Wiederaufbau altes Moped

Der chaotische Hauptfaden

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Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Fr 8. Sep 2017, 23:20

Hallo,

wie bereits im "Eure aktuellen Funde" gezeigt, liegen in meiner Garage einige Teile eines alten Motorrades: BMW R51-3 aus +/- 1952 (das ist BJ Rahmen). Bis auf einen noch vorhandenen Motorkörper mit selber Seriennummer, kamen alle anderen Teile aus anderen teilweise internationalen Quellen.
Daraus soll irgendwann eine komplettes Motorad werden, das technisch OK, und optisch ansprechend ist.

Wird dann ähnlich aussehen wie das hier:
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Auf den Bildern sieht es evtl. harmloser aus, als es ist, aber da gibt's noch viel zu tun, und es fehlen einige Teile -> besorgen, nachbauen, aufarbeiten.
Außerdem ist es schwieriger als ursprünglich erwartet, alle Teile zuzuordenen, und den Detailaufbau herauszufinden. Da fehlt halt eine komplette Maschine zum schnell-mal-eben Abgucken...

Damit werde ich wohl noch eine Weile beschäftigt sein. Zeitdauerprognose bringt überhaupt nix, wie das Beispiel Hansele's G-Projekt zeigt: der hatte 2014 folgenden Satz gepostet
Hansele hat geschrieben: Das "Projekt" wird mich wohl die nächste Zeit beschäftigen, wohl mindestens ein Jahr bis das meiste und wichtigste erledigt ist...
;)


Ich werde hier ab-und-zu ein paar Bilder reinstellen, und werde gelegentlich auch Fragen haben und/oder eure Hilfe brauchen.


Los geht's von Anfang an. Die Teile wurden nach Hause geschafft
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und eingelagert. Alle Blechteile sind dabei (sind schwer zu bekommen), Kotflügel wurden bereits aufgearbeitet.
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So sieht das Getriebe aus
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Radnabe, Motorteile
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Gabel
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2x Sattel, der Hintere wird später evtl. wieder abgebaut, aber bei der späteren Vollabnahme soll es auf 2 Personen zugelassen werden
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Schöne Lampe und einige Neuteile
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neuer Auspuff
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Versager und Stößelstangen
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Bremsankerplatte vorn, Hinterachsfederung links
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Fr 8. Sep 2017, 23:41

"Neue"-Radnaben waren vorhanden, die sind vermutlich älter als 70 Jahre. Das ist ein Riesenglück, weil die nicht mehr hergestellt werden. Felgen und Speichen werden noch hergestellt, und gibt's daher verhältnismäßig günstig.
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Die wurden erstmal in 3 Schichten lackiert
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und dann eingespeicht. Als Vorlage diente ein Foto.
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Aus einer Holzplatte mit Mittenbohrung und Abstandsplättchen wurde eine Abstandslehre für die Felge. Felgen und Speichen sind neu.
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Felgenlage und Speichenspannung stimmen schonmal. Wenn die Lager drin sind, werden noch Höhen- und Seitenschlag justiert.


Schnellaktion: Hupe repariert. Die war äußerlich ziemlich vergammelt, und funktionierte nicht.
Geöffnet, veroxidierten Unterbrecher abgefeilt, entlackt, neu lackiert, mit Sikaflex abgedichtet, montiert.
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Hatte vorher leider keine Fotos gemacht
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Botanicman2000 » Sa 9. Sep 2017, 09:54

Hallo

eine schöne MAschine hast du da.

Ich freue mich auf den thread
Ich baue eher an Modell Powerbooten also eher unspektakulär

Gruß Uwe
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Gobi » Sa 9. Sep 2017, 12:28

Oh jeh, so einen Teilehaufen habe ich damals auch gekauft, das kann Dich noch einiges an Nerven kosten. Nicht nur die fehlenden Teile, sondern bei mir passte auch einiges nicht zusammen, total rätselhaft. Also vor dem Lackieren immer schauen, ob es auch passt! Ansonsten halt immer die Frage, wie 100% original muss es werden - ich pfeif drauf, Hauptsache "zeitgemäß".
Ansonsten, vorallem wenn Du keinen Zeitdruck hast sicher ein prima Projekt und schönes Moped!


P.S.Pass auf, die Räder könnten evtl. aussermittig gespeicht sein!
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Frickelfreddy » Sa 9. Sep 2017, 13:40

Gobi hat geschrieben:Oh jeh, so einen Teilehaufen habe ich damals auch gekauft, das kann Dich noch einiges an Nerven kosten. Nicht nur die fehlenden Teile, sondern bei mir passte auch einiges nicht zusammen, total rätselhaft. Also vor dem Lackieren immer schauen, ob es auch passt! Ansonsten halt immer die Frage, wie 100% original muss es werden - ich pfeif drauf, Hauptsache "zeitgemäß".
Ansonsten, vorallem wenn Du keinen Zeitdruck hast sicher ein prima Projekt und schönes Moped!


P.S.Pass auf, die Räder könnten evtl. aussermittig gespeicht sein!



Ich mache so was seit 40 Jahren immer mal wieder. Wenn auch jetzt mehr mit Einachsschleppern, weil ich schon Moppeds genug habe.
Da kann ich Gobi nur Recht geben.
Erst mal alles montieren, Sitz und Gängigkeit prüfen und erst dann, nach wiederholter Demontage, die Oberflächen bearbeiten.

So mancher frisch lackierte Rahmen oder Hauptständer mußte später nach dem Lackieren noch mit der Autogenflamme gerichtet werden, weil doch was krumm war, was man aber erst bei der Montage von anderen Teilen gemerkt hat. Ärgerlich, teuer und demotivierend.
Und auch die Naben waren bei einigen Fahrzeugen aus Platzgründen asymmetrisch eingespeicht.

Aber die 51/3 ist eine tolle und optisch schöne Maschine, die, wenn sie fertig ist, absolut alltagstauglich (d.h. jeden Tag damit zur Arbeit) bewegt werden kann.
Ich besitze mit der R26 die etwas jüngere (BJ. 56) einzylindrige Schwester.
Auf jeden Fall ein tolles Projekt mit einem auch monetär wertvollem Ergebnis, wenn das Ding mal fertig ist.

Besorg Dir gute Unterlagen. Je mehr desto besser.
Den Stemmler in Remscheid kennst Du sicher auch schon, oder?



Fred
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Sa 9. Sep 2017, 14:23

Richtig: erst alles montieren, dann demontieren, lackieren, und wieder montieren.

An Unterlagen habe ich Handbuch, Ersatzteilliste, Instandsetzungsanleitung, FAG-Lagerliste, Bosch-Liste, Buch 1000Tricks für schnelle BMWs.

Rabenbauer.com ist Klasse - da gibt's Zuordnungen Teile aus Explosionszeichnung zu Artikeln mit Beschreibung.
In Ulis Motorradladen war ich mal: Oldtimerparadies, viele Teile mit Tipps dazu.

Felgen: wenn die Anleitung stimmte, dann sollte auch die Felgenlage stimmen.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Sa 9. Sep 2017, 20:16

Jetzt ist der Ständer dran.

Der ist an der Befestigung ausgebrochen
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Und hat unten ein Loch. Das hatte ich erstmal rechteckig vergrößert
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Und ein Stück Eisen reingezwängt
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An die fehlende Befestigung wird ein Stück Flacheisen angebraten
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Ein Loch mit gleicher Höhe und Lage gebohrt, und mit einer Lampe die Kontur abgezeichnet
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Wie verrückt geflext
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am Schluss alles blank gemacht und grundiert
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Wieder ein Teil fertig :)
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Hansele » So 10. Sep 2017, 19:14

Danke für deine Mühe und teilhaben zu lassen,
immer schön anzusehen.

Mal sehen wer schneller fertig wird ;) :lol:

Grüßle
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Mo 11. Sep 2017, 20:20

Hansele hat geschrieben:Danke für deine Mühe und teilhaben zu lassen,
immer schön anzusehen.


Geht mir genauso bei deinem Fred!

Hansele hat geschrieben:Mal sehen wer schneller fertig wird ;) :lol:


Wir können es ja so machen: wer zuerst fertig ist, dreht eine Runde mit dem Anderen :D


Weiter im Programm: jetzt war das linke Federbein dran.

Zu allererst: da fehlte eine Hülse. Könnte man fertig kaufen ... wenn nicht zufällig ein Stück Rohr mit exakt dem passenden Durchmesser in der Kupfer-Grabbelkiste gelegen hätte. Und dazu ein passendes Stück Blech. Und eine Lochsäge mit passendem Durchmesser 45mm für die Zentrierung.

=> das ist ein Wink des Schicksals, und musste selber gespenglert werden!

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Die Stoßstellen sind mit Draht verstärkt. Innen nicht schön, dafür außen perfekt, und es sollte halten.

Die anderen Hülsen waren verbeult -> ausgebeult, gespachtelt, mit Aluoptiklack lackiert
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So sah die Federung links aus:
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Führungshülse war ziemlich zerdroschen, und es war eine Gespannfeder drauf.
Führungsrohr geschliffen, Riefen im Gussgehäuse ausgefeilt, und ausgehämmert
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neue Buchsen rein
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neue Feder rein, und fertig. Das Achsgetriebe war bereits überholt, und wurde nur lackiert
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=> Hinterachse ist fertig :)
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Mo 11. Sep 2017, 20:27

Bremsen:

Vorderradnabe gesäubert, gangbar gemacht, Bremsbeläge entfernt
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Neue Bremsbeläge aufgenietet
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Die hinteren Belagträger waren verbohrt, weil vorher ein falscher Belag mit anderem Bohrbild + 4mm-Nieten drauf war :evil: . Hatte kurz überlegt: neue Träger kaufen? Komplett umbohren? Am Schluss hatte ich die störenden Bohrungen vernietet, bzw. 4mm auf 3mm Alu-Reduzierhülsen aus 4mm Blindnietköpfen eingesetzt. Ich habe keine Zweifel, dass es nicht hält
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Lagersitz Naben geschliffen, und Verzahnung geglättet, damit es auf das Hinterachsgetriebe passt. Die Räder sind jetzt komplett mit Buchsen, Hülsen, Lagerung. Fehlen nur noch die Reifen.
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Motorteile geputzt. Zuerst mit einer Bohrmaschinen-Nylonbürste grob gereinigt, danach mit Metallreiniger "Linker" + Scheuerseite vom Küchenschwamm abgerieben. Das funktioniert so gut und zügig, dass das Thema "sandstrahlen" vom Tisch ist
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Motor- und Getriebegehäuse sind fertig geputzt
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Gobi » Mo 11. Sep 2017, 21:07

Fleissig!
Sandstahlen find ich eh Blödsinn, macht die Gusshaut kaputt und der Sand bfindet doch immer Wege nach innen. Für nichts gut.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon ludwig » Di 12. Sep 2017, 17:34

Zumindest bei einigen Menschen scheint Glasperlstrahlen zum Reinigen von Aluteilen sehr beliebt zu sein. Erzielt gute Ergebnisse, hat aber den Nachteil, dass es effektiv die Oberfläche des Bauteils vergrößert (weils winzig kleine "Eellen" ins Material schlägt), sodass der ganze Mist schneller anfängt zu gammeln.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Lukas_P » Di 12. Sep 2017, 20:36

Ich habe keine Zweifel, dass es nicht hält


Öhm ?

..
-> Schönes Projekt, viel Erfolg damit, aber kurze Zwischenfrage, was ist eine Nylonbürste ?
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Frickelfreddy » Di 12. Sep 2017, 21:10

ludwig hat geschrieben:Zumindest bei einigen Menschen scheint Glasperlstrahlen zum Reinigen von Aluteilen sehr beliebt zu sein. Erzielt gute Ergebnisse, hat aber den Nachteil, dass es effektiv die Oberfläche des Bauteils vergrößert (weils winzig kleine "Eellen" ins Material schlägt), sodass der ganze Mist schneller anfängt zu gammeln.


Nee, eben nicht.
Die runden Glasperlen wirken auf die Oberfläche wie kleine Hämmer und ebnen sie ein.
Dabei wird das Material verdichtet und geglättet.
Sogar Stahl rostet nach dem Strahlen weniger als unbehandelt. Konnte man gut an einer Rohkarosse sehen, die ich mal unter einem Carport ein paar Monate lagern mußte.
Die gestrahlten Flächen setzten deutlich weniger Flugrost an.

Wegen dieser hämmernden Wirkung sollte man aber keine Sachen mit Glasperlen strahlen, die man anschließend verchromen will.
Da werden nämlich mikrofeine Fett- und andere Fremdpartikel regelrecht ins Material eingearbeitet und können zu Fehlstellen führen.

Das Strahlen mit scharkantigem Korn wie Quarzsand, Glaskorn, Korund oder Schlacke ist dagegen was ganz anderes.
Solche Teile sind anschließend rauh wie eine Nagelfeile, schmutzen dadurch ganz schnell zu und lassen sich dann nur schwer reinigen.
Dafür aber gut lackieren.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Di 12. Sep 2017, 22:00

Lukas_P hat geschrieben:
... aber kurze Zwischenfrage, was ist eine Nylonbürste ?


ich habe die hier, und bin damit zufrieden: http://www.ebay.de/itm/100-mm-Profi-Nylonburste-Nylon-Sternburste-Schleifburste-Rundburste-Burste-/331257030995?hash=item4d20752953:g:jyUAAOSwDrNZUkgP

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Ganz Grobes (z.B. Ständer entlacken und entrosten) mache ich mit einer Sandpapier-Fächerscheibe im Winkelschleifer.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Gobi » Mi 13. Sep 2017, 10:49

Frickelfreddy hat geschrieben:Die runden Glasperlen wirken auf die Oberfläche wie kleine Hämmer und ebnen sie ein.
Dabei wird das Material verdichtet und geglättet.
Sogar Stahl rostet nach dem Strahlen weniger als unbehandelt. Konnte man gut an einer Rohkarosse sehen, die ich mal unter einem Carport ein paar Monate lagern mußte.

So habe ich auch gehört. Trotzdem, ich bin inzwischen viel zu panisch, da könnte allerhand im Motor zurückbleiben, trotz abkleben usw. Wenn man allerdings eine Oberfläche "wie neu" anstrebt, kommt man evtl. nicht drum herum. Ist nur aktuell gar nicht in Mode in der Oldtimer - Szene.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Mi 13. Sep 2017, 11:22

Gobi hat geschrieben: Trotzdem, ich bin inzwischen viel zu panisch, da könnte allerhand im Motor zurückbleiben, trotz abkleben usw. Wenn man allerdings eine Oberfläche "wie neu" anstrebt, kommt man evtl. nicht drum herum. Ist nur aktuell gar nicht in Mode in der Oldtimer - Szene.


das sehe ich genauso. Auch kleine Rückstände könnten den Motor in kurzer Zeit killen.

Hatte folgenden Tipp für Aluflächen bekommen, und das funktioniere gut:
- grobe Vorreinigung mit Nylonbürsten in Bohrmaschine. Breite, segmentierte Fächerbürste für Flächen, und eine dünne Scheibenbürste für die Ritzen.
- Nassreinigung mit Küchenschwamm (Scheuerseite) mit "Linker"-Metallreiniger. Wenn man es übertreibt, glänzt es wie eine Speckschwarte.
- Zum Mattieren: abreiben mit Ako-Pads (Pads aus Stahlwolle und Seife)
- am Schluss mit dünnem Öl einölen
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Till » Mi 13. Sep 2017, 11:49

Ich habe den Motor von meinem Quad vor dem Verkauf auch noch einmal neuen Glanz verschafft,
das ging ziemlich gut mit normalem Scheuerschwamm aus der Küche und Handwaschpaste.
Habe halt das genommen was da war.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Frickelfreddy » Mi 13. Sep 2017, 12:14

Das reicht ja auch.
Die klinisch sauberen und überrestaurierten Kisten sind fürs Auge eh nicht so authentisch wie ein gut gepflegter Oldtimer im Originallack.
Nur geht das leider nicht immer.
Gerade in den 70er und 80er Jahren hatten viele Nachbesitzer einen fatalen Drang zu lila als Hauptfarbe oder noch ganz andere optische Schmankerl zur Aufwertung der billig gekauften Rostlaube.
Ganz Unverbasteltes findet man extremst selten. Die meisten Fahrzeuge haben schon mindestens eine, mittlerweile auch schon abgewohnte "Restaurierung" (was immer das bedeuten kann) hinter sich.
Da wurde dann verchromt und poliert, daß es eine Freude ist.

Nochmal zum Strahlen:
Ich strahle grundsätzlich nur Einzelteile, keine Baugruppen.
Nicht mal eine einzelne Schraube bleibt drin.
Das Strahlgut wandert nämlich wirklich überall hin. Klebeband, Silikon oder Simmerringe sind kein Hindernis für unter Druck geblasenen Glasstaub.
Und das Zeug in einem Wälz- oder Gleitlager ist so ziemlich das Übelste, was man einer Maschine antun kann.

Trotzdem halte ich das Strahlen für eine sehr gute Methode, zu entlacken und Rost zu entfernen.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Fr 15. Sep 2017, 10:17

Am Wochenende möchte ich die Reifen montieren.

Dummerweise habe ich mich zu spät festgestellt, dass zur Montage ein Reifenmontiergel auf die Reifen/Felgenflanken gehört. Kostet nicht viel, aber bekomme ich nicht bis morgen geliefert. Das Zeug ist so billig, dass nix Wildes drin sein kann.
Gibt's da ein Rezept für Hausmittel, sowas wie z.B. angedickter Seifenbrei? Spüli soll man dafür ja nicht verwenden...

Der Schlauch gehört mit Talkum eingepudert, richtig?

Ansonsten würde ich den Reifen wie ein Fahrradreifen montieren, ganz leicht aufpumpen, auf der Felge ausrichten, aufpumpen, Ausrichtung kontrollieren.
Oder gibt's sonst noch was zu beachten?
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Gobi » Fr 15. Sep 2017, 18:38

Kein Spüli? Warum nicht? Ich schmiere immer die Felge damit ein, damit das Gummi besser drüber weg rutscht.
Ansonsten ist einen Motorradreifen aufziehen schon eine sportiliche Sache, ich wundere mich immer, wie die das früher am Straßenrand geschafft haben....
Ich finde es immer ganz angenehm, wenn der Reifen auf einem Fass oder so aufliegt, damit der Mantel frei liegt. Mantel über das erste Felgenhorn ziehen, Schlauch rein, Luft würde ich absolut vermeiden. Jetzt kommt die andere Seite, die ersten 20cm gehen noch ganz einfach - jetzt ist es wichtig den Mantel so zusammenzuquetschen das er dort dünn wird und in Richtung Radmitte gedrückt werden kann, dadurch bekommt man etwas mehr Luft auf der anderen Seite, Die Reifenmontierhebel machen im Prinzp das Gleiche, ich brauche immer 3 Stück. Mag sein, es geht sowieso zu zweit besser....

Nachher etwas Luft rein und schaun ob der zentrisch sitzt, das meintest Du wohl.
Ich hoffe ich habe jetzt nichts langweiliges erzählt!

Man kann natürlich auch zum Reifendienst gehen, die können Dir die Räder dann auch gleich wuchten und machen den Lack nicht kaputt...
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Frickelfreddy » Sa 16. Sep 2017, 10:52

Die Reifenschmiere kann man sich beim Reifendienst holen.
Es reicht ein mitgebrachter Suppenlöffel voll.

Bei anderem seifenartigem Zeug wäre ich vorsichtig, weil sowohl dessen Alkalität sowohl das Gummi angreift als auch dem Metall der Felgen zum Rosten verhilft.
Da kommt ja immer wieder Wasser an den Speichenbohrungen rein, was dann da drinnen monatelang mit der Seife gärt.
Außerdem sollte man nichts verwenden, was die nötige Haftreibung zwischen Felge und Reifen verhindert.
Ein Bekannter hat das mal mit Silikonspray versucht.
Aufziehen ging noch gut, aber beim ersten sanften Bremsmanöver drehte sich der Reifen auf der Felge und das Ventil riß ab.

Ich sehe, daß Du lackierte Felgen hast.
Mit solchen alten Motorradfelgen können heutige Reifendienste nicht immer gut umgehen.
Ich würde Dir empfehlen, ganz normale Elektroleitung 5x1,5 NYM mittels Absetzmesser zu häuten und diese Haut (PVC) dann wie einen Keder über das Felgenhorn zu ziehen und das Konstrukt dann mit Paketband zu fixieren.
Dann haust Du Dir keine Macken mit den Montiereisen in die Felgen.
Man kann dann die PVC-Schutzhülle nach der Montage der Reifen wieder seitlich rausziehen.

Und ja:
Auf den Schlauch und in den Reifen gehört sparsam und mit der Hand verteiltes Talkum.
Dann kann man beim ersten sanften Aufpumpen und dem Springenlassen der Räder auf dem Boden hören, wie sich der Schlauch von selbst in eine entspannte Position bringt.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Sa 16. Sep 2017, 20:13

Die Reifen sind jetzt drauf, und laufen schön rund :)
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Hatte zur Montage neutrale Schmierseife (ohne Zusätze) genommen.
Ich hatte die Schläuche bei der Montage mit Talkum eingeschlonzt, leicht aufgepumpt, damit sie in Form kommen. Aufziehen selber war eine Riesenplackerei. Hatte schließlich mit den Fersen + Flacheisen die Reifenflanke Stück-für Stück über die Felge geschoben.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon sysconsol » Sa 16. Sep 2017, 20:17

Auf den Schlauch und in den Reifen gehört sparsam und mit der Hand verteiltes Talkum.


Was ist der Grund für die sparsame Verwendung?
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Sa 16. Sep 2017, 20:37

...und noch die Kardanwelle gerichtet. Kreuzgelenk ist noch OK.
Um die verbeulte Glocke und Gummiring zu wechseln, müsste der Mitnehmerflansch abgepresst werden (die Welle steckt nur in einer Bohrung). Dazu braucht's eine 10to-Presse, und Glück dass es funktioniert, sonst wird es teuer.

Daher versuchte ich es wieder so zurechtzudengeln.

Vorher: die Glocke wurde mit roher Gewalt abgedroschen (war wohl festgerostet...)
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Gewindegänge nachgeschliffen
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mit roher Gewalt gerichtet
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Geschliffen, und Chromschicht abgefächert
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Edelstahl-Kabelbinder aufgeklebt
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Grundiert
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Gespachtelt
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Lackiert
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Fertig. Über dem alten Gummiring sitzt jetzt ein Schrumpfschluch
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Chrom wurde mit feiner Stahlwolle und Alufolie aufpoliert, und anschließend gewachst
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Hier nicht zu sehen: Welle hinter Kreuzgelenk mit Schmirgelleinen geglättet - das ist die Lauffläche vom Wellendichtring im Hinterachsgetriebe.
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