Finger´s elektrische Welt

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Forum und Wiki für den durchgeknallten Bastler

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Gartengeschichten

Von der Lust eines stickigen, feuchten und zugewucherten Minibiotops

Das war genau das, was mir im Herbst vorschwebte. Der Duft von reifem Gemüse, feuchte, warme Luft und sattes Grün.
Also in den Kleinanzeigen ein Gewächshaus gesucht, gefunden und spontan gekauft.

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In der Anzeige war nur die Tür auszumachen, alles andere war komplett eingewachsen. Brombeerranken wie Wasserrohre
und Lebensbäume mit armdicken Stämmen. Erde auf dem Dach (mit Regenwürmern) und innen vollgestellt
mit Sperrmüll.

Das erste Foto entstand nach drei Stunden schneiden, hacken und sägen:

Zwischenzeitlich war Helm angesagt. Ein Gesichtsvisier hätte auch gute Dienste getan, aber es blieb bei einigen Kratzern im Gesicht. Den Versuch, die Scheiben zu kennzeichnen, habe ich dann auch sehr schnell aufgegeben. Auf den Algen hielt kein Klebeband.

Das Ding war mindestens 20 Jahre sich selbst überlassen und insgesamt hat es fast 1.5 Arbeitstage gebraucht, das Haus abzubauen.

Irgendwann war es dann soweit und das Puzzle für Erwachsene war zerlegt.

Den Müll durfte ich einfach dort lassen:

Inklusive der Schadstoffsammlung "Von Vatti noch".

Das das erst ein Bruchteil der gesamten Arbeit sein würde, war mir überhaupt noch nicht klar. Noch nicht einmal ansatzweise.

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Hier soll es nun hin. Oder zumindest später. Erstmal muss hier einiges umgebaut werden...


Als erstes den Unterstand leerräumen und Sperrmüll anmelden

Dann das Dach zurückbauen


und die Fundamente aus dem Boden wühlen

und abtransportieren lassen

oder verschenken.

Für Brennholz entsteht ein neuer, deutlich kleinerer und luftigerer Lagerplatz

und hinten soll das Fundament entstehen. Das ist das erste mal in meinem Leben, das ich Maurerschnur kaufen musste.

Das Puzzle für Erwachsene zusammengeschraubt (nachdem ich tatsächlich Aluminiumschrauben kaufen musste)

Und auf eine Lage Betonplatten gestellt. Passt soweit.

Dann das erste Mal so richtig gemauert, Stein für Stein. Eigentlich nur, damit ich mir nicht ständig den Hirnkasten an der Tür anrammen muss:

Nach dem Waschen sämtlicher Scheiben (einige fehlten sowieso, andere hatten den Ausbau nicht überstanden) fehlten doch etliche. Glücklicherweise hatte Sven in den Kleinanzeigen einige Fensterscheiben zum schmale Kurs aufgetan und ich konnte endlich mal meinen Glasschneider beschäftigen.


Der Einbau war dann nochmal ein totaler Krampf. Die alten Scheiben waren mit Butylschnur eingesetzt. Ich wollte schlauer als die Altvorderen sein und habe endlos mit verschiedenen anderen Materialien und Mustern experimentiert um dann bei Moosgummischnur hängenzubleiben. Als nächstes musste ich ein Werkzeug konstruieren, um die Halteklammern setzen zu können. Natürlich NACHDEM ich begriffen hatte, das es zwei verschiedene Größen gab. Und zu guter letzt stand das Haus zu dicht am Zaun, so das mein Brustkorb nicht dazwischen passte und ich die letzen Scheiben am langen Arm von Nachbargrundstück montieren musste:


Einen halben Kubikmeter Erde direkt in den Kofferraum zu schaufeln war auch nicht die allerbeste Idee.

Aber das Haus steht soweit und das erste Grünzeug könnte einziehen:

en mus Aber im Moment ist noch eher Winter, und später Feierabend ist des Fricklers Feind. Also muss etwas kümstliche Sonne her.Tatsächlich sind das die billigsten LED-Strahler, die der Chinese Richtung restliche Welt schleudern konnte:


Doch nutzen wir den Wintereinbruch

für etwas nützliche und beschauliche elektronische Ergüsse. Ich will ja gerne vom Sofa aus wissen, was das Grünzeug so treibt und braucht. Also kommt jetzt der Plantduino:



Und was macht das jetzt? Zwei Schalteingänge überwachen die Tür und einen Bewegungsmelder. Ein LDR misst die Umgebungshelligkeit, zwei Sensoren messen die Bodenfeuchte, zwei weitere Luftfeuchte und Lufttemperatur im und ausserhalb des Gewächshauses. Zusätzlich sorgt ein LED-Streifen für Licht und eine Endstufe macht 17KHz AC für einen Schneckenzaun. Dessen Strom wird gemessen und soll als Bodycount und Kurzschlusserkennung herhalten.

Quasseln tut das Ding über RS485 mit seiner Umgebung. Die Sensoren sind aus dem Forum nachgebaut: Klick und haben lediglich ein Gehäuse aus dem 3D-Drucker bekommen

und werden in Epoxy vergossen. Was sich natürlich gerne seinen Weg hinaus sucht und eine grandiose Sauerrei anzettelt.


Einer von den vieren war dann auch direkt kaputt. Raus tun die ein analoges Signal, brauchen also etwas Kalibrierung in Software und werden bei Nichtgebrauch weggeschaltet (Anti-Gammel).

Mit gehäuselosen Molusken und Strom hatte ich früher schon experimentiert, hier noch mit einem Laptopnetzteil und einer Bierfalle:


Die Schneckenabwehr hier wird aus dünnem Stahlseil bestehen


und mittels Federspannung in angeschraubten Eckführungen gehalten werden. Das hier sind erst einmal Prototypen aus dem 3D-Drucker:


Luftfeuchte- und Temperatur werden über HDC1008 auf billigen chinesischen Prototypenboards gemessen. Lackieren geht nicht, also wandern die in Filmdosen

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Das Sieb soll Getier fernhalten, das Aluklebeband das Aufheizen durch Stahlung vermindern. Eingebaut werden die dann Kopfüber:

Einer sitzt dann im Gewächshaus und einer draussen.

Drinnen wird ein LED-Streifen auch nächtliche Exkurse ermöglichen. Befestigungspunkte gibt es aber keine, also spendet der Fadendrucker ein paar Klipse für das Firstprofil:

Draussen will ich mich bei den ganzen Kabeln natürlich auch nicht auf die Klappe legen. Hinzu kommen als diese Röhren:


Das sind Innenrollen von irgendwelchem Folienzeug die ich mal aus einem Container geborgen hatte. Drinnen steckt ein Holzstab mit LED-Streifen


  der von anfangs gedruckten, später gelaserten Haltern in Position gehalten wird:

Die Deckel sind aus dem Drucker und mit Silikon eingesetzt, damit das wenigstens von oben dicht ist. Das Innenleben hält Plastik 70 hoffentlich eine Weile vom Gammeln ab. Mit Gewindestangen aus einer Kabeltrommel stecken die Säulen dann später im Boden.

Aussehen soll das später mal alles so wie auf der anderen Seite des Hauses:


Im letzten Herbst sind dann noch ein paar Vogelhäuser aus dem Laser entstanden:

Holzleim und etwas Heißkleber dazu


Und fertig ist das Fertighaus für eine Saison. Viel länger dürfte das Sperrholz eh nicht halten. Zu allem Überfluss haben wir für dieses Jahr dann auch den Zeitpunkt verpasst, die Geier brüten schon...


Das hier soll eine Garage für den Grill werden. War nicht die allerbeste Idee, die Pflanze musste ich dann in gebückter Haltung ausbuddeln:

Die Mulde im Dach ist dem hohen Kampfgewicht unseres Katers und dem idealen Standort zum Sonnen geschuldet:

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Die Türen hingegen haben keine Scharniere sondern stehen nur davor:

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Weil die Sache mit dem Bücken mit steigender Laufzeit ja eh nicht besser wird gibt es noch ein Hochbeet dazu:

Auch das bekommt eine Innenbeleuchtung, die unter den Randbrettern sitzt:


Die ganze Elektronik da draussen braucht natürlich Saft (12V) und soll seine Ergüsse ins hauseigene Netzwerk bölken. Dazu passend lag ein neuwertiger Schaltschrank im Schrott, der einen gartengrünen Anstrich bekommt:


Da sich hier mittlerweile irre viele Samen herumtreiben werde noch Pflanzschilder hergestellt, die mit einem Edding beschriftet werden können:

Zur Freude der Nachbarn ist dann noch die Kompostgabel abgebrochen und das Ende ließ sich nicht herauspopeln. Aber kein Problem, neue Gaskartusche in den Brenner und einfach warten:

Bei der Gelegenheit wurde ich dann auch gewahr, warum der Bohrer so schlecht bohrte. Wie zum Teufel bekommt man so ein Gewinde hin?



Jetzt bekommt die Kuchenstiege vom Bäcker auch endlich eine Verwendung

nämlich als Tischplatte für einen Pflanztisch:

Das mit den Schnecken ist natürlich so eine Sache... Zumindest die Frühjahrsbrut lässt sich ja sehr gut per Bier anlocken. Das Gesuch in den Kleinanzeigen nach altem Bier blieb zwar ohne Erfolg, aber Ödem-Export gibt es schliesslich für 60 Cent pro Liter auf Glaskartusche. Warum nicht eine automatische Falle konstruieren, die sich selbst entleert und neu befüllt?

Zum größten Teil aus dem 3D-Drucker und ausgeschlachtetem Konsumerkrempel, die basisdemokratische Moluskenfalle quasi. Lediglich ein Hubmagnet für die Bierdosierung und ein kleiner Motor, der das Gefäß entleert. Keine Sensoren, keine Schalter, kein großartiges Kleinhirn (ein Arduino Nano reicht) und etwas Kleber. Dachte ich mir so:

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Der Becher wäre aus dem Schwedischen Möbelhaus. Sehr viel weiter bin ich da noch nicht, zu viele andere Projekte. Zum Beispiel neue Lampen an den Türen:

Der Bursche hier (Gewerkschaft Quindt) wird uns im Gartenpavillon Wärme spenden


und über den Wärmetauscher aus Kuchenblech und 3 Meter Abgasrohr zu den Nachbarn entlüften:

Aktuell sieht es hier jetzt so aus:



Ins Fallrohr der Dachrinne hab ich kurzerhand einen Wasserdieb installiert und anschliessend erst meinen Verstand bemüht. Der Kasten sitzt jetzt oberhalb des Überlaufs der Wassertonne. Also hab ich mir ein Füllventil gedruckt, das mit einem Tischtennisball den Zulauf verschliesst.

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Ein paar Zentimeter unter der Öffnung sitzt das Ding und funktioniert genau überhaupt nicht.

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