Motorradführerschein

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Motorradführerschein

Beitragvon KampfKeks_MRZ » Mo 24. Jul 2017, 18:19

Toddybaer hat geschrieben:
Lötfahne hat geschrieben:....
Und... wenn Du's gern angenehm, gleichmäßig temperiert haben willst... ;)
...



Hosenstall auf lassen ;)


Völlig korrekt!

Zur Auswahl des Motorrads kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen. Draufsetzen und probieren - so viel wie möglich. Das Moped wo man sich auf Anhieb am wohlsten fühlt ist es.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Heinz » Mi 20. Sep 2017, 21:24

So, nun habe ich es gewagt. Erst mal 12 Fahrschulen bei uns in der Stadt angeschrieben, davon haben 6 nicht geantwortet, und 2 weitere keine Kapazitäten mehr frei (ausgebucht oder Fahrlehrer krank), blieben 4 übrig. Eine war mir besonders sympathisch, bei der ich mich dann am 5. September anmeldete. Für den Antrag brauchte ich nur den Sehtest, hat glaub ich 7,63 Euro gekostet. Theorieunterricht , klar, muss ich besuchen, vor allem die 4 Lektionen fürs Motorrad.
Und auch schon 2 Fahrstunden gehabt. In der ersten kam mir gleich die Straße entgegen, bzw. der Bordstein, Kupplung zu schnell kommen lassen und dann ist das Ding ohne mich losgefahren. Knallte auch gleich so auf den Bordstein, dass Kühlmittel auslief. :oops: Mit der nächsten Maschine (eine Honda, 500 ccm, aber jetzt grad keine Ahnung, welches Modell, wohl der Nachfolger der Güllepumpe) kam ich dann besser klar. Und ganz wichtig: Mit meiner Fahrlehrerin versteh ich mich auch gut!
Muss erst mal ein bisschen Gefühl für die Maschine kriegen, in der übernächsten Stunde will meine Fahrlehrerin mich schon auf den Straßenverkehr loslassen :o . Mal sehen wie ich mich dabei anstelle. Manchmal denke ich, dass ich das Ganze doch ein wenig ( :D ) unterschätzt hatte. Hab ja als einzige Vorerfahrung mein Fahrrad. 20 Übungsfahrstunden hab ich kalkuliert, dazu Sonderfahrten, Prüfungen, Grundgebühr usw. und komme dabei auf 2328 Euro.
So, nun brauch ich erst mal einen Helm. 2 Probleme:
1. Ich bin Brillenträger und hab ne Brille mit diesen Sportbügeln, die ganz um das Ohr rumgehen. Ein Paar normale Bügel würde extra einen Hunni kosten. Titanflex halt. Gibt es da irgendeine billigere Lösung? Hatte vor langer Zeit mal einen defekten Brillenbügel (andere Brille) durch einen dicken Titandraht ersetzt, hat lange gehalten.
2. Ich hab n dicken Kopp, brauche also Größe XXL.
Beides schränkt die Auswahl doch ziemlich ein, und die Preisspanne geht von 50 bis 600 Euro... Und spätestens die praktische Prüfung sollte ich mit Helm und Brille fahren.
Die 2 Integralhelme in der Fahrschule, die auf meinen Kopp passen, sind nicht mit meiner Brille kombinierbar. Was könnt ihr mir empfehlen? Ich werde mich wohl größtenteils auf der Straße (auch den einen oder anderen Kilometer auf der Autobahn) fortbewegen, weniger im Gelände.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Hightech » Mi 20. Sep 2017, 21:39

Helm kaufen im Fachgeschäft, mit Beratung !

2,4kEuro nur für den 2-Rad-Schein ? echt ? Wahnsinn.
20 Fahrstunden braucht man aber sicher nicht, wenn man einen PKW-Schein hat.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon xanakind » Mi 20. Sep 2017, 22:08

20 Stunden kommen sehr schnell zusammen, alleine die Pflichtstunden......
Hier mal meine Endabrechnung:
rechnung.jpg

Ich kam auf 1500€. Das war 2013
2,4k€ halte ich schon für ziemlich hoch gegriffen, aber gut, lieber etwas mehr....
Helm wirklich unbedingt im Geschäft kaufen.
Hein Gericke, Polo, Louis und was es noch alles gibt. Irgend ein Laden wird schon in deiner nähe sein :)
Wichtig:
Die Grundfahraufgaben und Abfahrtsprüfung lernen, üben und Einprägen!
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon tryps » Do 21. Sep 2017, 11:20

Gut das ich den direkt mit gemacht habe, bin auf 850€ oder so gekommen... :D
Fast alle Fahrstunden bei Regen und in der selben Woche noch Prüfung, die war bei gutem Wetter. Fahraufgaben waren bei mir das, was der Prüfer dann auch recht ausgiebig sehen wollte, Wegdrücken, Schritttempo und in ner Acht eiern. Bei mir ist der nach zwei Jahren noch von selbst offen geworden, aber das ist in diesem Fall ja eh egal.
Kannst du nicht fürs Fahren ne extra Brille nach Brillenpass bestellen? Kostet Online ja nicht die Welt.
Bei mir ist nur der Kopf groß, die Augen aber noch gut. :D
Das die beim ersten mal abgeht kann passieren, passiert ja nicht wieder. ;) Auf den Verkehr los gelassen wird man bei uns aber sobald man von der Auffahrt runter ist, naja ist halt eher ländlich hier.
Viel Spaß und Erfolg auf jeden Fall!
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Lötfahne » Do 21. Sep 2017, 13:13

Augen auf beim Penghutkauf. Da sollte man nicht unbedingt auf den Geldbeutel sehen. Und, ganz wichtig : Ausprobieren ohne Ende. Zeit lassen dabei.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon duese » Do 21. Sep 2017, 13:22

Klapphelme kann man z. T. ohne Brille absetzen aufsetzen. Ausprobieren.
Ich persönlich (fahre aber ohne Brille) möchte keinen Nicht-Klapp-Helm mehr. Ich finde es man hat zum Aufsteigen und Manövrieren einfach mehr Suchtgriff Sichtfeld (besonders nach unten) und man kann im Sommer auch an der Ampel für mehr Luft ganz aufmachen. Visier mit Doppelscheibe (pinlock) gegen Anlaufen ist auch zu empfehlen.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Lötfahne » Do 21. Sep 2017, 14:32

Klapphut hab ich auch, aus genau diesen Gründen. Und Pinlock ist extrem praktisch, so kann man auch mal im Regen die Klappe zu lassen ohne daß die Scheibe anläuft.
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Aw: Motorradführerschein

Beitragvon PowerAM » Do 21. Sep 2017, 14:48

Ich bin zwar kein Brillenträger, wegen meines Heuschnupfens aber blendempfindlich. Dafür gibt es Helme mit herausklappbarer Sonnenblende/Sonnenbrille. Die guten Versionen erlauben, das stufenlos oder zumindest in mehreren kleinen Schritten einzustellen.

Ein Motorrad fahrender Freund ist Brillenträger und fährt mit einem offenen Cross-Helm. Über seine normale Brillen kommt dann die Motorradbrille. Es hat aber auch einiges Probieren gekostet, bis er eine fand, unter der seine Brille Platz hat.

Ich hatte seinerzeit die Lizenz für den Zweikreiser gleich mit der Ausbildung für den Vierkreiser gemacht. Kostete noch zu DM-Zeiten wenige 100er Aufpreis. Mich hatte mein Fahrlehrer davon überzeugt, zumal ich ja den kleinen Schein für die 80er bereits hatte (heute sind damit 125er fahrbar). Der geringe Mehrpreis und der Spaß am Steuern von Zweikreisern überzeugten mich dann. Doof war, dass ich dann in zwei (abgeschlossenen!) Berufsausbildungen und dem darauf folgenden häufigeren Wechsel des Dienstortes lange keinen Zweikreiser mehr hatte. Das Geld dafür fehlte, zudem eine Unterstellmöglichkeit. Draußen kann/darf man bei uns nichts gutes stehen lassen, Neider treten es um. Erst vor einiger Zeit kam ich wieder zu 'nem inzwischen über 20 Jahre alten Kwang Yang 125er. Mal sehen, ob sich im Herbst etwas ergibt, wenn andere zum Saisonende ihre gebrauchten Joghurtbecher verkaufen...
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon duese » Do 21. Sep 2017, 15:35

Stimmt, Sonnenblende hab ich vergessen. Hab ich auch, ist super.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon da1jo » Do 21. Sep 2017, 17:06

tryps hat geschrieben:Gut das ich den direkt mit gemacht habe, bin auf 850€ oder so gekommen... :D

Viel Spaß und Erfolg auf jeden Fall!


Ja Wirklich Wahnsinn hab meinen 1996 mit dem Auto zusammen für 1600 DM gemacht. Da brauch sich die Motorrad industrie nicht wundern wenn kein Nachwuchs nachkommt
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Hightech » Fr 22. Sep 2017, 08:02

Ja, Klapphelm von Schubert, hab ich auch. Genial mit der Klappsonnenblende.
Nie mehr ohne.
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Aw: Motorradführerschein

Beitragvon PowerAM » Fr 22. Sep 2017, 10:35

Ich habe gestern mal interessehalber den Fahrlehrer in meinem Dorf gefragt, was die Lizenz heute kosten würde. Vorausgesetzt, dass man sich keine Fehler erlaubt und der Lern- sowie Übungsbedarf das absolute Minimum nicht überschreitet, würde er "ungefähr 2300 EUR" kalkulieren. Die meisten kämen wohl mit rund 2500 EUR davon. Für Motorrad-Schutzkleidung will die Fahrschule übrigens eine Einmalzahlung als Kostenbeteiligung, wenn man davon etwas benutzen möchte. Ohne Hose und Jacke mit Protektoren sowie Motorradstiefel darf bei denen keiner auf den Bock. Wer also nicht nur die Lizenz haben will, sondern danach auch selbst fahren will, der geht sich zuvor erstmal einkleiden!

Erschreckend, wie teuer das heute geworden ist! Damit kann ich nachvollziehen, warum sich viele das einfach nicht mehr leisten wollen.

Aufwind könnte das Motorrad bekommen, wenn in den Städten tatsächlich irgendwann die blaue Plakette kommt und auch auf Benziner ausgeweitet wird. Sofern man wie bisher auf die Plaketten für Motorräder verzichtet, wären die dann die einzige Möglichkeit des motorisierten Individualverkehrs in den Umweltzonen, wenn man sich keinen Karren mit aktueller Euro-Abgasnorm leisten kann oder will.
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Re: Aw: Motorradführerschein

Beitragvon ludwig » Fr 22. Sep 2017, 10:59

PowerAM hat geschrieben:Aufwind könnte das Motorrad bekommen, wenn in den Städten tatsächlich irgendwann die blaue Plakette kommt und auch auf Benziner ausgeweitet wird. Sofern man wie bisher auf die Plaketten für Motorräder verzichtet, wären die dann die einzige Möglichkeit des motorisierten Individualverkehrs in den Umweltzonen, wenn man sich keinen Karren mit aktueller Euro-Abgasnorm leisten kann oder will.


Dann könnte sich auch endlich mal die Parksituation in den Innenstädten verbessern...

Ansonsten hatte ich damals für meine Motorradfleppen (2014) in Ostsachsen so um die 1200€ bezahlt (ich hab meinen B-Führerschein aber auch nur auf A2 erweitert). Meine Fahrschule hatte zwar auch eine Motorradkombi da, die man so nehmen konnte, aber die wollte man wirklich nicht nehmen, also hab ich mich mal bei Louis für etwa nen Hunni mit Jacke, Hose und Protektoren eingekleidet. Ist zwar das billigste vom Billigen und mit der Jacke läuft man rum, wie eine Litfaßsäule, aber es tut seinen Dienst.

Viele Grüße,
Ludwig
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Re: Aw: Motorradführerschein

Beitragvon bastelheini » Fr 22. Sep 2017, 11:03

PowerAM hat geschrieben:Aufwind könnte das Motorrad bekommen, wenn in den Städten tatsächlich irgendwann die blaue Plakette kommt und auch auf Benziner ausgeweitet wird. Sofern man wie bisher auf die Plaketten für Motorräder verzichtet, wären die dann die einzige Möglichkeit des motorisierten Individualverkehrs in den Umweltzonen, wenn man sich keinen Karren mit aktueller Euro-Abgasnorm leisten kann oder will.


Dann sieht es bei uns so aus: https://i.ytimg.com/vi/LzM7XViK_iU/maxresdefault.jpg , spätestens dann gibts auch wieder Umweltplaketten...;)
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon da1jo » Fr 22. Sep 2017, 11:12

Wobei das bei neuen Rollern auch kein Problem mehr ist. 2 Takter haben sich seit Jan. 2017 erledigt da alles Euro 4 Norm haben muss...

Ich hab vor 2 Jahren mein Motorrad gegen einen 125er Roller eingetauscht weil es Praktischer ist. Würden mehr vom Auto auf Roller in der Stadt odeer Fahrrad umsteigen hätten sich viele Probleme in der Stadt erledigt
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Maxi P. » Fr 22. Sep 2017, 11:48

Was den Helm angeht: Nicht geizen, im Falle des Falles (hier sogar wörtlich genommen) ist er das einzige was die Rübe schützt.
Ich bin ebenfalls Brillenträger und habe einen BMW Systemhelm 6. Der sollte damals (vor 6 Jahren) um die 900€ kosten. Habe dann einen gebrauchten, aber frei von Beschädigungen bei einem BMW Motorradhändler gekauft. Habe dann 400€ dafür hingelegt und der Händler hatte ein neues Innenleben eingebaut (wegen Hygiene und so).
Lässt sich super tragen, die Brille hat genug Platz, nichts drückt unangenehm und er ist wunderbar leise. Mit Doppelvisier und Sonnenblende.
Der Händler hatte mich damals auch ausführlich und astrein beraten und hatte zig Helme auf. Der BMW saß am besten an meinem Kopf.

Für meinen Lappen habe ich vor 6 Jahren inkl. PKW 2k8€ hingelegt (ländliche Region in Niedersachsen). Unglaublich was der Schein heute kosten soll..
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Tobi » Fr 22. Sep 2017, 12:30

2k €? :shock:

Vor zwei Jahren hab den A2 zusätzlich zum vorhandenen B gemacht. Da waren knapp 1k fällig. Allerding konnte ich die paar Übungsstunden auf der 125er Maschine überspringen als ich erzählte dass ich bisher auch ne Simson gefahren bin :)
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Aw: Motorradführerschein

Beitragvon PowerAM » Fr 22. Sep 2017, 12:32

Noch ein Gedanke zum Helm: Herausnehmbare Polsterteile sind ein echter Pluspunkt - dann nur aufpassen, wie sie gewaschen werden dürfen. Wer viel schwitzt oder auch mal mit verschmutztem Kopf die Plastikmütze aufsetzen muss, dem seien diese so genannten Sturmhauben zu empfehlen. Gibt sie aus Baumwolle, Fleece oder Mikrofaser. Die aus Fleece sind an einem kühlen Herbstmorgen ganz angenehm. Und: Die Hauben dürfen immer in die Waschmaschine!
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Daniel » Fr 22. Sep 2017, 14:21

Hallo,

@ Heinz
ich habe dein Post zur TE sorgfältig gelesen.
Eigentlich hast du dir eine echte Herausforderung gewählt.

Ich könnte mir das kaum vorstellen mit 47 Jahren mit dem Zweiradfahren zu beginnen.

Aus meiner Sicht, ich habe auf dem Dorf schon zügig Moped Simson und auch mal Motorrad gefahren.
Praktisch klaglos anfahren, überhaupt fahren und schalten war perfekt.
Das fiel mir ein, als ich deinen Abflug las.

Im Alter ist man vorsichtiger unterwegs, aber ich bin überzeugt, dass du zwar fahren lernst, kannst, aber eine Leidenschaft oder Perfektion wird sich schwer einstellen.
Ich war 16 als ich die Prüfung ablegte, das war 1963 in der DDR, da gab es die Einschränkung 150 cm³ bis zum 18. Lebensjahr und dann unbeschränkt.

Ich fuhr anfangs eine 350 ziger Jawa, da wurde ich oft von den Kumpels verzinkt, verlor die Nerven, verkaufte sie wieder.
Im Mai 1965 habe ich eine 250 ziger ES geholt und > 10 Jahre intensiv gefahren.
Einen hammerharten Crash, ein Mann betrunken, lief mir auf der Landstraße bei 100 km/h in die Karre.
Ging aber gut und da ist man als junger Mensch doch flexibler.
Dann nur noch Auto und 2002 wieder ein Oldtimer, zwischendurch mal dicke BMW und Chinamöller, aber mir war es nicht mehr geheuer, ab 200 km/h kam keine Freude mehr.
So habe ich dank der langjährigen Erfahrung mit der DKW noch gut 10 Jahre Spaß gehabt.
Habe viele Kilometer abgespult, beim Oldtimersport, als auch beim Crusen in der Gegend.
Was noch genial dabei war, das Schrauben, das fällt bei den heutigen Kisten bis auf Luft Öl aus.

Ein Freund in Leipzig hat sich unlängst eine neue dicke BMW gekauft 1600 mit allem Schnickschnack und wahnsinnigen Assistenzsystemen. ABS ist das geringste... er konnte schon fahren, nun ist er mit dem Sohn häufig unterwegs.

Ich drücke dir dennoch die Daumen.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon PowerAM » Fr 22. Sep 2017, 16:31

Ich hab' ähnlich früh angefangen, die Lizenz für die 80er mit 16 und die für Vierkreiser und große Zweikreiser mit 18 nachgeschoben. Meine 80er-Fahrschulmaschine war 'ne Yamaha DT80LC2, ein zierlicher Cross-Bock. So eine DT80 kaufte ich vor ein paar Jahren nochmal, war davon unter dem Strich aber dann doch ziemlich enttäuscht. In meiner Jugend war ich wohl leidensfähiger, denn mit der Sitzposition und dem Motor wurde ich nicht mehr so richtig warm. Im Bekanntenkreis verkauft, dort springt der Bock trotz inzwischen stattlicher Kilometerleistung weiter wacker herum. Den Doppelschlag mit 18 machte ich auf Opel Astra GSI 16V sowie Suzuki GS. Beides fuhr sich gut. Die Suzuki habe ich als agil, trotzdem aber narrensicher fahrbar in Erinnerung behalten.

Mein Einstieg in das Selbstfahren mit 16 war allerdings dann doch nur eine Simson S51, mehr wollten meine Eltern für mich damals nicht ausgeben. Hätte man mir den Bock damals nicht geklaut, dann hätte ich das Ding nie weg gegeben. Dem folgte ein 1973er Habicht, leider war der recht weit verschlissen und irgendwie eine Dauerbaustelle. Die dann folgende Phase ohne Zweirad war den häufigen beruflichen Ortswechseln geschuldet. Man hatte einfach jedes Mal zuviel beim Umzug.

Wiedereinstieg war quasi parallel ein 50er Piaggio NRG mc3 LC und - wer würde es erraten - nochmal eine GS. In die ist mir beim Abbiegen ein unbeleuchtet auf dem Gehweg fahrender Kampfradler gerauscht und nach dem unsanften Abstieg hatte der Rahmen eine andere Geometrie - Totalschaden. Leider wurde die Schuldfrage zu 60/40 gegen mich entschieden und ich hatte danach erstmal weder Geld noch Bock auf ein Zweirad.

Und so ergab es sich, dass mir 2015 nach achtjähriger Pause von einem Freund der besagte 125er Kwang Yang mehr oder weniger aufgedrückt wurde. Stand zuvor vier Jahre rum, sprang aber an, starb nur beim leichten Gasgeben sofort ab. Erfolglos machten mehrere "Experten" daran herum. Den Durchbruch brachte mein bester Freund, bei dem der Roller inzwischen mehr als ein Jahr stand. Er verrät bis heute nicht, was es letztlich war. Aber es gehörte das neue Einschleifen der Ventile zu den Aufgaben, die er mich erledigen ließ. Ansonsten folgte danach noch der Rundumschlag mit dem Reinigen, Spülen und Abdichen der Bremshydraulik. Reifen erneuerte ich, die waren uralt und lebensgefährlich. Den Auspuff musste ich schweißen lassen, er wurde gestrahlt und mit Einbrennlack lackiert. Effektiv ist nicht viel Geld rein gegangen - aber so viele Arbeitsstunden, dass ich das Ding definitiv so schnell nicht verkaufe. Man würde eh nur ein paar Hunderter kriegen und das wäre die Arbeit dann nicht wert gewesen. Wenn man sowas für sich selbst macht, dann sieht das anders aus. Winterarbeiten sind dann noch der Austausch der Kupplung und des Vario-Riemens. Beginnender Lagerschaden in der Kupplung, verursacht Geräusche und Vibrationen. Hielt diese Saison aber noch durch. Den Riemen sollte man nach 20 Jahren dann doch mal erneuern, bevor er sich desintegriert. Sowas ist geeignet, das Getriebe zu zerstören.

Nach gut 2000 defektfreien Kilometern denke ich, jetzt ist das Ding über'n Berg und einigermaßen verlässlich. Trotzdem halte ich Ausschau nach 'nem richtigen Motorrad, wobei das bei nur 1,68 m Körpergröße wohl eher was zierliches werden sollte. Auf Zweirädern bin ich eher Cruiser und dafür braucht es keine großen Motoren. Durch das unzählige Male nötige Abbauen des Verkleidungsgerümpels beim Roller ist aber klar geworden, dass als Motorrad wohl nur ein so genanntes Naked Bike in Betracht kommt. Wartungfreundlichkeit und Robustheit sind mir wichtig, Marke und Ansehen dagegen fast egal. Wenn's mir gefällt und die Sitzposition passt, dann würde sogar schon 'ne 125er reichen. Die Kymco Zing gefiele mir, das Ding sieht nämlich sehr erwachsen aus.

Mit 47 die Zweikreiser-Lizenz anzufangen, das finde ich schon ambitioniert. Dass man damit das Fahren nochmal neu erlernen muss, das sollte aber auch klar sein. Die Theorie dürfte zeigen, dass man als langjähriger Autofahrer doch nicht mehr alles weiß bzw. sich inzwischen auch viel verändert hat. Sich dahingehend nachschulen zu lassen, das wäre sicher kein Fehler. Wenn es nicht einen Haufen Geld kosten würde! Zum praktischen Fahren muss ich sagen, dass man zuerst die eigene Motorik trainieren muss, bis man sich sicher und letztlich auch wohl fühlt. Balance-Fahrzeuge muss man dahin drücken, wo man sie haben will. Ich habe nach den Jahren ohne Zweirad auch wieder mit dem Roller ganz vorsichtig anfangen müssen. Allein das Fahren auf zehnzölliger Bereifung war anfangs total unangenehm. Der neunte Versuch mit unterschiedlichen Luftdrücken brachte mir erst das sichere Fahrgefühl. Und auf der letzten Ausfahrt die Erkenntnis, dass auf einer plötzlich und unerwartet stark welligen Fahrbahn Tempo 80 locker dazu führen können, dass sich die Fuhre aus den Federn hebt und flugähnlich unterwegs ist. Das wäre fast schief gegangen...

Ich wünsche viel Erfolg in der Fahrausbildung und Glück für die eigene Fahrpraxis! Lass' es zumindest anfangs sehr ruhig angehen, rechne stets mit der Dummheit anderer und sorge dafür, dass dir nichts passiert. Trotzdem aber nach dem Erwerb der Lizenz: Fahren, fahren, fahren...
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Gobi » Fr 22. Sep 2017, 19:09

Jetzt macht mal dem Heinz einbisschen mehr Mut! Ich finds super, daß Du den Schein machst.

Ich hab übrigens Auto und Motorradschein erst mit Ende 30 gemacht, da war der Euro noch ganz frisch und ich musste 3500 auf den Tisch legen, da kamen mir schon fast die Tränen..... Einen totalen Fahranfänger und Chaoten auf dem Motorrad fanden die Fahrlehrer echt streßig :roll:

Das wird!
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Heinz » Fr 22. Sep 2017, 20:05

Hallo allerseits,

erst mal DANKE für die vielen Rückmeldungen. Da hab ich ja ne Diskussion losgetreten.
Also meine Fahrschule stellt die komplette Motorradkleidung (wozu Fahrschulen eigentlich auch verpflichtet sind). Nur ist kein Helm von denen mit meiner Brille kompatibel. Die haben nur Integralhelme. So in den Fahrstunden geht das noch, aber zur praktischen Prüfung brauch ich eben Helm und Brille. Mit den 2,4 k€: Ich lebe hier eben in einer sehr teuren Gegend (Tübingen, Uni-Stadt); beispielsweise die Wohnungsmieten sind nur in München teurer.
Bin ich mit 47 zu alt :shock: , um noch den Motorradführerschein zu machen? Ich hoffe nicht. Klar lerne ich nicht mehr so schnell wie ein 18jähriger. Deshalb habe ich auch 20 Übungsstunden kalkuliert, zusätzlich zu den Sonderfahrten. Und dass die theoretische und praktische Prüfung auf Anhieb klappen. Die praktische allein kostet bei uns ca. 270 Euro für TÜFF und Fahrschule.
Zum Glück hab ich ne geduldige Fahrlehrerin.
Üben, üben, üben, vor allem die Grundfahraufgaben.
Heute wieder Fahrstunde gehabt. Erstmals schneller als Schrittempo, so ca. 30 km/h. Hat schon ein bisschen gezogen.
Die nächste Fahrstunde ist dann Schalten üben, wenden, kucken, blinken dran, ohne fremde Autos oder die Straße als Knautschzone zweckzuentfremden.
Und dachte daran, dass z.B. der Luftwiderstand bei Tempo 120 das 16-fache beträgt, ebenso die Einschlagenergie der verschiedenen Stechinsekten (hoffentlich nur in das Helmvisier :D ).

Und mit der Dummheit anderer rechne ich jederzeit, bin schließlich seit 33 Jahren Fahrradfahrer.
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon duese » Fr 22. Sep 2017, 20:29

Insekten: mir ist mal eine große Hummel/Wespe/Hornisse auf der Brust (mit Lederjacke) eingeschlagen. Seitdem fahr ich recht konsequent mit Halstuch. Direkt auf dem Kehlkopf wäre wohl nicht gut gewesen...
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Re: Motorradführerschein

Beitragvon Joschie » Fr 22. Sep 2017, 23:57

Hallo Heinz,

meinen Glückwunsch und Respekt das du den Motorradführerschein machst.

Und das wird schon mit dem Fahren.

Zu dem Thema Helm sag ich dir folgende Tipps:
1. Zeit mitbringen, trage den Helm im Laden mind. 15-20 Minuten und achte darauf das er nicht drückt aber auch nicht zu locker am Kopf sitzt.
2. Probiere mehrere Helme auch unterschiedlicher Hersteller
3. Probiere öfters die Visiermimik zu bedienen (mit Handschuhen!!!) weil ein Helm bei dem du dich immer ärgerst weils Visier nicht bebekommst ist auch nicht gut.
4. Achte auf einen Helm mit GFK Schale. Thermoplasten sollten nach 2-3 Jahren ausgetauscht werden, GFK oder Fieberglas nach ca. 5-6 Jahren.
5. Achte beim Helm auf das Herstellungsdatum, nicht das der Helm schon 2 Jahre im Laden lag.

Noch was, ich kaufe meine Helme bisher immer im guten Fachhandel, die meisten Ketten sind da nicht unbedingt das Ideale.

Von der Helmtypographie her, ich habe bzw. hatte einen Klapphelm und bin nun wieder beim Integralhelm gelandet. Vom Komfort her schön nur traue ich der Spielzeugmechanik nicht so ganz, aber das sind geschmackssachen.
Ich würde mal bei den namhaften Herstellern Arai und Shoei schauen.

Grüße
Josef
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