Wiederaufbau altes Moped

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Gobi » Sa 16. Sep 2017, 21:29

Genau dieser Dichtring ist mir neulich aum Stadtrand undicht geworden... sehr ärgerlich nach Hause schleichen...
Die Glocken sind immer irgendwie demoliert.
Hast Du drauf geachtet, das die Nadellager im Kreugelenk noch ok sind?
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Sa 16. Sep 2017, 22:03

Im Hinterachsgetriebe sind alle Dichtungen und Lager neu.
Kreuzgelenk fühlt sich sehr gut an, wurde nicht zerlegt nur neu befettet
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Mo 25. Sep 2017, 18:32

Später sollen mal Ochsenaugenblinker an die Lenkerenden. Um den Kabelverhau gering zu halten, sitzt der Blinkgeber sinnvollerweise im Lenkerrohr im Bereich Kupplungsgriff.
Ich hatte 2 kleine Blinkschaltungen für 6V aus dem I-Net nachgebaut, und beide für schlecht befunden: stark schwankende Blinkfrequenz bei nur leicht wechselnder Spannung, und spannungsarme Gate-Ansteuerung des MOSFETs. Bei Unterspannung (z.B. leer werdende Batterie) besteht das Risiko, dass der durchlegiert.

Also selber ran. Aufgebaut wurden 2 Taktgeber aus einem 40106: der eigentliche Blinkgeber und ein Step-Up-Wandler, der in der Blink-Pausenzeit einen Pufferelko auf 8,2V Versorgung für den 40106 aufpumpt (zumindest wenn min. 3V anliegen).
Das Ergebnis: stabile Blinkfrequenz bei <3V bis >8V, und >10A Laststrom.

So sieht der Lötverhau aus, wird noch in ein Plastikrohr getütet und vergossen.
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Kannte ich vorher nicht, ist aber eine klasse Sache: "SKF Speedi Sleeves" (Wellenreparaturringe), um beschädigte Laufflächen für Wellendichtringe zu reparieren. Einfach draufhämmern, und gut isses. Ich hatte anschließend noch ein Angsttröpfchen Loctite Kapillarkleber auf den Übergang aufgetragen.

Welle an Kardangelenk
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Zündungsrotor
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Einer der Lampenhalter hatte einen Riss. Mit Mühe ließ sich das Blech verzinnen -> von hinten einen Kupferflicken draufgebraten. Außerdem noch ausgebeult: Rundholz reingesteckt, und darauf das Blech mit einem Metallstab nach außen gehebelt, sieht man auf den Fotos aber nicht.
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Sorgenkind: Gabelrohr
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Die Lauffläche ist zum Teil vermackt: (verchromte?) Oberfläche zum Teil abgelöst, und kleine Löcher im Rohr. Die Gegenbuchse ist aus Alu, und alles läuft normalerweise im Gabelöl.
Warum zum Teufel gibt es diese Macken? Die Flächenpressung kann doch nicht so hoch sein, dass die Oberfläche abblättert (Pittingbildung)? Oder doch?

Und wie lässt sich das wieder richten???

Meine Idee/Hoffnung:
1) IGUS-Kunststoffbuchsen anstelle Alubuchsen verwenden. Die sind Materialschonender, und stecken erfahrungsgemäß Einiges weg.
2) die matten Bereiche, in denen sich die Chrom???schicht abgelöst hat, ausschleifen und glatt polieren.
3) Löcher und grobe Macken zuschweißen, und plan abschleifen. Dazu eine Schleifvorrichtung aus Oberfräse (eingespannter Schleifstein), und Führung aus Kugellagern basteln. Auf jeder Außenseite der Oberfräse werden 2 Kugellager angeschraubt, auf denen dann das Rohr aufliegt, und einen genauen Mindestabstand zum Fräsentisch sicher stellt. Der Schleifstein lässt sich mit der Tiefenschraube der Oberfräse in der Höhe verschieben.
4) polieren

Glaubt ihr das macht Sinn, oder habt ihr noch andere Ideen? Ich würde es auf jeden Fall zuerst an einem anderen Stahlrohr testen.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Hansele » Mo 25. Sep 2017, 18:43

Hast du Zugang bzw. in der Nähe eine Galvanik?

https://braunbeck-chrom.de/hartverchromen/

Ich würde das dort aufchromen lassen, dass geht bis 1mm Materialstärke.

Allerdings stelle ich mir die Frage ob es man vorher das ganze Rohr auf Untermaß schleifen muss,
dann sauber (peinlichst sauber) polieren und anschließend auf Maß aufchromen sollte, mit anschließen ggf. nötigen Nachschleifen.

Wie tief sind denn die Macken?

Grüßle
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Mo 25. Sep 2017, 22:28

Chromschicht bis 1mm??? :shock:
Das wäre wohl die Lösung, Riefen sind geschätzt max. 0,2mm tief. Ich mache mich mal auf die Suche nach Firmen.

Danke für'n Tipp :)
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Hightech » Di 26. Sep 2017, 08:04

Wenn die Löcher zu tief sind, müsste das Rohr theoretisch komplett entchromt werden, plan geschliffen (1/100 Rundlauf) dann neu verchromt auf Sollstärke.

Mir sieht das nach echt schlechter Qualität des Chroms aus ! Da ist von ganz am Anfang geschlampt worden.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Frickelfreddy » Di 26. Sep 2017, 14:50

Naja, Chrom, Alu und Stahl sind über die Jahrzehnte in Verbindung mit Feuchtigkeit eben auch ein gutes chemisches Element.
Vor allem, wenn das lange Zeit nicht bewegt wird und der Ölfilm abfließt.

Materialverlust läßt sich durch Flammspritzen ersetzen.
Aber dann muß man anschließend die Sachen wieder vernünftig aufarbeiten.
Soll ja nicht nur dick, sondern auch rund und, vor allem, maßhaltig werden.
Also: Feindrehen und Rundschleifen.

Und dann eben wieder verchromen.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Di 26. Sep 2017, 16:49

Habe anhand des Ventilaufbaus im Stoßdämpfer gesehen, dass die Gabel von einer R51/2 stammen muss, ist also mindestens 66 Jahre alt. Wer weiß, was in der Zeit damit passierte...

Neu aufchromen scheint eine Option, wobei die naheliegenden Galvanos das nur komplett machen wollen: also vollständig entchromen, schleifen, aufchromen. Kostet je nach Aufwand 80-150 je Stange.

Die Frage wäre noch, ob es funktionieren könnte, nur die Macken zu verschweißen und zu schleifen. Ohne Chrom. Anschließend mit feinem Sandpapier bearbeiten, und gut isses???
Ich möchte die Führungsbuchsen sowieso durch Iglidur G ersetzen, das braucht keine gehärtete, und kein arschglatte Oberfläche. Vorher waren banale Alubuchsen drin, evtl. wurden die auch nachträglich reingebastelt - hatte mal etwas von Pertinaxbuchsen in der Gabel gelesen...

Die Oberfräse wurde bereits vorsorglich auf Rohrschleifgerät umgebaut :D .Versuch an anderem Stahlrohr steht aber noch aus.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Di 26. Sep 2017, 19:51

Eben mal einen Schleifversuch gemacht. Hier das Gerät:
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Wozu hat man jahrelang einen ollen Treibzylinder vom Feuerlöscher rumliegen? Genau dafür
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Loch gebohrt
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zugeschweißt
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geschliffen
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Am Schluss nochmal drübergeschmirgelt. Das ist nur 30um unter Maß, und Oberfläche sieht OK aus.
Bild->zoom
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Leider bleibt der häßliche Rand vom Schweißen am Auslauf durch den Lichtbogen. Gibts da einen Trick, um das zu vermeiden?
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Hansele » Di 26. Sep 2017, 19:57

Ich glaube um den Chrom bringst du keine sauberen Punkte hin,
dass wird spritzen und brodeln ohne Ende.


Da würde ich vorher die Fehlstellen auspolieren und so lassen,
dass mit dem schweißen ist glaube ich nicht so das gelbe vom Ei.


Ich würde mir die Frage stellen, gibt es dafür noch ein Ersatzteil (auch wenn es teuer ist),
oder sieht es mau aus, erst dann kannst du sauber abwägen, denke ich.

Grüßle

Ps. Die Kosten der Galvanik sind recht fair, ich würde einen Festpreis im unteren Mittelfeld aushandeln,
oder alternativ explizit nach einer "Übungsaufgabe" für Lehrlinge fragen bzw. so anbieten.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Mi 27. Sep 2017, 10:33

Nachbaustangen gibt's für 500-600EUR.

Ich lasse die Flächen nacharbeiten (schleifen, aufchromen), das scheint die vernünftigste Lösung zu sein.
Was mich daran am meisten stört: dass ich es nicht selber machen kann ;)
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Gobi » Mi 27. Sep 2017, 18:10

An manche Sachen sollte man besser die Profis ran lassen, hat mich auch viel gekostet, das einzusehen.
Ich habe letztes Jahr das machen lassen und es hat nur gute 200 € gekostet, Ergebnis war perfekt. Leider kann ich die Firma nicht mehr enpfehlen, weil der 2. Satz bei denen jetzt schon wieder fast ein Jahr rumliegt und sie sich immer rausreden. Nervt mich total so was. Es gibt aber einige Firmen die das Anbieten.
Es kommt im übrigen auch darauf an, das die Rohre wieder ganz rund werden, was sie oft nicht mehr sind, nicht wegen der Funktion direkt, sondern weil man sonst die Buchsen nicht vernünftig reiben kann. Hast Du dafür eine geführte Reibahle?

Mir hat mal jemand gesagt in diesen BMWs wären die Buchsen aus Duraluminium, wa auch immer das sein soll?
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon GregorB » Mi 27. Sep 2017, 18:20

Gobi hat geschrieben:(...)

Mir hat mal jemand gesagt in diesen BMWs wären die Buchsen aus Duraluminium, wa auch immer das sein soll?


Laut meiner Literatur: AlCu4Mg1, also 3.1355

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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Bastelbruder » Do 28. Sep 2017, 11:09

Die Silbe Dur beim Alu kommt nicht aus der Musik, sie ist die Abkürzung von durable (engl.) = begrenzt haltbar.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Frickelfreddy » Do 28. Sep 2017, 11:28

Bastelbruder hat geschrieben:Die Silbe Dur beim Alu kommt nicht aus der Musik, sie ist die Abkürzung von durable (engl.) = begrenzt haltbar.


Auch nicht schlecht, die Version. :D


Sie kommt aber tatsächlich von den "Dürener Aluminiumwerken" (synonym "Dürener Metallwerke") die als erste hochfeste Leichtmetalllegierungen entwickelten und unter dem Kürzel "Dural" auf den Markt brachten.
Das brachte nicht nur die Marktführerschaft im damaligen hochinnovativen Luftschiffbau, sondern auch die völlige Zerstörung Dürens wegen der kriegswichtigen Industrie im zweiten Weltkrieg.
So heftig, daß man die Stadt nach dem Krieg eigentlich nicht mehr aufbauen wollte.

Ich bin aus der Ecke und der Branche.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Bastelbruder » Do 28. Sep 2017, 12:33

Ich hab mir das mal notiert für die nächste Auflage des Lexikons. Wird eigentlich auch langsam Zeit für ein Versionsupdate.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Do 5. Okt 2017, 18:02

Zwischenzeitlich hatte ich am Motor die Ölwanne, den hinteren Lagerdeckel, sowie Zylinder montiert. Die Dichtungen hatte ich hauchdünn mit Loctite-Flächendichtmittel eingeschmiert. Danach 2L Öl eingefüllt, und gewartet bis es irgendwo leckt -> ist aber dicht :D

Dann ging es weiter mit der Zündung:
- Zündungsrotor mit Nullmarkierung genau auf "S"-Stellung Kurbelwelle montiert. Das ist die ideale Position mit höchster Magnetfeldenegie im späten Zündzeitpunkt.
- Welle unter Unterbrechernocken auf Rundlauf gemessen: der eiert 40um (Spitze-Spitze).
Dazu den Motor mit ollem Servomotor fremd angetrieben:
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Selbstverständlich war der Motor falsch verdrahtet, und Resolver verstellt -> also da erstmal ran. der lief zuletzt vor fast 20 Jahren, und war ein Labormuster.
https://youtu.be/JRkL1TxSNt0

- montierten Unterbrechernocken auf Rundlauf gemessen: der eiert auch mit den 40um (Spitze-Spitze)

Dieses Geeiere führt zu unterschiedlichen Zündzeitpunkten der beiden Zylinder. Ich habe einen absoluten Unterschied von ca. 2-3° gemessen, und die Zündung dann auf +/- ca. 1-1,5° vor/nach "S" justiert. Ich gehe mal davon aus, dass der geringe Unterschied unbedeutend ist, und ich deshalb nicht den Wellenzapfen fummelig richten muss.

Zündzeitpunkt wurde mit Stroboskop eingestellt. Das Stroboskop hatte ich Anfang 90'er Jahre für die alte Karre aus herumliegenden Teilen gebaut -> funktioniert sogar noch
So sieht die Kiste aus:
Bild->zoom
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Da ist nix anderes drin als ein Zerhacker + Trafo + Diode + Elko. Der Elko spielt im Leerlauf gleichzeitig Zener-Diode, und verbrät dann ca. 2W. Die Blitzröhre wird direkt vom Zündfunke angerissen. Ein dahingerotzer elektrischer Pfusch, aber es funktioniert :)

Den groben Zündzeitpunkt justierte ich über den Unterbrecherabstand. Sollte eigentlich 0,35 - 0,4mm sein, jetzt ist er bei 0,3mm. Statt dessen den Zündrotor leicht verdreht anzubauen würde bedeuten, dass er bei Zündung nicht mehr kurz vor Abrissposition des Magnetfeldes stehen würde -> schwächerer Funken??? Außerdem wäre es Arbeit
Meiner Ansicht nach sollte 0,3mm kein Problem sein, war's zumindest bei damaligen anderen Motoren nie.

An Elektrodenspitzen mit 8mm Abstand (oder 2 Kerzen) kommen damit die ersten Funken ab 125rpm, das kann schonmal nicht sooo schlecht sein.
Bild->zoom


Bei weniger als 400rpm kommen die Funken stabil bei jedem Zündzeitpunkt -> Rotormagnetisierung sollte deshalb m.E. noch OK sein.
Hier der Kerzenfunke bei 400rpm:
Bild->zoom

Den Zündkondensator hatte ich gemessen: hat 0,8uF (ähnliche Typen kenne ich mit 1uF). Eine Erhöhung auf 1uF brachte keine Verbesserung des Funkens. Ab 1,5uF wurde der Funke schwächer.
=> der bleibt drin. Die olle Zündspule bleibt auch erstmal drin (ich weiß: die sind anfällig, und können dann bei Hitze Probleme machen...)

In der Zündung ist ein Fliehkraftversteller, der den Zündzeitpunkt mit zunehmender Drehzahl auf früh ("F") verstellt. Auf der Schwungscheibe sind dazu Markierungen: "S" für späten Zündzeitpunkt bei niedriger Drehzahl, "F" für frühen Zündzeitpunkt bei max. Auslenkung Fliehkraftversteller.
Die Flügel vom Fliehkraftversteller hatte ich mit Schaumstoff ausgefahren blockiert. Zündzeitpunkt war danach brav aus "F".
Auf dem Versteller sind verschiedene Einhängepunkte für die Federn. Fragt sich, wie die eingestellt werden müssen???
Ich habe gemessen, dass der Zündzeitpunkt bis 1050rpm genau auf "S" ist, und danach Richtung "F" wandert. Soll- Leerlaufdrehzahl (warm) ist 900rpm.
Muss mal suchen, ob ich da irgendwelche Sollwerte finde...

EDIT: hier ist noch ein Filmchen: https://youtu.be/HzgJ0AoT0Zc
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Fritzler » Fr 6. Okt 2017, 08:52

Das Video erinnert mich irgendwie an den Stülpfingermotor vom Fingertreffen :mrgreen:

Aber bieg die Drähte nich so weit auseinander sonst funkts IN der Zündspule.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Nello » Fr 6. Okt 2017, 17:51

Bastelbruder hat geschrieben:Die Silbe Dur beim Alu kommt nicht aus der Musik, sie ist die Abkürzung von durable (engl.) = begrenzt haltbar.

"begrenzt"? "Durable" heißt doch "dauerhaft"?
Noch 'ne Version: Ich dachte bisher immer das Dur kommt vom lateinischen "durus", "hart".

Aber egal. Die Oberfräse kommt mir sehr bekannt vor :-) Verblüffend, auf die Idee mit den Kugellagern wäre ich nie gekommen.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Bastelbruder » Sa 7. Okt 2017, 18:46

Natürlich hart, hart im Nehmen! Aber trotzdem nicht für die Ewigkeit.
Das ist wie mit der in vielen Wartungshandbüchern erwähnten Lebensdauerschmierung diverser Lagerstellen. Das hält dann entweder ewig oder drei Jahre, je nachdem was früher eintrifft...
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon tschäikäi » So 8. Okt 2017, 22:42

Wegen des Gabelholms:
ich finde die Idee mit Aufschweißen und wieder wegschleifen ziemlich gut. Würde ich tatsächlich probieren. Vielleicht am besten mit WIG und vorher das Chrom um die Schadstelle entfernen.
WIG weil du wenig Wärme einbringst und Verzug halbwegs in Grenzen halten kannst. Vielleicht nutzt die übliche Kupferschicht beim späteren Verchromen. Normalerweise verchromt man ja in 3 Schichten: Kupfer-Nickel-Chrom. Wobei sich Stahl auch direkt Vernickeln lässt.
Wenn du die Möglichkeit hast, das Ding und das Bad zu erwärmen in einem geachlossenen Gefäß zu erwärmen sollte das funktonieren.
Nicht zu verchromende Bereiche abkleben.
Stromlos vernickeln soll ja wesentlich widerstandsfähiger sein als galvanisch. Vielleicht kommt man damit an die Härte der originalen Beschichtung ran?
Jedenfalls nicht von meinem Nickelfred abschreckrn lassen, ich hatte ein schlechtes Produkt erwischt.

Gruß Julian
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Mo 9. Okt 2017, 09:54

Die Rohre sind schon weg, werden in einer Firma abgeschliffen, und anschließend hartverchromt.

Selber aufschweißen und Schleifen hätte mich schon gereizt, aber das Risiko die Rohre zu verhunzen erschien mir zu hoch. Kosten ein Schweinegeld.

Demnächst komme ich mit dem Thema selber Verzinken :)
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Hansele » Mo 9. Okt 2017, 10:03

Uihh auf das verzinken bin ich gespannt, bitte genau dokumentieren,
mit was und wie das von statten geht.

Wäre für mich vielleicht auch mal noch interessant.

Grüßle
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Bastelbruder » Mo 9. Okt 2017, 10:43

Verzinken mit der Pad-Methode. Allerdings als Anode nicht das mitgelieferte Zinkblech (hält eh nicht lange) verwenden, sondern ein Stück Dachrinnen-Titanzink. Warum das funktioniert weiß ich nicht, aber der Delinquent bleibt damit (ohne Nachbehandlung) im Gegensatz zur Originalmethode deutlich länger glänzend.
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Re: Wiederaufbau altes Moped

Beitragvon Toni » Mo 9. Okt 2017, 14:24

Edit: drecks Autokorrektur! die Teile sollen untergetaucht, und galvanisch verzinkt werden.

Ich möchte es mit NaOH-Lösung + Zinkoxid + Zinkresten von Dachrinne versuchen.
Irgendwie muss da aber noch ein "Glanzbilder" bei. Weiß noch nicht, welches Hausmittel da geeignet ist
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