RGB....oh weh oh weh....

Der chaotische Hauptfaden

Moderatoren: Sven, Heaterman, TDI, Finger

RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Frickelfreddy » Fr 27. Okt 2017, 12:43

Hallo,
ich brauche mal eine Verständnisantwort zu diesen RGB-Lampen wie z.B. dieser hier:
https://www.amazon.de/gp/product/B01A6U ... 0GVY&psc=1

Da es diese Lampen nur in drei Ausführungen gibt (depressivwarm 2700K, eiskaltweiß 6500K oder eben RGB), ich aber einfach helles Tageslicht in etwa 4.000....5000 Kelvin im Wohnraum haben möchte, will ich die regelbare Ausführung installieren.
Und gleich vier Stück in einem großen Raum, weil ich in einem Altbau mit Schießschartenfenstern wohne, aber nun auch im Winter mit Sonnenbrille auf der Couch chillen möchte.


Die Probleme sind dabei laut diverser Bewertungen

1.) das synchrone Ansprechen der jeweiligen Regler, die zwar theoretisch über eine einzige Fernbedienung angesteuert werden können, aber sich im Einzelfall eben auch schon gerne mal ausklinken, wenn man zu einer Lampe ungünstig steht. Dann muß man erst mal alles auschalten, um dann wieder in günstigerer Position neu zu starten.
Außerdem verfahren die Regler unterschiedlich schnell bei Änderungen der Farbtemperatur, was dazu führt, das nach ein paar Bedienungen die Lichtfarben irgendwann alle unterschiedlich sind.

2.) das die über die Fernbedienung gewählte Einstellung meist vom individuellen Regler vergessen wird, wenn man die Lampe, wie in deutschen Haushalten üblich, über die Spannungsversorgung abschaltet.
Aber eben nur "meist", was dann wieder dazu führt, das beim erneuten Einschalten alle Lampen in unterschiedlichen Helligkeits- und Farbstufen schillern.

Will ich alles nicht.
Ich brauche weder die Fernbedienungsfunktion, noch die Möglichkeit, die Lampen nach erfolgter Montage und Justage in ihrer Farbtemperatur zu verändern.

Kann mir mal jemand erklären, wie das genau mit den RGB-Farben funktioniert?
Ich stelle mir den inneren Aufbau der Lampen mit Strips, auf denen drei elektrisch getrennte LED-Reihen in unterschiedlicher Farbe montiert sind vor, die über einen Mischer zusammen geregelt werden.
Dann sollte sich doch so was mit drei getrennt geschalteten manuellen Reglern an einem alternativ zum Serienteil vorgeschalteten Netzteil machen lassen, oder?






:edit:
Ich meine so was hier.
https://www.amazon.de/gp/product/B06XW8 ... YFK8&psc=1

Oder, für höhere Belastung, drei von denen hier:
https://www.amazon.de/gp/product/B008TN ... ZCVS&psc=1


Würde das klappen?
Frickelfreddy
 
Beiträge: 48
Registriert: Do 24. Aug 2017, 18:21

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Julez » Fr 27. Okt 2017, 13:18

Es könnte sein, dass deine Ansatz eine Stufe zu kompliziert ist. Bei mir hab ich neulich ähliche LED Lampen eingebaut, und zwar 50W rund mit Farbwechsel kalt/warmweiß.
http://www.ebay.de/itm/LED-Deckenleucht ... 3217500940
Mein Trick war, die Plus- und Minusanschlusspunkte der kalt- und warmweissen LED Bereiche jeweils miteinander zu verbinden. Bei Ebay kann man die beiden Anschlusspunkte der LED Bereiche schön sehen. So werden, egal welche Einstellung man bewusst oder unbewusst wählt, stets beide LED Bereiche gleich bestromt und somit ergibt sich als Mischton ein schönes Neutralweiss, welches weder aufdringlich grell noch schummring gelb ist. Hell sind die 50W aber auf jeden Fall. Und mit Sterncheneffekt. :D
Zuletzt geändert von Julez am Fr 27. Okt 2017, 13:24, insgesamt 2-mal geändert.
Benutzeravatar
Julez
 
Beiträge: 367
Registriert: Di 5. Apr 2016, 15:38
Wohnort: Münster

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon licht_tim » Fr 27. Okt 2017, 13:20

Mit den RGB Streifen lässt sich kein sinnvolles weiß einstellen.
Du kannst aber einen warmweißen neben einen kaltweißen montieren und dann mit den beiden deine Farbtemperatur einstellen.
Benutzeravatar
licht_tim
 
Beiträge: 695
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 09:40
Wohnort: Ganderkesee

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Marsupilami72 » Fr 27. Okt 2017, 13:22

In den verlinkten Dingern sind keine RGB LEDs, sondern zweireihige Streifen mit kalt- und warmweißen LEDs - zwischen den beiden LED-Strängen wird schlicht umgeblendet.

Mit RGB LEDs kriegst Du kein vernünftiges Weiß hin.
Benutzeravatar
Marsupilami72
 
Beiträge: 836
Registriert: Mo 4. Nov 2013, 23:48
Wohnort: mittendrin

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Später Gast » Fr 27. Okt 2017, 13:32

Marsupilami72 hat geschrieben:Mit RGB LEDs kriegst Du kein vernünftiges Weiß hin.
Hab ich schon oft gelesen und auch selbst am RGB Strip bestätigen können, macht in meinem Kopf aber keinen Sinn. :?

Wenn man die Intensität jedes einzelnen Kanals einstellen kann, müsste man das doch, wie einen Bildschirm auch, auf den gewünschten Farbton hin einstellen können. Liegts an den von den LEDs gelieferten (ungeeigneten)Wellenlängen oder an einem Mißverhältnis von Lichtstrom der einzelnen Kanäle und mangelnder Feinstufigkeit des Controllers?

Im Zweifelsfall hätte man dann halt dunkles weißes Licht, aber einstellen müsste man das doch können?
Benutzeravatar
Später Gast
 
Beiträge: 284
Registriert: Di 5. Apr 2016, 22:03
Wohnort: Karlsruhe

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon xoexlepox » Fr 27. Okt 2017, 13:35

Ich bin mir nicht so sicher, ob du aus RGB-LEDs wirklich "weiß" herausbekommen kannst...

Ok, ich war mal wieder zu langsam...
Zuletzt geändert von xoexlepox am Fr 27. Okt 2017, 13:37, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
xoexlepox
 
Beiträge: 4089
Registriert: So 11. Aug 2013, 19:28
Wohnort: So etwa in der Mitte

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Frickelfreddy » Fr 27. Okt 2017, 13:36

Ob RGB oder zwei verschiedene Farbreihen.....es sind in den Lampen auf jeden Fall getrennte LED-Stränge vorhanden, die getrennt mit externen Geräten eingestellt werden könnten?

Leider sind mir die Lampen zum Kauf auf Verdacht zu teuer und mit der Rückgabe ist das gerade bei Chinesen immer so ein Drahtseilakt.
Die stellen sich dann einfach tot.
Frickelfreddy
 
Beiträge: 48
Registriert: Do 24. Aug 2017, 18:21

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon phettsack » Fr 27. Okt 2017, 13:45

Später Gast hat geschrieben:
Marsupilami72 hat geschrieben:Mit RGB LEDs kriegst Du kein vernünftiges Weiß hin.
Hab ich schon oft gelesen und auch selbst am RGB Strip bestätigen können, macht in meinem Kopf aber keinen Sinn. :?


Naja, Rot ist bei LED eben wirklich rot und grün ist grün und blau ist blau. Für ein ordentlich gemischtes Spektrum braucht es eigentlich noch ein paar mehr Farbtöne.

Für LED-Streifen gibt es günstige Controller mit Fernbedienung oder WLAN , die Dinger mit 3 Potis sind fast schon Retro. Den einfachen Kurbelkasten mit einem Poti habe ich auch. Funktioniert seit Jahren unauffällig.
Selber machen kann man sich so eine 3er-Steuerung auch ganz klassisch mit einem NE555, BUZ11, Widerstände und dem Poti. Für RGB 3fach.
phettsack
 
Beiträge: 570
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 18:17

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Heaterman » Fr 27. Okt 2017, 16:01

Später Gast hat geschrieben:Hab ich schon oft gelesen und auch selbst am RGB Strip bestätigen können, macht in meinem Kopf aber keinen Sinn. :?

Wenn man die Intensität jedes einzelnen Kanals einstellen kann, müsste man das doch, wie einen Bildschirm auch, auf den gewünschten Farbton hin einstellen können. Liegts an den von den LEDs gelieferten (ungeeigneten)Wellenlängen oder an einem Mißverhältnis von Lichtstrom der einzelnen Kanäle und mangelnder Feinstufigkeit des Controllers?

Im Zweifelsfall hätte man dann halt dunkles weißes Licht, aber einstellen müsste man das doch können?


Das liegt daran, wie die Lichtspektren der RGB-LED verteilt sind. Mischt man nach der Farbenlehre RGB, kommt in der Mitte Weiß raus. Soweit OK. Aber betrachtet man das Farbspektrum, besteht das RGB-LED-Spektrum aus drei ausgeprägten, steilen Peaks, etwa bei 450 (Blau), 520 (Grün) und 630 (Rot) nm. Dazwischen gibts große Lücken, siehe hier rechts. Mischt man die drei Farben, erscheint die LED zwar weiß, aber angestrahlte Objekte sind total farbverfälscht, weil das Gesamtspektrum nicht dem Spektralbereich des Auges entspricht, sondern künstlich, eben mit diesen Lücken erzeugt ist, man spricht vom Buntweiß.

Weißes LED-Licht wird anders erzeugt: hier wird eine blau leuchtende LED genommen und mit einem Luminiszenzfarbstoff versehen. Dessen Dosierung und Zusammensetzung ergibt die unterschiedlichen „echten” Weißtöne. Insgesamt erreicht man dadurch ein gleichmäßiger verteiltes Farbspektrum, das besser in das Farbspektrum des Auges passt und keine solch ausgeprägten Peaks hat. Beispiel hier

Die Methode von Julez kann ich bestätigen, hab ich unlängst bei einer Neubestückung einer Tischleuchte (Aluprofil mit Stripe) gemacht. Den hier genommen, und einfach beide Farben parallel angeschlossen. Gibt extrem helles Licht und genau mit der richtigen Farbe. Die mischbaren Dinger heißen CCT. Oder Dual White LED.


Spektrale Beispiele für verschiedene Beleuchtungen: hier
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2692
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Frickelfreddy » Fr 27. Okt 2017, 19:03

Leuchtet mir ein.

Noch ne Frage zur Dimmbarkeit dieser LED-Strips, die in solchen Leisten verbaut sind.
Bei manchen Lampen geht es, bei anderen wird es im Angebotstext explizit ausgeschlossen.
Liegt das dann an den verbauten LED-Strips (bzw. an der SMD-Beschaltung auf dem Streifen) oder on dem mitgelieferten (Schalt)Netzteil ?
Letzteres funktioniert ja nur bei Nennspannung am Eingang vernünftig.

Anders gefragt:
Läßt sich jeder LED Strip dimmen, wenn ich ihn direkt (ohne Verwendung des mitgelieferten Netzteils) mit einer regelbaren Spannungsquelle versorge?
Z.B. durch ein Labornetzgerät?
Frickelfreddy
 
Beiträge: 48
Registriert: Do 24. Aug 2017, 18:21

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Sven » Fr 27. Okt 2017, 20:01

Ein stinknormaler LED Streifen ist problemlos dimmbar. Mit einem Labornetzteil klappt das aber nur eingeschränkt, besser geht es mit PWM.

Die meisten LED Leuchtmittel, die als direkter Ersatz für konventionelle Leuchtmittel gedacht sind, lassen sich nur dimmen, wenn dies auf der Packung angegeben ist.
Gleiches gilt für LED Netzteile / Vorschaltgeräte.
Benutzeravatar
Sven
 
Beiträge: 3361
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 12:52
Wohnort: in Sichtweise der Erdkante

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Frickelfreddy » Fr 27. Okt 2017, 20:11

Gut,
dann teste ich das mal und melde mich dann wieder dazu.
Frickelfreddy
 
Beiträge: 48
Registriert: Do 24. Aug 2017, 18:21

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon sysconsol » Fr 27. Okt 2017, 22:44

[...] ich aber einfach helles Tageslicht in etwa 4.000....5000 Kelvin im Wohnraum haben möchte,[...]
Und gleich vier Stück in einem großen Raum,[...] auch im Winter mit Sonnenbrille auf der Couch chillen möchte.


Ein sonniger Tag schafft wohl um die 100.000Lux.
Den Rest kannst du ausrechnen.

Auf Arbeit habe ich zwei 58W 840er Leuchtstoffröhren über dem Arbeitstisch.
Das ist mir im Winter zu dunkel.

Außerdem rate ich in Wohnräumen zu LED-Lampen mit min. CRI 90 (ja, ich weiß, ich wiederhole mich).
Eine RGB-Mischung ist davon weit entfernt, Heaterman hat es schon erklärt.

Ich experimentiere gerade mit Osram Duris S5 (3000K und 4000K gemischt, die 5000K sind mir schon zu bläulich,
da reicht die Helligkeit für den passenden Gesamteindruck nicht aus, bin derzeit bei rund 20W)
Ich betrachte zur Beurteilung auch immer Tomaten, Äpfel und Fleisch im Licht.
Das geht recht gut, eigentlich schon überzeugend gut.
Leider gehts auch ins Geld...

Gerade, wenn man dann min. 200W über dem Tisch installieren möchte.
Warum?
Weil es gut tut im Winter. Sehen kann ich auch mit 10W genug.
sysconsol
 
Beiträge: 807
Registriert: Fr 8. Jul 2016, 17:22

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon sysconsol » Sa 28. Okt 2017, 14:23

Eine verständliche Erläuterung zum CRI: https://www.led-studien.de/der-cri-in-der-praxis/
sysconsol
 
Beiträge: 807
Registriert: Fr 8. Jul 2016, 17:22

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Später Gast » So 29. Okt 2017, 02:39

Thx für die Erklärungen, ein kontinuierliches Spektrum ist technisch besser, als drei isolierte Peaks, klingt logisch bis hier. Mein Problem war aber die ganze Zeit, dass ich davon ausgegangen bin, dass das Auge ja nur 3 Farben wahrnimmt, es also reichen müsste, nur diese drei Farben zu beleuchten. Und das stimmt halt einfach nicht, es gibt neben den Zapfen für die Farben ja auch noch die Stäbchen für die Helligkeit und deren Empfindlichkeit geht (nichtlinear) über das ganze Spektrum. (Bei den Zapfen wird das analog gelten, mit den jeweiligen Spekrumsabschnitten) Damit ist dann auch klar, warum drei Farben nicht reichen um alle sichtbaren Farben abzudecken, weil a) Bereiche gesehen werden und b) über den vierten Kanal einfach nochmal mehr Farben möglich sind. :geek:

@sysconsol: Die Beleuchtung der Wohnung auf den Biorythmus auszurichten bzw zur Steuerung desselben zu verwenden find ich ein super Konzept, das ich unbedingt mal umsetzen sollte. Mein Tag-Nachtrythmus gerät in der dunklen Jahreszeit gerne völlig aus dem Takt. So wie jetzt grade. Bin um 9:30 aufgestanden und war um halb elf schon hundemüde, hab mich gezwungen bis 11:30 wachzubleiben und bin dann ins Bett gegangen - jetzt bin ich hier :|

Mein Rechner hat schon F.Lux laufen, damit die Lichtfarbe mich abends nicht zu lange wachhält. Als nächstes müsste ich mir mal nen Lichtwecker mit ner 100 Watt LED frickeln. Kommt auf die Liste :roll:
Benutzeravatar
Später Gast
 
Beiträge: 284
Registriert: Di 5. Apr 2016, 22:03
Wohnort: Karlsruhe

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon sysconsol » So 29. Okt 2017, 08:35

Eine die Farbtemperaturanpassung an die Tageszeit plane ich nicht, da bin ich zu unempfindlich (oder robust genug - man sehe es, wie man will ;) )
Ich möchte nur das Licht so einstellen können, dass es mir angenehm ist.

Wenn ich am Tag gegen Mittag in der Wohnung etwas Licht brauche (zur Unterstützung des Tageslichtes),
dann mische ich 4000K mit 5000K.
So, dass es kaum auffällt.

Osram hat da mal an mindestens einer Schule in Ulm probiert, wie sich das mit der an die Tageszeit angepassten Beleuchtung verhält.
https://www.zukunftsraum-schule.de/pdf/information/raumgestaltung/ZRS%204%20Vortrag%20TREPTOW.pdf

Da gibt es aber noch ein PDF, was ich jetzt nicht finde...


Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass bei mir vor allem die Helligkeit wichtig ist.
Ob ich mich da nun morgens 5 Uhr mit 3200K oder 4000K oder 5000K beleuchte - das ist mehr oder weniger angenehm.
Aber anregend wird es, wenn es mindestens vernünftig hell ist.
Ich komme zur Zeit nur auf 30W und kann damit noch nicht sagen, ab welcher Helligkeit das Gefühl nicht mehr mit der Helligkeit steigt.
Wichtig ist auch, dass der Raum mit ausgeleuchtet wird.
Sonst fühlt sich das an wie nachts auf der Baustelle unter dem Spot-Strahler.
Den Frühstückstisch mit einer 130W-LED (3200K, CRI 90, Typ muss ich nachsehen) mit einer 35°-Optik beleuchten war nicht das wahre...
sysconsol
 
Beiträge: 807
Registriert: Fr 8. Jul 2016, 17:22

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Frickelfreddy » So 29. Okt 2017, 11:40

So weit ging meine Frage jetzt gar nicht, aber ich finde die Fortführung dennoch sehr interessant und lesenswert.

Wer, wie ich, an der Costa de la Luz vier Wochen Urlaub gemacht hat, um dann in eine düstere Altbauwohnung im nieselverregneten Bergischen Land zurückzukehren, weiß, weswegen in nordischen Ländern die Suizidrate so viel höher ist. Es wird in der Wissenschaft da wirklich ein Zusammenhang mit dem Tageslicht vermutet.

Vielleicht liegts bei mir auch am Alter und den schlechter werdenden Augen, aber, außer beim Gläschen Wein und leiser Musik dazu ertrage ich heutzutage keine Stimmungsbeleuchtung mit den damals hippen Halogenspots samt ihrer "aktzentuierten" Beleuchtung mehr.
Ich möchte was sehen. Und ich möchte, daß es im ganzen Haus hell ist.
Das jetzt geplante Wohnzimmer ist erst nur der Anfang.

Kostenmäßig ist eine solche Dauerbeleuchtung dank der LED-Technik ja durchaus bezahlbar geworden.
Muß natürlich klappen und auch (und vor allem) subjektiv angenehm sein.


Ich hab drum mal so eine Lampe bestellt und teste mit der aus, ob sich ein Zimmer mit flächiger Anordnung solcher Panele tageslichtmäßig annähern läßt.
Und wer Lust hat, kann sich hier weiter zu dem Thema auslassen, als es der Titel vorgibt.
Frickelfreddy
 
Beiträge: 48
Registriert: Do 24. Aug 2017, 18:21

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Bastelbruder » So 29. Okt 2017, 12:05

Frickelfreddy hat geschrieben:"aktzentuierten" Beleuchtung

You made my day!
Jetzt gehts auch wieder bei der aktuellen Witterung.
Bastelbruder
 
Beiträge: 3840
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 18:28
Wohnort: drunt' am Neckar - km142,7

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon sysconsol » So 29. Okt 2017, 12:11

Dazu kannst du Lumen, Abstrahlwinkel und Montagehöhe in Lux umrechnen.
Und Vergleichswerte besorgen, damit du das Ergebnis einschätzen kannst.

Bliebe noch die Frage, wie Hell du es für dein Gefühl brauchst.
Da ist der Ansatz mit dem Ausprobieren der beste.

@Bastelbruder: Halogen-Videoleuchten machen hell und warm. Da haben LED einen entscheidenden Nachteil :D
sysconsol
 
Beiträge: 807
Registriert: Fr 8. Jul 2016, 17:22

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon PowerAM » So 29. Okt 2017, 12:29

Frickelfreddy hat geschrieben:[...] Wer, wie ich, an der Costa de la Luz vier Wochen Urlaub gemacht hat, um dann in eine düstere Altbauwohnung im nieselverregneten Bergischen Land zurückzukehren, weiß, weswegen in nordischen Ländern die Suizidrate so viel höher ist. Es wird in der Wissenschaft da wirklich ein Zusammenhang mit dem Tageslicht vermutet. [...]


Ich hab' mich viel bei nach Finnland ausgewanderten Freunden rumgetrieben. Die sind im noch recht dicht besiedelten Süden zuhause. Aufgefallen ist, dass die bei den Beleuchtungsstärken in Wohn- und Geschäftsräumen ganz ordentlich auffahren. Es muss drinnen hell sein, wenn man draußen im Winter zeitweise gerade einmal drei bis vier Tageslichtstunden hat. Bleibt die Wolkendecke geschlossen, ist selbst dann die Tageshelligkeit nicht mehr der Rede wert.

Fazit: Wer lauschige Beleuchtung haben will, der geht in die Sauna! :lol: Ansonsten muss Licht knallen, wach machen und wach halten.
Benutzeravatar
PowerAM
 
Beiträge: 1742
Registriert: Di 13. Aug 2013, 23:14
Wohnort: JO62rr

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Frickelfreddy » So 29. Okt 2017, 13:15

Bastelbruder hat geschrieben:
Frickelfreddy hat geschrieben:"aktzentuierten" Beleuchtung

You made my day!
Jetzt gehts auch wieder bei der aktuellen Witterung.


Ich hatte schon gedacht, niemandem fällt das auf. :)
Frickelfreddy
 
Beiträge: 48
Registriert: Do 24. Aug 2017, 18:21

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Gernstel » So 29. Okt 2017, 13:43

Das schreibt sich aber aktzentrierte Beleuchtung.

Und ist i. d. R. ein eher rotstichiges Schummerlicht...

Abgesehen davon, dass RGB-Licht durch die zu monchromatischen Einzelfarben ggf. nicht reflektiert wird, stellt sich auch die Frage, ob und wie gut die jeweilige Wellenlänge in den sensitiven Bereich der Rezeptoren des Auges fällt.
Gernstel
 
Beiträge: 675
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:36

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Frickelfreddy » So 29. Okt 2017, 14:00

Wie gesagt interessiert mich der wissenschaftliche Hintergrund erst mal weniger als das subjektive Empfinden.
Für Letzteres soll es ja gemacht werden.

Ich denke sowieso, daß man deutlich höheren Aufwand treiben muß, wenn man wirklich tageslichtgleiche Zustände herstellen will.
Nicht nur an Watt und Euro.

Aber derzeit ist alles besser als die vereinzelnd funzelnden Halo-Spots hier in meiner Hütte.
Frickelfreddy
 
Beiträge: 48
Registriert: Do 24. Aug 2017, 18:21

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon eJunkie » So 29. Okt 2017, 20:31

Mein Problem war aber die ganze Zeit, dass ich davon ausgegangen bin, dass das Auge ja nur 3 Farben wahrnimmt, es also reichen müsste, nur diese drei Farben zu beleuchten. Und das stimmt halt einfach nicht, es gibt neben den Zapfen für die Farben ja auch noch die Stäbchen für die Helligkeit und deren Empfindlichkeit geht (nichtlinear) über das ganze Spektrum.


Das Problem ist auch das die Farben die das Auge sehen kann ihre Peaks nicht da haben wo die einzelnen LEDs ihre Peaks haben (und das Ansprechverhalten wird sicher auch nicht gleich sein). Das Problem kenne ich auch von Coloriometern für Bildschirme die nur 3 Sensoren haben, die Messen dann einen Röhrenfernseher anders als ein LCD Fernseher oder einen Plasma, obwohl das alles RGB Displays sind. Dafür gibt es dann entsprechende Korrekturprofile.

Und um es noch komplizierter zu machen: Einige Frauen sind "Tetrachromaten" mit einer weiteren Sorte Sinneszellen im orange-gelben Bereich. Vieleicht um besser zu erkennen wann die Kerle Rot werden ;-)
Benutzeravatar
eJunkie
 
Beiträge: 461
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:05

Re: RGB....oh weh oh weh....

Beitragvon Bastelbruder » So 29. Okt 2017, 20:58

Und im Auge sind entgegen einer einst gelehrten Schulweisheit auch keine RGB-Rezeptoren, da ist mindestens ein Sensor der nur für die Balance zwischen rot und grün zuständig ist.
Bastelbruder
 
Beiträge: 3840
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 18:28
Wohnort: drunt' am Neckar - km142,7

Nächste

Zurück zu Allgemeine Diskussion

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot], reutron, Yahoo [Bot] und 11 Gäste

span