Fritzbox 7490 WLAN Probleme

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Benutzt man Google bei WLAN Problemen an der Fritzbox 7490, erhält man ziemlich schnell folgende vervollständigte Suchbegriffe.

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Deshalb schreibe ich hier mal nach einigen Tagen Fehlersuche einen kleinen Erfahrungsbericht.

Nachdem meine alte Fritzbox defekt war, hat mir mein Provider kostenlos die neue Fritzbox 7490 geschickt. Die Freude dauerte allerdings nicht lange. Die WLAN-Verbindung war so schlecht, dass ich die erste direkt als defekt umgetauscht habe. Leider war bei der zweiten Fritzbox die WLAN-Verbindung genau so schlecht, wie bei der ersten. Um zu verdeutlichen was ich meine: Die alte Fritzbox hat das komplette Haus und den Garten mit WLAN versorgt. Die neue Fritzbox 7490 brachte nicht einmal eine stabile Verbindung über 2m zustande. Tagelange Suche und durchprobieren sämtliche Einstellungen im WLAN-Verbindungsbereich brachten keine Besserung. Schlimmer noch ein externer TP-Link (per LAN-Kabel angeschlossen) brachte auch keine stabile WLAN-Verbindung zustande.

Intel hat bereits 2012 http://www.usb.org/developers/docs/whitepapers/327216.pdf darauf hingewiesen, dass USB 3.0 ein breitbandiges Spektrum hat, welches theoretisch die normalerweise benutzten WLAN Frequenzen (2,4 - 2,4835 GHz) stören könnte. Die Messung an einer USB 3.0 Datenleitung zeigt, dass die Theorie mindestens bis 4 GHz sehr gut mit der Praxis übereinstimmt. Oder anders ausgedrückt USB 3.0 ist ein starker WLAN Störer, was Geräteentwickler beim Design berücksichtigen sollten. Jetzt ahnte ich Böses, da ich einen kleinen USB3.0-Stick als Netzlaufwerk benutze und der Zugriff darauf per WLAN fast unmöglich war.

Also die Garantieerklärung in den Ofen geworfen und das Gerät aufgemacht.

FritzBoxWLANzwischenUSB3.jpg

Die WLAN-Antenne zwischen 2 USB-Buchsen zu platzieren und die Koaxkabel direkt über und unter dem USB-Chip zu führen, kann man wohl als maximal ungeschicktes Design bezeichen. Für eine Firma, die seit Jahren WLAN-Geräte inklusive USB-Funktionalität herstellt, eine bemerkenswerte Dummheit. Jetzt ist auch klar wieso das WLAN tod ist, sobald man die beworbene USB 3.0 Funktionalität benutzt. Aber wieso funktioniert ein 2m entfernter TP-Link auch nicht mehr? Das ist ja nur möglich wenn die Fritzbox auch die USB 3.0 Störleistung im richtigen Frequenzbereich abstrahlt!

FritzboxungewollteAntenne.jpg

Ja beim 1. Hinsehen sieht man, dass die Datenleitungen zur seitlichen USB-Buchse eine lambda/4 lange Lecherleitung also eine perfekte Antenne bilden. AUA das tut weh.

Nach dem deaktivieren des USB 3.0 Modus für beiden Buchsen tauchten auf einmal 11 statt vorher maximal 3 benachbarte WLAN-Netze im Störungsbrei auf und endlich war eine sinnvolle WLAN-Verbindung möglich. Der Zugriff auf den USB-Stick funktioniert genau so schnell wie vorher, da hier der Prozessor der Flaschenhals ist.


Also kurze Zusammenfassung:

  1. Wenn man die USB 3.0 Funktionalität der Fritzbox 7490 benutzt, torpediert man das eigene WLAN.
  2. Benutzt man hierfür nur die hintere USB-Buchse, stört die Fritzbox 7490 zum Glück fast nur das eigene WLAN.
  3. Benutzt man die USB 3.0 Funktionalität an der seitlichen USB-Buchse z.B. weil man wie vom Hersteller empfohlen auf 5,0 GHz WLAN umgestiegen ist, stört man das 2,4 GHz WLAN weiträumig. Also auch alle Geräte die in diesem Frequenzbereich unterwegs sind, wie z.B. Handy, Smartphones, Bluetoothgeräte, Außenthermometer, usw..
  4. Kleines Update: Es existieren wohl ein neues Layouts der Fritzbox 7490 siehe Forumsdiskussion. Leider wurde die Sache wohl verschlimmbessert. Bei den neueren Versionen stört sich die Fritzbox durch Verlegung der 2,4 GHz WLAN-Antennen nicht mehr so stark selbst, so dass die Störung der anderen Geräte "unbemerkt" bleibt.


  • Aus meiner Sicht würde ein seriöser Hersteller beide USB-Buchsen standardmäßig im USB2.0 Modus aktivieren.
  • Das Aktivieren des USB3.0 Modus der hinteren USB-Buchse sollte nur nach Warnhinweisen möglich sein.
  • Ein Aktivieren des USB3.0 Modus der seitlichen USB-Buchse sollte gar nicht möglich sein.