Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Der chaotische Hauptfaden

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Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Osttiroler » So 1. Okt 2017, 18:11

Hallo an alle

Mir brennt schon lange eine Frage unter den Fingernägeln.

Mal angenommen, ich stelle in einen Raum in einem Keller in einem Haus ein Dieselaggregat auf. Abgasleitung führt ins Freie.
Nehmen wir weiter an, die Maschine hat einen Motor mit 3-4 Litern Hubraum und einen Generator mit 30kVA. Drehzahl 1500 Umdrehungen pro Minute.

Die Frequenz der ausgestoßenen Abgasstöße sollte also bei 50 Hz liegen. Rechenweg: 1500 u/min, Vierzylindermotor, alle halben Umdrehungen ein Auspufftakt--> 3000 pro Minute /60=50 Hz. (War vorher falsch. Danke für den Hinweis)

Auspuffleitungslänge wird samt Schalldämpfer(n) bei ca 4m liegen. Durchmesser etwa 45mm innen.

Eignen sich für diese tiefe Frequenz mit veränderlichem Schalldruck (abhängig von der Belastung des Motors) Reflexions oder Absorptionsschalldämpfer besser?
Ziel ist es, das Aggregat so leise zu bringen, dass es die Nachbarn und mich nicht stört.

Danke und schönen Abend

Lukas
Zuletzt geändert von Osttiroler am So 1. Okt 2017, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon PowerAM » So 1. Okt 2017, 18:29

So leise es geht...

Reflexionsdämpfer, die auf die zu erwartende Frequenz des Schallereignisses abgestimmt sind. Bei Stationärmotoren wissenswert: Jeder Rohrbogen ist ein kleiner Schalldämpfer. Für Automobile bevorzuge ich Absorber, die vom Abgasgeräusch einen tolerierbaren Anteil übrig lassen und mit deren Abstimmung sich ein gewisser "Klang" erzeugen lässt. Ich bin dankbar dafür, dass mein Alltags-Smart eher wie ein Motorrad klingt und so gefährliche Situationen vorab entschärfen konnte.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Osttiroler » So 1. Okt 2017, 18:58

Gibt es Berechnungsformeln, mit denen man Schalldämpfer auslegen kann oder wie macht man das?

Hatte an Universalschalldämpfer wie zB diesen hier und Stahlrohr gedacht. Laut Berechnung sollte der Gegendruck in der Auspuffanlage mit 4m Rohr und 6m Rohr als "Ersatzwiderstand" für die Schalldämpfer um die 10 mbar betragen. Das tut dem Motor noch lang nicht weh.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon IPv6 » So 1. Okt 2017, 19:33

Vierzylinder Viertakter, 2 Auslasstakte pro Umdrehung, 1500 U/min und 2 Auslasstakte pro Umdrehung macht eine Frequenz von 50 Hz?

Denkfehler?
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon enebk » So 1. Okt 2017, 19:47

Für die Abgase ist ein Reflexionsschalldämpfer das Mittel der Wahl.
Bedenke aber auch den vom Motorblock emittierten Schall, da bietet sich eine große Umhausung mit schalldämpfender Auskleidung an. Und schon muss man wieder auf die Temperatur achten...

Ein ähnliches Projekt habe ich für nächstes Jahr geplant, da soll ein Hatz Diesel auf einen Anhänger gepflanzt werden um ein abgeschiedenes Zeltlager im Sommer mit Strom zu versorgen, möglichst leise.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Osttiroler » So 1. Okt 2017, 19:53

Danke IPv6! Hatte definitiv einen Denkfehler.

Wie machen die Hersteller von so Auspufftöpfen das, dass sie die Frequenzen so gut wegdämpfen,
Ich komme bei 50 Hz auf eine Wellenlänge von 6,6m Wie bringe ich das in einem Schalldämpfer unter...
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Gobi » So 1. Okt 2017, 19:57

Ich würde ehrlich gesagt einfach probieren. Vielleicht kannst du eine Hand voll Töpfe irgendwo "ausleihen" zum Glück gibt es doch genug Auswahl. Berechnen ist glaube ich sehr schwierig, bzw, die Resultate theoretisch.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Blechei » So 1. Okt 2017, 19:58

Durch Schlangenlinien;-)
Aber ich würde wenn irgendwie möglich einen Lader mit verbauen. Hinter dem Ding kommt so gut wie nix mehr raus (also Krach)
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Osttiroler » So 1. Okt 2017, 20:05

Die Frage ist, ob sich ein 30-35 jahre alter MWM Diesel über einen Turbolader freut...
Einerseits wird dadurch die große Seehöhe ausgeglichen, weil die Maschine auf 1200m stehen wird andererseits ist die Frage, was der Motor zu Ladedruck meint, wenn er eigentlich nicht dafür ausgelegt ist. Kann da eventuell jemand was dazu sagen?
Welche Turboladergröße muss ich dann verbauen, dass der auch in etwa zum Motor passt.

Danke
lg Lukas
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon erwin » So 1. Okt 2017, 20:08

Wenn es ein Blockheizkraftwerk ist sollte ein Wärmetaucher im Abgasrohr ein Bauen danach ein schalldämpfender ab da reicht Kunststoffrohr alls Auspuff
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon IPv6 » So 1. Okt 2017, 20:12

Wie das funtkioniert hat mich jetzt auch interessiert.

Die Auspuffgeräusche eines Motors dürfen nicht als Sinus angenommen werden. Auch wenn die Geräusche im 50 Hz Takt erzeugt werden sind sie deutlich breitbandiger und hochfrequenter. Das strömende Gas dürfte noch so einiges an höheren Frequenzen erzeugen, ich denke da an Pfeifen und Rauschen. Wenn man einen Motor langsam durchdreht sind solche Geräusche am Auslass hörbar. Ein Mopedmotor (Einzylinder Zweitakt) ohne Schalldämpfer liefert bei 1500 Umdrehungen jedenfalls kein angenehmes 25 Hz Brummen sondern etwas deutlich Unangenehmeres.

Die Tieffrequenten Anteile dürften zumindest das kleinste Problem sein da es unter 100 Hz schon vergeichsweise einiges an Energie benötigt, um hörbaren Schall zu erzeugen. Klirr von ein paar hundert Herz bis ein paar kHz ist jedoch schon bei kleinster Leistung sehr unangenehm. Und das tieffrequente Brummen ist ja eigentlich das, was nach dem Schalldämpfer übrig bleibt, wenn man mal an einem Auspuff horcht.

Dein Dieselmotor ist ja gar nicht so weit weg von PKW Motoren, daher könnte ein Auspuff aus dem PKW Bereich ganz gut funktionieren.
Es gibt auch einige sehr gut schallgedämmte Stromerzeuger, die wirklich nur noch leise vor sich hin brummen. Da spielt aber auch der Schall vom Motorblock eine entscheidende Rolle, die ganzen leisen großen Stromerzeuger sind Wassergekühlt und haben einen sehr gut gekapselten Motorblock. Sobald Luft zum Kühlen an den Motorblock muss wird es deutlich lauter.
Vielleicht machen sich dort die Hersteller auch die sehr konstante Drehzahl des Motors zu nutze, vielleicht ist in dem Bereich ja was Passendes für dich zu finden.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Osttiroler » So 1. Okt 2017, 20:14

Der Lärm vom Motor selbst wird vermutlich durch eine Einhausung mit innen Lochblech und außen Glattblech und dazwischen Mineralwolle als Schallabsorber verringert werden.

Der Motor ist wassergekühlt und hat außerdem einen wassergekühlten Krümmer wie bei Marinemotoren. Abgaswärmetauscher ist keiner dran.
Soll eigentlich ein Notstromer sein, aber was am fast geschenkten Jockel dran hängt bleibt auch dran und viel dazukaufen will ich eigentlich auch nicht.
In der Gegend kann im Winter bei starkem Schneefall durchaus mal zwei drei Tage der Strom aus sein. Wenn der Diesel dann mich und evtl die zwei Nachbarn mit Strom versorgt, muss ich eh schauen, wie ich die Wärme loswerde. Da ist mir dann lieber, wenn die Abgaswärme mit dem Abgas wegkommt.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Gobi » So 1. Okt 2017, 22:24

Echt? Da wäre mein erster Gedanke wirklich, damit auch gleich Warmwasser zu erzeugen. Ausser er soll wirklich nur im absoluten Notfall laufen, dann lohnt es eher nicht.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Gary » Mo 2. Okt 2017, 00:37

Ich hatte mal Mailverkehr mit einem Musiker der ein BHKW im Keller hat. Der hat ein T-Stück mit angebaut, daran ein verschlossenes Rohr mit der richtigen Länge. War wohl Lambda halbe, bei meinem Einzylinder wäre es zu lang geworden...
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Bastelbruder » Mo 2. Okt 2017, 01:08

Wenn ich das T-Stück gekoppelte Resonanzrohr mit einem Saugkreis in der HF-Technik vergleiche, dann darf der Resonator mit kurzgeschlossenem / verschlossenem Ende Lambda/4 lang sein. Und wenn man ihn niederohmiger und mit geringerer Güte = dickeres Rohr aufbaut, kann man auch etwas fester koppeln.
Aber T-Stück "so einfach dran" ist schon etwas leichtfertig ausgedrückt.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Gary » Mo 2. Okt 2017, 02:21

Ist ein τ (Tau) besser geeignet ?
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon ferdimh » Mo 2. Okt 2017, 13:41

Ich habe auf einem Stationärmotortreffen eine ganz primitive Lösung gesehen, die ich am THW-Aggregat mit Deutzmotor wiedergefunden habe:
1. ein GROSSER Topf.Wirklich groß. So Vollanschlag. Hubraum x10 oder mehr. Der Topf ebnet die Druckstöße ein, solange danach eine Engstelle kommt, die ein bisschen Gegendruck produziert (z.B. ein Rohr aus dem Gebäude raus)
2. ein Satz Mittel und Endschalldämpfer aus einem Kleinwagen deiner Wahl für den Rest. Das wird ein Reflexions- und ein Absorptionsdämpfer sein.

Ich nehme an, dass das Ding ein Viertaktdiesel sein wird. Son Motor schafft bei 1500 U/min und LAST ähnlich viel Abgas raus wie der durchschnittliche PKW-Kleinmotor beim Stresstest. Bezüglich Gegendruck ist son Diesel auch eher wenig zickig.
Ich sehe hier kein Problem, überzudimensionieren und eher zu viele Dämpfer da reinzuschlossern, da das Gegendruckbudget groß ist.
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon video6 » Mo 2. Okt 2017, 14:15

Hab sowas noch rumzuliegen.
Unbenutzt aber schon älter.
War von nem Renault Diesel der wegen Lochfraß aus dem Rennen ging.
Das Auto war aber nicht von mir
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Aw: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon PowerAM » Mo 2. Okt 2017, 14:41

Ich hätte noch einen Vorschalldämpfer von einem kleinvolumigen Renault-Benziner übrig. Ginge für die Versandkosten raus. Wenn sowieso geschweißt werden muss, dann würde ich die Anschlussrohre auf je ca. 10 cm (oder auf Wunsch auch noch mehr) kürzen und das ginge dann noch problemlos für kleines Geld mit dem Götterboten weg. Interesse = pN!

Es ist ein Absorber mit jedoch nicht üppig viel Dämpfungswirkung. Zudem filtert er nur die hohen Frequenzen wirklich effektiv, die Tiefen nur ein wenig.
Der diente uns mal als einziger Schalldämpfer an einem Kart mit Saugdiesel. War nicht zu laut und klang nett, wirklich... :lol:
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Matt » Mo 2. Okt 2017, 17:20

und da kann ich wirklich lassen mit Ofenrohr aus Skyline, ich hatte den geschenkt bekommen. Ist wegen rostige Palkette nicht EINtragbar.. und der filtert nur hohe Ton weg, das beim Endschalldämpfer, aber wenn man den als Mittelschalldämpfer nutzen, dann ist möglichweise effektiv..
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Osttiroler » Mo 2. Okt 2017, 19:02

Danke für all die Infos und Angebote.

Ich muss erstmal das Haus bauen, in den dann vor dem Betonieren der Kellerdecke das Aggregat einziehen wird. Angeschlossen und verbaut wird es aber erst, wenn ich eingezogen bin.
Wenn ich dann damit anfange, komme ich gerne drauf zurück. War nur gerade beim Planen der Haustechnik, daher habe ich mal angefragt, was fenktioniert, um festzustellen wieviel Platz ich dafür einplanen muss.

lg Lukas
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Joschie » Mo 2. Okt 2017, 21:17

Hallo Lukas,

der große Güldner in der dritten Auflage empfiehlt einen Schallschlucktopf von 15-20 fachem Hubvolumen des Motors.
Gewöhnlicherweise sollten aber 6-8mal reichen wenn zwei bis drei Töpfe in Reihe geschaltet werden.
Je schneller der Motor dreht um so größer ist lt. Güldner der Topf zu dimensionieren
Die Leitungen sind mit maximalem Abstand zu einnander zu positionieren, ebenfalls sind Prallbleche (mit Lochungen) empfohlen.

An was ich da sofort denken würde wäre ein klassischer Warmwasserboiler ausm Schrott und diesen zu Verwenden. Das das funktioniert seh ich bei nem Spezl der seinen Herforder 2H280 fast Lautlos bekommen hat, einzig die Vibration merkt man noch leicht.

Ach ja, es wird auch die Dämpfung des Ansauggeräusches empfohlen.

Und ja, Güldner spricht von "schnelllaufenden Motoren" wenn diese über 400/500 UpM kommen.

Wenn du die Seiten möchtest dann scanne ich dir die mal ein.

Nebenbei erwähnt, denk auch an die Vibrationsdämpfung des Aggregates.

Wegen des Turbos, hat der Motor eine Kolbenbodenkühlung?
Ohne würde ich etwas vorsichtig sein. Evtl. wäre ein Rootsgebläse sinnvoller und mit sehr geringem Ladedruck fahren.
Ach ja, du musst dann auch die Einspritzmegen anpassen.
Das erinnert mich an die Aktion damals mit dem Maishäcksler, Spezl seines Zeichens Lohnunternehmer ist der Turbo aufm Acker verendet.
Also ins Auto und beim nächsten Stützpunkthändler versucht einen zu bekommen. War aber keiner lieferbar, also ins Lager vom örtlichen LKW Schlosser gegangen, Zitat: "der Turbo sieht gut aus, a bissl groß aber den nehm ich, den bekomm mer schon drauf". So, dann kam er mit einem Turbo der so um Faktor zwei größer war daher. Schnell wurde ein improvisierter Krümmer aus Schrott zusammengedengelt, der Turbo auf den Motor geschnallt und angerissen. Im Leerlauf lief der Motor schön, sobald man Gas gab und der Turbo anfing zu drücken war der Motor aus. OK Fördermengenbegrenzung an der ESP, wer braucht schon so einen schmarn? Raus damit und siehe da der Motor läuft.
Ende vom Lied war der Motor lief wie verückt, im vergleich zu den anderen lief der Häcksler um gute 2km/h schneller und wurde nach der Saison weit weit weg verkauft.

Grüße
Josef
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon Osttiroler » Mo 2. Okt 2017, 21:46

Danke für die Infos Joschie

Kolbenbodenkühlung hat der Motor ziemlich sicher nicht.. Ist ein alter MWM Vierzylinder. Genaue Daten habe ich erst, wenn das Aggregat im Keller steht.
"Vorher brauchst das nicht zu wissen, meld dich bevor du die Decke einschalst. Dann stelle ich es dir mit dem Kran in den Keller" Hat der noch-Besitzer gemeint.
Die Einspritzmenge würde ich so lassen, wie sie eingestellt ist. Mehr Leistung als der Motor mit Werkseinstellung liefern kann, brauche ich nicht, weil der Generator auch nicht mehr kann (zumindest laut Typenschild nicht).

Der Turbo hätte eigentlich nur die Aufgabe, Lärm zu fressen. Wenn er dabei soviel Ladedruck bringt, dass der Motor die Seehöhe von 1175m auf knapp über Meeresspiegel reduziert bekommt, ist das schon mehr als ausreichend.
Angenehmer Nebeneffekt wären dann vermutlich geringere Rauchemissionen, was bei Stunden - oder bei Schneechaos wie 2013/14 tage- langem Notstrombetrieb positiv wäre.
Kann ich annehmen, dass ein Motor bei 1500 u/min abgasmäßig in etwa gleich viel hinausbläst, wie ein Motor mit halbem Hubraum bei 3000 u/min oder bin ich dann weit daneben?
Wenn ja, hätte ich an einen LAder von einem 1,9er oder 2 Liter Motor gedacht, weil die leicht und billig zu bekommen sind.

Grüße aus den Bergen
Lukas
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon OnOff » Mo 2. Okt 2017, 22:42

Ich hab ja letztes Jahr eins zu Hause eingebaut.
60Kva, 4 Zylinder Deutz Turbo.
In einem separat erstelltem Raum in einer Garage.
Bezogen über die Firma MagnaGen, (Bekannter von Gary) kann ich nur weiter empfehelen !
In den nächsten Wochen kommt die 2. Maschine für unser Büro an einem anderen Standort...

Zum Turbo.
Den könnte man ja als Turbo Normalizer anbauen.
Sprich, er gleicht nur die Höhe aus, und beatmet den Motor so wie auf Meeresspiegel mit 1013 hPa.
Aber bedenke auch, das der Turbo eine Druckölleitung zur Schmierung benötigt.
Nur um den Schall zu dämpfen,wäre mir das zu aufwendig...

Wenn Du den in den Keller „Einbetonierst“, denke daran, das der Bock zumindest in einzelnen Komponenten wieder zu Tage befördert werden kann.
Treppe,...
Nicht das Murphy vorbeikommt, den Motorblock zerschlägt, und Du keine Chance hast was auszutauschen...

Gibt es eventuell die Möglichkeit einen separaten Zug in einem Kamin vor zu sehen ?
Dann geht darin schonmal eine menge Schall verloren.
Wo bleibst Du mit der Abwärme ?
Wie machst Du die Umschaltung Netz/Notstrom ? Schütze,Per Hand ?

Gruß Sebastian
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Re: Auspuffschalldämpfer Arten und Einsatz

Beitragvon itchy » Di 3. Okt 2017, 04:01

Moin Lukas,

> Die Frage ist, ob sich ein 30-35 jahre alter MWM Diesel über einen Turbolader freut...

ein Bekannter betrieb ein selbstgebautes BHKW mit einem 1.5L PKW Diesel (VW). Die allererste Version dieses Motors hatte keine Kolbenbodenkühlung und wurde ab Werk nie mit Turbo ausgeliefert. Die kleinen 1.9er Lader vom 1Z/AHU passen jedoch plug&play, es wurde nachgerüstet ohne jedoch Einspritzmenge zu erhöhen. Der Motor lief bei max 15kw im Teillastbereich mit etwa einem halben Bar Überdruck. Neben der Lärmreduzierung brachte der zwangsweise Gaswechsel eine Verbrauchsreduzierung von ca. 10%.

Am 1Z/AHU TDI schreibt VW erinnerlich eine max Intake-Temp von 63 Grad vor. Im Teillastbereich mit sanfter Aufladung erreicht man die selbst ohne Ladeluftkühlung kaum. Für MWN kenne ich keine Daten - aus dem Bauch heraus ist es einen Versuch wert, insbesondere um die Höhe zu kompensieren - vorausgesetzt es gibt eine ausreichend große Tür um den Block zu entsorgen, falls sich doch ein Pleuel den Weg ins Freie sucht und findet...

Spannendes Projekt, würde mich freuen weiter davon zu hören :)

VG,
Holger
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