Edelstahlblech bürsten

Der chaotische Hauptfaden

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Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Finger » Fr 13. Okt 2017, 08:40

Moin Jungs,

habt ihr das schonmal erfolgreich gemacht? Meine Handschleifversuche waren nicht wirklich von Erfolg gekrönt (sah alles sehr stümperhaft aus). Ich vermute, dazu sind mehrere Arbeitsschritte notwendig, oder? *inRichtungGobischiel*

Ciao,

Chris.
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Toddybaer » Fr 13. Okt 2017, 08:50

wichtig die Richtung beizubehalten.

Nicht kreisförmig schleifen.
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Phyro » Fr 13. Okt 2017, 10:08

Ich hab beim dekorativen schleifen von Alu immer mit einer Anschlag-Schiene (=Dachlatte) gearbeitet.

Gibt auch extra breite Polierwalzen. Die Geräte dafür sind sündhaft teuer, die Walzen kann man aber auch auf einer drehzahlgeregelte Flex einsetzen
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Finger » Fr 13. Okt 2017, 10:19

Ich hatte mir Anfang der Woche 400er Bänder für den Bandschleifer bestellt. Als sie kamen musste ich feststellen, das ich instinktiv die falsche Größe bestellt hatte. Passt auf beide Geräte nicht drauf *fluch*...
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon rene_s39 » Fr 13. Okt 2017, 10:24

Normales Schleifvlies und etwas Geduld und schon hat man zumindest eine leicht gebürstete Oberfläche.
Nicht so schön definiert wie bei Küchengeräten und Lampen, aber dennoch ziemlich homogen und optisch ansprechend.
Anschließend evtl. noch Klarlack und gut ist.

Gruß,
Rene
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Lötfahne » Fr 13. Okt 2017, 10:42

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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Finger » Fr 13. Okt 2017, 11:46

Klarlack.... Daran hatte ich noch garnicht gedacht...
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon sysconsol » Fr 13. Okt 2017, 11:56

Was ändert der Klarlack an der "Bürststruktur"?

Der verhindert doch nur die unschönen Fingerabdrücke.
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Azze » Fr 13. Okt 2017, 12:04

Dünn Petroleum hat den selben Effekt
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Maschine » Fr 13. Okt 2017, 14:04

Moinsen Finger,

du willst linear satinieren, oder so ein Kreismuster wie in Schlachtereien?

Satinieren tu ich mit sowas: http://kemper-kontakt.de/index.php?id=62
Das passt auf die Flex, am besten mit Drehzahlregelung, sonst gibts Einbrand.
Vorsicht an Kanten, das fetzt dann!
Damit bekommst Du auch die ganz breiten Walzen drauf: http://www.ebay.de/itm/Spanndorn-Aufnahmedorn-Satinierwalze-M14-Satiniermaschine-Flex-Metabo-/172566982437
Ne Drehe hast Du ja, nur kein M14x1,5 Gewindebohrer? Zündkerzen haben das gleiche
Gewinde, vielleicht kennst ja jemand wo so was hat.

Schlachthausmuster geht damit: http://kemper-kontakt.de/index.php?id=70
Braucht aber eine Schablone oder eine ruhige Hand.

Was das wohl wieder gibt?

Maik
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Finger » Fr 13. Okt 2017, 14:11

Ich hatte eher an einen Satineffekt gedacht... ich hab mir gerade mal eine langsam drehende Walze gefriemelt (GFK-Rohr und Scheibenwischermotor) :mrgreen:
Mit so einem Ding Bild hatte ich experimentiert in einem Druckluftschleifer. Aber irgendwie gefiel mir das Ergebnis noch nicht... Aber ich hab mir mit der Führung keine Mühe gegeben ehrlich gesagt...
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Rial » Fr 13. Okt 2017, 14:31

Ich habe damals (TM) die matten V2A-Platten für mein
Hifi-Regal einfach mit einer Fächerscheibe bearbeitet.

Ging aber nur darum das Matte wegzubekommen
und etwas Muster zu haben...

Wie man dieses Muster,aus Fleisch- und Lebensmittelindustrie
hinbekommt,ist mir bis heute ein Rätsel :ugeek:
Das muß ja aber irgendwie maschinell gehen,bei den Blech-Größen !?
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Till » Fr 13. Okt 2017, 15:37

Also im kleinen Maßstab wird es teilweise wirklich von Hand gemacht.
Schon ein paar mal gesehen bei unseren Schlossern wenn sie mal Änderungen an solchen Anlagen durchgeführt haben.

EDIT:

Hier sieht man den Vorgang ab ca. 0:50
https://www.youtube.com/watch?v=XAdivCXwv_w
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Blechei » Fr 13. Okt 2017, 17:08

Kannst auch von Hand mit diesen Schleiffließtüchern (Negerkeks, Bärensackhaarperücke) arbeiten, geht mit etwas Übung ganz gut. Mit dem Handballen arbeiten und schieben.
Oder die Karl Menzen technik: Sandpapierscheiben mit moderater Drehzahl und schneller Bewegung, also aufsetzen und mit nachlassendem Druck wegziehen. Auf keinen Fall überhitzen, die Macken gehen nicht mehr raus.
Aber egal wie, das Material muß dann etwas ruhen, keinesfalls sofort mit Wasser in Kontakt bringen, die Passivschicht muß sich erst bilden. Und nicht draußen und im Regen schleifen.
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Rial » Fr 13. Okt 2017, 17:52

Hier sieht man den Vorgang ab ca. 0:50
https://www.youtube.com/watch?v=XAdivCXwv_w


Sehr geil ! Ein Rätsel wurde gelüftet !!! :)
Vielen Dank !
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Gobi » Fr 13. Okt 2017, 20:00

Seufz.... ein nerviges Thema. Gerade für Flächen braucht an wirklich eine Satiniermaschine und einige Übung. in dem Filmchen sieht man ja Kringel, die will man in der Regel nicht haben. Früher hat man die übrigens mit Korken und Schleifpaste gemacht.

Ein lineares Schliffbild bekommt man nur mit einer Satiniermaschine hin. Ich hab mir vor 3 Jahren auch eine zulegen müssen, sind recht teuer. Alternativ gibt es nur die Walzenachse zu kaufen, dann kann man eine normale Flex umbauen - Geschwindigkeitsregelung ist von Vorteil.
Richtig teuer werden dann die ganzen Schleifmittel, die man sich zulegen muss.
Man muss ein Gefühl dafür bekommen, z.B Nähte nicht zu sehr mit der Flex zu schleifen, dann kommt schon die Satiniermaschine mit z.B. 80er Papier, dann schrittweise immer feiner... und unterwegs keine Kratzer oder Vertiefungen fahren, das ist die eigentliche Kunst.

Mit Bandschleifern hatte ich früher eher wenig Erfolg, schon allein die Klebestelle des Papieres führte oft zu "Absätzen"

EIDT: sorry, hatte Maschine ja schon alles geschrieben.
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Rial » Fr 13. Okt 2017, 20:33

in dem Filmchen sieht man ja Kringel, die will man in der Regel nicht haben.

Das ist aber DAS typische Muster für die Lebensmittel-Industrie :ugeek:
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Bastelbruder » Fr 13. Okt 2017, 20:43

Diese Kringel schleifen nennt man dillen, die Oberfläche ist gedillt.
Das ist ein Fachbegriff in der Metallverarbeitung, der aber scheinbar nicht mehr in der Schule gelehrt wird.
Es könnte sein, daß dieser Kreisschliff von Kegeln (Bowling) abgeleitet wurde.
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Frickelfreddy » Sa 14. Okt 2017, 15:03

Kreisschliff:

Man nimmt ein Stück Rundholz (ca. 50mm lang und 30mm dick, dreht das am Ende so weit ab, daß es in eine Ständerbohrmaschine passt und sogt dann dafür, daß die untere Fläche des sich drehenden Rundholzes eben und winklig zur Drehachse ist.
Macht man durch Aufsetzen auf Schmirgelpapier.

Die Kreise auf dem Edelstahl macht man jetzt mit dieser Vorrichtung.
Als Schleifmittel nimmt man gewöhnliche Kreide mit einem Spritzer WD40.
_______________________________________________

Sollte sich das Muster nicht ganz gleichmäßig abzeichnen, kann man durch ein Stück druntergeklebtes Leder oder Kork eine bessere Druckverteilung erreichen.

_______________________________________________

Lineares Schleifen geht tatsächlich nur mit entsprechenden Maschinen, wenn es gleichmäßig werden soll.
Alternativ kann man möglichst große Schleifrollen an einer niedertourig laufenden Tischfräse nutzen, wobei der Tisch als Anschlag dient.
Will man aber breiter satinieren als die Rolle hoch ist, sieht man das immer, wenn man die Rolle (oder das Werkstück) nachsetzt.
Hier ist so eine Rolle:
http://www.ebay.de/itm/391641709865

________________________________________________

Hinterher (und eigentlich bei allen blanken Edelstahl-Oberflächen einschließlich eines DeLorean) nimmt man das Hier:
https://www.amazon.de/Ecolab-9029390-Ch ... B003N3T8CC



Ich habe mal in meiner Firma Behälter für Cryotechnik gebaut.
Da war das Tageswerk.
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Re: Edelstahlblech bürsten

Beitragvon Sunset » Sa 14. Okt 2017, 18:36

Ich habe mal Metallprofile gebürstet.
Dazu habe ich eine Bohrmaschine in einen Tischständer befestigt, eine Drahtscheibe eingespannt und langsam laufen lassen.
Passend vorne aus Holz als Anschlag einen Winkel gebaut, an dem habe ich die Profile entlang geführt.
Das gab immer nur einen dünnen Streifen, der da gebürstset wurde, aber mit Höhenverstellung der Bohrmaschine und mehrfachem durchschieben der Profile hat das ganz gut funktioniert.
Mir war es damals wichtig, die Farbe von den Profilen ab zu bekommen, das hat gut funktioniert und die Oberfläche sah super toll gebürstet aus.
Fotos habe ich damals leider nicht gemacht...
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