wollte. Meinereiner möchte keinen zweitakter mehr. Wie geschrieben nimm nen ordentlichen Japaner fürn Anfang und so ein Zschoppauer Moped kann ja dann mal darauf folgen. Am Anfang brauchst du ein Motorrad auf das du dich draufsetzt, das Knöpferl drückst und losfährst. Auch solltest du beim Fahren am Anfang nicht viel überlegen müssen (Zweitakter Motorbremse, Motor bei laune halten ectr.). Und eins sollten wir auch nicht vergessen, meiner bisherig gemachten Erfahrung ist auch eine einfache Einscheibenbremse der MZ Trommelbremse überlegen und eine gute Bremse ist im heutigen Straßenverkehr sehr viel wert. Genauso brauchst du heutzutag m.M.n. ein Moped das über 40Pferdchen hat um zum einen im Verkehr mitschwimmen zu können, zum anderen um noch einen gewissen passiven Sicherheitsspielraum zu haben.

Grüße
Josef

p.s. wegen der Helmfarbe, gemessen hab ich Chaser-V in weiß hochglanz gegen Chaser-V Pro in schwarz matt, unterschied sind bei voller Sonneneinstrahlung ~3°C. Isolierung sei dank.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Raider » So 23. Jul 2017, 23:03

Also mein Fahrlehrer war selbst mit dem Motorrad hinterhergefahren (wenn schönes Wetter war :D) und war selbst auch ein wirklich guter Motorradfahrer. Das kann ich nur empfehlen, da lernt man mehr als nur das Motorrad von A nach B zu bewegen.
Aber das sieht man ja meistens vorher nicht was der Fahrlehrer so kann :(
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon topmech » So 23. Jul 2017, 23:09

Hab den Schein mit 18 gleich mitgemacht, bin bis vor nem Monat etwa 10 Jahre nicht mehr gefahren und es war schon ne ordentliche Eingewöhnung notwendig. Lag aber daran, dass ich noch nie mit einer Reise-Enduro gefahren bin, meist nur Joghurtbecher wie die GSX-R und eine Bandit 600. Wie oben schon angesprochen: umsichtig fahren, gerade wenn wieder die Ölspur-Saison ist, auf entsprechende Schilder achten, damit lässt sich die Unfallwahrscheinlichkeit unwahrscheinlich senken.
Für nächstes Jahr ist die Anschaffung einer etwas hubraumstärkeren Maschine auch in Planung, aber das hängt noch von Faktoren ab, die ich wenig beeinflußen kann (Wohnsituation, Platz/Abstellfläche). Schau dich einfach mal aufm Markt um, da findest schon was passendes.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Heinz » Mo 24. Jul 2017, 07:38

Na so konkret hab ich es mir noch nicht überlegt, es geht ja zunächst mal darum, den Schein in der Tasche zu haben. Während der Ausbildung (möglichst am Anfang) kommt der Helm her. Ich stell mir das nicht so angenehm vor, einen Helm zu tragen, der schon auf vielen Köpfen gesessen hat. Klamotten kann man ja waschen oder zumindest in die Reinigung bringen, aber einen Helm? :roll:
De nächste Investition sind dann die Motorradklamotten.
Und dann erst das Moderratt! Velleicht gibt es hier ja in der Gegend ne Ausleihmöglichkeit.
Für alles gleichzeitug fehlen mir die Finanzen. Selbst wenn ich längere Zeit nicht gefahren sein sollte, reichen ein paar Fahrstunden, um wieder reinzukommen.

Trotzdem DANKE für Eure Tipps! :D
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon zauberkopf » Mo 24. Jul 2017, 07:45

Klamotten kann man ja waschen oder zumindest in die Reinigung bringen, aber einen Helm? :roll:

Warum nicht ? Wenn der die Waschmaschine nicht überlebt...

So ein Helm besteht doch aus zu 100% Kunststoff.
Jetzt mal ernsthaft.. Wir reden hier ggf von irgendwelchen Biologischen ablagerungen.. etwas Seife.. vielleicht etwas natronlauge.. und das teil ist Steril.
Wo ich gerade Steril lese.. Autoklave !
Ne.. vielleicht keine gute Idee.. das Teil macht rund 120° Celsius..
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Aw: Motorradführerschein

Beitragvon PowerAM » Mo 24. Jul 2017, 09:04

Zum Gebrauchtkauf von Bekleidung: Das meiste Textilzeug lässt sich zuhause waschen - auf die Waschhinweise achten! Mit der Zeit nimmt die Wasserundurchlässigkeit ab. Hierfür gibt es Imprägnierlösungen als Spray oder Flüssigkeit zum Einreiben. Wer sowas im Onlinehandel oder beim Handel für Berufsbekleidung kauft, der kriegt das Zeug billiger als jener, der im Motorradzubehör- oder gar im Angelladen kauft. Ledersachen haben zwar auch ihren Reiz, sind aber i. d. R. schwerer und brauchen ebenfalls ein wenig Pflege. Gleich ist bei beidem, dass Nähte immer zuerst Wasser durchlassen und Wasser generell einen Weg findet, um in die Kleidung zu kommen. Einzig die Menge lässt sich ein wenig steuern... :lol:

Zur Plastikmütze: Welche Helmbauform favorisiert wird, das zeigt sich erst im Trageversuch. Viele mögen die halboffenen Helme wegen des großen Gesichtsfeldes und der Tatsache, dass sie eher das Gefühl vermitteln, "draußen zu fahren". Ich bin immer mit Integralhelmen gefahren und habe mich auch daran gewöhnt. Angenehm sind die inzwischen weit verbreiteten Be- und Entlüftungssysteme, von denen die meisten aber ebenso Windgeräusche verursachen. Einige Helme sind bei höheren Geschwindigkeiten laut, manche sogar richtig laut. Leider weiß man das vor dem Kauf in der Regel nicht. Was als Helm nicht als absolutes Einsteigermodell verkauft wird, das hat normalerweise herausnehmbare Polsterteile. Die sind zumindest für Handwäsche geeignet, einige dürfen auch in die Waschmaschine. Wer es hygienischer mag, der fährt mit Haube unter dem Helm. Die sind immer waschmaschinentauglich.

Generell würde ich bei der Bekleidung oder wahlweise auch beim Helm auf auffällige Farben achten. Im Meer der Dauerlichtfahrer geht das eine Motorrad-Abblendlicht nämlich inzwischen vollkommen unter. Dieser frühere Vorteil der besseren Erkennbarkeit der Zweiradfahrer ist damit verloren gegangen. Andere fahren deshalb mit Warnweste.

Als Beispiel: An regenfreien Tagen begegnet mir morgens fast immer an der gleichen Stelle eine Motorradfahrerin. Weiße Suzuki (irgendwas), weiße Lederkombi, weißer Helm mit weißen Hasenohren. :) Sie ist tatsächlich bereits aus einem halben Kilometer Entfernung erkennbar und auch figurmäßig etwas für's Auge...
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon topmech » Mo 24. Jul 2017, 10:05

Was mir grad auch noch kommt: kauf dir KEIN schwarzes Motorrad. Bin mitm Moped immer regelmäßig übersehen worden und war schon gewohnt auf dem weißen Außenstreifen zu fahren, damit mich der Gegenverkehr nicht erwischt. Na gut, ist 5 mal vorgekommen, aber das sind immer noch 5 mal zu oft.
Bekleidung tendiere ich eher zu Leder mit Protektoren, ist einfach haltbarer, auch wenn du mal quer über die Fahrbahn rutschst, gerade dann ist Leder von Vorteil.
Nachteil: im Sommer natürlich wärmer, weshalb ich schon manchmal nur mit Jeans gefahren bin. Mea culpa. Oder die Bayrische Version davon: Jo Mai.
Schau, dass die Hose wie Jacke Protektoren drin hat. Schau alternativ ein Protektorenhemd an und recherchier, wie das in Tests abgeschnitten hat - dazu natürlich eine Jacke ohne Protektoren im Rückenbereich. Am besten mit viel Reflektoren dran oder gleich die Warnweste drüber.
Das sind Dinge, die wären mir vor 10 Jahren nicht in den Sinn gekommen.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon da1jo » Mo 24. Jul 2017, 11:18

Hallo ,

mit dem Motorrad willst du dein Auto dann aufgeben oder behalten ? Also ich fahre seit dem Autoführerschein also seit über 21 Jahren Motorrad und billiger ist Motorrad fahren nur wenn man
1. Selbst schraubt
2. Keine Hightech Wunderkiste fährt
3. Den Gas Hahn zurück hält sonst sind die Reifen schneller blank als man schauen kann und 1 Hinterreifen kann schon soviel kosten wie 4 Autoreifen

Dann willst du Touren fahren oder eher Stadt und ein wenig Land alleine oder zu zweit ?
Also z.B. Stadt mit ab und an mal Land und wenig AB bis gar kein AB und nie zu zweit. Wäre bei mir ne Enduro mit EinZylinder und gutem Leistungsgewicht
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Raider » Mo 24. Jul 2017, 11:37

Jetzt übertreibt mal nicht und macht ihm keine Angst :lol:

Motorrad fahren ist billig wenn man es nicht übertreibt. Wenn man es als Fortbewegungsmittel nutzt hält ein Hinterreifen auch mal 10.000. Und wenn man kein Sportmotorrad fährt, dann kosten die (marken)Reifen meistens auch nur 2 stellig. Steuern und Versicherung kosten auch weitaus weniger als Auto.

Und ich bin zwar jung, hab auch erst ca. 30.000km aufm Motorrad runter, ich wurde aber noch nie übersehen. Ich weiß nicht was ihr macht? Nagut, die letzten 20.000 fuhr ich mit einer grauen Jacke, das ist ein bisschen auffälliger als komplett schwarz. Man muss sich halt auch mal auf der Straße breit machen und nicht nur am Fahrbahnrand hängen. Und wenn da Bewegung drin ist wird man auch gesehen. Worauf man natürlich in der Stadt achten sollte, dass man nicht längere Zeit im toten Winkel von nem Auto hängt. Wenn ich meinen Papa so frag, ist ihm das auch noch nicht oft passiert, und der ist schon weit über 100k gefahren.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Lötfahne » Mo 24. Jul 2017, 11:59

Mopped muß nicht schwarz sein, stimmt:
Bild

Und, ja, ich weiß... es brennt ein wenig in den Augen- aber wenigstens isses ein Exot.
Und stand sich deswegen wohl mit fallender Preistendenz die Räder platt.
Als der Fall weit genug war hab ich zugeschlagen. :mrgreen:
Anfänglich hatte ich sogar neonorangene Koffers dran. Das war mir dann aber doch zu arg. :shock:
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Heinz » Mo 24. Jul 2017, 17:23

Da hab ich ja was losgetreten! :lol:
Eigenes Auto hab ich nicht, bin bisher im Carsharing. Zum Einkauf oder sonstiges Material zu transportieren ist ein AUto ja ganz praktisch, aber nur als fahrbaren Untersatz eine Tonne Blech mitschleppen? :roll:
Die gelb-grüne Kiste wird wohl eher nicht übersehen, oder? Bei der hellen Farbe dachte ich eher an das nicht so starke Aufheizen in der Sonne.
Selber schraube ist ok, ich werde die Mühle eh nicht jeden Tag brauchen, ich weiß ja, wo ich fachkundige Hilfe finde. :D
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Lötfahne » Mo 24. Jul 2017, 17:33

Aufheizen in der Sonne

:shock:

Eine reinweiße Sitzbank wirst Du wohl nicht finden. Mit überbackenen, gekochten Eiern muß man als Motorradfahrer leben. :oops: :mrgreen:
Und... wenn Du's gern angenehm, gleichmäßig temperiert haben willst... ;)

Bei mir hats eine Weile gedauert, bis ich mir dachte: Jetzt kannste's! Das war auf der Fahrt durch Albanien, vom mazedonischen Hochland (Ohrid) aus, quer
durch, auf sogenannten Straßen. Mit dem Chopper. Völlig ungeeignetes Motorrad für sowas- aber geschafft! 8-)
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Toddybaer » Mo 24. Jul 2017, 17:45

Lötfahne hat geschrieben:....
Und... wenn Du's gern angenehm, gleichmäßig temperiert haben willst... ;)
...



Hosenstall auf lassen ;)
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