Diskrete Einzelzellenüberwachung

Der chaotische Hauptfaden

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Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Harry02 » Fr 15. Sep 2017, 16:24

Hallo zusammen,

Nach dem Fingertreffen habe ich hier jetzt die Aufgabe, eine größere Menge NiCds nach Kapazität zu sortieren (es gibt da für wenige € auch ein Chinamodul welches die Ah beim Entladen auf einstellbare Ladedchlussp. ausrechnet. Aber 10 davon sind zu teuer). Wenn man die alle während Ladung/Entladung einzeln misst, wird man blöd. Deshalb habe ich folgende Anordnung, bestehend aus 2,4V 0,5A Funzeln, gefriemelt:
2017-09-15 14.06.28.jpg


2017-09-15 14.08.01.jpg


Hinweis: Ganz überraschenderweise hat Glühobst unterirdischen Wirkungsgrad und wird heiß. Auch wenn es unschuldig klein ist. Das mit dem Heißkleber geht grade so noch gut... da muss später Endfest o.ä. drüber.

Es ergeben sich folgende Vorteile: 1. Man kann die Zellen einzeln mit optischer Rückmeldung bis auf 0V entladen (bzw. mit 1,2..1,5V Birnchen und Diode in Reihe auf für NiMh gesündere Werte). 2. Bei Belastung erkennt man sofort welche Zellen hochohmig oder bereits leer sind. Nach Belastung kommt die Spannung meistens nochmal hoch. Die tote Zelle kann man austauschen oder kurzschließen und den Rest weiter entladen. 3. Beim Laden werden die Zellen balanciert bei geeigneter Wahl des Ladestroms, d.h. einzelne bereits volle Zellen werden nicht totgekocht. Das könnte man durch Parallelschalten einer 1,7..1,8V Z-Diode noch weiter verbessern. Wenn einzelne Zellen früher voll sind, sieht man die hochlaufende Spannung. Deshalb auch 2,4V Lampen, 1,5V leben dann gefährlich.

Zum anschließen müsste da noch ein 11-poliger Stecker dran. Blöd das die häufigen D-Sub nur 9polig sind... (muss also die 15poligen besorgen).

Der Nachteil: Im Normalbetrieb (nicht zum Sortieren) sind 0,5A reichlich viel. Bei Lithiumzellen könnte man statt 3,7 oder 4V Lampen auch LED nehmen. 3,7V Lämpchen hielten früher an einer 4,5V Flachbatterie übrigens "ewig", die brennen nicht soo schnell durch bei Überspannung

Ich hab da seit einiger Zeit so eine Schaltung rumfliegen, ich glaube die ist sogar hier aus dem Forum... von Bastelbruder vielleicht? Hat jemand die Originalschaltung? Bei meiner Version irritiert mich die gestrichelte Linie. Ich denke mal, es spricht nichts dagegen, 1,5M statt 1M zu nehmen.

2017-09-15 14.04.31.jpg


Grüße Harry
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Fritzler » Fr 15. Sep 2017, 16:36

Ochwas, jeden Abend eine Zelle mit der ELast entladen und man hat seine Werte :mrgreen:
Aber lowtech geht ja auch.

SUBD gibts auch als 15polig in 2 Reihen oder wenns kompakt sein soll de 3 reihige VGA SUBD.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon andreas6 » Fr 15. Sep 2017, 17:05

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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Harry02 » Fr 15. Sep 2017, 17:37

Da hab ich ja reichlich Käse produziert beim Abzeichnen... Danke!
Da stellen sich jetzt noch ein paar Fragen: Welchen Effekt haben die zwei zusätzlichen Dioden, die du ergänzt hast? Kann man die Schaltung ein wenig pimpen, dass sie erst deutlich unter 1V anspricht? Die Grenze finde ich etwas hoch für NiCd, vor allem bei Hochstromentladung. Vielleicht unter Verwendung von Ge-Transistoren?
Und wie habt ihr die Anzeige "Lade mich!" realisiert? Die sollte ja nicht signifikant mehr ziehen als die 2yA Ruhestrom der nackten Überwackungsschaltung. (Ich zeichne da kurz was und editier es evtl. gleich hier rein)

An der Stelle könnte man das Thema NiCd Ladeschlusspannung nochmal aufreißen. Gibts schon einen Thread, wo Praxiserfahrungen dazu ausgiebig diskutiert wurden (kurz kam das immer mal wieder auf)? Dann kämpfe ich mich mal durch die Suchergebnisse für "NiCd" hier...
Es ist ja so, dass offene (nasse) Zellen kurzgeschlossen gelagert werden können bzw. sollen. (Auch dazu gibts es natürlich Gegenmeinungen im www.) Mir erschließt sich nicht, warum das bei gasdichten Zellen nicht gehen sollte. Aber irgend einen Grund wird die angegebene Entladeschlusspannung ja schon haben. Steigt die mechanische Belastung der Elektroden unter 0,8V überproportional, wenn man in jedem Zyklus auf 0V leersaugt? Laut Wikipedia kommt es zu einem "Memory-Effekt ähnlichen" Verhalten. Ist es dann bei längerer Lagerung möglicherweise trotzdem vorteilhaft?
Gibts da eine Studie, die das mal untersucht hat, die ich noch nicht entdeckt habe?
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon andreas6 » Fr 15. Sep 2017, 18:31

Details - nein, ist zu lange her. Nimm Haralds Schaltung, die ist soweit klar.

Die Auswertung kann z.B. über eine kleine Led passieren, die dann rot aufleuchtet. Mit 2mA schadet die nicht, zumal sie ja nur unter Last diese Anzeige bringt.

So wie ich das sehe, schalten die Transistoren bei um 0,6V über der Zelle ab. Damit ist die Zelle unter Last schon komplett leer und das Umpolen steht unmittelbar bevor.

Generell kann man die Zellen problemlos bis auf 0V entladen, aber den Punkt trifft man bei einer Reihenschaltung nie, weil jede Zelle ein wenig anders ist. In meinem kleinen Akkulader (alter Akkumaster) habe ich die Entladung für die Ni-Zellen so gestaltet, dass die (Einzel-) Zelle bis Entladeschlussspannung entladen wird. Dann wird der Entladestrom halbiert und dann nochmal halbiert, bis auch damit nichts mehr aus der Zelle heraus zu holen ist. Gemessen wird immer ohne Last in kurzen Entladepausen. Das hat sich besonders bei Nimh-Zellen ganz gut gemacht, weil deren Spannung sonst im Laufe der Nutzung immer weiter runter geht.

MfG. Andreas
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Harry02 » Fr 15. Sep 2017, 19:34

Bastelbruder schrieb damals "...eine Zelle unter 1V", deshalb dachte ich, das springt dann auch genau da um. Werde es testen.

Naja, einfach ne LED dranhängen ist nicht, weil der "low"-Zustand des Ausgangs ja den "low"-Zustand des Packs anzeigt. Da muss noch ein Transistor hinter (eine LED zwischen Plus und Signalausgang wird mit 10M Vorwiderstand nicht viel leuchten). Ich hab da mal was aufgezeichnet, könnte das funktionieren?

2017-09-15 19.11.03.jpg

T1 benötigt möglicherweise noch eine Diode im Emitter, falls der Transistor mit 10M im Kollektor nicht voll durchschaltet(?). Dimensionierung von R: Wenn ich mal davon ausgehe, dass das Relais 100mA sehen will, brauche ich nach Datenblatt des BC547 5mA Basistrom. Damit das bei 10V noch sichergestellt ist, brauche ich ca 2KOhm. Wenn der Akku grade am Volladen ist, fließen bei 16V aber 8mA Ib. Ich finde grade keine absolute maximum ratings für Ib, nur für den Peak-Strom (200mA).

Achja, danke Fritzler für den VGA-Tipp.

Das was du für NiMh beschreibst, ist ja ein ähnliches Vorgehen wie die Wildflyer-Methode (R in Reihe mit Diode dauerhaft über jeder Zelle).

Also eine kurze Wissenauffrischungs-Recherche ergab, dass Modellbauer von besseren Ergebnissen berichten, wenn NiCds entladen gelagert werden. Bei ausreichend langer Liegezeit dürfte das keinen großen Unterschied zu "(Einzelzellen) kurzgeschlossen Lagern" machen. Ein paar Tage kurzgeschlossen Lagern und wieder aufladen wenden manche wohl auch zum "Regenerieren" an. Aber jeden Zyklus auf 0V herunter trau ich mich dann doch nicht, also kommen noch 10 Dioden in die Birnchen-Zellenüberwachung, wenn die Zellen sortiert sind.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon andreas6 » Fr 15. Sep 2017, 19:49

Mit den beiden Emittern nach oben und unten bei (fast) gemeinsamer Basis wäre ich vorsichtig. Wirf mal den Simulator an. Das kann richtig schief gehen.

MfG. Andreas
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Bastelbruder » Fr 15. Sep 2017, 20:29

In der Emitterleitung von T1 ist die R-LED-Kombination sauber aufgeräumt. Und das Relais in der Emitterleitung von T2. Dann braucht T2 nämlich auch keinen Basisvorwiderstand.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Harry02 » Fr 15. Sep 2017, 20:58

Danke euch! (Ein Simulationsprogramm hab ich noch nie benutzt.) Jetzt habe ich eben schon eine Alternative gezeichnet,...

2017-09-15 20.43.00.jpg

aber die ist dann wohl hinfällig.

2017-09-15 20.54.12.jpg

Den Last-Einschalter habe ich mal in die Basisleitung gelegt.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon shaun » Fr 15. Sep 2017, 22:16

> Ganz überraschenderweise hat Glühobst unterirdischen Wirkungsgrad und wird heiß.

Hätte ich Dir auch vorher verraten können. Im Einbrennfeld beim Kunden kann man gut saunieren.
Lampen für Spektrometrie usw. möchten halt vorgealtert werden.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon sysconsol » Sa 16. Sep 2017, 17:38

D-Sub high density (HD) ist die Bezeichnung für die 3-Reihigen D-Sub-Verbinder.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon uxlaxel » Mo 18. Sep 2017, 00:41

Wie brauchbar sind denn die Zellen noch? Die waren alle aus Notbeleuchtung, sprich die kannst du alle mit 1/10C, teilweise sogar 1/5C Dauerladen. Mir sind die zu schwer, wo ja mir immer mal Li-Ion inzwischen zufallen ;)
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon ferdimh » Mo 18. Sep 2017, 10:19

Ich würde die ganze Schaltung eine Zehnerpotenz niederohmiger auslegen.
NiCds haben in der Regel ohnehin eine recht hohe Selbstentladung, da müssen wir nicht mit 10MΩ hantieren. Sonst passiert recht schnell der Defekt eines Dynacord Powermixers: Die Lautsprecherschutzmimik war hinreichend hochohmig, dass sie bei heftig feuchtem Wetter ohne direkte Wassereinwirkung einen nicht existenten Endstufendefekt erkannt hat. Das Problem ließ sich mit viel Geduld rausföhnen, nervt aber tierisch.
Da eine versehentliche Entladung von NiCd nicht zum Defekt führt, wäre ich da schmerzfrei, auch mal 100µA zu investieren (das reicht dann übrigens auch, um eine blaue LED gut sichtbar leuchten zu lassen).

Das Selektieren von NiCd nach Kapazität macht zum Zusammenstellen eines Packs sicherlich Sinn, ich würde aber zuerst den Innenwiderstand prüfen. Alles was keinen amtlichen Kurzschlußstrom kann, wird dir zumindest am Funkgerät permanent Ärger machen.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Harry02 » Mo 18. Sep 2017, 15:09

Genau das habe ich gemacht, ich habe einfach keine 1M's mehr (peinlich als Röhrenbastler....). Habe alles durch 100k Ersetzt, auch die 0,5M's. Den 10M habe ich gelassen, 100k schien mir hier etwas niedrig. Soweit so gut, die Schaltung hat funktioniert und unter 0,41V an einer Zelle die rote Funzel angeworfen. Die grüne LED (statt Lastrelais) war falschrum eingebaut, bei der Fehlersuche habe ich bemerkt, dass der Signalausgang zwischen 12 und 8V rumdümpelt (sieht nach einem Designfehler der T1 T2 Mimik aus oder? Die grüne LED geht doch dann nie aus). Dann bin ich scheinbar mit der Messpitze blöd abgerutscht und jetzt ist Dauerrot. Alle Transen in der Schaltung durchmessen... kotz.
2017-09-18 15.16.17.jpg

Bevor jemand nachzählt: Ich hatte nicht bedacht, dass Bastelbruders Schaltung einen Transistor einspart, und hab einen zu viel montiert. Andreas' Schaltung im Wiki macht die Ersparnis offenbar wieder Rückgängig, sehe da aber keinen wirklichen Vorteil?

Weiß jemand wie alt diese Uralt-Zelle sein könnte? Habe zwei davon, die gehen noch ein bisschen. Benötigen veilleicht mal etwas Pflege durch Antippen mit dem Bleiklotz. Oder anbohren und Wasser nachfüllen. Ob jemand sowas schonmal gemacht hat? Vorher röntgen, um zu sehen wo etwas Platz ist, damit man keinen Seperator perforiert. Zulöten geht nicht denke ich, da die Fremdmetalle den Elektrolyt versauen, also mit 2k Epoxyd schließen. Werde ich evtl mal bei den Zellen versuchen, die ich jetzt aussortiere.

Die Kurzschlussstromselektion wollte ich mit der Glühlampenüberwachung machen. Mal 20A ziehen oder kurz Plus auf Masse knallen lassen, dann seh ich sofort wo es enbricht. Könnte natürlich auch den 10A Messbereich des DMM 50 mal bemühen... bei den 4Ah Zellen ist der aber auch etwas knapp (über 20A trotz langer Messtrippen).

Achja, mir ist eingefalken, das mit dem Lastrelais ist so Käse. Das wird zum Summer am Umschaltpunkt. Mit nem Elko parallel tickert es dann nurnoch. Das muss noch mehr Intelligenz rein.

Axel, ich hab noch keine Kapazitätsmessung gemacht, auf jedenfall war in jedem Pack hier und da ne faule Zelle, deshalb jetzt die Sortiererei. Aber ich denke, da sind noch einige gut. Das Dauerladen lasse ich lieber, und lagere die leer, dann halten sie vielleicht länger, wie der Hinweis "alle 4 Jahre tauschen" vermuten lässt. Aber falls ich welche davon für ne Solaranwendung verwende, ein wertvoller Hinweis.
Die kleinen 110mAh Zellen waren leider alle Tot bis auf 2, sowie die 3 etwas neuer aussehenden von Sanyo die bringen sogar über 5A Kurzschlusstrom. Falls du von den süßen Kleinen nochwas was bekommst, ich würds nochmal wagen. Habe letztens paar 60mAh China NiCd Knopfzellenpacks 2,4V bestellt. Wenn die was taugen, bzw hoffentlich auch ankommen, wär das was für ne aufladbare Anodenbatterie.
LiPo trau ich nicht, LiFePo4 bekommt man wohl eher selten aus Schlachtware. Für LiPo braucht man einen gescheiten Balancer. Wenn ich paar Gramm sparen will, hab ich ja mittlerweile ein neues 3,6Ah LiFePo4 Pack. Leider nicht hochstromfähig, nur 7A Dauer. Der FT857 ist aber relativ Sackschwer, da das Ding ein riesen Kühlkörper mit bisschen Elektronik drin ist (und zieht 0,6A im Empfang, das ist echt ne Fehlkonstruktion), da fällt die Gewichtsersparnis nicht so wirklich auf (ggü 14Ah Blei allerdings schon).
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Harry02 » Mi 20. Sep 2017, 10:40

Der defekte Transistor ist jetzt getauscht, die rote LED macht wieder was sie soll. Der Transistor für die grüne LED bleibt aber immer leitend, die Signalspannung (nach der PNP-Stufe mit 10M am Ausgang) ist +Ub (11,2V) bei "OK" und ca. 5V bei "Error". Dem Schaltplan nach auch kein Wunder. Bastelbruder, hab ich was beim Aufmalen deiner Schaltung im Beitrag oben vergessen?
Wisst ihr eine überzeugendere Lösung, als eine 6V Zenerdiode in den Emitter von T2 zu löten?
T1 wird bei hochohmigem Signalausgang (10M) diesen immer auf ca die Emitterspannung+0,6V ziehen, das Problem ließe sich, so wie ich das sehe, nur durch Verlagerung der T1 (PNP) Stufe hinter T2 (NPN) lösen.

Welche Schaltung würde sich für die Ansteuerung des Unterspannungs-Abschaltrelais eignen? Irgendeine Kippstufe, die in ihrem gekippten Zustand bleibt, bis sie per Taster restettet wird, aber welche - bistabile Kippstufe?
Oder vielleicht geht es so:
2017-09-20 13.52.49.jpg

Oder sieht jemand einen Fehler?

Durch Speisung der roten LED aus einem großen Elko/Spercap, der nach dem Relaiskontakt geladen wird, könnte man noch unterbinden, dass die rote LED den Akku komplett leer zieht (in 100h bei 20mA).


Von den Uralt-4Ah-Zellen habe ich noch eine mit leicht verändertem Aufdruck ("Accu") aus W.Germany gefunden. Die ist also mindestens 27 Jahre alt. Wenn der Kapazitätsmesser aus China bald mal ankommt, messe ich die.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Bastelbruder » Mi 20. Sep 2017, 18:44

Die rote LED geht laangsam an wenn die Spannung am 10 Megöhmer unter 9,5 V sinkt. Oberhalb 10V darf absolut kein Strom durch T2 fließen und keinen Spannungsabfall am Widerstand (wie groß ist der? ich hätte maximal 1k vorgeschlagen) vor der Basis von T3 hervorrufen. Ist vielleicht T2 verpolt? C-E vertauscht könnte sowas verursachen, aber die LED wird dann auch nicht richtig hell.
Der hintere Teil ist ok.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Harry02 » Di 24. Okt 2017, 03:48

Ich werd aus deinem Beitrag nicht ganz schlau, deshalb hat die Antwort auch gedauert... Mit der Frage nach dem Widerstand und T2, T3 usw. meinst du die als letztes gezeigte Schaltung?
Ob an dem 10M 12 oder 10 oder 9V anliegen, ist doch eigentlich nicht relevant, sondern nur, ob über T1 (unbeschriftet) eine Spannung abfällt (mehr als ca 3V), wenn T1 infolge des Abkackens einer Zelle abgeschaltet wird. Oder? Wenn 12V anliegen, läuft das auf 9V am 10Meg heraus, aber bei 9V Klemmspannung sinds 6V.

Der Widerstand im Kollektor ist mit 1k wohl ganz gut gewält, die Hälfte ginge auch. Wenn die LED mit 20mA leuchtet, würde auch was im zweistelligen Ohm-Bereich genügen.
"Der hintere Teil ist ok." verunsichert mich - was funktioniert im vorderen Teil denn nicht?

Ob der Transistor verpolt ist muss ich nochmal prüfen, das habe ich aber eigentlich schon. Der Fehler war allerdings bei der (durch Verlagerung der Rs in den Emitter korrigierten) Schaltplanversion 1.1. So wie ich das sehe ist es klar, dass die grüne LED nie aus geht (statt Last Relais eingebaut), die Transistoren schalten sich gegenseitig ein - lediglich die rote LED geht aus, weil die Basis von T1 vom Transistor mit 10Meg kalt gestellt wird. Die zuletzt gezeichnete habe ich noch nicht getestet.
Eventuell hast du V1.1auch gemeint, aber zwei T2 in verschiedenen Schaltungen erwähnt... da kam ich nicht mit.


Die China-Amperestundenmeter kamen an. Sind kacke. Die Klemmspannung beim Entladen einer NiCd Zelle wird mit 1,8V angezeigt und die Stromanzeige liegt meilenweit daneben. Bei beiden Modulen. Werde also doch ne mechanisch-elektrische 1,5V Uhr zur Kapazitätsmessung besorgen...

Weiterhin streuen die Zellen (vor allem bei Hochstromentladung) ziemlich... ich bin nicht mehr so sicher, ob ich 10 halbwegs gleiche zusammen bekomme. Aus den 10 besten 2,2Ah Zellen konnte ich für 5:30min 15A absinkend auf 10A rauslutschen bis die erste weggebrochen ist, also ca 0,9Ah. Aus den restlichen Zellen dann noch über 24 (+-4) Stunden knapp 60mA rausgezuckelt. Im Rahmen der Messungenauigkeit Neukapazität. Ein paar sind natürlich früher tot gewesen.

Ich werde mal das mit dem Anbohren und Wasser nachfüllen probieren müssen, erstmal bei den 4Ah Zellen. Ist nur die Frage, wieviel nachfüllen... Hat jemand eine Ahnung, wieviel Elektrolyt in so einer Zelle drin ist, oder wie man das herausfinden könnte? Im Sanyo-Datenblatt stehsts nicht. Einfüllen bis es langsam beginnt rauszublubbern, und dann zukleben wäre ne Möglichkeit. Erstmal brauche ich ein gescheites Ah-Meter.
Zuletzt geändert von Harry02 am Di 24. Okt 2017, 04:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon berlinerbaer » Di 24. Okt 2017, 04:08

Harry02 hat geschrieben:Die China-Amperestundenmeter kamen an. Sind kacke. Die Klemmspannung beim Entladen einer NiCd Zelle wird mit 1,8V angezeigt und die Stromanzeige liegt meilenweit daneben. Bei beiden Modulen.

Kalibrieren oder reklamieren, ist bei überzeugender Messtechnik Deinerseits mit etwas Nachdruck kein Problem.
Negative Bewertungen sind ein wirksames Drohpotential und wenn die ohne Zustellnachweis bei Dir eingetrudelt sind, müssen sie ja nicht unbedingt angekommen sein, das spart viel sterile Debatte über Beweis-Fotos/Filmchen.
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Bastelbruder » Di 24. Okt 2017, 04:46

Der 10 Megöhmer ist eigentlich nicht dafür gedacht ein kräftiges Low zu erzeugen, sondern um Strom zu sparen. Der zieht nämlich ständig am Akku.
Der PNP braucht zu viel Basisstrom bzw. hat in dieser Konfiguration viiel zu wenig Verstärkung, ein (Komplementär-)Darlington könnte das Problem beheben.
Vielleicht macht es Sinn, die Schaltung etwas anders aufzubauen?
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Harry02 » Di 24. Okt 2017, 05:23

Wie anders? Ich hab ja schon ein bisschen hin und her probiert beim Schaltplanzeichnen.
Mit dem PNP meinst du T1 für die rote LED in Schaltung V1.1? Scheinbar hat er doch genug Verstärkung, die rote LED geht an und aus, wie sie soll (wenn sie auch nur schwach leuchtet). Deshalb gehe ich davon aus, dass die zuletzt gezeichnete Schaltung auch funktionieren müsste. Die behebt dann das Problem der dauernd leuchtenden grünen LED (hoffentlich).
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Re: Diskrete Einzelzellenüberwachung

Beitragvon Bastelbruder » Di 24. Okt 2017, 06:53

Da ist noch ein Fehler:
Wenn der Akku leer wird, fällt der Klapperatismus runter und schützt die Zelle die das zuerst gemerkt hat. Die Spannung steigt ganz leicht an und der Alarm wird sofort wieder abgestellt.
Man kann noch ein paarmal starten und dann nicht mehr, schließlich wird die rote LED zum Hauptverbraucher und hebelt den Schutzmechanismus aus...

In meinem Akkuschraub-Bär sind zwei LEDs, die Rote wird bei OK ausgeschaltet und die Grüne mit etwas höherer Durchlaßspannung kann dann aus dem gemeinsamen Vorwiderstand leuchten. Eingeschaltet wird die Anzeige-Stromversorgung von einem ziemlich empfindlich eingestelltenprimitiven Monoflop aus 2 komplementären Transistoren, das automatisch getriggert wird wenn die Betriebsspannung mit ein paar Nadelimpulsen überlagert ist. Die Anzeige wird also erst aktiv wenn man die Drehfunktion aktiviert, und sie geht zwanzig Sekunden später wieder aus. Die Lösung ist also halbautomatisch und benötigt die Software Brain_1.0 zur Unterstützung. Leider finde ich den Papierfetzen mit der Schaltung nicht mehr und die Hardware habe ich zugeklebt. :x

edit: Jetzt hab ich mir das Pflichtenheft (der post gaanz oben) nochmal angeschaut und bin irgendwie verwirrt.
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