wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

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Hightech
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Hightech » Do 25. Feb 2021, 07:44

Mancher frisch gebackene Techniker meint, er bekommt "nur" weil er den Schein hat, gleich eine Stelle mit jährlich 6stellig.
Die Firmen wollen zwar sehr gerne Techniker mit Berufserfahrung auch für Stellen mit einfacheren Tätigkeiten, aber nicht so viel dafür bezahlen.

Bei uns war das auch so:
Stellenausschreibung für den Außendienst war Techniker. Bezahlen wollten die aber nur Geselle.
Für den Außendienst bei uns braucht man aber keinen Techniker, sondern jemanden mit der Fähigkei eigenständig im Feld klar zu kommen.
Der Job ist nicht fürstlich entlohnt, da winken die Techniker schnell ab.
Das hab ich meiem Chef auch klar erklärt, das es draußen im Feld fast egal ist, was für einen Zettel der Bewerber hat, er muss den Job erledigen können, ohne das er 24/7 bei mir am Ohr hängt.

sysconsol
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von sysconsol » Do 25. Feb 2021, 08:40

Das mit den Gehaltsvorstellungen wurde uns zur Technikerweiterbildung auch schon erzählt - von den Lehrkräften.
Ich habe das damals schon für unrealistisch gehalten.

Der Techniker durchläuft eine schwerpunktmäßig fachliche Weiterbildung, der Meister durchläuft eine schwerpunktmäßig wirtschaftliche Weiterbildung.

Als Techniker darf ich nicht ausbilden.

Was die Technikerweiterbildung (korrekt Aufstiegsweiterbildung) zumindest für Elektrotechnik angeht:
Zwei Jahre Vollzeit oder vier Jahre Teilzeit.
Selbstständiges Arbeiten ist Grundvoraussetzung. Dazu gehört es auch, sich Dinge selbst anzueignen.
Man wird nur zur Quelle geführt, saufen muss man selbst.
Die Kosten nicht unterschätzen.

Meine Erfahrung mit diesem Abschluss und Bewerbungen:
Wenige wissen, was ein "staatlich geprüfter Techniker" ist. Wenige interessierte es.
Nach Details wurde bei der Berufserfahrung gefragt (Wie decken sich ihre Vorstellungen von der Stelle bei uns mit ihrer bisherigen Erfahrung?)
Wenn sich das nicht halbwegs zusammenpasst, hat man wenig Chancen.
"Sich einarbeiten können" interessiert leider auch wenige.

Ob sich das lohnt?
Meine Meinung: Solange die Erfahrung reicht, in Bereiche mit gewünschten Tätigkeiten hereinzukommen - nein.
Ansonsten ist "ich habe eine Weiterbildung gemacht, um mich neu zu orientieren" eine adäquate Begründung auf oben geschriebene Fragestellung.

Lohnt sich ein Studium?
Eher als der Techniker. Wer es sich leisten kann (finanziell und geistig), der erarbeitet sich theoretisches Wissen als durchaus brauchbares Hilfsmittel.
Das kommt aber auch wieder darauf an, was man nach dem Studium beruflich machen möchte.

Ich habe erst vor ein paar Tagen mit einem Vertriebler mit Doktortitel über messtechnische Probleme gesprochen.
Das im Rahmen von Studium und Promotion erarbeitete Wissen ist nicht immer zwingend notwendig, aber doch sehr hilfreich.
Das Gespräch war sehr informativ, ich fühlte mich technisch gut beraten.

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Mista X
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Mista X » Do 25. Feb 2021, 09:16

Da hätte ich doch noch eine Anekdote aus meiner alten Firma...

Ein werter Herr Ingenieur möchte eine chemische Anlage bauen.
Da drin bewegt sich unter anderem Schwefelsäure, Chlor usw.
Es geht an die Materialauswahl der Durchflussmesser... Ing: Wir nehmen Edelstahl überall, das muss reichen!
Ich: Nein, in den Nachbarbetrieben die nehmen immer mindestens Titan bzw. PTFE ausgekleidet.
Ing: Ach, die übertreiben. Ich bestell die schonmal laut Liste.

Geräte kommen, werden montiert, Wasserfahrt alles OK
Dann kommt das Produkt - und eine Woche später messen alle durchweg nur noch Blödsinn.
Instandhaltung flitzt rum und spielt mit der Software herum...
Am Abend dann die Ernüchterung: Alle Geräte durchgefressen und abgesoffen.

Herr Ing. versucht die Schuld mir in die Schuhe zu schieben, ich hätte ihn falsch beraten.
Blöd nur, dass in meiner Revision der Liste PTFE ausgekleidet stand, in der vom Ing. die er dannach zum bestellen nahm Edelstahl.

Und die Moral von der Geschicht?
Auch ein hochtrabender Titel schützt nicht davor den Vogel abzuschießen.

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Fritzler
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Fritzler » Do 25. Feb 2021, 11:20

Ich empfehle Ultraschalldurchflussmesser, das spart sogar noch Übergangsstellen, denn diese werden nur außen ans Rohr angeklemmt :mrgreen:

Aber am Rest der Rohe war schon ein PTFE Inliner, nur an den Messtellen nicht?
Sonst kannste ja alles austauschen.

Blechei
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Blechei » Do 25. Feb 2021, 17:19

Ehrlich gesagt geht mir die Stänkerei gegen Ingenieure so allmählich auf den Sack. Ich bin nämlich auch einer,
das hat mich ein paar Jahre meines Lebens "gekostet" in denen ich SEHR VIEL auch über Informationsbeschaffung,
-anwendung und Ausbildung gelernt habe. Interessanterweise kommen die Anmuffungen immer so nach dem Motto "Ätsch, ich habe
keinen staatlichen Titel bin aber trotzdem besser/schlauer/schöner".
Janee, is klar. Sorry für OT aber das mußte mal raus.

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Hightech
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Hightech » Do 25. Feb 2021, 18:53

Mein Vater ist auch ein Top-Ingenieur Bj 1950.
Sein Brüder sind das auch allesamt. Das sind wirklich alle 4 sehr sehr gefragte Fachleute die in ihrem Gebiet absolute Spezialisten sind.
Bei den Jungs rührt sich nix bei Einsätzen wenn da nicht 400Euro die Stunde kommen. Bei Einzelaufträgen zumindest.

Aber manchmal wundere ich mich auch bei meinem Vater, der kann im Prinzip alles, aber damals schon war es für ihn nicht drin, den Videorekorder zu programmieren oder die Senderliste am Fernseher in Ordnung zu halten.
Hatte der einfach keinen Bock drauf. Der hat damals Anfang der 90er mit so komischen Steckkarten am PC rumhantiert wo der PC startete wenn man da anrief. Dann konnte man sich damit verbinden.
Oder so Steckkarten mit BNC-Anschluss und irgendwas mit Novell - Netware.
Dann kam er damit, das es ein neues Betriebsystem für den PC geben soll, das nichts kostet und Multitasking kann. Ich glaub er meinte Linux.

Wenn der was nicht kann, meint er meistens eher, das er kein Bock hat sich damit zu beschäftigen.

Ich denke es ist wie immer:
Die Deppen fallen hat extrem auf und sorgen für ein schlechtes Image.

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Bastelbruder
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Bastelbruder » Do 25. Feb 2021, 19:19

Es sind meist nur wenige die eine ganze Sippe / Kaste / Berufsgruppe in Verruf bringen. Aber man hat immer das Gefühl daß der Anteil solcher Musterkotzbrocken ständig im Steigen begriffen ist.

Das Multitasking-Betriebssystem war wahrscheinlich OS/halbe.

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RMK
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von RMK » Do 25. Feb 2021, 23:29

ich hab auch den Techniker gemacht (nicht ausbilden dürfen ist übrigens nicht korrekt, es gibt ein
freiwilliges Zusatzmodul mit Prüfung, danach darf man dann), das hat mir in meinen späteren
Jobs nicht unbedingt den riesigen Geldregen gebracht, aber viel (Hintergrund)Wissen was ich
dann und wann anbringen konnte und irgendwie öfters den Eindruck "hoppla, der kennt sich da ja
auch aus" beim Gegenüber hinterlassen hat.
Positive Eindrücke sind ja an und für sich nicht verkehrt.

Danach hab ich dann noch den Technischen Betriebswirt (jetzt heisst der "Master Professional in
Technical Management" :? ) gemacht, das hat obigen Effekt dann noch etwas verstärkt...

Nein, beides ist kein Ingenieursstudium, aber zumindest für mich hilfreich.

Und es ist doch wie fast überall, wenn man sich bemüht, selber denkt, sich auch mal selbstständig
informiert ("fortbildet") und allgemein engagiert ist, kommt - normalerweise - auch vorwärts.
Wer meint mit dem Dipl. Ing. für immer fertig zu sein mit dem Lernen - nunja. Lorbeeren und Ausruhen...

sysconsol
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von sysconsol » Fr 26. Feb 2021, 08:15

RMK hat geschrieben:
Do 25. Feb 2021, 23:29
[...] (nicht ausbilden dürfen ist übrigens nicht korrekt, es gibt ein freiwilliges Zusatzmodul mit Prüfung, danach darf man dann) [...]
Eben, das meinte ich. Der Techniker muss ein "Zusatzmodul", bei uns nannte man das AdA-Schein, machen.
Das hatte mit dem Techniker an sich aber nichts zu tun.
Der (Handwerks-?)Meister darf ausbilden, weil er Meister ist. Ohne Zusatzmodul. Siehe § 22 HwO
Der Ingenieur darf ebenso ausbilden (Der Bachelor auch? Nur in technischen Berufen? :? )
Auch die "REFA-Grundausbildung 2.0" hat nichts mit dem Techniker zu tun, obwohl ich die im Rahmen der Aufstiegsweiterbildung gemacht habe ;)

Ob man dann ausbilden kann, ist eine andere Frage.
Ich habe auch Umschüler betreut - das kann man als eine Form der Erwachsenenbildung betrachten. Dürfen darf ich das nicht :lol:

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Mista X
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Mista X » Fr 26. Feb 2021, 08:59

Ich hatte damals auch einen Ingi bei Bayer - Seit 10 Jahren in dem Betrieb, kannte jede Schraube und Mutter beim Namen.

Neuling komplett grün hinter den Ohren kommt ins Team.
Thema: Umbau Kühlwasserpumpen und Soleanlage

Teamsitzung - 3 Ingis, 2 Meister, 2 Montageleute, Leitung PLT und meine Wenigkeit als Planungstechniker
Neuer: Blabla ... dann müssen wir noch die KA31 PA003 auf Umrichter umrüsten sonst ...
Alter: Kannste mal machen, aber dann steht uns die Kacke bis zum Hals irgendwann.
Meister 1 + 2 grinsen breit, Montagemann 1 wippt feixend vor und zurück...
Neuer guckt doof, holt den Plan auf den Tisch.
Aaaaach sooooo KL und nicht KA ... KA war die Fäkalien und Abwasserhebeanlage.

Furztrocken der Alte ... aber gut! :lol:

Gary
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Gary » Fr 26. Feb 2021, 10:40

Der Industrie Meister braucht ebenfalls das Zusatzmodul, wobei das meist gleich mit angeboten wird.
Beim Handwerksmeister ist es Teil der Ausbildung, der hat auch mehr Betriebsführung als der Industriemeister.

Blechei
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Blechei » Fr 26. Feb 2021, 11:35

Als Ing. durfte ich wegen abgeschlossener Lehre (Schlosser, Prüfung IHK) ausbilden.
Voraussetzung: die Jungs mußten einige Kurse bei der Innung (Metall- und Kunsstofftechnik) absolvieren.
Hinterher wurde ich dann von denen gebrieft;-)
Ich glaube aber das inzwischen wieder eine Zusatzqualifikation notwendig ist.
Im Zweifel entscheidet im Handwerk (Betrieb muß in der Rolle eingetragen sein) die zuständige Kammer,
ansonsten die IHK.

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Cubicany
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Cubicany » Mi 5. Mai 2021, 21:21

Ich bin ja aktuell in der Instandhaltung und wundere mich bei manchen Leuten dort.
Ich will in keiner Hinsicht anmaßend sein, aber das hat mich erstaunt.

Wir hatten kürzlich einen steinalten Antrieb auf dem Tisch, bei dem der Motor eine
glatte Scheibe besitzt und eine andere mit einem gummierten Ring darauf drückt. Diese
geht auf ein Getriebe und die Drehzahlverstellung geht darüber, dass man die Scheiben
gegeneinander aus der Flucht schiebt.

Den galt es zu demontieren.

Zwei Facharbeiter standen da etwa 3 Stunden ratlos wie "Jugend forscht" um das Ding herum.
Ein Mechaniker und ein Mechatroniker.

Die bekamen die glatte Scheibe einfach nicht runter bzw. kamen nicht auf die Lösung.

Nach dem Frühstück mussten die zwei weg, also die Chance ergriffen und mal probiert.

Es musste hinten bloß die Bremse runter, dann kam an der Welle eine Fräsung für einen Maulschlüssel zu
Tage, aus der glatten Scheibe konnte man einen Stopfen ziehen, hinter dem ein Gewinde lag.
Schraube rein, mit dem Schlüssel gegen gehalten und die Scheibe kam runter. So konnte dann der Motor
ganz ab und der neue drauf. Insgesamt dauerte das so 20 Minuten.

Aber ich lerne ja "Nur Elektroniker und habe keine Ahnung" ;)

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Desinfector
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Desinfector » Fr 7. Mai 2021, 07:48

Cubicany hat geschrieben:
Mi 5. Mai 2021, 21:21
Wir hatten kürzlich einen steinalten Antrieb auf dem Tisch, bei dem der Motor eine
glatte Scheibe besitzt und eine andere mit einem gummierten Ring darauf drückt.
nennt sich Reibrad ;)


Das Nichtverständnis so mancher Leute macht doch recht oft die Funde interessant.
-Auch für andere Leute ;) :mrgreen:

vor'm fiddl Jahr hatte ich ja so'n kleinen Composter gefunden (Alienware X51)
Stand offen im Rauhreif.

das Ding versieht hier statt des DC-DC Wandlers jetzt mit nem 1HE 230V-Netzteil regelmässig seinen Dienst.
Dafür kam eine Alt-Gurke weg.

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Roehricht
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Re: wie machen das eigentlich die schrägen Leute?

Beitrag von Roehricht » Di 25. Mai 2021, 19:54

Hallo,
das fällt mir auch noch ne Geschichte zu ein. Das war Ende 80 . Ein hamburger Krankenhaus hatte eine neue Telefonanlage bekommen. Mein Einsatzleiter und Vorgesetzter schickte mich und einen Kollegen dorthin um der Firma die die neue Anlage geliefert hatte bei den Umschaltarbeiten zu helfen. Soweit sogut, also Kollege dahin geeiert. Der Mitarbeiter der Firma war informiert das wir kommen und gab uns ein Packen Schaltzettel die nun abzuarbeiten waren. Im Gleichrichterraum nebenan war nach ca einer Stunde etwas lautstärke Diskussion über irgendwelche Schaltungen zu vernehmen. Dann kam ein Kollege von der Bauabteilung die für solche Neuanalagen zuständig ist in Wählersaal. Er: Habt Ihr da was geschaltet? Ich: Ja , dafür sind wir ja abkommandiert worden. Er: Nee, ich meinte habt ihr an den Leitungen von der neuen Anlage was abgeklemmt ? Ich: Nee wir schalten nur neue Teilnehmer die wir jeweils von der alten Anlage 1:1 umrangieren.
Er: Ja , äähh, die PSA geht nicht. Ich: Die ist doch auch an der Sonderleiste am HVt rausgeführt. Warum sollte ich da schalten, da hab ich kein Auftrag. Er: Hätte ja sein können. Ich: Geben Sie mal die Führung, ich kuck mal ob der Draht drauf ist. Er: ok. Er dann Wusch um die Ecke. Ich denk was ist denn nun? Wollt grad hinterher da kommt ein Fernmelder der Firma in Wählersaal gehuscht. ...! Hier die Führung" Und reicht mir ein Zettel. Ich hin zu der Stelle wo die Sonderleiste am HVt hängt und check die Rangiernug. Alles so wie soll.
Nun gehe ich in den besagten Glechrichterraum um da Bescheid zu sagen das am HVt alles ok ist. Der Raum der eigentlich so klein ist das da keine fünf Leute da reinpassen war voll. Der Kollege (Ing. ??), der Betriebsing vom Krankenhaus, 2 Fernmelder von der Telefonbaufirma , einer davon Ober Revisor, was der wirklich war weiss ich nicht, konnte aber wichtig tun.
Mit mir dann 5 Leute. Ich sehe an der Wand das PSA* Gestell von ANT Nachrichtentechnik. Ich frag den Menschen vonne Firma ob er denn die Anlage "sieht" mit seinem Prüfhörer. Anwort: nein. Im gleich Moment sehe ich den Anschalteplan der da auf dem Tisch rum lag.
Es gibt verschieden Übertragungstechniken mit der so eine and TK Anlagen angeschaltet werden können. Meist ist es ein analoger Amtssatz oder E&M. In diesem Fall kommt eine 2-Draht Leitung über eine sogenannten Querverbindungs Übertragung, Betriebsart: Gleichstrom Simultan (QS-SIM)** . Da kann ein Prüfhörer nichts dran hören weil die Technik gegen Erde hochomig signalisiert. Erde an a belegt, und Anlage quittiert mit Erde an b. Ich zu dem vor der Anlage knieendem Fernmelder: Klemm mal die Funktionserde an" auf den Hacken gedreht und wieder rübergegangen. Dazu muss man sagen QS-SIM wurde selten bis gar nicht an PSA benutzt. Das war wohl nur deswegen so weil an der alten HDW Anlage solche Übertragungen noch vorhanden waren als die PSA gebaut wurde. Aber die Firma die die Anlage geliefert haben müssten das gewusst haben, denn in der neuen Anlage steckte ja ne Karte dazu und der Anschalteplan lag auf dem Tisch.

Am nächst Tag kam mein Vorgesetzter und frug was da los war. Ich musste erstmal fragen um was es dageht. Vorgesetzter: Der Kollege hat sich beschwert das du dich da eingemischt hast. Ich: Ich habe mich nicht eingemischt, die PSA ging nicht und das Erste was war mir der Kollege unterstellte das ich/wir ne Rangierung rausgezupt zu haben.
Und auf dem zufällig rumliegendem Plan hatte ich den vermutlichen Fehler gesehen und nur drauf aufmerksam gemacht. Ich weiter: Und deswegen ist der angepisst?
Vorgesetzter: Die suchten schon vorgestern nach dem Fehler, und nun kommt son "Kabelneger" vom Betrieb und sagt wie es geht. Und es war tatsächlich die Erde nicht dran.
Vorgesetzter: Ist alles ok, ich werden mit dem Kollegen das mal allein und ganz in Ruhe klären. Kurze Zeit später der Oberboss auf dem Flur getroffen, der grinste als er mich sah. Er: Den Kollegen müssen Sie nicht ernst nehmen, obwohl er Ing ist hat er von den praktischen Sachen wenig Ahnung. ich kenne meine Leute. Der Herr ist in der Abteilung Neubau und Beschaffung: Er hat sich sich auf den Schlips getreten gefühlt. Die wollten die Endabnahme machen und die PSA geht nicht.

* PSA: Personen Such Anlage
** QS-SIM: Prehistorische Gleichstrom Zweidraht Übertragungstechnik zur Kopplung von räumlich getrennten Telefonanlagen bei der auch Amtsgespräche in die Gegenanlage vermittelt werden können. Benötigt Funktionserde. ca 30dB Reichweite. Entspricht ca 25km mit 0,8er Leitung.

73
Wolfgang

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