Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Der chaotische Hauptfaden

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Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon TDI » Do 19. Okt 2017, 20:25

Moin,

in einem wasserdurchflossenen Kühlkörper aus Aluminium kam es wahrscheinlich durch elektrochemische Korrosion zu einer Querschnittsminimierung durch Aufblühen des Materials und dadurch zu Überhitzung des Betriebsmittels. Unglücklicherweise sind in dem Kühlkreislauf auch Teile aus Kupfer, Messing / Bronze und Edelstahl verbaut. Da der betroffene Kühlkörper kaum zugänglich ist, stellt sich die Frage, ob sich der Kühlkreislauf temporär mit einer geeigneten Lösung füllen bzw spülen lässt, die die wahrscheinlichen Aufblühungen im Alukühlkörper auflösen kann.
Hat jemand eine Idee, was hierfür geeignet sein könnte, ohne die anderen Komponenten über Gebühr anzugreifen?
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon sysconsol » Fr 20. Okt 2017, 07:29

In der Forschung / Wissenschaft lackiere ich die Kühlkörper von innen mit Plastik70.
Da wird Leitungswasser genutzt.
Auch da sind die Materialien Aluminium, Messung und Kupfer verbaut.

Edit: Falscher Gedanke. Es geht um das Auflösen - nicht um den Schutz vor Korrosion.
Zuletzt geändert von sysconsol am Fr 20. Okt 2017, 13:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon Finger » Fr 20. Okt 2017, 12:36

Mit einem abrasiven Mittel durchspülen?
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon sysconsol » Fr 20. Okt 2017, 13:40

Den Kühlkörper in ein Ultraschallbad verfrachten.
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon TDI » Fr 20. Okt 2017, 15:29

Ausbau ist leider nahezu ausgeschlossen.
Ich dachte an eine Lösung a la x-%ige Lauge oder Säure einfüllen und Zeit y einwirken lassen.
Hm... :?
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon barclay66 » Fr 20. Okt 2017, 15:45

Hi,

dazu müsste man Proben der Ausblühungen chemisch analysieren. Das Ergebnis der Analyse würde hoffentlich auf einige Substanzen deuten, die zur Auflösung geeignet sind und man könnte dann die Substanz wählen, von der die beteiligten Metalle am wenigsten angegriffen werden.
Ist das nicht möglich, würde ich es mit verdünnten, nicht zu aggressiven Säuren versuchen (z.B. Zitronen- oder Essigsäure).
Man könne auch versuchen, zunächst rein mechanisch, d.h. mit hoher Durchflussrate und destilliertem Wasser vorzugehen.

Gruß
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon Spike » Fr 20. Okt 2017, 17:13

Moin. Mein Senf zu der Frage ist folgender: Wenn der Kühler innen lamellig ausgebaut ist, wäre meine Vermutung eher, dass sich Teile so zerlegt haben, dass sie nun den Abfluss verstopfen.
Die elektrochemische Reihe würde das ja zulassen. Oder hast Du etwas von dem vermutlich weisslichen Zeug herausgepopelt? Sonst: Kurz mal NaOH drauf. Aber vorsichtig :-) Wird warm.
Edit: Korrosion von Al-Mg Legierungen wird hier ausführlich beschrieben
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon Desinfector » Fr 20. Okt 2017, 21:18

wievie Flüssigkeit ist denn insgesamt im System?
Lässt sich da "mal eben" die Flüssigkeit wechseln?

solche Ausblühungen an Alu sind doch normalerweise mit leichten Säuren beizukommen.
da würde ich jetzt glauben, dass man da mit nem Schuss Essig oder Zitronensäure ins Wasser
weiter kommt.

mechanisch?
wie weit ist der KK von einem möglichen Zugang entfernt?
man könnte einen Fahrrad-Bowdenzug, den man in einen Akkuschrauber einspannt, ins System einführen
und den da drin etwas drehen lassen. geht auch für Abflussiges bestens.
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon Geistesblitz » Fr 20. Okt 2017, 23:08

Ich glaub was Basisches wäre da eher schädlich, da das definitiv das Alu angreifen dürfte. In Abflussfrei sind ja auch NaOH und Alukrümel drin, die dann von selbigem zersetzt werden. Säure könnte hingegen wieder das Messing und den Edelstahl angreifen (hab immernoch ein paar stumpfe Flecken in meiner Spüle von ein paar Salzsäuretropfen). Es kommt wohl wirklich auf die Zusammensetzung der Ablagerungen an. Kalk könnte es nicht sein, oder? Hatte mal in einem Video gesehen, wo ein Radiator von nem Auto mittels normalem Waschmittel mit Entkalkungszusätzen durchgespült wurde, leider hat man nicht erfahren wie viel das geholfen hat.
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon Robert » Sa 21. Okt 2017, 00:20

Für die mechanische Reinigung von Schankanlagen werden so kleine Schwammkügelchen eingesetzt, die könnte man da mal durchschicken.
Siehe bspw. hier (erst bester Link): https://gastro-brennecke.de/de/Schanktechnik/Bierleitungsreinigung/100-Schwammkugeln-Groesse-4mm-.html

Grüße,
Robert
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon berlinerbaer » Sa 21. Okt 2017, 06:38

Wenn die anderen Bauteile das hergeben, kannst Du da auch mit Hochdruck Schleifmittel, etwa für Wasserschneider, durchjubeln, bis die Symtome nachlassen.

Mit Wattebäuschchen (Schwammkugeln) kommt man wohl nur gegen bakteriellen Schmadder an, dafür werden die Oxide zu hart sein.
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon sysconsol » Sa 21. Okt 2017, 08:45

Der Ansatz mit (heißer) Zitronensäure ist erstmal nicht falsch.
Die Armaturen (Perlatoren, Ventileinsätze) entkalke ich auch damit.
Das macht das Kupfer blank, das Messing leicht rötlich und das Aluminium als auch Edelstahl etwas heller.
Mit Bronze habe ich keine Erfahrung.
Aluminium-Salze vom Deodorant habe ich auch schon so aus Kleidung ausgewaschen.
(Das geht aber nur bei weißer Wäsche, da auch die Farbe ausgewaschen wird!)

Man sollte das nicht zu oft machen, dann ist das vertretbar.
Und nach der Reinigung Korrosionsschutz durchführen.

(Der Al-Mg-Legierung-Link mag gerade nicht - schau ich später noch mal nach)
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon Bastelbruder » Sa 21. Okt 2017, 09:15

Heiße Zitronensäure - da war doch noch was. :twisted:
Ich vermute mal daß zwischen Calcium und Aluminium an der Stelle kein nennenswerter Unterschied besteht.

An Aluminium und Chrom(haltigen Edelrostmaterialien) ist Salptersäure hervorragend zum Entkalken. Aber bei solch einer bunten Zusammenstellung könnte ich mir vorstellen daß es galvanische Probleme gibt.
Vielleicht mal einfach einen Brocken der Aluminiumblüte mit verschiedenen Mitteln malträtieren.
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon bastelbjoern » Sa 21. Okt 2017, 10:21

Evtl n bisserl sehr bescheuert aber cola light soll auch gehen...
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Re: Al-Kühlkörper: elektrochemische Korrosion auflösen

Beitragvon sysconsol » Mo 23. Okt 2017, 08:14

Man sollte die Zitronensäure auch nicht über Nacht im Kühlkörper lassen ;)
Und heiß meint nicht kochend - man will sich ja nicht verbrühen bei der Arbeit.

40°C reichen vollkommen aus.
Härtefälle behandle ich so im Ultraschallbad.

Wie reagiert eigentlich "Kalklöser für Bad, Dusche und WC" mit Aluminium?
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