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Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Fr 23. Feb 2018, 00:53

Moin,
ich hör' nur links... also, aus einem Verstärker. Der möchte gerne seine Transistoren gewechselt haben, die alten sind absolut tot (Durchgang zwischen allen pins). Daher suche ich je 1 oder 2mal:
Sanken 2SA1135
Sanken 2SC2665

Im Servicemanual sind zwar Ersatztypen angegeben, aber nach gründlicher Lektüre der Datenblätter denke ich, dass ich lieber erstmal Originale suchen sollte...

Re: Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Fr 23. Feb 2018, 08:37

...mutiert zum Ganzleiter, das heißt gestorben am zweiten Durchbruch oder schlicht Überhitzung. Vielleicht auch weil die Kiste hochfrequent geschwungen hat, das passiert schonmal wenn Boxen mit speziellen Weichen und etwas längeren Kabeln angeschlossen waren.

Die Originaltransistoren sind als Schalter spezifiziert und entsprechen etwa den deutschen Typen BD249B / 250B, letztere würde ich einbauen, beide waren für Linearverstärkung nie vorgesehen. Solche Transistoren sind seit 30 Jahren nicht mehr in Produktion weil die Technologie längst überholt ist. Es gibt (von Ahnungslosen als Faketransistoren bezeichnete) Technologienachfolger deren SOA deutlich sparsamer ausfällt weil weniger Sand verarbeitet wurde.

Bei Maxens muß der 2SA1264 weg, der wurde als verstärkungslinearer Endstufentransistor gezüchtet und ist an dieser Stelle genau richtig. Leider ist der NPN-Kumpel dort schon vergriffen (oder wird noch garnicht nicht angeboten).
Und dank der hochbeschissenen Shopseitengestaltung bei Angelika's habe ich die Suche dort aufgegeben.

Re: Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Fr 23. Feb 2018, 17:00

Hi,

lieferbar bei Mouser habe ich im TO-247 Gehäuse noch folgende gefunden:

TIP2955G - PNP
TIP3055G - NPN
TIP35C - NPN
TIP36C - PNP
MJW21196G - NPN
MJW21195G - PNP

Gruß
Barclay66

Re: Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Fr 23. Feb 2018, 19:26

Diese aktuellen Schalttransistoren entsprechen genau dem Horrorszenario "Faketransistor". Da ist heute einfach zu wenig Silizium drin, die gehen schneller kaputt als man sie wechseln kann.
Bei Angelika's sind unter den Japanern jede Menge ausgesprochener Audiotransistoren im Angebot, die Nachfolge-Hersteller von Hitachi und Sanken heißen heute Inchange und Renesas, die sind ok. Einfach 80 V (oder höher), 8 A und 100 Watt aussuchen, das funktioniert. Je fetter desto robuster, alle modernen Transistoren sind heute schneller als die Originale.

Wenn das Schaltbild der Endstufe hier irgendwann erscheinen sollte, könnte es auch Tips geben wie man der möglichen Gefahr hochfrequenter Schwingneigung entgegenwirkt.

P.S. Ich würde mit 2SA1106 und 2SC2581 liebäugeln.

Re: Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Mo 26. Feb 2018, 02:54

Moin,
danke für die Antworten Bastelbruder! Im Handbuch sind als Ersatztypen 2SA1102 und der komplementäre 2SC2577 angegeben, für die habe ich eine Bezugsquelle gefunden und werde mir mal eine Hand voll holen.
Zu den Vermutungen, woran die Originale gestorben sind: Der Verstärker war leider ziemlich verbastelt, als ich ihn bekam, fast alle Schrauben fehlten, und die originale Verdrahtung zwischen Platine und Lautsprecherklemmen hatte ein Idiot durch 4mm² Lautsprecherkabel ersetzt... Biaseinstellung war komplett verstellt, und eben der eine Kanal tot.
Den Schaltplan aus dem Manual kann ich mal scannen, sobald ich meine Erkältung losgeworden bin und schmerzfrei geradeausdenken kann. Ich werde vermutlich die eine oder andere Kleinigkeit in dem Verstärker modifizieren, zum Beispiel eine Einschaltverzögerung für die Lautsprecher nachrüsten und die Spannungserzeugung mit Zenerdiode und Grillwiderständen, die die Platine rösten, durch etwas effizienteres ersetzen.

Und Barclay, die beiden Transistoren brachten leider nicht das gewünschte Ergebnis, dafür habe ich es beim Messen geschafft, die Sicherung in meinem Multimeter zu töten - bei ausgeschaltetem Gerät und ohne irgendwo Spannung anliegen zu haben. Nein, ich weiß auch nicht, wie ich das geschafft habe...

Re: Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Mo 12. Mär 2018, 02:58

Einmal Gesamtschaltplan:
Bild

aktueller Stand: Ersatztransistoren angekommen, eingebaut, eingestellt, getestet und bei Fehlersuche gleich wieder durchgebrannt. :mrgreen:

Was dringend noch getan werden muss:
- alle Elkos tauschen - ab Werk sind 35V-Elkos im Leistungsteil verbaut. bei 34V Railspannung laut Schaltplan und Betrieb beim Vorbesitzer in der 220V-Stellung dürften die alle hinüber sein.
- neue Endstufentransistoren
- Oszi dranhalten und schauen, warum die Kiste schon bei geringster Lautstärke übel übersteuert (und dann abbrennt)

Re: Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Mo 12. Mär 2018, 08:16

Zur Lebens-Versuchsdauerverlängerung erstmal die fetten Emitterwiderstände mit 10 Ohm verlängern.
2. TRANSISTORS AND DIODES MAY BE REPLACED WITH ANY TYPE HAVING COMPARABLE RATINGS.
Da ist was dran.

Die Zener-Brattechnologie wird schlagartig nicht mehr so knusprig warm wenn die Betriebsspannung wieder stimmt. Die entsprechenden Bauteile sind mindestens um Faktor zwei überdimensioniert, ich würde an der Schaltung nichts ändern.
An 20% Überspannung gehen Elkos nicht so schnell kaputt. Schon garnicht die fetten Brocken im Netzteil. Eher an Austrocknung. Ist da irgendwo ein Datum drauf?

C201 (!) und C205 sind Kandidaten, deren mit Trockenheit ansteigender Innenwiderstand die Endstufe zuverlässig auch ohne Last zum Schwingen bringt.

Kleine Becher trocknen schneller aus als Große. Gut gewärmte noch schneller.

Re: Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Mo 12. Mär 2018, 15:29

C201 und 205 werde ich dann als erstes mal anschauen. was ich schon getauscht habe sind C302 und C303, die hatten nurnoch 2400µ und riechen angenehm nach schmorendem Pertinax (obwohl die Platine drunter garnichtmal so dunkel ist). Datecode auf diesen beiden großen Bechern ist "9836". Gut erwärmt waren die beiden auch, sitzen auf der Platine direkt neben der Stelle, die vom Zenerbrater angegrillt wird.
10 Ohm muss ich mal suchen... irgendwo muss noch eine Kiste mit Dale Hochleistungswiderständen liegen. Gott, wird das wieder eine Materialschlacht hier... ich wollte doch nur mal eben den Verstärker reparieren... :mrgreen:

Re: Japan-Transistoren 2SA1135 und 2SC2665

Di 20. Mär 2018, 00:03

Die beiden Cs sind unverdächtig (haben sogar bessere Werte als die nagelneuen, die ich als Ersatz beschaffte), da scheint dann wohl was anderes kaputt zu sein. schade. also weitersuchen...
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