Grauguss galvanisch vernickeln

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon tschäikäi » So 17. Sep 2017, 01:43

Ok, dann beruhig ich mich mal.
Also, Servus Thorsten.

Das ist ein TDI, also ohne Vorkammern.

Toleranzmaße: Ich fahr hier zero Toleranz, weil ich das beim letzten Mal (vor 3 Jahren) gemacht habe.
Damals auch Kopfdichtung getauscht und nur vermessen und mitm Stein abgezogen um die Grate an Block und Kopf zu entfernen.
Jetzt sehe ich was man davon hat.


Durch das Vernickeln hätte ich eher bedenken die Eigenschaften des Gußes an der Stelle negativ zu beeinflussen.

Inwiefern?

Ja Die Kopfschrauben sind Dehnschrauben. Ja sie werden nach Drehmonemt angezogen und dann um einen Drehwinkel weiter.
In Mehreren Schritten.

Weiß ich.
Bei dem Nachziehen gibt es unterschiedliche Meinungen. Schäden durch Nachziehen oder nicht nachziehen sind mir nicht bekannt.

Kommt auf den Motor an, bei älteren Motoren war das wohl teilweise "vorgeschrieben", bei neueren nicht mehr.

Soll das Auto ewig laufen, Ausbauen und planfräsen lassen. Solls nur noch 200.000 km halten nur neue Dichtung.

Ausbauen heißt Kurbelwelle raus und wenn man ja schon dran ist, alle Lager neu, KuWe vermessen, evtl. wuchten usw.
Das kost nenArm und ein Bein. Nee.
Mit dem Aufvernickeln ist meiner Meinung nach mehr Fusch als das so wieder zusammen zu bauen.

Inwiefern?

Ich hab bei meinem damals weder Kopf noch Rumpf geplant, Vermessen mit meinen bescheidenen Mitteln. Hällt nun auch schon wieder über 100000 km. Ist aber auch nur ein weniger versichtender Saugdiesel.

Hat ja auch keiner gesagt, dass planen immer notwendig ist. Da gibts die unterschiedlichsten Fehlerbilder, je nach Motor und Dichtung.
Manche Köppe verziehen sich, andere kriegen Risse zwischen den Ventilen (z.b. VW 2.0 TDI sehr oft). Man muss nicht immer planen, man muss nur immer feststellen obs denn notwendig wäre.

Bin mir nicht ganz sicher ob du bei deinem Diesl auch Vorkammern hast

Das ist wie gesagt ein TDI, also keine Vorkammern.

T4? Das isn Audi A3 8l 1,9TDI 131PS MKB ASZ. Is aber völlig wurschd, der Motor is überall der gleiche. Golf 4/Polo 9N/Leon 1M /Ibiza/Octavia/A4 usw usf.

Auch beim nachvernickeln, wirst du eine 100 plane Fläche nur mit Ausbau und abfräsen hinbekommen.

Wieso? Den halben cm² kann man bestimmt super von Hand verschleifen.
Man hat ja die restliche Fläche als Referenz. Also nen schönen Stein genommen und drüber gezogen.

Hi Gary.
Also: chemisch Nickel ist bestellt. Der zu vertretende Aufwand wird ungefähr so aussehen:
Aus Plastikteilen ein paar "Absperrungen" schneiden und mit Heißkleber oder Silikon oben auf die Planfläche des Blocks kleben.
Das ergibt eine Art "Wanne", in die man die Brühe gießt und abwartet bis was passiert ist.
Abscheiderate soll bei 25µm/h liegen. Allerdings bei 80°C. Heißt ich muss den Block ein bisschen erwärmen. Heißluftfön auf kleiner Stufe sollte da tun.
Natürlich dauert das ein bisschen bis der Block warm ist, muss ich halt ne Stunde vorher schon anfangen zu heizen.

So in etwa sieht der Plan aus.

Gruß Julian
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon Bastelbruder » So 17. Sep 2017, 07:08

Die Galvanik hat bloß ein klitzekleines Problem, die muß erstens ständig bewegt oder umgerührt werden und zweitens sind geringfügige Vorarbeiten nötig um Verschmutzungen aller Art, das beinhaltet auch Oxidschichten, zu entfernen.

Ich meine, bei alltäglichen Reparatur- und Korrekturarbeiten an Tiefdruckzylindern wurde der hartverchromte Kupferzylinder nach partiellem Abätzen des Chroms ausschließlich im Tamponverfahren mit Nickel behandelt.

Wenn man zum Schluß noch den Begriff "Verschleifen" durch "Schaben" ersetzt, sollte da was draus werden.
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon BernhardS » So 17. Sep 2017, 10:48

Wenn es denn Nickel sein soll: Man könnte chemisch nernickeln. Eine Set "Nickel Star" kostet so um die 30€.
60µm sind durchaus drin. Das Bad muss allerdings reichlich warm sein.
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon Toddybaer » So 17. Sep 2017, 14:45

Wo iss mein Beitrag hin?
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon Finger » Mo 18. Sep 2017, 09:44

Keine Ahnung. Gelöscht wurde nix....
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon Desinfector » Mo 18. Sep 2017, 13:15

da wird man wohl erstmal etwas experimentieren müssen.
also Grauguss vom Schrottplatz holen und schauen wie stabil man da etwas drauf bekommt.

das interessanteste beim Galvanisieren wäre noch, das ganze so abzudecken,
dass nur an der gewünschten Stelle das Zeug aufgetragen wird.
Und: das Abdeckmaterial dann wieder runter zu bekommen.
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon BernhardS » Mo 18. Sep 2017, 14:34

Da wird sich doch ein klassischer Lack finden lassen, natürlich keiner auf Wasserbasis, eher sowas wie Heizkörperlack oder diese Latexfarbe mit der man im Badezimmer streicht.
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon berlinerbaer » Mo 18. Sep 2017, 15:14

Asphaltlack (Dachpappe) sollte auch funktionieren, wenn sowas noch rumsteht.
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon tschäikäi » Sa 23. Sep 2017, 02:40

Ich habe getan.
Von der eigentlichen Aktion mit Nickel gibts kein Bild, aber das war relativ simpel.
Heißluftfön in der Nähe der Schadstelle festgemacht und mal ne Stunde rödeln lassen.
Mit Silikon ne unten aufgeschnittene Spraydosenkappe auf den Block gepappt.
Ausschnitt natürlich in der Form des gewünschten Nickel-Auftrags-Bereich.
Temperatur kontant bei 50-60°C gehalten und gewaret, ab und an gerührt und weiter gewartet.
Das Ganze lief 10h. Und? Ja, scheiße.
(Alle die "ich habs ja gesagt schreien" haben sich sich an der Stelle nen Keks verdient).
Das Problem ist mMn. die Plörre an sich gewesen.
Ich musste mich auf die Angaben bei Wikipedia verlassen (ca. 10µm/h) , da weder der Hersteller,
noch sonst irgendwelche Unterlagen ausfindig zu machen waren.
Weiterer Anhaltspunkt: die Elektrolyte, die man in diversen how to- Videos und so weiter sieht,
ist immer kräftig grün. Das Zeug hier war fast klar.
Also Billigmist, hat zwar beim Probestück funktioniert, aber Schichtdicke messen ging da nicht.

Mittlerweile siehts so aus.
FiDiOh
1 Takter! Jeder halbe Hub ein Arbeitstakt.
Man sollte allerdings drauf achten, dass man vernünftiges Schleifpapier verwendet.
Da gibts so viel Müll. Das im Video gezeigte hat gar nichts weg genommen.
Ich hab noch 220er mit Siliziumkarbidkörnern, das funzt. Hab ich nach dem Filme aufgeklebt.
Muss das Ganze morgen mit einer anderen Bohrmaschine machen,
die hier ist nicht kurz genug übersetzt und überhitzt ständig.
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon Toddybaer » Sa 23. Sep 2017, 08:37

pass auf das die Schleifplatte nicht kippelt
Sonst hast du in der Mitte einen Berg geschliffen.

Kann mich da noch an meinen Feillehrgang erinnern....

Wie wolltest du denn eigenentlich den Block beim aufgalvanisiertem Bereich planschleifen, wenn der Block noch eingebaut ist?

MFG Thorsten
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon Gary » Sa 23. Sep 2017, 10:34

Ich hätte es dir schon gegönnt....

wenn jetzt die Kurbel schiebt drückt es jetzt die Platte nach oben, ein gutes Gefühl habe ich da nicht. Besser sehr oft kontrollieren oder die Bohrmaschine um 90 Grad drehen, dann brauchst du vielleicht eine Führung. Ein Scheibenwischermotor ersetzt deine Muskeln und läuft mit etwas reduzierter Spannung ein paar Tage.

Wieso hast du den Block jetzt ausgebaut ?
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Re: Grauguss galvanisch vernickeln

Beitragvon tschäikäi » Sa 23. Sep 2017, 15:44

Das Kippeln ist mir bewusst, deshalb das lange .. "Pleuel".
Ausgebaut habe ich den Block weil man (siehe Bild auf der ersten Seite)
dadurch dass der Motor an Gurten hing nicht über die gesamte Fläche schleifen konnte.
Ich würde die Nickelmethode ehrlich gesagt nicht mal als unbrauchbar abschreiben,
ich bin lediglich auf ein minderwertiges Produkt rein gefallen.
Nächstes Mal werd ichs mit Tampongalvanik und selbstgemachtem Elektrolyt versuchen, also mit Strom.
Das sollte wesentlich einfacher umzusetzen sein.
Scheibenwischermotor is ne gute Idee, nur hab ich grade keinen da. Außer vielleicht den ausm Audi :)
Kommt mir grade ein Gedanke: Bohrmaschine hochkant montieren, dann hat man gar kein Kippeln.
Außerdem, das sieht man aufm Video vermutlich schlecht: die Schraube, die Pleuel mit Platte verbindet,
ist nur ganz lose rein gedreht. Quasi ein improvisiertes Kugelgelenk wenn man so will.

Wisst ihr, mein Problem ist folgendes: sobald man sich auf irgend einen verlässt, geht's meistens schief.
Deshalb mache ich alles selbst.
Zum Beispiel hier die Nickelbrühe. Anderer Fall (reines Gedankenexperiment):
Ich baue die KuWe aus und lass das Ding fräsen/ schleifen.
Der Maschinenbediener wird die Dichtfläche der Ölwannendichtung auf seinem Spanntisch spannen
und parallel zu diesem die Zylinderfläche planen.
Was ist wenn die beiden Flächen anfangs nicht parallel waren? (Verzug, evtl. ab Werk schief gewesen,
weil irgendwas untergelegt wurde?)
Dann hat der Kolben an Zyl. 1 nachher nen anderen Überstand als der von Zyl. 4.
Dann wirds richtig eklig.
Ich hab das auch schon bei meinem früheren Arbeitgeber mal an dem Kopf gemacht.
Da macht sich keiner Gedanken, wenn die Schleifscheibe anfangs nur an einer der äußeren Kante
aufsetzt und mit der Zustellung weiter wandert.
Deswegen mach ich sowas selbst, auch wenns Nerven und Zeit kostet und ansonsten vielleicht fürn Fuffi
gemacht wär.
Gruß Julian
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