Erfahrungen mit Hygienespeichern, "Wirkungsgrad"

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Erfahrungen mit Hygienespeichern, "Wirkungsgrad"

Beitragvon Propeller » Mi 4. Okt 2017, 11:13

Moin,
anstelle eines "herkömmlichen" Boilers, in dem der gesamte Warmwasservorrat erwärmt gibt es ja auch "Hygienespeicher", die im Prinzip ein Pufferspeicher sind, wo das Brauchwasser erst beim Öffnen des Wasserhahnes durch eine interne Rohrschlange fließt und sich im Durchlaufverfahren erwärmt.
Meine Frage ist:
Hat hier jemand Erfahrungen damit, wie gut dieses Prinzip bei Abnahme größerer Wassermengen funktioniert? Wie nahe kommt die Brauchwassertemperatur an die obere Temperatur des Puffers, wenn ich einen Badewannenhahn voll aufdrehe? Wie weit kann ich die Wärme des Puffers ausnutzen, bis der Vorlauf zu kalt wird?
Konkret geht es darum, eine 400l- Badewanne zu füllen. Schafft ein 500l- Hygienespeicher mit 60°C zuverlässig die Wanne mit 40° warmem Wasser zu füllen? Bei einem klassischen Boiler wüßte ich's, aber mit Hygienespeichern fehlt mir jegliche Erfahrung.
Danke schonmal
Peter
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Re: Erfahrungen mit Hygienespeichern, "Wirkungsgrad"

Beitragvon jodurino » Mi 4. Okt 2017, 11:59

Hallo Propeller
also ich habe nur Erfahrungen mit dem alten Rotex Sanicube Baujahr 1996
und der schaffte es locker eine 2 Personenwanne auf Temperatur zu bringen, auch wenn beide vorher geduscht haben.
Aber diese Wanne war aus Acryl und hatte eine eher warme Haptik.

Deine geplante Wanne aus Porenbeton mit gefliester Oberfläche wird mit ihrer Masse erst mal abkühlend wirken.
Ich weiß nicht ob Du es eh schon geplant hast, aber ich würde Ihr einen eigenen Heizkreis und einige Meter 16x2 Verbundrohr spendieren.
Gut vortemperiert brauchst Du dann sicher weniger heißes Wasser und kannst länger baden.

cu
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Re: Erfahrungen mit Hygienespeichern, "Wirkungsgrad"

Beitragvon Sir_Death » Mi 4. Okt 2017, 12:39

Wenn ich nicht ganz falsch liege, müsste man das - zumindest Näherungsweise - mit der Richmannschen Mischung rechnen können.
https://de.wikipedia.org/wiki/Richmannsche_Mischungsregel

Etwas vereinfacht erklärt: https://www.mathelounge.de/13025/300-liter-wasser-sollen-durch-mischen-auf-grad-erwarmt-werden

Angenommen, du hast im Winter ca. 4°C Kaltwassertemperatur, dan solltest du rein theoretisch aus 500L / 60°C maximal 900 Liter auf 40°mischen können.
Ganz wird das zwar nicht stimmen, da ja nicht gemischt wird, sondern man müsste den Wärmeübergangswiderstand mit berücksichtigen. Dafür hast du aber auch das Material des Speichers (Stahl) auf 60° und somit mehr Energiemenge verfügbar.

Wie jedoch von jodurino schon angemerkt steht dem leider deine Konstruktion entgegen. Damit das Wasser da drinnen 40°C haben kann, und nicht sofort kalt wird, müssen die Fliesen und der Porenbeton (auch wenn der zum Glück schon mal ein schlechterer Wärmeleiter ist) auch auf zumindest ähnlicher Temperatur sein. - Und das kostet wieder massivst Energie.

Ich denke also auch nicht, dass du ohne Heizung des Porenbetons jemals eine warme Wanne nehmen wirst, egal ob jetzt mit oder ohne Hygienespeicher.
Bis du die Wanne voll hast, ist das Wasser schon wieder am kalt werden.
Sir_Death
 
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Re: Erfahrungen mit Hygienespeichern, "Wirkungsgrad"

Beitragvon Propeller » Mi 4. Okt 2017, 13:07

Danke! Wieviel Badewasser ich aus vorhandenen 500l Warmwasser mischen kann ist mir klar. Meine Frage zielte eher darauf ab, ob ich aus einem Hygienespeicher auch soviel Warmwasser entnehmen kann, da ja zum Einen im Puffer Konvektionsbewegungen stattfinden und ich auch beim Durchströmen zwangsläufig nicht Brauchwassertemperatur = Puffertemperatur erreiche. Wenn der Puffer runter auf 45°C ist und ich nur noch 35°C rauskriege wird das nichts. Die Frage ist: Wie groß ist der Effekt?

Hm, wenn Ihr meint, der Ytong nimmt zuviel Wärme auf, dann lasse ich mir da noch was zu einfallen. Diese Kapillarmatten für Wandheizungen sind ja nicht allzu teuer. Vielleicht sollte ich eine davon reinschmeißen. Durch die Fußbodenheizung ist ohnehin eine passende Vorlauftemperatur da. Als Nebeneffekt ist die Wanne in Rekordzeit trocken. :)
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Re: Erfahrungen mit Hygienespeichern, "Wirkungsgrad"

Beitragvon Gary » Mi 4. Okt 2017, 14:19

Natürlich schluckt die Wanne etwas Wärme, aber bei dem Volumen bessert sich das Verhältnis Oberfläche zu Inhalt. Eine alte Gußwanne mit nur 150l ist da wohl eher schlechter.

Bis 500l in die Wanne plätschern vergeht auch etwas Zeit, in der Zeit wird doch bereits nach geheizt ?

Gibt es zu den Frischwasserstationen kein Datenblatt ? Ich würde mal die bisherige Formel nutzen und 5° mehr einplanen, also statt 40° in der Wanne mit 45° rechnen.
Gary
 
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