Motorrad Laderegler defekt?

Der chaotische Hauptfaden

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Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Joker » Sa 12. Aug 2017, 18:59

Moin,

an meinem Moped (Beta M4) mit Suzuki DR350 Motor ist ständig die Batterie leer, bzw. nicht richtig voll, d.h. der Anlasser hat keine richtige Power, dachte erst das liegt daran das ich so selten und wenig fahre, aber habe heute mal genauer geschaut und gemessen...

Also es ist ein Blei-Gel Akku verbaut. Welche Ladespannung brauche ich da? 14V ? Mein Ladegerät macht 14,4 und schaltet dann um auf Erhaltungsladung. (13.6V glaube ich)
Das Problem ist, das ich bei laufendem Motor (auch wenn ich Gas gebe) nur knapp über 13V an der Batterie messe. Das reicht doch nicht, oder?
Soweit ich weiß hat das Teil eine Drehstrom LiMa. Es kommen 3 gelbe Kabel aus dem Motor und gehen in den Laderegler. 2 Kabel kommen da wieder raus, und an denen messe ich 13,9-14 V. Soweit OK. Die Kabel gehen aber nicht direkt an die Batterie, sondern Plus geht noch über 3 parallele Dioden (soll das verhindern, das der Regler die Batterie leer zieht?) und hinter den Dioden habe ich nur noch etwas über 13V.... kann ja nicht reichen, oder?
Das ganze ist aber original so verschaltet. Ist es denn normal, das ich an den Dioden so viel Spannung verliere? (an den Steckverbindern scheint es nicht zu liegen)
Oder muss der Regler eine höhere Spannung bringen?

Der Regler ist ein "sh535c-12" der auch in anderen Modellen zu finden ist, leider finde ich dazu kein Datenblatt o.ä., bevor ich einen neuen kaufe, möchte ich zumindest sicher sein, das es daran liegt.
Ich habe noch irgendwo einen Schaltplan, den müsste ich nochmal raussuchen und scannen, falls erforderlich, aber eigentlich kann es ja nur in dem Bereich liegen, den ich beschrieben habe.
LiMa --> 3 Kabel ---> Regler ---> 2 Kabel ---> - an MASSE / + über Diodeneinheit zur Sicherung dann zur Batterie

Die Batterie ist noch nicht so alt und wenn ich sie auflade funktioniert auch alles, es muss meiner Meinung nach an der Ladeschaltung liegen.
Sind die Dioden kaputt? Aber doch nicht alle 3 gleichzeitig? Fällt dann die Spannung ab? Wie kann man das messen?
Habt Ihr eine Idee?
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon tschäikäi » Sa 12. Aug 2017, 19:09

Moin, die Schaltung scheint grundsätzlich recht plausibel.
Warum ziehst du nicht mal die gelben Kabel ab und misst bei konstanter Motordrehzahl von 3000rpm
zwischen diesen Kabeln (sind die 3 Phasen). 3000 rpm weil dann 50Hz anliegen sollten, damit kann das Multimeter umgehen.
Müsste überall die gleiche Spannung anliegen.
Wenn ja, ists der Regler oder mit den Dioden stimmt was nicht.

Allerdings... son Gleichrichter- Spannungsregler hat ja schon genug Dioden, wozu die zusätzlichen nötig sind, weiß nur der Chinese.
Nach dem Regler sollten ja (Si- Dioden vorausgesetzt) wenigstens 14,6 oder eher 14,8V (ab 3000rpm, nicht Standgas!) anliegen,
dass man noch auf 14-14,2V Ladespannung kommt, wenn die Dioden ihre 0,7V abgezogen haben.

Läuft das ganze Bordnetz über die 3 Dioden, also auch Licht usw.?

Gruß Julian
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon xanakind » Sa 12. Aug 2017, 19:36

Diese 3 Dioden kommen mir komisch vor....
Alles andere erscheint mir soweit ok.
Mach von den Dioden doch bitte mal ein Bild.
Ich glaube nicht dass das Original ist. Zumindest ist sowas nicht wirklich nötig.
Bei meinem Hobel (Suzuki GS550T) geht das aus dem Regler mehr oder weniger direkt zur Batterie.
Da sind keine Dioden dazwischen.
Ansonsten: schonmal die Stromaufnahme gemessen wenn die Zündung aus ist? vielleicht zieht da was immer Strom?
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Tobi » Sa 12. Aug 2017, 19:49

Joker hat geschrieben:Moin,

Also es ist ein Blei-Gel Akku verbaut.
Die Kabel gehen aber nicht direkt an die Batterie, sondern Plus geht noch über 3 parallele Dioden (soll das verhindern, das der Regler die Batterie leer zieht?) und hinter den Dioden habe ich nur noch etwas über 13V.... kann ja nicht reichen, oder?


Richtig erkannt.
Frage: Hat den Akku evtl ein Vorbesitzer da reingebastelt? Dann könnte ich mir vorstellen das der die Dioden da ebenfalls reingebastelt hat, denn der Blei-Geil (oder eher Vlies) Akku mag die hohe Spannung der Lima von meist 14,2-14,5V auf Dauer nicht so gerne. Dann hat er es gut mit dem Akku gemeint und die Dioden davor gepackt. Wie du aber schon gemerkt hast sind gut 13V aber auch wieder zu wenig. Vorallem wenn Licht und co auch noch an der Lima zehren.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon ferdimh » Sa 12. Aug 2017, 20:20

Richtig erkannt.
Frage: Hat den Akku evtl ein Vorbesitzer da reingebastelt? Dann könnte ich mir vorstellen das der die Dioden da ebenfalls reingebastelt hat, denn der Blei-Geil (oder eher Vlies) Akku mag die hohe Spannung der Lima von meist 14,2-14,5V auf Dauer nicht so gerne. Dann hat er es gut mit dem Akku gemeint und die Dioden davor gepackt. Wie du aber schon gemerkt hast sind gut 13V aber auch wieder zu wenig. Vorallem wenn Licht und co auch noch an der Lima zehren.

Die Theorie klingt plausibel. Also raus mit den Dioden!
Die Ladeendspannung von Blei-Gel/Vlies/wasweißich sollte zwar geringer sein, aber wie lange fährt man Moped? Durchschnittlich eine Stunde am Tag? Weniger? Das ist keine Dauerladung, da muss man bei dem gestressten Akku eher viel Saft reindrücken. Der kleine Akku ist ja außerdem relativ hochohmig, der lässt sich ohnehin eher langsam laden.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Joker » Sa 12. Aug 2017, 20:57

Update:

Habe die gelben Kabel abgezogen und gemessen, es liegt überall eine nahezu gleiche Wechselspannung an, abhängig von der Drehzahl 30-50 V (evt auch mehr, aber wollte nicht so hoch drehen, da die Karre recht laut ist und ich schon länger am testen war... :) ) Naja also da schien alles OK.
3000 RpM und 50Hz... ist das so? Je nach Polzahl, oder? Naja habe leider keinen Drehzahlmesser, weiß daher auch nicht ob die Spannungswerte richtig gemessen wurden (Billig Multimeter) aber die Spannungen waren gleichmäßig zwischen allen 3 Phasen.
Das Licht läuft auch über den Regler, hat keine eigene Lichtspule, allerdings wird das noch vor den Dioden abgegriffen.

Die Dioden sind wohl Original, da sie auch im Original Schaltplan im Handbuch eingezeichnet sind als Diodeneiheit 6A (3 St parallel = billiger als eine große?)

Dioden.JPG


Da die Batterie/Akku liegend unter der Sitzbank verbaut ist, muss das Teil geschlossen sein. Es war früher ein Blei Gel Akku, dann ein Blei FLieß und jetzt wieder ein Gel-Akku, der mir von einem anderen Moppedfahrer empfohlen wurde, der damit nie Probleme hatte.
Ja habe schon die dritte Batterie drin...vorher jedes Jahr eine neue, diese habe ich immer regelmäßig nachgeladen, seitdem hält sie auch, aber das ist ja keine Dauerlösung.

Die Dioden sind aber definitiv original. Sind in einem Stecker eingebaut, habe eben nochmal davor 14V und danach 13,4V gemessen.
Habe an allen den gleichen Widerstand, und nur in eine Richtung Durchgang gemessen.

Dioden raus? Naja, das muss ja mal so funktioniert haben oder nicht? Aber an den Dioden habe ich def. einen Spannungsabfall, also ist die Spannung vom Regler zu niedrig. Werde versuchen Schaltpläne von anderen Mopeds zu suchen, die auch diesen Regler haben. Wenn der gleiche Regler dort direkt an der Batterie hängt, wäre ja der Schaltplan und die Verdrahtung bei mir serienmäßig falsch. Das glaube ich nicht

Habe den Stecker am Reglerausgang abgezogen und gemessen: ~1V :?: Kann doch nicht sein, woher kamen denn vorher die 14V?
Habe dann eine Prüflampe 12V 55W angeklemmt, diese leuchtet hell, schon im Standgas... dann parallel dazu gemessen: 11-12 V (Leerlauf)
Gibt die nur Spannung raus, wenn eine Last dran hängt? Das werde ich aber nochmal genau überprüfen, heute ist es zu spät.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon ferdimh » Sa 12. Aug 2017, 21:09

Der durchschnittliche Mopedregler schließt beim Überschreiten einer bestimmten Spannung hart kurz.
D.h. ohne Last schießt die Spannung sehr schnell hoch, woraufhin der Regler sofort eingreift und die Spannung nullt. Im Durchschnitt bleibt dann nicht viel.
Das Messen am Regler ohne Batterie etc macht hier keinen Sinn. Das Gesamtsystem muss an der Batterie eine sinnvolle Ladespannung liefern. Alles andere ist unwichtig.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon xanakind » Sa 12. Aug 2017, 21:31

Ist das Mopped vielleicht für ein anderes Klima bestimmt gewesen?
Bei höheren Temperaturen sinkt ja auch die Ladespannung.
Modernere Autos messen daher ja auch die Batterietemperatur und passen diese an.
Bei meiner Karre konnte ich das im Winter und auch bei Brütender Hitze sehr schön im Voltmeter sehen.
Auch bei meinem alten Auto gab es eine "Tropenausführung"
Da war dann unter anderem der Kühler & Lüfter Grösser und die Viscokupplung hat früher gegriffen.

Das aber nur mal so als Spinnerei. Ich würde die Dioden einfach rausschmeissen und schauen wie´s dann ist.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Tobi » Sa 12. Aug 2017, 21:46

Oder die Siliziumdioden durch Schottkydioden ersetzen, dann sinds schonmal ca 0,4V mehr.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon tschäikäi » So 13. Aug 2017, 01:18

Habe die gelben Kabel abgezogen und gemessen, es liegt überall eine nahezu gleiche Wechselspannung an, abhängig von der Drehzahl 30-50 V

Sollte passen. Die 3000rpm muss man nicht genau treffen, nur bei 10Hz (Leerlaufdrehzahl) zeigen die meisten Multimeter nur noch Mist an.

https://www.motorsportgoetz.com/Lichtmaschine-Suzuki-DR-350-S
3000 RpM und 50Hz... ist das so? Je nach Polzahl, oder?
Ich glaube, dass jeweils 5 Spulen stumpf in Reihe (oder eher) parallel geschaltet sind. Ergibt 15 Spulen + 2 für die Zündanlage.
Dann müsste man noch wissen, wie die Magnete angeordnet sind.
Wie das jetzt im zeitlichen Verlauf aussieht... führt hier glaub ich zu nix. Wenn's jemand weiß kann er's ja erzählen,
ich schlepp jetzt kein Oszi an meine Mopete.
die Spannungen waren gleichmäßig zwischen allen 3 Phasen.

Gut, dann kannste die LiMa ausschließen.

Wenns dir nicht schmeckt, die Dioden auszubauen, überbrück sie doch mal. Vielleicht mit nem Schalter oder Stecker,
isolierter 6,3mm Flachstecker oder son runder.
Bild

"Kriech-" Strom bei ausgeschalteter Zündung messen is immer ne gute Idee, vom Ladekram mal abgesehen.
Wird die Batterie beim Laden warm?
Die Batterie extern laden und über Nacht abgeklemmt ruhen lassen sollte sie auf 12,6V bringen.
Wenn weniger... vielleicht ein interner Schluss.

Gruß Julian
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon TDI » So 13. Aug 2017, 11:35

Regelt der Regler die Spannung vielleicht vor den Dioden? Das kann dann ja nicht reichen.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Bastelbruder » So 13. Aug 2017, 12:12

Alle Moped-Regler messen die Spannung an ihrem Ausgang und schließen bei Erreichen eines bestimmten Werts die unteren Dioden des Gleichrichters kurz. Am Kurzschließer, das ist üblicherweise ein Thyristor und bei Nennstrom - ja, da fließt weiter der volle Strom aus dem Generator - bleiben da natürlich runde tausend Millivolt hängen. Deshalb hat der Regler Kühlrippen und wird heiß. Ohne Last / Kondensator (für moderne Wettbewerbsumbauten mit Steuergerät / Einspritzung und solchem Firlefanz gibt es als Batterieersatz total überteuerte 4,7 mF-Elkos in Gummivergossenen Aludosen) bleiben dann nur noch ganz kurze Nadeln übrig.
Und das Voltmeter zeigt dann halt bloß den Rest von ca. 1 V an.

Ob die Wicklungen des Generators und die Dioden noch gut (identisch) sind, läßt sich mit angeschlossener Batterie einfach messen, indem man den Gleichspannungsanteil von Minus zu den zwei / drei Generatoranschlüssen mißt. Ein hyperintelligentes nur-Autorange DVM ist dafür nicht geeignet.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Joker » Sa 21. Okt 2017, 13:57

Update:

Erstmal Danke für die bisherigen Antworten, hat mir schonmal geholfen das ganze besser zu verstehen.
Komme leider nur selten dazu mich weiter damit zu beschäftigen.

Habe mir den Schaltplan nochmal genauer angesehen und mich ein wenig damit beschäftigt. Ich glaube das ich es jetzt so halbwegs verstanden habe.
Also:
Die Lima gibt Wechselspannung raus (recht hohe Spannung, also so erstmal nicht zu gebrauchen...)
Der Regler macht daraus Gleichspannung und gibt ca 14 V raus (ob das so richtig ist, d.h. der Regler i.O. ist, oder zu wenig weiß ich nicht)
An dem Reglerausgang sind div. Verbraucher angeschlossen: Licht, Tachobeleuchtung, etc.
Licht ist immer an, lässt sich aber umschalten (Abblend-, Fernlicht)
Vom Regler gehts über die Dioden zur Batterie.
Bei laufendem Motor wird die Batterie geladen, wenn der Motor aus ist, soll das Licht, etc. nicht über die (kleine) Batterie betrieben werden, dafür sind die Dioden da. Wenn die Reglerspannung hoch genug ist, wird die Batterie geladen, wenn nicht, wird der Strom nur fürs Licht genutzt.

Bedeutet also wenn ich die Dioden überbrücke, zieht mir das Licht die Batterie leer; Entweder im Stand, oder auch bei niedriger Drehzahl.
Es hat sich also schon jemand was dabei gedacht...

Entweder hat der Inschenör beim Schaltplanen den Spannungsabfall der Dioden vergessen... oder der Regler ist kaputt.
Die meisten anderen Schaltpläne, die ich mir angesehen habe, haben einen Regler der direkt an der Batterie hängt, ich glaube fast, das dieser den ich habe auch für diesen Zweck entworfen wurde und diese Diodenschaltung so nciht funktioniert.

Oder habe ich die falsche Batterie? Gibt es Batterien mit geringerer Ladespannung? Habe eine geschlossene 12V Blei Gel Batterie, da sie schräg liegend unter der Sitzbank verbaut ist.
Ich finde auch kein Datenblatt für den Regler, und auf gut Glück einen neuen kaufen wollte ich eigentlich nicht. Gibt es vielleicht passende universalregler mit einstellbarer Spannung? oder separatem Ladeausgang?

Meine favorisierte Lösung, einfach einen Kickstarter anzubauen, kann ich leider nicht mehr umsetzen, da die Nachrüstsätze scheinbar überall ausverkauft sind. :|

Den Orignalschaltplan könnt Ihr hier sehen, auf Seite 274:
http://www.betamotor.com/system/attachments/0001/0499/Libretto_Alp4_M4.pdf

Vereinfachter Plan:
Dateianhänge
IMG_0868.JPG
Vereinfachter Plan
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon ferdimh » Sa 21. Okt 2017, 14:10

Man könnte erstmal zu mächtigen Schottkydioden greifen. Wenn man die amtlich überdimensioniert, kommt man mit 0,3V oder so hin. Damit könnte das schon gehen.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Bastelbruder » Sa 21. Okt 2017, 14:57

Nicht vergessen daß amtlich überdimensionierte Schottkydioden auch amtliche Leckströme ziehen können. Ich habe Bei Schottkies schon mehrfach Werte an der oberen Streugrenze gemessen.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Fritzler » So 22. Okt 2017, 09:16

Also ne "aktive Diode" Mit Mosfet und Komparator bauen?
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Bastelbruder » So 22. Okt 2017, 10:46

Probier mal in der Nähe des Reglers einen guten Elko 1000µF / 25V an die "Batterieanschlüsse".
Vielleicht steigt dann die Spannung an.
Es geht drum daß die Thyristorzündmimik nicht schon beim kleinsten Ripple losgeht.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Profipruckel » So 22. Okt 2017, 23:06

Joker hat geschrieben:Also: Die Lima gibt Wechselspannung raus (recht hohe Spannung, also so erstmal nicht zu gebrauchen...)
Der Regler macht daraus Gleichspannung und gibt ca 14 V raus (ob das so richtig ist, d.h. der Regler i.O. ist, oder zu wenig weiß ich nicht)
Die Lichtmaschine gibt unter Last deutlich weniger Spannung ab, dank Festfelderregung kann man sie näherungsweise als Konstantstromquelle betrachten.

Auch, wenn es nicht schmeckt: Bei Anlagen dieser Bauart ist der Stator immer der Hauptverdächtige. Orientiere Dich am Suzuki-Handbuch DR350, welches Google innerhalb Sekunden bei manualslib.com gefunden hat, und teste die Lichtmaschine bei abgeklemmtem Regler. Die Lade- und Zündelektrik ist da sehr gut beschrieben.

Bedeutet also wenn ich die Dioden überbrücke, zieht mir das Licht die Batterie leer; Entweder im Stand, oder auch bei niedriger Drehzahl.
Es hat sich also schon jemand was dabei gedacht...
Dieses Diodengefrickel habe ich noch nie gesehen. Kann es sein, dass da jemand einen Lithium-Akku verbaut hat und unter dessen Endspannung bleiben will, um eine längere Lebensdauer zu bekommen?

Ich hatte nur Motorräder mit Straßenzulassung, da ist es normal, dass im Stand die Beleuchtung auf Batterie geht und im Fahrbetrieb wieder nachgeladen wird. Im zeitlichen Mittel hat das immer gepasst, solange die Anlage in Ordnung war!
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon ferdimh » Mo 23. Okt 2017, 10:57

Dieses Diodengefrickel habe ich noch nie gesehen. Kann es sein, dass da jemand einen Lithium-Akku verbaut hat und unter dessen Endspannung bleiben will, um eine längere Lebensdauer zu bekommen?

Das haben viele Kisten, die eigentlich Motorroller sind (z.B. die Vespa).
Ein Elko ist da schon irgendwo versteckt, so dass das Gebilde komplett ohne Bleiklumpen arbeiten kann. Der Akku betreibt hier wirklich NUR den Anlasser. Das Gebilde funktioniert auch immer scheiße... Mir sind mindestens zwei Instanzen von Halogentrafo+Metallbrücke bekannt, um so einen Roller anzuwürgen, weil die Akkus kein langes Leben haben. Die Ladung über die Diode scheint gerade so zu funktionieren, wenn der Akku neu ist - sobald das Ding älter wird, reichts halt nicht mehr.

Man hat jetzt mehrere Möglichkeiten. Die einfachste wäre wohl, die Diode durch einen Schalter zu ersetzen. Bonuspunkt ist Licht im Stand. Ich glaube nicht, dass der Akku im Durchschnitt entladen wird, wenn man die Diode weglässt.
Die naheliegende Alternative wäre, irgendwie Zündimpulse auszuwerten und davon abhängig ein Relais zu schalten.
Vermutlich wurde außerdem der Akku durch die ganze halbladerei und Quälerei von einem viertelvollen Ding, das noch irgendwie die Karre anwürgen musste, so geschwächt, dass ein Austausch naheliegt. Ein Umbau auf Standard 12V/7Ah-USV-Bleiklötze empfiehlt sich aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen.
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Re: Motorrad Laderegler defekt?

Beitragvon Bastelbruder » So 29. Okt 2017, 20:14

Vom Regler haben wir nichts mehr gehört, aber ich habe in meinem Sauhaufen das ausführliche Datenblatt eines ziemlich verbreiteten Limareglers gefunden.
Bloß zur Information: shindengen_fh012aa_moppedLimaRegler
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