Serielles Terminal an modernem PC

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Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Chaoskreator » Do 10. Aug 2017, 07:39

Hallo zusammen,

ich bin in Besitz eines Terminals HP 700/92 von ca. 1987:
http://www.hpmuseum.net/display_item.php?hw=247

Nachdem es ca. 18 Jahre ungenutzt im Keller stand, habe ich das mal an einen PC mit Debian über Nullmodemkabel angeschlossen, als VT100 parametriert und im grub mit dieser Anleitung
https://www.cyberciti.biz/faq/howto-setup-serial-console-on-debian-linux/
die serielle Konsole aktiviert. Und siehe da, es funktioniert. Zumindest die Ausgabe. :D

20170809_233314_skaliert.jpg


Leider kommen die Tastatureingaben nicht am PC an. Das Nullmodemkabel habe ich durchgemessen, TX vom Terminal geht auf RX des PCs.
Hat jemand eine Idee, welche Einstellung evtl falsch ist? Am Terminal kann man nämlich sehr viel einstellen. Ich habe nur die Baudrate und 8N1 eingestellt, ansonsten alles Standard-Settings. Gibt es vielleicht ein Handshaking-Problem?

Hat jemand eine Idee?

Danke
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Fritzler » Do 10. Aug 2017, 07:42

Das sieht eher so aus als würde dein Linux nicht weiterbooten weils Dateisystem zerballert ist.

Ansonsten, der RasPi hat von hause aus die root Konsole auf dem UART 8-)
Nimm da aber nicht den RasPI3, der hat nen paar Baudratenprobleme.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Chaoskreator » Do 10. Aug 2017, 08:25

Der PC läuft schon. Die Meldung kam wohl nur, weil ich ihn abwürgen musste, weil ich einen neuen Kernel ausprobiert hatte, der den Rechner beim Booten mit schwarzem Bildschirm hängen ließ. Das nur so nebenbei. Jetzt passt wieder alles.

Das mit dem Raspberry ist eine gute Idee. Werde das mal testen. Dann weiß ich wenigstens, ob es am PC oder am Terminal liegt.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon xoexlepox » Do 10. Aug 2017, 11:34

Gibt es vielleicht ein Handshaking-Problem?

Das ist nicht auszuschließen... Wie ist denn das Handshake des Terminal eingestellt? Wenn ich es richtig sehe, hängt das Terminal an "ttyS0". Und wenn ich mich richtig erinnere, besagt(e?) das groß geschriebene "S" darin, daß dieser Port "Modemcontrol" (und somit RTS/CTS) unterstützt. Ist das bei den moderneren Distris auch noch so?
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon sub » Do 10. Aug 2017, 18:11

verbinde am terminal mal pin 7+8 miteinander, wenn das nicht hilft noch 1+4+6
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon zauberkopf » Do 10. Aug 2017, 19:22

Zum testen von solchen seriellen Sachen nehme ich erst mal ein Terminal Programm.
z.B. unter Linux gtkterm.
Da kannste alle Parameter in ruhe ausprobieren.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon xoexlepox » Fr 11. Aug 2017, 00:52

verbinde am terminal mal pin 7+8 miteinander, wenn das nicht hilft noch 1+4+6

Am 9- oder 25poligen stecker? ;)
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon sub » Fr 11. Aug 2017, 07:50

Ah pardon, stimmt:

9pol: 7+8 / 1+6+4
25pol: 5+4 / 20+6+8

Dein Terminal wird Tastendrücke evtl nicht senden, weil der PC kein "DSR" schickt. So brückst du DTR (Data Terminal Ready) mit DSR und dein Terminal gibt sich quasi selbst das "ready"-Signal.
RTS/CTS brücken gibt hingegen den Handshake frei (falls Hardware-Flußkontrolle genutzt wird)
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Name vergessen » Fr 11. Aug 2017, 15:28

Einfach brücken würde ich aber nur, wenn die Leitungen am PC nicht angeschlossen sind, sonst schließt man da ja zwei Ausgänge zusammen, und der PC verliert gegen das Terminal, weil er keinen gescheiten RS232 Treiber hat... das kann man aber mit IIRC "rtscts" mit setty einschalten.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon sub » Fr 11. Aug 2017, 15:33

Ja, schon richtig. Ich ginge aufgrund des Problems davon aus, das lediglich TX/RX + GND verbunden sind.
Wobei die Treiber im PC aufgrund ihrer schwachbrüstigkeit idr. auch relativ robust sind.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Name vergessen » Fr 11. Aug 2017, 15:39

Ich gehe nach leidvollen Erfahrungen mit Linux und seriellen Ports davon aus, daß die Konfiguration vergurkt ist. Irgendwie sehen die standardmäßig gesetzten Bits da eher nach Datecode oder Versionsnummer der Distribution aus als nach sinnvoll gewählten Parametern. :cry:
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Chaoskreator » Do 21. Sep 2017, 07:19

Ich bin jetzt endlich weiter (blieb ne Weile liegen). Im Terminal gibt es einige Einstellungen für Handshaking. Ein User's Manual hab ich im Netz gefunden. Ich werde berichten.
Hatte das Terminal gestern an einem anderen PC und da kriegte ich "ums Verrecken" keine Ausgabe aufs Terminal. Ich stellte dann fest, dass beim verwendeten Kabel RxD und TxD nicht gekreuzt sind. Mit diesem Kabel hatte ich vor ein paar Wochen das Terminal am anderen PC angeschlossen und ging. Das versteh mal einer... Vielleicht war es doch ein anders Kabel. Kann ja eigentlich gar nicht sein.
Jedenfalls werde ich mir ein Nullmodemkabel löten und mit den Handshakingeinstellungen spielen. Dann wird das schon.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon andreas6 » Do 21. Sep 2017, 08:42

Für genau solche Spielereien habe ich mir vor über 20 Jahren mal ein Mäusekino gebaut. 9-pol. Buchse auf 9-pol. Stecker mit Antiparallel-Led+Rv für jede Leitung und Dip-Schalter zum Kreuzen der Sende- und Empfangsleitungen der Daten- und Steuersignale. Das Ding war Gold wert bei seriellen Anbindungen unbekannter Art.

MfG. Andreas
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon urmel » Sa 23. Sep 2017, 01:08

Aaaah cool!
So eins hab ich auch (ok, drei bzw vier) aber mit weißer Bildröhre. Fuddel mal einen Loopback auf die Handshake-Leitungen RTS/CTS und DSR/DTR zusammen
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Chaoskreator » Sa 23. Sep 2017, 07:13

Habe es gestern zum Laufen gebracht. Hatte sämtliches Handshaking ausgeschaltet. Es scheint jetzt allerdings das Problem zu geben, dass sich das Terminal manchmal verschluckt.
Also irgendein Handshaking macht schon Sinn. K.A., ob Linux das unterstützt. Mit Verschlucken meine ich, dass manchmal Zeichen an die falschen Stellen geschrieben werden. Dass es keine Umlaute darstellen kann, ist auch noch ein Problem. Obwohl am Terminal als Sprache und Tastaturlayout Deutsch eingestellt ist.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon andreas6 » Sa 23. Sep 2017, 08:30

Ohne Handshake kann man die generelle Funktion schon nachweisen. Mit Handshake sollten dann auch keine Fehlzeichen mehr auftreten. Das sollte allerdings auf beiden Seiten in gleicher Art eingerichtet sein. Umlaute sind ein ganz eigenes Thema, im Laufe der Jahre gab es mehrere Codierungen dazu. Da musst Du etwas probieren.

Zu Anfang sollte das serielle Tempo gering bleiben und die Kabellängen kurz. Mit Handshake kann man dann mal die Grenzen austesten. Ich kann mich erinnern, mehrere Terminals an einem System namens PC-MOS betrieben zu haben. Das stellte ein Dos für diverse Terminals bereit, so viele, wie man eben serielle Schnittstellen einbauen konnte. Das waren so Vorläufer von echten Vernetzungen, es konnten immerhin mehrere Benutzer auf dem selben Pc an den selben Daten arbeiten. Mit gutem Kabel und Handshake gingen 38400 Baud über etliche Meter Zuleitung problemfrei.

MfG. Andreas
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Bastelbruder » Sa 23. Sep 2017, 08:48

...verschluckt.
So ein Problem hatte ich zwischendurch auch mal, vielleicht eine Fehlerbereinigte Version des Terminalprogramms verwenden.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon xoexlepox » Sa 23. Sep 2017, 10:12

Also irgendein Handshaking macht schon Sinn. K.A., ob Linux das unterstützt.

RTS/CTS wird (auch bei USB-Adaptern) unterstützt, muss aber ggf. aktiviert werden. Beim RasPi bedarf der Anschluß dieser beiden Signal m.E. etwas Gebastel, denn die beiden Signale liegen nicht auf dem GPIO-Stecker, sondern auf einem anderen Stecker. Wenn du bei zwei Leitungen (plus GND) bleiben willst, kannst du es ja mal mit XON/XOFF (Ctrl-S/Ctrl-Q) versuchen.
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Re: Serielles Terminal an modernem PC

Beitragvon Name vergessen » So 24. Sep 2017, 13:06

Linux kann RTS/CTS, DSR/DTR und xon/xoff. Muß man aber alles konfigurieren, standardmäßig ist da "irgendwas" eingestellt, meistens nichts Sinnvolles.

Die Umlaute sind vermutlich am Terminal CP850 /Iso Latin-1 o.Ä., während Linux seit einigen Jahren UTF-8 verwendet und Windoze UTF-16. Die sind weder untereinander noch mit irgendwas Anderem kompatibel (UTF-8 immerhin zu ASCII). KA, ob man für das Terminalprogramm alleine die Kodierung umstellen kann, anfangs mußte man das ganze System umstellen, was natürlich extremst nervt, weil dann sämtliche Dateinamen unleserlich und schwer nutzbar werden, die Umlaute enthalten. Daher halte ich Umlaute (bzw. Sonderzeichen allgemein) in Dateinamen auch für ganz großen Käse, ähnlich wie WLAN, bzw. manche hier Powerline oder Arduino.
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