Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Der chaotische Hauptfaden

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Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon radixdelta » Di 3. Okt 2017, 13:13

Moin,

in einer meiner etwas kostspieligeren Taschenlampen ist mir vor längerer Zeit 'ne Batterie ausgelaufen (die guten, das waren keine billigen :cry: ).
Da kommt man nun äußerst bescheiden hin, ist eine UK4AA mit Heckschalter.

Was ich gemacht habe war das Ganze mit Alkohol-Seifenlösung so gut es ging zu reinigen, war auch schön sauber und so. Dann habe ich das Ganze so gut es ging getrocknet, dazu habe ich Alkohol benutzt. Das ist jetzt einige Monate her, jetzt habe ich wieder leichte Korrosion an den Metallteilen. Evtl. war die Trocknung nicht so erfolgreich, oder doch noch Elektrolytreste irgendwo.

Ich wollte jetzt mit Spiritus spülen und dann im Warmluftkanal vom Kaminofen schön trocknen. Klingt das nach einem Plan?

Was kann man als Korrosionsschutz einbringen? Irgendwo habe ich Kontaktspray, das sollte aber wieder ausgewaschen werden habe ich gehört? Womit? Dann gibt es ja noch zig andere Chemie, Ballistol, Polfett, wd40, Erkältungsbalsam... !?

Und die nächste Frage gleich hinterher: Wie verhindere ich das Auslaufen? Selbst gute Alkaline (industrial, professional, Auslaufsicher, teuer) taugen offenbar nicht. Ich nutze die Taschenlampe 2x im Jahr im Schnitt, aber dann sollte sie auch funktionieren. Eine andere nutze ich etwas Häufiger, auch da würde ich dann umsteigen.
Was ist die bessere Lösung, Eneloops oder Lithium-Primärzellen?
Das Tiefentladen der Eneloops kann ich nicht sicher vermeiden, und nachladen würde ich die auch eher nicht bevor die Lampe ausfällt, da kenne ich mich gut genug ;) Sie sind halt günstiger ab dem ersten Ladevorgang.
Die Lithium sind nicht gerade billig, aber sollten ja lange durchhalten. Hat da schon jemand Erfahrung mit? Wenn ich da jetzt einen doppelten Satz kaufe und nach 5 Jahren kann ich die noch bedenkenlos einsetzen wäre das wohl die beste Wahl.
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon bulle » Di 3. Okt 2017, 13:25

Meine Leuchte hatte auch ausgelaufen Batterien. Ich habe das Aluminium nach dem Säubern mit Vaseline eingeschmiert, das hält gut seit Jahren.
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon Toddybaer » Di 3. Okt 2017, 13:30

Ich würde entweder zu Lackieren, also da wo nicht unbedingt leitfähig sein muss
und ansonsten irgendwas richtung Öl oder Fett.
irgendwas zwischen Nähmaschinenöl und Staucherfett :P
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon Robby_DG0ROB » Di 3. Okt 2017, 13:30

Gerade für Anwendungen, die in kalter Bereitschaft sind, sind verläßliche Primärzellen unverzeichtbar. Es gibt mittlerweile Li-Zellen, die mit 20 Jahre Lagerfähigkeit werben. Diese werden auch in zahlreichen kommerziellen Anwendungen eingesetzt, wo extreme Anforderungen (z.B. tiefe Temperaturen) vorherrschen.

Für Geräte und Anwendungen, wo ständig die Zellen erneuert werden, weil die Geräte ständig in Gebrauch sind und die Batterien damit regelmäßig überwacht werden, genügen preiswerte Zellen, die man in großer Menge auch von der billigen Sorte kaufen kann.

Ich decke meine Bedarfe an AA-Zellen ausschließlich aus Funden halbguter Zellen, die eine industrietaugliche Qualität aufweisen und ich auch noch keine ausgelaufen Zellen erlebt habe.
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon ferdimh » Di 3. Okt 2017, 13:58

Es gibt mittlerweile Li-Zellen, die mit 20 Jahre Lagerfähigkeit werben. Diese werden auch in zahlreichen kommerziellen Anwendungen eingesetzt, wo extreme Anforderungen (z.B. tiefe Temperaturen) vorherrschen.

Werben diese Zellen auch mit einem taschenlampentauglichen Innenwiderstand?

Zur Reinigung:
Das Problem sind Salze. Die müssen raus. Dafür braucht es Wasser. warmes Wasser. VIEL WARMES WASSER. Und Zeit. Sonst geht der Kram nicht in Lösung. Danach muss das Wasser ablaufen und nicht verdunsten. Wenn das Ding erstmal sauber ist, kann man mit ein bisschen fast beliebigem Fett beigehen oder eben auch nicht.
Im THW haben wir noch keine Lampensorte gefunden, die bei Nullwartung länger als ein Jahr verlässlich arbeitet. Akkus und Batterien sind gefühlt immer scheiße. Li-Ion-basierte Taschenlampen könnten besser sein, aber ich habe aber mittlerweile auch schon 18650-Zellen auslaufen sehen.
Der einzige mir bekannte Weg zu verlässlichen Taschenlampen sind (idalerweise NiCd oder Li)-Akkus und regelmäßige Nutzung (und damit verbunden auch regelmäßige Pflege).
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon Kuehnetec » Di 3. Okt 2017, 14:10

Die AA/FR6 Lithiumbatterien gibt es im 10er Bulk-Pack schon recht bezahlbar:
https://www.gws-powercell.de/Batterien/ ... 17047.html
Da ist auch ein Datenblatt verfügbar.

Ich habe auch welche seit Jahren im Einsatz in der Taschenlampe und als Beipack für die alte Notfall Digitalcamera im Auto.
Bisher ohne Ausfall oder auslaufen.

Mfg Andreas
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon radixdelta » Di 3. Okt 2017, 15:29

ferdimh hat geschrieben:Werben diese Zellen auch mit einem taschenlampentauglichen Innenwiderstand?


Sogar hauptsächlich, die werden für Digitalkameras und andere Hochstromanwendungen beworben. Das die in Fernbedienungen wahrscheinlich 2-3 Fernseher überleben sagen die hingegen nicht.

Altern die Zellen schneller wenn schon einmal Strom entnommen wurde?
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon Julez » Di 3. Okt 2017, 15:59

Ich betreibe meine Taschenlampen ausschließlich mit Eneloops und gebrauchten 18650er LiIon Zellen aus Laptops. Noch niemals ist mir davon irgendwas ausgelaufen oder nicht spontan funktionsfähig gewesen. Aus gegebenem Anlass habe ich eben ein paar Lampen durchprobiert, an denen ich definitiv so 2-3 Jahre nicht mehr dran war, und sie haben mit den drin gelagerten Zellen sofort problemlos funktioniert.

Diese ganzen Prepper-Spezialisten stehen auf Lithium CR123A-Zellen, die sind wohl sehr lange lagerfähig. Allerdings sollten sie nur einzeln benutzt werden, in Serie explodiert die schwächer Zelle sonst durchaus.

Von sonstigen Primärzellen halte ich nix. Gegen Korrosion hilft Mike Sanders, bzw. technische Vaseline mit 10% Bienenwachs. Normale Vaseline sollte aber auch tun. Für's Gewinde nehme ich MoS2 Fett.
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon Robby_DG0ROB » Di 3. Okt 2017, 16:24

Es kommt eben immer darauf an, wie die Zellen belastet werden (Höhe des Entladestromes; pulsförmige Ströme; Konstantleistungsverbraucher - Strom steigt mit der Entladung usw.) und welche Anforderungen an die Lagerfähigkeit/Langzeitverfügbarkeit gestellt werden, sowie die Umweltbedingungen während des Betriebes. Die Zelle mit der höchsten Kapazität nützt wenig, wenn sie keine Pulsströme liefern kann oder bei Kälte schwächelt. Die hochstromfeste Zelle kann eine höhere Selbstentladung aufweisen, als man erwartet usw.

Ich habe eine größeren Posten nachfolgender CR123A-Zellen, die meinen Ansprüchen in sämtlichen Anwendungen gerecht werden:

Bild
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon RMK » Di 3. Okt 2017, 17:07

ich hab für wenig bis nie benutzte Taschenlampe(n) auch Lithiumbatterien (gibts im 4er-Pack bei Rossman, u.U. auch in einem
"teureren" Baumarkt oder auch im Mediamarkt, sonst online), die hat ein Bekannter auch mal testweise auf einer Reise im GPS gehabt - da hielten
die 2 Wochen täglichen Gebrauch durch (normale Batterien 8-10 h).

Ansonsten halt wirklich Eneloops, die haben eine sehr geringe Selbstentladung, und wenn Du die 1x alle zwei Jahre auflädst, kein Problem...
Ausgelaufene hatte ich auch noch nie, nur eine defekte (von insgesamt etwa 35 Stück) - aber die war auch von 2004...
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon Bastelbruder » Di 3. Okt 2017, 18:37

Nachdem ich mal eine Monozelle aus den Tiefen des MAG-Pürgels gebohrt habe, kommt bei mir außer Vaseline in alle Taschenlampen ein Bogen Schreibpapier um die Zellen. Eine Lage geht immer, teilweise passen da auch Zwei. Damit wird zumindest die Klapperei mit Abnutzung der Pole verhindert, seine Saugfähigkeit durfte das Papier noch nicht beweisen.
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon berlinerbaer » Di 3. Okt 2017, 19:01

Bei mir sind auch China-Direktimport-Taschenlampen aus der unter-fünf-Euro-Klasse im Betrieb, die mit 18650ern aus laptops krass viel Licht machen.
Einmal auseinanderbauen, verdächtige Lötstellen nachziehen, fertig ist die verläßliche Lampe.

In all den Jahren noch nie Auslauf- oder voller-Akku-nach-längerer-Lagerung-leer-Probleme gehabt.
Und wenn da mal was schief ginge, täte es auch nicht weh, die in den Alu-Schrott zu hauen, statt verranztes Zeug mit Trick 17 unzulänglich wieder zurechtzubasteln.

Ich lass die Akkus nach dem testen einen Monat stehen, die, die Selbstentladungsprobleme haben, kommen ins recycling, fertig.

Wie wasserdichte Lampen nicht Ex-geschützt sein sollen, nur weil sie keine Zertifizierung haben, ist mir unklar.
Kann man mit Alu Funken schlagen, wenn man sich extrem ungeschickt anstellt?
Aber wer für sowas mindestens um den Faktor zehn teurer einkauft, tut mir auch nicht leid...
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon radixdelta » Di 3. Okt 2017, 20:16

Weder Ex-Schutz noch Probleme mit Chinalampen sind ein Problem. Mir sind andere Kriterien viel wichtiger.
1. 18650er fallen raus weil ich die im Feld nicht organisiert bekomme. AA werden irgendwie organisiert weil da 90% der vorhandenen Lampen mit laufen. Da liegt Ersatz für den Notfall auf dem Auto und die meisten haben Ersatz in der Tasche, die gibt es an jeder Tanke, oft 24/7, die hat fast jeder Zuhause liegen... Wir haben auch andere Verbraucher wo immer es ging mit AA-Zellen bestückt oder umgerüstet.
2. Dieser Taschenlampentyp ist quasi Standard. Dafür gibt es Helmhalter und andere Halter überall, man kann die schnell untereinander weitergeben wenn es sein muss. Und sie funktionieren wirklich gut und zuverlässig, sie sind bewährt.

Insofern ist das schon ok so, auch wenn die Preise gepfeffert sind.

Ich werde dann wohl mal ein warmes Bad einlassen, dann mit demineralisiertem nachspülen, dann Spiritus und dann könnte es ein hauch Polfett werden glaube ich.
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon Fritzler » Di 3. Okt 2017, 22:22

berlinerbaer hat geschrieben:Wie wasserdichte Lampen nicht Ex-geschützt sein sollen, nur weil sie keine Zertifizierung haben, ist mir unklar.

Ex Schutz ist noch viel mehr.
zB darf das Teil auch dann keine explosive Atmosphäre anzünden wenn in der Lampe der Akku durchgeht (zB nen Lithiumakku).
Dazu reichts schon aus wenn das Taschenlampengehäuse heiß wird.

Ansonsten müsste man noch unterscheiden welche Zone, Gruppen und Temperaturklassen.
Das ist nicht so einfach!
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon MatthiasK » Mi 4. Okt 2017, 22:25

berlinerbaer hat geschrieben:Kann man mit Alu Funken schlagen, wenn man sich extrem ungeschickt anstellt?


Klar geht das. Einfach mit genug Schmackes auf Rost hauen => Thermit.
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon Profipruckel » Mi 4. Okt 2017, 22:52

ferdimh hat geschrieben:Zur Reinigung:
Das Problem sind Salze. Die müssen raus. Dafür braucht es Wasser. warmes Wasser. VIEL WARMES WASSER. Und Zeit.
Bei ausgesabberten Alkalizellen sind die basisch. Hier gibt es sehr gute Erfahrungen mit Essig, dem billigsten 5% Haushaltsessig von Penny, Netto oder sonstwo!

Eine im Alurohr festgegammelte AA habe ich mehrere Tage mit wenig Essig beträufelt, dann kam die fast von alleine raus.
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Re: Ausgelaufene Batterien -> Reinigung

Beitragvon berlinerbaer » Do 5. Okt 2017, 01:42

MatthiasK hat geschrieben:
berlinerbaer hat geschrieben:Kann man mit Alu Funken schlagen, wenn man sich extrem ungeschickt anstellt?

Klar geht das. Einfach mit genug Schmackes auf Rost hauen => Thermit.

Wieder was gelernt.
Ich dachte immer, ohne Magnesiumband, offenes Feuer und so ist Thermit die Ruhe selbst.
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