Wassertemperatur im Speicherkessel

Der chaotische Hauptfaden

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Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Frickelfreddy » Do 28. Sep 2017, 09:07

Moin,

wir haben hier in einer älteren und schon länger leerstehenden Wohnung eine Zentralheizung über Gas.
Das Warmwasser wird von der Therme über einen gesonderten Kreislauf in einem Speicherkessel miterhitzt.

Jetzt sagte man mir, daß die Gefahr durch Legionellen sehr groß wäre, wenn das Wasser nur mäßig warm erhitzt und zum anderen die Anlage nur wenig genutzt würde, also nur geringer Abfluß/Neuzufluss erfolgt.

Bei den maximal erreichbaren 75°C in der Anlage werden nun aber die Erreger zwar getötet, aber dafür heizt man dann den ganzen Keller mit.
Außerdem kann man sich auch fix die Flossen verbrühen, wenn man beim Händewaschen nicht aufpasst.

Welche Temperatur sollte man in der Anlage fahren?
Ich hab im Web widersprüchliche Angaben gefunden.

Fred
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Roehricht » Do 28. Sep 2017, 09:57

Hallo,

moderne Heizungen fahren die Temperatur nach einem einstellbaren Zeitschema auf 75 grad hoch. Wenn der Speicher den Keller mit heizt taugt er nicht. Wärmeisolierung wäre schon ein Vorteil.

Gegen Flossen verbrühen helfen ein Einhebel Mischer. Selbige werden auf kalt stehengelassen und dann warm zugemischt. Dumpfbacken die das nicht geregelt kriegen haben selber schuld. Ist das Haus voll mit lernresistenten Bewohnern hilft ein automatischer Zumischer der am Speicherausgeng Kaltwasser zumischt um eine zu hohe Wassertemperatur verhindert. :mrgreen:

Bei Solarspeichern braucht man sowas immer. Denn die heizen bei gut Wetter schon mal auf 90 grad hoch.

Ich hab das Warmwasser immer auf 65 grad. Wegen geringen Geschirraufkommen habe ich kein Geschirrspüler. Damit ich die fettigen Pötte und Pfannen sauber bekomme brauch ich wärmeres wasser als man es zum Duschen braucht.

Ist im Haushalt viel Warmwasser nötig weil wegen grosser Familie, dann hat heisseres Wasser den Vorteil das man durch kaltzumischung mehr Warmwasser zur verfügung hat. Bei 45 grad kann man nur wenig zumischen. Somit Wasser schneller alle. Übrigens, Kinder kommen am schnellsten damit zurecht.

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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon duese » Do 28. Sep 2017, 12:26

Wenn die Wohnung eh leer steht, dann schalt die Warmwasserbereitung doch einfach ab. Das spart noch mehr Energie als Temperatur reduzieren.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Hightech » Do 28. Sep 2017, 14:44

Frickelfreddy hat geschrieben:Welche Temperatur sollte man in der Anlage fahren?
Ich hab im Web widersprüchliche Angaben gefunden.

Fred

bis 20 °C sehr langsame Vermehrung
ab 20 °C Vermehrungsrate steigt
30–45 °C optimale Vermehrung
ab 50 °C kaum noch Vermehrung
ab 55 °C keine Vermehrung mehr möglich
ab 60 °C Abtötung der Legionellen

Also wenn der Kessel auf 50°C betrieben wird ist eigentlich alles ok, wenn regelmäßig ! Wasser entnommen wird.

In Anlagen, in denen über längere Zeit kein Wasser entnommen wird, vermehren die Legionellen sich zwar langsam, aber sie tun es.
Dort muss der Kessel regelmäßig (oder vor dem ersten Duschen) auf 75°C hoch und das heiße Wasser durch die Leitungen gespült werden. Bei vorhandenen Zirkulationsleitungen kein Thema,
bei Anlagen ohne, muss man das Wasser ein paar Minuten laufen lassen.

Legionellen sind in der Regel nur beim Duschen gefährlich, sie kommen als Aerosol in die Lunge und tun dort ihr Werk.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon berlinerbaer » Do 28. Sep 2017, 15:03

Problematisch sind Installationen, in denen Wasser stagniert, z. B. eine totgelegte Abzweigung.

Dort kann ein Infektionsherd dauerhaft überleben, weil sich dort immer eine Grenzschicht mit der passenden Temperatur bildet.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Botanicman2000 » Do 28. Sep 2017, 18:45

Hallo

nach Din muss das Wasser nach 30 Sekunden minimum 60 Grad Auslauftemperatur haben
Zuletzt geändert von Botanicman2000 am Fr 29. Sep 2017, 06:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon andreas6 » Do 28. Sep 2017, 19:13

Ganz bestimmt nicht. Korrigiere das mal auf einen zweistelligen Wert.

MfG. Andreas
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Virtex7 » Do 28. Sep 2017, 21:47

Botanicman2000 hat geschrieben:nach Din muss das Wasser nach 30 Sekunden minimum 660 Grad Auslauftemperatur haben


...

und bitte die DIN nennen, dass man auch nachsehen kann was es damit auf sich hat.
bei 660°C ist Wasser schon lang überkritsch, das geht so eh nicht.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon jodurino » Fr 29. Sep 2017, 05:49

Hallo
bei solchen fragen gucke ich immer bei bosy vorbei zB:
http://www.bosy-online.de/DIN_EN_806_Teil_2_Kurzform.htm

Da kann man sich rauf und runter schwindelig lesen, mindestens 1 der 10 Todsünden der Trinkwasserinstallation findet jeder bei sich im Haus.

So wie ich gelesen habe steht die Wohnung jetzt leer und wird neu bezogen, oder bleibt sie leer?
cu
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Zuletzt geändert von jodurino am Fr 29. Sep 2017, 07:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Botanicman2000 » Fr 29. Sep 2017, 06:59

Hallo


ok Tippfehler korrigiert


Jepp also tote Leitungen findet man immer im Haus.
Da wird halt viel Theorethisiert was die länge anbetrifft.

Ja man solte alle Leitungen am besten durchschleifen von Verbraucher zum nächsten.

Macht aber niemand weil es zu Aufwendeig ist man oft keinen Platz hat und da swichtigste ist es keiner bezahlen will.
Weer will schon 25mm Leitung bis zum Eckventil verlegen und dann zum nächsten Verbraucher?
Ok man könnte Strömungsteiler verwenden aber das zahlt niemand.
Denn am Ende bekommt den Auftrag derjenige der das wenigste Geld will.

Offtopic.
Das gleiche gilt für Brandschutz. Jeder wil das aber wenn man sagt das kostet Extra dann schauen alle Kunden dumm. Wenn die erfahren was Brandschutzmanschetten kosten


Gruß Uwe
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Frickelfreddy » So 1. Okt 2017, 11:58

Prima.

Und dankeschön für die Antworten.
Insbesondere den Post von "Hightech" mit konkreten Zahlen.
Ich werde das mal so an der Anlage einstellen.

Keine Ahnung, weswegen dieser Kessel damals überhaupt installiert wurde.
In der gleichgroßen Wohnung darüber mit eigener Heizanlage gibts den gar nicht.
Da wird das zu erwärmende Brauchwasser direkt über die Gastherme bei Bedarf erhitzt. Quasi ein Gas-Durchlauferhitzer.
Daß dabei während der Zeit der Kreislauf für die Wohnungsheizung ruht, ist bei den in beiden Wohnungen installierten Fußbodenheizungen völlig egal, da die ohnehin nur mit deutlich über einer Stunde Verzögerung auf Temperaturänderungen im Speisewasser reagiert. So lange duscht kein Mensch.
Dafür möchte ich nicht ganzjährig den Kessel warmhalten müssen; denn das muß ich ja auch, wenn die Heizung im Sommer nicht benötigt wird, aber man sich trotzdem mit warmem Wasser die Hände waschen will.

Vermutlich werde ich mittelfristig die Anlage rausreißen und auch auf direkte Warmwasserentnahme fürs Duschen umbauen.
Und für das Händewaschen ist ein zusätzliches kleines hochwertiges, weil gutisoliertes 5l-Untertischgerät von den laufenden Kosten allemal günstiger als eine Riesenheizung, die erst einmal das ganze Rohrnetz aufheizen muß, um drei Liter handwarmes Wasser abzugeben.

Von den Legionellen mal ganz abgesehen.
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Aw: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon PowerAM » So 1. Okt 2017, 12:23

Für Händewaschen und sogar für den manuellen Geschirr-Abwasch tun es auch elektrische Durchlauferhitzer.
In diesem Jahr in der Laube der EZF* installiert = EZF*-Faktor tiefgrün.

*Erzeugerfraktion
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Frickelfreddy » So 1. Okt 2017, 12:38

Ja, Du hast Recht,
dann allerdings muß man an Ort und Stelle einen entsprechenden Leitungsquerschnitt/Aderzahl zur Verfügung haben.
Das ist bei dem vorliegenden Bad nicht der Fall und nur durch größere Maßnahmen (neue Zuleitung durch die ganze Wohnung/ neue Verfliesung im Bad) zu ändern.


Mit einem 5l-Gerät kann ich die vorhandene Steckdose am Waschbecken, die zum Rasieren oder Föhnen gedacht ist, verwenden.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon PowerAM » So 1. Okt 2017, 13:09

Der hier verbaute hat 2,85 kW und dem reicht auch eine gewöhnliche Steckdose.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Bastelbruder » So 1. Okt 2017, 13:30

Frickelfreddy hat geschrieben:Das ist bei dem vorliegenden Bad nicht der Fall und nur durch größere Maßnahmen (neue Zuleitung durch die ganze Wohnung/ neue Verfliesung im Bad) zu ändern.

:idea: Da muß doch bloß noch das Elektrovereinskonforme (ex-)Wasserleitungs-Einblase-Drehstromkabel entwickelt werden. Die Erfindung habe ich hiermit kundgetan.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon BernhardS » So 1. Okt 2017, 14:38

Das Problem bei Legionellen ist das Einatmen von Tröpfchen die so klein sind, daß sie bis in die Lunge gelangen können. Größere Tröpfchen werden entweder schon garnicht eingeatmet oder sie bleiben in der Nase hängen. Deswegen hat man heute - naja, seit dem Jahrtausendwechsel - Duschköpfe, die an den Austrittsbohrungen solche Silikonnoppen haben. Da wird kein solch feiner Sprühnebel mehr wie früher erzeugt.

Außerdem gibt es heute den genetischen Vergleich zwischen den Legionellen eines Erkrankten und dem angenommenen Verursacher. Wer erinnert sich noch an den Prozess gegen die Telekom in Ulm? Haben zu Unrecht bezahlt. Nachdem mit Klageritis hier kaum noch Geschäft zu machen ist, ist es um die Legionellen wieder ruhig geworden.
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Re: Wassertemperatur im Speicherkessel

Beitragvon Frickelfreddy » So 1. Okt 2017, 16:56

Kann ich nicht beurteilen.

Ich hatte mir allerdings vor einigen Jahren eine heftige Lungeninfektion beim Aufenthalt in einer spanischen Ferienwohnung eingefangen.
Dort lag das Sickerbecken für die Fäkalien direkt neben dem eigens für dieses Haus gebohrten Brunnen, wie ich allerdings erst später erfahren habe.

Zwar stand an den Wasserhähnen "Kein Trinkwasser", aber auch die Dusche wurde damit betrieben.
In dem Fall war es aber eine Infektion mit Kolibakterien, die ich kein zweites Mal erleben möchte.

Deswegen auch die Eingangsfrage.
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