Finger´s elektrische Welt

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Forum und Wiki für den durchgeknallten Bastler

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Wider dem Geruch

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Dieser Artikel wurde geschrieben von Lüsterklemme2000

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Ozon ist schon eine tolle Sache. In der Ozonschicht kommt es natürlich vor und filtert die UVStrahlung teilweise. Dazu ist es noch ein starkes Oxidationsmittel. Erzeugen lässt sich Ozon einerseits durch massive UV-Bestrahlung von normalem Sauerstoff, oder auch durch Koronaentladungen an Hochspannung. Da ich gerade keinen Zugang zu UV-Strahlungsquellen habe, entschied ich mich für die Hochspannung. Hierfür spendet Nachbars alter Röhrenfernseher seinen Zeilentrafo. Dieser bekam knapp sieben neue Windungen auf seinen Kern gewickelt. Befeuert mit 16 kHz gepulstem Gleichstrom aus dem Labornetzteil ergaben sich schon recht anschauliche Lichtbögen mit knappen 3cm Länge. Ab einem Abstand von etwa 7cm ergab sich die gewünschte Koronaentladung und es stellt sich auch schnell der typische, leicht stechende Ozongeruch im Raum ein.

Eine Möhre als Fingersimulator zeigt auch ganz deutlich, dass man da nicht mehr dranfassen sollte, die wird nämlich regelrecht abgetragen.

Doch wofür nutzt man das jetzt? Das Ozon zerfällt nach kurzer Zeit in ein Sauerstoffmolekül sowie ein Sauerstoffradikal. Aufgrund der stark oxidierenden Wirkung dessen, verbindet sich das Radikal mit Geruchsmolekülen in der Luft und neutralisiert so Gerüche. Klingt in der Theorie schon mal sehr gut. Also mal einen alten Wasserkocher als Gefäß für die Ozonreaktion zweckentfremdet. Funktioniert sehr gut. Doch wie nutzt man das ganze jetzt um beispielsweise nach Rauch stinkende Geräte oder ähnliches zu neutralisieren? Auf Dauer soll das Zeug nicht so gesund sein. Damit fiel mein anfänglicher Plan, damit ein Zimmer zu fluten flach. Nach ein paar Tagen bin ich dann eher zufällig an einem leeren Ölfass in der Schrottecke vorbeigekommen. So ein 200 Liter Metallfass ist eigentlich Ideal um als Ozonneutralisationsgerät verwendet zu werden. Es ist dicht (im Gegensatz zu seinem Erbauer) und sieht eigentlich auch ganz nett aus. Also erst mal eine provisorische Luke in den Fassdeckel geschnitten und die letzten Ölreste rausgewischt. Da das blöde Ding immer wegrollen will, bekommt es noch Teile von einem alten Trampolin als Füße angeschweißt und ist somit standfest.

Als nächstes steht der Bau der Luke an. Da man im späteren Betrieb auch hineinsehen will, muss natürlich noch ein Sichtfenster hinein. Da das ganze sowieso ein Projekt ist, bei dem die Ästhetik zweitrangig ist, wurde hier kein Wert auf Symmetrie oder Exaktheit gelegt.

Auf die Unterseite der Luke wird dann noch Silikon zur Abdichtung des ganzen aufgetragen, damit das auch richtig dicht wird.

Fehlt eigentlich nur noch ein Ort um die Hochspannung zu erzeugen. Da sich im Moment auch ein Überschuss an Altbriefkästen in der Schrottecke befand, kommt hier einer als Gehäuse zum Einsatz. Jetzt geht es an den eigentlichen Ozonreaktor. Hierfür habe ich einen Keksdosendeckel verwendet, welcher mit Nägeln durchschlagen wurde. Durch die spitze Form der Nägel kann die Luft dort besser ionisiert werden.

Dieser Platte gegenüber steht eine flache Backofenrückwand. Die beiden Platten werden an den Zeilentrafo angeschlossen und sind damit einsatzbereit. Damit am Fass keine Hochspannung anliegt, musste eine Kaffeemaschine noch ihr Gehäuse als Abstandshalter spenden. An die Oberseite des Fasses kommen noch zwei 21 Watt KFZ-Birnen für nächtliche Entstinkungsaktionen.

Schließlich wird noch der Briefkasten mit zwei elektronischen Halogentrafos und dem Zeilentrafo gefüllt, alles verkabelt und schon ist es fertig, dass Ozonfass. Ein Trafo übernimmt die Versorgung der Beleuchtung, der andere versorgt den Zeilentrafo. Aus dem Briefkasten gibt es keine Fotos, da ich nach der Fertigstellung die Schlüssel verloren habe und ihn nun nicht mehr aufbekomme. Shit happens.

Natürlich muss noch ein Warnaufkleber drauf und da nur Altteile verwendet wurden, erhält es die 95% Plakette. Jetzt kann ich ganz einfach Gegenstände, die schlecht riechen in das Fass legen, die Luke verschließen und den Ozongenerator einschalten. Nach ein paar Stunden hat das Ozon den Geruch neutralisiert und man kann ein olfaktorisch sauberen Gegenstand aus dem Fass entnehmen.

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