Induktionsheizer

Der chaotische Hauptfaden

Moderatoren: Sven, Heaterman, TDI, Finger

Induktionsheizer

Beitragvon Heaterman » Do 2. Nov 2017, 06:19

Damit das interessante Thema nicht untergeht, hier mal aus Kuddels Einachser-Faden zusammengefasst, und kann hier fortgeführt werden:

Finger hat geschrieben:Du brauchst den iDuctor: https://www.youtube.com/watch?v=3RQQJP6IwAE :mrgreen:


ando hat geschrieben:Jo,
das sollte doch hinzukriegensein.

Reicht da nicht vllt sogar nen umgewickelter MOT oder muss das irgendwas in Richtung HF sein?

Funktionierte nicht die Fungi Fump so irgendwie nach dem Prinzip?

Ando



ESDKittel hat geschrieben:Soeine billige Induktionskochplatte ausm Discounter bringt schon quasi alles mit was man braucht...
"HF" ist da aber relativ zu sehen (für den Prof. den ich an der Uni in HF-Technik hatte, war alles unter 1GHz Gleichstrom...).



berlinerbaer hat geschrieben:Beim Ali gibts solche Module mit 1kW Leistung fix und fertig inkl. Kupferspule ab 25€:

https://www.aliexpress.com/item/ZVS-Low ... 63789.html

Man braucht dazu eine Stromversorgung, die ohne Leistungseinbruch sofort da ist.

Billiger selberbauen halte ich für ein ambitioniertes Unterfangen...
Benutzeravatar
Heaterman
 
Beiträge: 2684
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:11
Wohnort: Am Rand der Scheibe, 6 m unter NN

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Phyro » Do 2. Nov 2017, 08:08

Diese 1KW-China-Möppel sind mir auf Suchen auch schon begegnet.
Ich hätte da ne Frage zu: Kann man damit ne komplette Messerklinge heiß bekommen? Bzw. welche Größe bräuchte so ein Gerät? Geht das mit ner Induktions-Platte?
Phyro
 
Beiträge: 260
Registriert: Di 1. Okt 2013, 09:52

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Finger » Do 2. Nov 2017, 09:26

Aaalso,

Fungi-Fump machte 500W auf die Dose mit einer Frequenz von 40kHz. Serienschwingkreis mit Halbbrücke, andere Seite kapazitiver Spannungsteiler, Eingangsspannung 48V DC, feste Frequenz (nix Resonanz, scheiss auf Wirkungsgrad).

Der IDuctor ist ein Resonanzumrichter mit Parallelschwingkreis und 1kW (tatsächliche Wirkleistung). Die Frequenz habe ich nicht gemessen, wird aber irgendwo um die 70-100kHz liegen. Der Ausgang ist galvanisch getrennt über einen sehr flach gewickelten Ausgangsübertrager. Die Ausgangsspannung folgt der Netzfrequenz, einen Elko im Zwischenkreis gibt es nicht. Das ist von den Kochplatten abgeschaut und vermindert die Blindleistung am EIngang drastisch.

Das Chinading ist die klassische Schaltung (siehe Google "ZVS Zeilentrafo") mit Parallelschwingkreis am Ausgang. Die Leistung lässt sich nur über die Eingangsspannung regeln, eine galvanische Trennung gibt es nicht und das ganze Design ist eine absolute Katastrophe. Nahezu alles an dem Ding ist vollkommen unterdimensioniert. Ausser zu Lehrzwwecken ist das zu nichts gut. Kauft euch lieber einen Kasten Bier für das Geld.

Die Kochplatten sind gut, schalten aber ab, wenn die Last zu klein ist (-> Blindstrom im Induktor zu hoch). Ein Messer kriegt ihr damit nicht warm, ausser drumherum ist noch mehr Blech. Und jetzt kommt der schwierigste Punkt: Die Curietemperatur. Oberhalb dieser fallen locker 30% der ins Werkstück eingebrachten Leistung weg, weil die Ummagnetisierungsverluste wegfallen und nur noch die Wirbelströme wirksam sind. Dafür sind die Kochplatten nicht ausgelegt. Die brauchen relativ hochohmiges Eisen mit einer ausgeprägten Beule in der B-H- Kennlinie.

Will man das umgehen und Eisen noch wärmer kriegen, so kommt man um einen Parallelschwingkreis nicht herum (Stichwort Stromüberhöhung). Da müssen dann aber die Kondensatoren so dicht wie möglich an der Spule liegen und man kommt recht schnell in den Bereich der Wasserkühlung, wenn das betriebssicher sein soll.

Der Umrichter in diesem Ding: http://www.bego.com/de/konventionelle-loesungen/geraete/?tx_begoproducts_products%5BproductId%5D=714&tx_begoproducts_products%5Baction%5D=show&tx_begoproducts_products%5Bcontroller%5D=Product&cHash=78e51876c3ed22fb9e2da4698fa44f48 macht 3kVA und arbeitet nicht im Resonanzbetrieb. Das bedingt wassergekühlte Halbleiter. Die Spule selber leuchtet sofort hell auf, wenn kein Wasser hindurchfließt.

Ciao,

Finger
Benutzeravatar
Finger
Administrator
 
Beiträge: 2879
Registriert: Di 12. Jun 2012, 20:16

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Propeller » Do 2. Nov 2017, 13:51

Hm, und wie könnte man so ein Gerät nun realisieren? Ich hatte gehofft, daß ein dicker Trafo und wenige Teile genügen. :(
Benutzeravatar
Propeller
 
Beiträge: 755
Registriert: So 29. Sep 2013, 09:40

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Finger » Do 2. Nov 2017, 14:00

Es gibt auch 50Hz-Geräte. Das ist im Prinzip ein Trafo mit per Joch schließbarem Kern. In diesen Kern kann man dann z.B. einen Lagerring setzen und erwärmen:

https://www.begaspecialtools.com/de/produkten/montage/induktionsanwaermer/standard-induktions-anwaermgeraete/betex-22-eldi-tragbar/induktionsanwaermer-betex-22-eldi-us-tragbar-120v-inkl-joch-7-10-14-20-40-mm/

Das hat halt das Problem, das deine Spule recht viele Windungen haben muß :(
Benutzeravatar
Finger
Administrator
 
Beiträge: 2879
Registriert: Di 12. Jun 2012, 20:16

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Joschie » Do 2. Nov 2017, 14:07

Hallo zusammen,

ja diese tragbaren Induktionsheizer sind schon ne feine sache.
Hatte ein Spezl von mir auch auf seinem Werkstattwagen immer dabei, geht schneller und sicherer als mit Acytylen und Sauerstoff.

An einem einfachen Nachbau wäre ich auch interessiert, wenn man da was Foreninternes zusammenstricken könnte.

Nebenbei, könnte das sowas nur in groß sein?
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 43-84-7354

Grüße
Josef
Benutzeravatar
Joschie
 
Beiträge: 990
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 18:19
Wohnort: Dahoim

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Matt » Do 2. Nov 2017, 17:41

ich hab schon einige gebaut..

aufjedensfalls ist kleine wie iductor schon etwas mit Frickler-Mittel schwer machbar... ausser wenn 20kg Netzgerät immer mit in Schlepp kommt..


viewtopic.php?f=14&t=7046&p=145462&hilit=funghi+fump#p145462

Diese Schaltung hab ich schon erfolgreich über 1kW hcohgetastet.. aber wenn man Schraube für 1 Minute erhitzen will, reicht Verzicht auf Wasserkühlung des Spule..


Grüss
matt
Benutzeravatar
Matt
 
Beiträge: 1735
Registriert: So 24. Aug 2014, 21:22

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Gobi » Do 2. Nov 2017, 18:13

Schade, das liest sich dann doch alles nicht so, daß wir "Grobschmiede" damit zurecht kommen würden .... :?

Danke an Heaterman fürs abtrennen!
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 1700
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Induktionsheizer

Beitragvon grobschmied » Do 2. Nov 2017, 18:37

Gobi hat geschrieben:Schade, das liest sich dann doch alles nicht so, daß wir "Grobschmiede" damit zurecht kommen würden .... :?


Ach wie schade :-P ;-)
Benutzeravatar
grobschmied
 
Beiträge: 403
Registriert: Mo 13. Apr 2015, 17:10
Wohnort: bei Radeberg / Sachsen

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Propeller » Do 2. Nov 2017, 19:04

:D

Danke, Matt! So schlimm sieht die Schaltung ja gar nicht aus.
Auf Anhieb sehe ich da eigentlich nur 3 Fragen:
- was ist mit "ultraschneller" Diode gemeint? Gibt es da eine Typenempfehlung?
- Die Induktivitäten. Ich habe keine Möglichkeit, sowas zu messen. Kann irgendwer hier sagen: "x Windungen Kupfer in y mm² auf Kern Typ z ergibt 100mühH"? Welche Auswirkung hat eine höhere/geringere Induktivität an der Stelle?
- Leitungslänge zur Spule. Ist die hier auch kritisch oder kann man die Schaltung mitsamt Netzteil in ein altes Schweißinvertergehäuse implantieren und die Spule an die Schweißkabel klemmen?
Benutzeravatar
Propeller
 
Beiträge: 755
Registriert: So 29. Sep 2013, 09:40

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Matt » Do 2. Nov 2017, 19:18

was ist mit "ultraschneller" Diode gemeint? Gibt es da eine Typenempfehlung?

bloss nicht UF4007 und konsorte.. müsste schon mehre Ampere aushalten könnten...
BY299 ist grenzwertig beim 1kW..

- Die Induktivitäten. Ich habe keine Möglichkeit, sowas zu messen.

Wichtig ist nur dass der mehrfache Induktivtät von Spule in Schwingkreis. (wenn zu wenig, zieht der dann zuviel Strom und ist ineffizent, wenn zu hoch, dann ist der eher schlapp, ich habe da nicht genau getroffen, einfach was rumliegende Spule verbauen..)

- Leitungslänge zur Spule. Ist d

Schwingkreis-Spule und Kondensator sollte man besser in eine Raum packen, Oszillator ( FET, Diode, etc) kann man ausgelagert werden, wie meine aktuelle HF Ofen (Version 3, der mal Heinz Beanz auf FT17 gekocht hat) Sonst ist Verlust durch Leitung zu hoch, da fliesst schon extreme Strom in Schwingkreis.

Grüss
Matt
Benutzeravatar
Matt
 
Beiträge: 1735
Registriert: So 24. Aug 2014, 21:22

Re: Induktionsheizer

Beitragvon andreas6 » Do 2. Nov 2017, 19:31

In der verlinkten Schaltung sind die Spulen recht gut beschrieben und auch per Foto dokumentiert. Pc-Netzteilschrott besorgen, Sekundärdrossel abwickeln, bis der runde gelbe Kern nackig ist. Dann die angegebene Anzahl an Windungen drauf, das passt schon. Ich benutze diese Kerne auch an Wandlern mit dreistelliger Leistung, da laufen sie gut, hier allerdings mit mehreren parallelen Lackdrähten, das darf auch gut warm werden. Die genauen Induktivitätswerte sind nicht so wichtig, sie liegen aber im benannten Bereich.

MfG. Andreas
andreas6
 
Beiträge: 1687
Registriert: So 11. Aug 2013, 15:09

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Propeller » Do 2. Nov 2017, 20:07

Ah, ok.
Matt, da in der Schaltung steht, daß die Dioden 400V aushalten müssen. Die von Dir genannten BY299 sind für 2,5V ausgelegt, (zumindest laut Pollin.)
Wie tastet man sich bei der Schaltung in der Leistung hoch? Müssen Bauteile geändert werden oder nur die Versorgungsspannung?
Entschuldigung, falls ich doof frage, aber ich habe keine Ahnung von dem Thema.
Benutzeravatar
Propeller
 
Beiträge: 755
Registriert: So 29. Sep 2013, 09:40

Re: Induktionsheizer

Beitragvon ferdimh » Do 2. Nov 2017, 20:18

Die Dinger können 800V ab...
Der einzige Treffer bei Pollin ist eine LED, die maximal 2,5V Flussspannung haben soll...
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5198
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Propeller » Fr 3. Nov 2017, 07:58

Oh, da ist mir entgangen, daß das Suchergebnis überhaupt nichts mit dem Suchbegriff zu tun hatte. :roll:

Egal, was man macht: Wenn man 3 verschiedene Bauteile braucht, muß man grundsätzlich bei mindestens 2 verschiedenen Händlern bestellen. Geht zumindest mir immer so.

@Matt: Hast Du ein paar Bilder von Deinen Aufbauten?
Benutzeravatar
Propeller
 
Beiträge: 755
Registriert: So 29. Sep 2013, 09:40

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Gobi » Sa 4. Nov 2017, 13:09

Driften wir jetzt etwas ab? Ich hab ja Null Ahnung vom Thema, aber immerhin kann man doch Teile kaufen, die eine große Mutter warm (wie warm?) machen - das scheint doch zu gehen? Ich verstehe schon, daß der Schritt dahin, ein Messer zur Weißglut zu bringen noch mal ein ganz anderer ist. Das ist für mich auch das Problem: wieviel kann man erwarten, mit welchem Aufwand.
Dann frage ich mich auch, wieviel macht die Spule aus, also konkret: wird die Sache nicht gleich viel effektiver, wenn ich eine Spule nehme, die die Form des Messers nachbildet?
Wenn so was nur mit viel Aufwand zu erreichen ist, ist zB. im Messerfall ein kleiner Elektroofen sicher sinnvoller - allerdings auch schwer zu bekommen. Hier im Forum wurde mal so was angeboten, hab's dann aber leider aus den Augen verlohren.

Die Induktionsgeschichte finde ich nur deshalb interessant, weil man sehr gezeilt, begrenzte Heizpunkte setzen kann. Ich finde allerdings, das geht mit einem Schweißbrenner auch ganz gut - nur wer hat schon noch einen zu stehen...

Langer Rede kurzer Sinn: wir müssten erst mal definieren, welchen Leistungsbereich man bräuchte. Ich bin aber nicht in der Lage, so was zu berechnen.
Vielleicht kann es ja jemand überschalgen: zB. Rundmaterial (Stahl) 15mm Durchmesser soll auf einer Länge von 40mm in 20 Sekunden auf 800 Grad erhitzt werden. Damit könnte man schon allerhand anfangen, und es gäbe mal eine Vorstellung
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 1700
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Basic cooking of royer converter.

Beitragvon Matt » Sa 4. Nov 2017, 14:03

so schaut es aus, auf Holzbrett.., der ins 19" Rack umgezogen ist...(der mal auf FT17 aufgetaucht ist)

linke Seite ist Leistungsregelung (der Schaltregler ansteuert) und 4kW PFC, ist erstmal uninteressant für Basic cooking of royer converter.

Tatsächlich hab ich mit IXFR90N30 schon 1kW erreicht... nur bloss ist BY299 schon an Grenze gekommen ist..
Wobei ich bis heute noch nicht Schwingungsabriss-Notabschaltung realisiert habe(daran stirbt meiste FET in Royer-basierte HF Ofen)

Grüss
Matt
Dateianhänge
IMG_2329 - Kopie (2).JPG
IMG_2329 - Kopie.JPG
Benutzeravatar
Matt
 
Beiträge: 1735
Registriert: So 24. Aug 2014, 21:22

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Gary » Sa 4. Nov 2017, 14:54

Man braucht nur die Masse des Messer und die Wärmekapazität von Stahl, dann die gewünschte Temperaturdifferenz. Schon kann man die benötigte Arbeit berechnen und mit der gewünschten Zeit die Leistung. Wirkungsgrad würde ich mit 75% ansetzen.

Ich wollte mal induktiv Einspritzdüsen im Auto vorwärmen damit Rapsöl besser zerstäubt und die Karre besser anspringt.
Dabei haben wir keinen Schwingkreis gebildet, die Einspritzleitungen und Düsen umwickelt und die Frequenz von oben gesenkt bis der gewünschte Strom erreicht wurde. Bis 20A wurde an der Schaltung nichts warm, so schlecht kann der Wirkungsgrad nicht gewesen sein.

Die Schaltung war mit SG3525 und IRF3205 aufgebaut.
Gary
 
Beiträge: 1625
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 01:02

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Roehricht » Sa 4. Nov 2017, 15:24

hallo,
hastige Dioden die hohe Spannungen abkönnen sind diese hier:

http://cdn-reichelt.de/documents/datenb ... 448--1.pdf

oder noch schneller :

http://pdf1.alldatasheet.com/datasheet- ... R4100.html


73
Wolfgang
Benutzeravatar
Roehricht
 
Beiträge: 2588
Registriert: Di 13. Aug 2013, 04:00
Wohnort: 25474 Hasloh

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Anse » Sa 4. Nov 2017, 16:27

Für Induktionshärteanlagen habe ich mal die Spulen fräsen dürfen. Spule stimmt nicht ganz, mehr eine Windung aus massiven Kupfer mit Wasserkühlung.
Um die Effizienz zu verbessern wurden die Spulen mit einem Feldkonzentrator aus Ferrotron® umgeben.
Hier sieht man schön den Effekt: https://www.youtube.com/watch?v=KXMyx4bXUxk

Bevor jemand loszieht um sich davon was zu kaufen, seid gewarnt das Zeug ist abartig teuer.
Anse
 
Beiträge: 846
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 21:30
Wohnort: Bühl

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Sven » Sa 4. Nov 2017, 21:51

Wenig Luftspalt ist schon von Vorteil. Man sollte am Strom schon merken, dass ein Bauteil im Induktor ist und nicht nur daran, dass der Blindstromanteil zurückgeht.

Um ein Bauteil über die Curie Temperatur hinweg zu erwärmen braucht man viel Strom. Das bringt auch automatisch ordentlich Verluste mit sich mit. Deswegen braucht man da leider auch oft eine Wasserkühlung.
Wenig Windungen in der Spule bedeuten, dass man mit der Frequenz weiter rauf muss. In dem Video einen Beitrag vorher sieht man das auch ganz gut an den Angaben. 450 kHz ist schon was.
Bei entsprechend hohen Strömen muss man auf seine Halbleiter schon aufpassen.
Auch die Kondensatoren schön kühlen! Die üblichen Verdächtigen, die man bei Reichelt so bekommt (Wima MKS u.ä.) sind für den Frequenzbereich schon nicht mehr spezifiziert.
Der Skineffekt sollte auch im Auge behalten werden bei der Dimensionierung der Leitungen im Schwingkreis.

Vielleicht muss man als Bastler auch nicht so harte Taktzeiten wie in der Industrie fahren ;) und kommt beim Erwärmen mit weniger Leistung aus.
Benutzeravatar
Sven
 
Beiträge: 3360
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 12:52
Wohnort: in Sichtweise der Erdkante

Re: Induktionsheizer

Beitragvon Matt » Sa 4. Nov 2017, 23:30

Wima MKT, MKS vergiss es, der wird sehr schnell zerstört- MKT sekundenschnell..
Wima MKP geht, aber wird trotzdem frühzeitig ausfallen..wegen schwachbürstige Kontaktierung.(metalisierung anstelle Folie , verträgt nicht so hohe Strom)

FKP ist da richtige Wahl, wenn man neukaufen könnte. Trotzdem ist aufteilen in zig-Stück in 1kW Leistung ist zwingend wegen extrem hohe Strom durch Schwingkreis. Schätz mal über 150A ... BESTE Wahl ist Glimmerkondensator mit Schraubterminal, den für zivile Preis bekommen ist unmöglich.

Über Curie-Temperatur erhitzen, Teile müsste schon RINGformig sein und parallel zu Spule-Wicklung reinstecken, wie ich mal mit RedBull-Dose (ist aus Alu) und wird sekundenschnell durchgeglüht. Da wird eher Hitze durch kurzgeschlossene Wicklung erzeugt und nicht durch Wirbelstrom.(der nur beim magnetische Metalle geht)


btw. meine HF Ofen , ca 66khz, 11x Wima FKP 220nF 1250V DC 5 Wicklung (Wickelkörper ist Wasabi-Nüsse-Dose, d= 8,5cm )
Kupferrohr stammt aus Sanitär-Bereich 6x1 oder 5x1.. müsste nachmessen.

Ich glaub, müsste Workshop machen mit HF Ofen..

Grüss
Matt
Benutzeravatar
Matt
 
Beiträge: 1735
Registriert: So 24. Aug 2014, 21:22

Re: Induktionsheizer

Beitragvon topmech » So 5. Nov 2017, 12:57

hey

hätte auch Interesse daran mir so ein Teil nachzufrickeln. Mögliche Einsatzgebiete: induktives Härten im Verbund mit einer Laser-Temp.messpistole, ausgelötete alte Kondensatoren sprengen :twisted: oder Bauteile erwärmen, damit die besser zu demontieren sind (z.B. Fahrradpedal).
Wasserkühlung halte ich für unproblematisch nachdem ich aufm FT einen PC mit Colakühlung ausgeschlachtet habe :lol:
Benutzeravatar
topmech
 
Beiträge: 895
Registriert: Sa 28. Jun 2014, 18:04
Wohnort: Memmingen


Zurück zu Allgemeine Diskussion

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: andreas6, Bing [Bot], Google [Bot], MichelH, vossie und 20 Gäste

span