Mauer verschieben und fixieren

Der chaotische Hauptfaden

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Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon 8051fan » Do 21. Sep 2017, 14:18

Hallo,

da der Garten ein paar cm höher als die Terasse ist, wurde dazwischen eine kleine Mauer errichtet.
Die Mauer steht auf dem Beton-Fundament der Terasse und wurde mit Kalksandsteinen errichtet (240 x 115 x 115).
Die Mauer ist ca. 60cm hoch, es wurden 5 Steine übereinander gesetzt.

Vor ein paar Jahren gab es die Situation, dass der Herbst sehr verregnet war, so dass die Erde im Garten komplett durchgenässt war.
Durch den anschließenden wochenlangen Kälteeinbruch war die Erde im Garten ein massiver Eisklotz.
Das Eis wollte sich ausdehnen und hat die Mauer in Richtung Terrasse gedrückt.

Bei der untersten Steinreihe hatte das Eis keine Chance, da auf der Terasse Steinfliesen dagegen gehalten haben.
Das führte dazu, dass es irgendwann nachts im Winter einen lauten Knall gegeben hat und die Mauer gesprengt hat.
Die obersten Steine stehen noch, sie wurden nur Bruchteile eines Millimeters in Richtung Terasse geschoben.
Nach jedem weiteren kalten Winter haben sich die obersten 4 Steine etwas weiter in Richtung Terasse bewegt.
Inzwischen sind es ca. 3mm ... 8mm

Nun möchte ich die Mauer wieder herrichten, zumal ich sie jetzt auch als Grundlage für Stützen einer Terassenüberdachung nutzen möchte.

Ich möchte die Mauer also irgenwie wieder zurück schieben und fixieren.

1. zurückschieben
Die Mauer werde ich nicht von Hand bewegt bekommen.
Meine Idee ist, mit einem kräftigen Bohrhammer und einem stumpfen / abgeschnittenen Meißel zu versuchen,
die Mauer wie zurückzudrücken.
--> hat jemand einen ollen / defekten SDS-max Meißel oder einen defekten dicken Bohrer über? brauche ja nur den Schaft

2. fixieren
Damit das in Zukunft nicht noch einmal passiert, möcht ich die Mauer stabilisieren.
Dies möchte ich mit wenig Aufwand erreichen.
Dazu möchte ich vertikal ein Loch mit ca. 35 ... 40mm von oben durch die Mauer bis ins Fundament bohren.
Anschließend Eisen rein und mit Beton wieder auffüllen.

Nun Fragen ans Forum:
Ist diese Vorgehensweise realistisch?
Kann man ein 40mm Loch durch einen 115mm breiten Stein bohren ohne den Stein zu sprengen?

Hat jemand bessere Ideen?
Die Alternative wäre, die Mauer einzureissen, Steine säubern, und mit Eisen drin neu aufbauen.
Dazu hab ich irgendwie keine Lust....
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Sir_Death » Do 21. Sep 2017, 14:32

...keine Lust.

Aber das einzige vernünftige.

Mach es ordentlich - mach es einmal.
Mach nen pfusch - mach es doppelt. Mindestens.


EDIT: Abgesehen davon: Wie willst du denn "zurückschieben"? - Gräbst du die Erde dahinter ab, oder bist du Hulk?
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Andario » Do 21. Sep 2017, 14:37

Zu 1) Da sehe ich eher schwarz, die hohe Schlagenergie wird trotz abgeflachtem Meißel punktuell eingebracht, das haut dir die Steine zusammen.
Zu 2) Auch da werden durch den Schlag die Steine brechen, das wäre m.E. nach nur per Kernbohrung machbar. Abgesehen davon hast du dann (wenn du genau mittig bleibst) nur noch 37,5mm Material auf jeder Seite...

Vielleicht kannst du über die gesamte Breite mit einem Quer-Balken abstützen und dann mit einem Wagenheber etc. gegen das Haus drücken? So könntest Du den Druck langsam und kontrolliert aufbauen und gleichmäßig verteilen.
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Gernstel » Do 21. Sep 2017, 14:48

Als aller-allererstes würde ich noch vor dem Beginn der nächsten Frostperiode die gegen die Mauer drückende Erde diagonal abtragen, so dass das künftig nicht mehr vorkommt. Bei der Gelegenheit vielleicht auch eine Drainage verlegen, wenn möglich.
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Desinfector » Do 21. Sep 2017, 15:05

Du musst von der Terrassenseite her ansetzen.
aber nicht mit vielen Kleinen Stössen pro Sekunde, sondern mit einem langsamen "Stoss" pro Stunde.

Sprich: Du musst Spreizen können.
also sowas wie einen Wagenheber horizontal ansetzen und dagegen drücken.
Natürlich geht das nur wenn Der Heber ein vernünftiges Widerlager hat.

Hier wäre eigentlich ein Foto der Situation hilfreich, sonst kann man keine Tipps geben

und:
eine Drainage wollte ich auch schon anmerken.
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon BernhardS » Do 21. Sep 2017, 15:23

Frage wegen der geplanten Überdachung: Wie viele Jahre soll die auf der Mauer stehen?
Falls die Antwort zweistellig ist, dann wäre die allgemeine Frage in die Runde: hat jemand in der Nähe einen Minibagger?

Konkret: Frostsichere Gründung. Ausgraben, Fundament für Mauer und Dachstützen nach den Regeln der Kunst
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Sir_Death » Do 21. Sep 2017, 16:55

BernhardS hat geschrieben:Frage wegen der geplanten Überdachung: Wie viele Jahre soll die auf der Mauer stehen?
Falls die Antwort zweistellig ist, dann wäre die allgemeine Frage in die Runde: hat jemand in der Nähe einen Minibagger?

Konkret: Frostsichere Gründung. Ausgraben, Fundament für Mauer und Dachstützen nach den Regeln der Kunst


Danke.

Alles andere oberhalb mit "drücken" ist Bullshit. Sorry für das hart Wort. Aber wenn Erde die Mauer schon schiebt, dann wird sie es wieder tun. Außer - sie ist nicht mehr da.
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Sir_Death » Do 21. Sep 2017, 16:57

Andario hat geschrieben:....
Vielleicht kannst du über die gesamte Breite mit einem Quer-Balken abstützen und dann mit einem Wagenheber etc. gegen das Haus drücken? So könntest Du den Druck langsam und kontrolliert aufbauen und gleichmäßig verteilen.



Und damit das Haus wegdrücken.
Was ist wohl schwerer & stabiler. Das Haus oder dutzende Tonnen gepresste Erde...?
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Azze » Do 21. Sep 2017, 17:03

Aufgraben und neu mauern, alles andere ist Quatsch. Und Entwässerung/Drainage für den Fall der Fälle nicht vergessen. Idealerweise hinter der Mauer mit Rollierung verfüllen, damit sich dort keine Nässe stauen kann und drückende Eismassen sich darin entspannen können.

Nebenbei bemerkt ist eine gemauerte 11,5er Wand m.E. schon ein wenig dürftig für 60 cm Erddruck. Die wäre ohne Zugverankerung in das Fundament ohnehin irgendwann mal gekommen, auch ohne Eis.
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Toddybaer » Do 21. Sep 2017, 19:34

Bei einer neuen Mauer würde ich zu Schalsteinen mit Eisen in das Fundament raten.

Wenn kein Fundament da, eines schaffen, entweder schütten oder aus Schalsteinen

MFG Thorsten
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Lukas_P » Do 21. Sep 2017, 20:03

zu 1. Was Währ mit einer WInde + Schalungsplatte um den Druck zu verteilen ? ALlerdings muss ein entsprechendes Gegenlager vorhanden sein. Abstützen könntest dus mit einer Vorgesetzten "Betonschüttung" ;) Sowas mein ich
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon Sir_Death » Do 21. Sep 2017, 21:51

Lukas_P hat geschrieben:zu 1. Was Währ mit einer WInde + Schalungsplatte um den Druck zu verteilen ? ALlerdings muss ein entsprechendes Gegenlager vorhanden sein. Abstützen könntest dus mit einer Vorgesetzten "Betonschüttung" ;) Sowas mein ich



Bittteeee!!! *händeringend um Hilfe such*

Das ist alles totaler Bockmist!
Azze hat perfekt beschrieben worum es geht.

Meine Urururur... Großeltern haben bei 2m schiebender Erde eine 2m Hohe Wand gebaut, die an ihrem Fundament 1,80m oben 60cm dick ist. Mit verkeilten Steinblöcken - Stahl gabs achzehnhudert irgenwas noch nicht.
Die Wand steht heute noch und stützt eine - mittlerweile - Gemeindestraße am Hang.
Haben hier alle "Schieber" und "Drücker" schon mal überlegt wieviel Gewicht und Kraft da dahinter steckt???
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon jodurino » Do 21. Sep 2017, 22:16

Hallo
was hast Du da für einen Boden?
Eher Lehm oder Sand oder Muttererde hinter der Mauer......?

Du wirst wahrscheinlich nicht umhin kommen die Mauer abzubauen
Etwas vom Boden weg zu nehmen
Eine neue Mauer errichten
Drainage Kies zwischen Boden und Mauer

Bei so einer Situation würde ich das Terassendach nicht auf der Mauer abstützen sondern getrennt einzeln.
Zumindest jetzt mal ohne Fotos gesehen zu haben.

Sir Death hat einfach mal recht da schiebt man nix und wenn es rutscht dann rutscht es



cu
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon radixdelta » Fr 22. Sep 2017, 15:10

Klar _kann_ man das schieben. Mit einem mords Aufwand an Gerät und Arbeit. Nur ist das eine Sackgasse, weil das niemals nie da bleiben wird.
Einzige Chance ist wegreißen, Erde anböschen, Steine in den Bauschutt. Fundament ausheben und alles neu machen. Ich würde Fundament und Wand in einem Abwasch aus Beton gießen. Entweder Sichtbeton oder später verputzen. Nicht am Eisen sparen, ich denke zwei Baustahlmatten mit 10cm Abstand, Mauer 20cm breit. Wenn man das selber macht kostet das nicht einmal ein Vermögen, aber es wird Generationen überdauern.
Zum Beton: Bei uns gab es immer so einen Kanister "Betonverbesserer" für das Anmachwasser. Was das genau war weiß ich nicht, sollte damit besser fließen, wasserdicht werden und langsamer abbinden (um mit der Mischmaschine nass in nass arbeiten zu können). Man kaufe das Material im Baustoffhandel und lasse sich dort beraten, oder bezieht den Beton aus dem Betonwerk, die wissen was man braucht.
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Re: Mauer verschieben und fixieren

Beitragvon 8051fan » Mo 25. Sep 2017, 13:20

Vielen Dank für die vielen kompetenten Beiträge.

Das hat mich abgehalten, noch mehr Murx zu machen als eh schon vorhanden ist...

Die Mauer ist zwar ca. 60 cm hoch, aber nur die untersten 20cm haben wirklich Erddruck.
Bei den untersten 8cm halten die Terassenplatten dagegen. Daher auch der Riss zwischen dem ersten und dem zweiten Stein.
Vielleicht schaffe ich heut abend mal ne kleine Skizze....

Aber eigentlich ist die Entscheidung dank der vielen Informationen gefallen.
Z.Zt. plane ich auf max. 5...10 Jahre, dann werden wir voraussichtlich aufgrund der sich ändernden Familiensituation das Haus abstossen.
(Für uns als Familie war das Haus toll, aber die Kinder sind bald ausgezogen, das Haus ist aufgrund vielen Treppen nicht altersgerecht, etwas verbaut und sehr aufwändig zu pflegen, kaum gedämmt ...)
In den letzten 18 Jahren ist die Mauer ca. 6mm gewandert, dann schafft sie in den nächsten 10 Jahren vielleicht noch einmal 5mm, wenn ich nix mache, --> passt.

Die geplante Terassenüberdachung bekommt dann ein eigenes Fundament 15cm weiter im Garten und wird so unabhängig von der Mauer stehen.

Dann sollen sich irgendwann die Erben oder Nachbesitzer damit rumärgern, für uns ist das solange gut genug...
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