Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

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Sir_Death
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Sir_Death » Do 4. Aug 2022, 11:56

Chemnitzsurfer hat geschrieben:
Do 4. Aug 2022, 11:49
So einen Kollegen habe ich letztens Jahr auch bekommen, immer wieder "aber beim xyz haben wir das so und so gemacht"
Irgendwann hat ein anderer Kollege dann genervt gemeint "Wenn bei XYZ alles so super toll war, wieso bist du dann jetzt bei uns?"
Nach nem knappen 3/4 Jahr war er dann wieder weg...
!Das! ist die einzig verwendbare Antwort.
Ansonsten so wie du es gemacht hast - umdrehen und gehen.

Gary
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Gary » Do 4. Aug 2022, 20:11

Immer ein paar Kabelbinder in der Tasche haben - "jetzt zeigst du mir erst wie du das mit den Kabeln gemeint hast"

Bei uns war das so und so Blabla ..
Kein Wunder das ihr ne Pleite hingelegt habt..

Robby_DG0ROB
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Robby_DG0ROB » Fr 5. Aug 2022, 00:24

Chemnitzsurfer hat geschrieben:
Do 4. Aug 2022, 11:49
So einen Kollegen habe ich letztens Jahr auch bekommen, immer wieder "aber beim xyz haben wir das so und so gemacht"
Irgendwann hat ein anderer Kollege dann genervt gemeint "Wenn bei XYZ alles so super toll war, wieso bist du dann jetzt bei uns?"
Nach nem knappen 3/4 Jahr war er dann wieder weg...
So einen haben wir auch. Der erzählt seit Jahren, dass es bei seiner alten Bude viel besser war als bei uns. Aber dass sein Gehalt bei uns um einiges höher ist und das der Grund für seine Anwesenheit ist, verschweigt er natürlich.

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Mista X
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Mista X » Fr 5. Aug 2022, 15:29

Soooo jetzt brauch ich mal euren Rat.... mir schwirrt der Kopf.

Alles wird teurer, das merkt jeder und keiner weiß wie es noch weiter geht.
Das artet so aus, dass ich teilweise Stunden darüber brüte wie man hier was sparen kann, dort was einkaufen zur anschließenden günstigen Selbstversorgung usw.
Wie kommt ihr damit zurecht, dass einen die Sorgen langsam mürbe machen?

Gernstel
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Gernstel » Fr 5. Aug 2022, 15:42

Die Lebenserfahrung, schon einige angekündigte Apokalypsen überlebt zu haben, etwa
- Waldsterben
- kalter Krieg
- Ozonloch
- Angeblich explodierte, unersetzbare Chip-Kunststofffabrik
- Mad-Cow-Disease (BSE)
- Jahr-2000-Problem
- Corona
- ...

Auch jetzt wäre technisch fast alles gut lösbar und es ist nur Ideologie, die schadet.

Da hilft dann nur: Nachrichtenfasten - denn Nachrichten leben von Bad News. Und die Gewissheit, dass viele gute Menschen Tag für Tag daran arbeiten, dass es weiter geht.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Miraculix » Fr 5. Aug 2022, 19:07

Das versuche ich auch, Radio kann man eh nicht mehr hören mit dreimal pro Tag und jeden Tag gleiche Titel wahl.

Fernseh geht wegen verschobener Schüssel eh nicht mehr.( noch keine Lust aufs Dach zu gehen)

Leider bekomme ich noch genug mit, und mich macht das auch mürbe.

Den Wunsch von eigenen Haus schiebe ich in weite Ferne, obwohl ich bald mal anfangen muss, wenn ich irgendwann mal schuldenfrei sein will.

Das Lebensmittel teurer werden ist das eine, aber die Lebenshaltungskosten werden extrem. Gerade vorhin Ankündigung der Enbw das sie die Preise erhöhen werden.

Ich wohne günstig und verdiene nicht allzu schlecht. Noch kann ich beruhigt atmen, aber wie geht das weiter?

Die werden die Preise ja nicht wieder senken wenn die Kriesen vorbei sind. Nur das Gehalt wird nicht so schnell steigen.

Irgendwie geht es immer weiter, siehe Mauerfall und co.

Aber oftmals einher gehend das einige oder viele vieles von ihrem hab und gut verlieren.

Irgendwo hilft nur gottvertrauen und die Hoffnung das es irgendwie gut geht.

Aber da bist du bei weitem nicht alleine mit.

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Jan-DIY
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Jan-DIY » Fr 5. Aug 2022, 19:36

Ich mag keine Weltuntergänge.
Es wird alles wieder gut.
Habe ich meinen 3 Kindern auch gesagt als alles angefangen ist.

Es wird alles wieder gut.

Das ist mein Motto.

Und jetzt btt.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Finger » Sa 6. Aug 2022, 12:36

Einfach weitermachen. Nachrichtendetox. So versuche ich das zu halten.
Mista X hat geschrieben:
Fr 5. Aug 2022, 15:29
Soooo jetzt brauch ich mal euren Rat.... mir schwirrt der Kopf.

Alles wird teurer, das merkt jeder und keiner weiß wie es noch weiter geht.
Das artet so aus, dass ich teilweise Stunden darüber brüte wie man hier was sparen kann, dort was einkaufen zur anschließenden günstigen Selbstversorgung usw.
Wie kommt ihr damit zurecht, dass einen die Sorgen langsam mürbe machen?

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Gary » Sa 6. Aug 2022, 13:38

Ich mach mir um andere Sorgen

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Chemnitzsurfer » Sa 6. Aug 2022, 14:07

Versuch momentan auch eher meine Kröten beisammen zu halten und verschiebe ein paar anstehende Sachen auf später.
Einkäufe, Lebensmittel
Preise vergleichen lohnt sich immer, auch Kleinvieh macht Misst. Bestens Beispiel, letztens bei Kaufland, Aldi etc. Kondensmilch >80ct, bei Amazon 63ct => direkt eine Stiege bestellt, MHD Mitte 2023. Auch bei anderen Sachen lohnt sich für mich der Blick in Bezos Gemischtwarenhandlung immer mehr, letzten Monat dadurch mehr gespart wie ich für Prime zahle ;)
Rauchen tue ich eh nicht, Essen geh ich auch sehr selten, höchstens mal schnell einen Döner oder ein paar Bratnudeln vom Asiaimbiss

Miete/Strom/Wärme
Wohne bei einen städtischen Großvermieter im Arbeiterschließfach. Miete ist mit aktuell warm 420€/56m² für mich noch händelbar, Heizung durch Fernwärme noch bezahlbar. Wo ich mir Gedanken mache, ist wenn im Januar mein alter Stromvertrag ausläuft (Preisbindung mit 26ct/kWh) , aktueller Nachfolgetarif wären 39ct/kWh + 30€ mehr Grundpreis = 15€ mehr pro Monat. Wird sich zeigen wie hoch dann der Strompreis ist (EnBW will ja schon bis zu 30% anheben

Auto
nutze aktuell das 9€ Ticket (auch wenn eher unfreiwillig, weil mir ein Idiot die Kennzeichen geklaut hat und es schwer ist bei uns einen Termin zu bekommen)
sollte sich abzeichnen, dass es eine günstige dauerhafte Nachfolge für das 9€ Ticket gibt, werde ich das Auto abstoßen (13 Jahre alt und einige kostenintensive Sachen fällig)

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von xanakind » Sa 6. Aug 2022, 23:42

Chemnitzsurfer hat geschrieben:
Sa 6. Aug 2022, 14:07
Essen geh ich auch sehr selten, höchstens mal schnell einen Döner oder ein paar Bratnudeln vom Asiaimbiss
In der Mittagspause bin ich immer mit einem Kollegen essen gegangen.
Meistens zum Italiener, Stammdöner, Metzger, "wir haben alles" Imbiss oder selten auch mal in eine teurere Gaststätte.
Nach Corona haben aber alle mehr oder weniger heftig die Preise angehoben.
Unser Lieblings-Stammdöner hat den Vogel abgeschossen:
Jedes Gericht kostet mindestens 2,50€ mehr, manche sogar 4€(!) :shock:
Auch wenn ich dort wirklich sehr gerne gegessen habe und ich es mir eigentlich noch leisten kann: Das geht mir definitiv zu weit, solche Preise sehe ich nicht mehr ein.

An meinem Arbeitsplatz steht schon länger eine Mikrowelle, dazu kam nun noch eine einzelne Induktionskochplatte, Topf, Geschirr und etwas Maggi.
Ich mache mir aktuell dann irgendwas einfaches warm, hier bin ich noch am Ideen sammeln.
Auch wenn ich es ja eigentlich schon immer gewusst habe: Es ist dennoch erstaunlich, wieviel Kohle am Ende des Monats dadurch über beleibt.
Mein Kollege hat das mittlerweile langsam auch verstanden.
Doof ist, dass man halt auch in der Mittagspause in der Firma ist--> Telefon aus, bei Teams nicht reagieren und Kollegen bitten doch bitte in 45 Minuten wieder zu kommen.
Klappt bisher ganz gut :)

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von MSG » So 7. Aug 2022, 00:39

xanakind hat geschrieben:
Sa 6. Aug 2022, 23:42
An meinem Arbeitsplatz steht schon länger eine Mikrowelle
Bei uns war die Kantine eine ganze Zeit ziemlich unterirdisch.
Mikrowelle gibt's in den Kaffeeküchen (mit ein paar Tischen drin).
Da hab ich mir bei Amazon so Kunstoff Portions Dosen geholt. Am Wochenende dann reichlich mehr gekocht und dann portionsweise eingefroren und mit auf die Arbeit genommen.
Ab dann war das Mittagessen wieder ok :)

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Botanicman2000 » So 7. Aug 2022, 01:28

Hallo

ja Thema Strom, ich habe jetzt abschaltbare Steckdosenleisten gekauft um Abends alles was sonst im Standby rennt abzuschalten.
Playstation brauche ich auch nicht und kommt demnächst weg.

zum Essen auf de arbeit, vor 3 oder4 JAhren habe ich umgestellt. Ich bin morgens immer hin zum Bäcker. Kakao, Belegte Brötchen Zeitung. Um dann Mittags die brötchen wegzuwerfen und doch nen Döner zu Essen. Irgendwann dann gerechnet da sdas fats 180 Euro waren. Seitdem nehme ich geschmierte Stullen mit.


Zum Strom ich habe jetzt den Abschlag erhöht um nicht am Jahresende Blöd da zustehen
Auf da sAuto kann ich eben nicht verzichten da ich ein Hobby habe wo ich viel transportieren muss
Warmwasser macht meine Kombitherme, da habe ich auch auf 40 Grad begrenzt
Heizung ganz aus

Gruß Uwe

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Chemnitzsurfer
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Chemnitzsurfer » So 7. Aug 2022, 06:45

xanakind hat geschrieben:
Sa 6. Aug 2022, 23:42
Jedes Gericht kostet mindestens 2,50€ mehr, manche sogar 4€(!) :shock:
2-4€ geht ja sogar noch halbwegs.
Selbst bei den billigsten Dönerladen in der Umgebung bekommt man ne Pizza nicht unter 6€ , Döner ab vll. 5€. Und selbst dann hast du garantiert nur die Vitamine B A S und F und gutes Formfleisch auf dem Teller (getreu dem Film Brust oder Keule)

Muss aber auch sagen, dass hier bei den Lieferdiensten/ Imbisse die Qualität hier in der Umgebung so dermaßen nachgelassen hat, dass ich in Zukunft nicht mehr bestellen werde. Hatte Donnerstag mir einen Salat und Hühnchen bei einer großen Pizzakette gehohlt und den halben Freitag über der Kloschüssel verbracht und auch gestern noch flach gelegen.

Auf Arbeit nehme ich nur Aufbackbrötchen mit, höchstens dass ich mir wenn ich mal auf Bausstelle bin mir Mittags ne Roster hohle. Dafür esse ich abends meistens warm (oft Reste vom Wochenende oder schnelle Gerichte, habe da nach der Arbeit keine große Lust noch ewig in der Küche zu stehen.
Manche Kollegeb bestellen sich bei Merkel Essen in der Assiette, das Zeug steht dann teilweise schon kurz nach der Frühstückspause in eine Warmhaltebox im Pausenraum rum und besonders appetitlich sieht das auch selten aus.
https://merkel-menue.de/main.htm?m=0

Was ich eher bedrückend finde
Hier haben sie schon angekündigt, dass ab Herbst das Kita Essen um die 8€ (Frühstück, Mittag, Vesper) kosten wird :shock: ok, ich bin Singel, wenn ich da an meine Nachbarn denke, beide kurz über Mindestlohn bekommen und zwei Kinder haben Sind immerhin auch um die 340€ die erst mal in der Haushaltskasse sein müssen:?

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Fritzler » So 7. Aug 2022, 08:06

Noch günstiger (und dann auch noch gesünder) ist selberkochen.
Die Fertiggerichte sind ja nu auch nich grade günstig und die Inhalte sind eher, nunja...
Fertiggerichte mit brauchbaren Zutaten sind dann schon wieder fast so teuer wie der Dönermann.

Zum Zeitaspekt:
Man suche mal nach 30min Pfannengerichten.
Oder man kocht eben einmal groß am WE und macht die Woche über nurnoch warm.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Später Gast » So 7. Aug 2022, 10:06

Wg was einfaches für die Mikrowelle: Hab unter der Woche wg Pendelstress kaum Nerv mich noch in die Kombüse zu stellen, daher kauf ich viel tiefgekühltes Fertigessen, oder mal ne Packung Mauldäschle zum anbraten.
Der clou dabei ist, immer auch ne Tüte Tiefkühlgemüse dazuhaben ( brocolli oder Kaiser) und damit mindestens 50/50 zu machen, dann gibt das auch halbwegs gesunde Kost. Sonst schlägt das nämlich auf dauer ganz schön auf den Magen. Gemüse dünsten mit nem Bröckel Brühwürfel oder wenns geschmacklich passt auch mal Béchamel soße dazu gemacht. Eingelegte Jalapeños dazu wenns passt.

Das hat dieses Jahr mein genervt-Konto gut entlastet.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von PowerAM » So 7. Aug 2022, 10:19

Der Thai/Viet am S-Bahnhof nimmt 6,50 für den Döner. 4,00 für vegetarische Bratnudeln oder Eierreis. Sobald auch nur ~100 g Fleisch dazu kommen, bist du beim Dönerpreis. Mit meinen 30 min Mittagspause komme ich da auch nicht hin, überziehen bedeutet die Zeit nachzudienen.

Bis zum Frühjahr hatten wir eine Kantine. Qualitativ und geschmacklich mit wenigen Abstrichen sehr passabel, bürgerliche (Ost-) Berliner Küche. Beliebt bei Rentnern, Handwerkern usw. im Umkreis, Preise 3,20 - 6,50. Die Pächterin hatte nach zwei Corona-Jahren und immer wieder "Essen nur zum Mitnehmen" keinen Bock mehr und altersmäßig passte es auch für den Schritt in den Ruhestand.

Zum Herbst sollte es mit einem neuen Pächter weitergehen, wobei ich nicht verstehe, warum man der Bewerbung des letzten Küchenchefs auf Pachtübernahme "auf gar keinen Fall" zustimmen wollte. Der Zuschlag entfiel (leider) auf einen Konzern, der schwerpunktmäßig in Potsdam Ämter und Schulen versorgt. Ich kenne deren Futter von Dienstreisen - man kann es essen, es ist aber "so billig wie möglich" und mit 100 % TK-Zutaten gekocht. Aber: Dieser Konzern hat nun wieder davon Abstand genommen, angeblich könnte man die vereinbarten Preise nicht mehr halten und der "Verwaltungsrabatt" für Behördenangehörige (50 Cent) ginge auch "gar nicht mehr". Zur Erinnerung: Nach Bundeskantinenordnung sind Personal und Produkte das einzige kaufmännische Risiko des Pächters, die voll eingerichtete Küche inklusive Betriebskosten zahlt der Bund. Der letzte Küchenchef will nun aber auch nicht mehr, hat was besseres gefunden. Also neu ausschreiben...

Ich war bis zur Schließung Stammesser. Seither koche ich sonntags drei oder mehr Portionen und nehme mir das ins Amt mit. Dazwischen dann auch mal eine 800 g-Eintopfdose, mit Knacker oder Bockwurst aufgewertet und mit einem Kollegen geteilt. Mit wäre das für einmal zuviel, die kleineren Dosen kosten aber auch 2/3 einer großen.

Man muss den richtigen Zeitpunkt zur HF-Bestrahlung seines Essens abpassen, sonst ist die "Teeküche" durchaus mal länger blockiert. Wir spielen noch immer Corona: Nur einer darf sich zeitgleich in der Küche aufhalten. Ein zweiter nicht mal kurz, sondern gar nicht. Und wenn Kollege "Helge" sich dort einnistet, Kartoffeln schält, frisches Gemüse putzt und Schnitzel paniert, dann ist da für mehr als eine Stunde kein Reinkommen. Solange man die Liegenschaft nicht verlässt, kann man die Mittagspause unerkannt überziehen. Ich komme meist mit dem mir zustehenden Zeitrahmen hin.

Bereits angesprochen: Ich muss im Büro essen, habe keinen anderen Rückzugsort. Somit ist man nie ungestört und es stört andere auch gar nicht, wenn sie mich beim Mittagessen stören. Einige erwarten es als selbstverständlich, dass man sein Besteck weglegt und sich den Belanglosigkeiten widmet, mit denen sie angeschissen kommen.

Das ist falsch! Ich sitze an der Flachstrecke neben meinem Schreibtisch, mit Blick aus dem Fenster in Richtung Fernsehturm. Kommt jemand während meines Mittagessens rein, drehe ich mich nicht um und esse einfach weiter. Wer mir nur irgendwas ins Postkörbchen legen oder Briefumschläge haben will, der kommt allein klar und geht danach wieder. Telefon wird stumm geschaltet, Skype vollständig verlassen und beendet. - Bis auf wenige Uneinsichtige haben das fast alle verstanden. "Guten Appetit! Ich komme später wieder." ist ein üblicher Satz, den ich mit einem Kopfnicken beantworte. Wer mich zulabert, dem zeige ich die Tür. Wird zumeist verstanden...

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Bastel-Onkel
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Bastel-Onkel » So 7. Aug 2022, 16:21

Kantine fällt für mich aus, da ich Schicht arbeite. Mit Arbeitsklamotten dürfte ich da nicht mal rein und zum umziehen und essen reicht die Zeit nicht. Auf der Spätschicht könnte ich vor Arbeitsbeginn dort Mittag essen, aber früher gab es z.B. Schnitzel-Pommes für 8,50CHF (je nach Kurs zwischen 5 und 6€). Inzwischen ist der Kurs quasi 1 zu 1 und es kostet 12,80CHF (ist auch schon wieder Jahre her, vermutlich längst noch teurer).

Also schwinge ich selber den Kochlöffel und mache immer zwei Portionen, eine zum sofort essen und eine zum Mitnehmen. Nichts davon ist besonders exklusiv, ich bin kein Gourmet. Eingekauft wird einmal pro Woche in der Regel montags. Im Normalfall reichen mir da 20-30€. Nach den Nachtschichten gibt es den besonderen Luxus, daß ich mir süße Teilchen vom Bäcker gönne. Z.B. zwei Nußschnecken oder Streusel in der Tagesaktion, da bin ich aber auch nur noch knapp unter 3€. Zwei Teilchen ohne Aktion und schon ist man drüber. Aber das ganz einfache Hausbrot ist dort auch sehr gut und noch einigermaßen bezahlbar.

Strom kann ich nicht mehr mehr sparen, da bin ich am Limit. Wie gesagt, ich koche und das verursacht eben Stromverbrauch. Auch das Geschirr muß ja in die Spülmaschine (aus Zeitgründen). Da kann ich nichts mehr machen.

An der Miete hat sich bisher noch nichts getan, Nebenkosten werden sicher steigen. Egal, zahle seit Jahren zu viel und bekomme immer was zurück. Falls sich das ändert, ist die Nachzahlung im vernachlässigbaren Bereich. Ein Eigenheim will ich schon lange, könnte es mir auch problemlos leisten, sehe aber die idiotischen Preise nicht ein, habe keine Familie, werde wohl auch keine mehr haben und brauche es daher effektiv auch nicht.

Mein Fernseher ist von 2009 und lief dieses Jahr ein Mal für einen Film, den ich aus einer "zu verschenken"-Kiste aufgelesen habe.

Brennholz habe ich gerade wieder günstig organisiert. In der Hinsicht habe ich keine Angst. Mein Garten könnte auch intensiver bewirtschaftet werden, wenn ich mehr Zeit hätte.

Aufs Auto bin ich angewiesen, habe zwei, fahre günstig und werde die auch nicht hergeben. ÖPNV oder Fahhrrad haben keinen Kofferraum. Sollte sich der Benzinpreis bis ins Idiotische erhöhen, kommt irgend wann der Punkt, an dem der Job auch finanziell sinnlos wird.

Nein, diese Krise sehe ich wirklich sehr gelassen, weil sich die umsichtige Planung der letzten Jahre auszahlt. Sogar wenn sich alle Preise verdoppeln UND der Job den Bach runter geht, käme ich noch lange Jahre klar. Bin ein genügsamer Mensch, mein Plan B (Gartengrundstück mit Hütte) ist seit Jahren gesichert und ich könnte jederzeit "aussteigen", wenn ich nicht mehr kann oder will. Aber ich bin auch ein gewohnheitstier und kein Fan von radikalen Schritten. Ich bin eher am überlegen, beim Job kürzer zu treten, 10% Pensum zu reduzieren und mehr Zeit fürs "Leben" zu haben. Habe seit Jahren (seit der Schichtumstellung bzw. Jobwechsel) das Gefühl, als wäre ich nur Zuschauer in meinem eigenen Leben und daß ich mich kaputt mache für absolut rein gar nichts. Das Geld landet eh nur beim Finanzamt, den Bezug dazu habe ich völlig verloren und ich habe einfach nicht das Bedürfnis, zu prassen und zu protzen. Ist vielleicht ein Luxusproblem, deswegen aber nicht weniger belastend.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Joschie » So 7. Aug 2022, 22:09

@Robby_DG0ROB, Gary, Sir_Death, Chemnitzsurfer, Torpert, Sukram, Bastelheini und Fritzler.
Danke für eure Antworten, auch wenn ich spät antworte hier eine kleine Rückmeldung.

Ich habe am Freitag mit meinem direkten Vorgestzten darüber gesprochen, seine Aussage war zusammengefasst nur ich solle an den schwäbischen Gruß denken und die betreffende Person einfach mal wurschteln lassen.
Er hatte auch schon bei der Einstellung erste Erfahrungen damit gemacht in dem er alleine am Arbeitsvertrag vier Ausfertigungen und drei Stunden hin- und her gequassel verbraten hat (und der Anstellungsvertrag bei uns hat an sich nur eine DIN A4 Seite).

Ja, allen "Problemen" kann ich leider nicht ausm Weg gehen da das Thema EDV und "technische Infrastruktur" bei mir aufm Tisch liegt aber irgendwo muss man hald dann auch mal anfangen grenzen setzten.

Manchmal platzt einem hald irgendwo mal der Kragen oder man weiß einfach nimmer richtig weiter.

Grüße
Josef

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Fritzler » Mo 8. Aug 2022, 07:44

Joschie hat geschrieben:
So 7. Aug 2022, 22:09
Ja, allen "Problemen" kann ich leider nicht ausm Weg gehen da das Thema EDV und "technische Infrastruktur" bei mir aufm Tisch liegt aber irgendwo muss man hald dann auch mal anfangen grenzen setzten.
Da helfen dann nurnoch kurzatmige Antworten und die klare Ansage, dass man jetz auch mal andere Dinge zu tun hätte.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Mista X » Mo 8. Aug 2022, 12:10

Danke für die Antworten....
Nachrichtendetox ist echt schwer - aber das was da einige politische Kasperle abziehen kann man nicht mehr für voll nehmen.
Dazu noch die tägliche Dosis an lokalem Irrsinn, wobei die Stadt Hagen in letzter Zeit wieder einmal stark hervorsticht. Meist angehäuft mit behördlichem Versagens...

Meine mehr oder weniger legalen "Tricks" entspringen meist der Not und dem Drang Vorsorge zu treffen - denn egal wie nüchtern und rationell ich die Lage betrachte - es sieht alles teuer aus.
Wenn man sich wie in dem einen Thread geäußerten Ding mit der Säge in den Wald begibt, so habe ich vorgesorgt und mir eine Sammelgenehmigung besorgt gehabt - falls einer mich um 23 Uhr ansprechen sollte (Was aber noch nie vorkam).
Viele Dinge erledige ich nebenbei nach dem Motto: Wenn ich schon mit dem Hund ne Runde Gassi gehe, so kann ich wenigstens auf dem Rückweg was nützliches mitbringen. Da ist mir die Uhrzeit recht egal.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Bastel-Onkel » Di 9. Aug 2022, 16:48

Manchmal platzt einem hald irgendwo mal der Kragen
Ist mir heute bei der Arbeit wieder passiert. Reinigung mit Ammoniak-Lösung stinkt. Darauf muß man mich nicht hinweisen. Es war nicht meine Idee, ich bin nur der Trottel, der es machen muß. Und wenn ich dem zuständigen "Chef" sage, daß ich dann jetzt die Reinigung mache, dann sollte dem klar sein, daß ich den Gasrüssel auf habe und nicht telefonieren kann. Er ruft an. Ich drücke ihn weg. Er ruft wieder an. Ich drücke ihn weg. Er kommt rauf und gibt mir Zeichen mit der Taschenlampe. Ich raus aus dem Raum, Rüssel runter. "Was ist denn?" Joa, auf gut Deutsch nix. An einer anderen Anlage, wo er dran war, war etwas, das mich überhaupt nicht betrifft. OK, danke für die überflüssige Störung, ich arbeite weiter, kupple X Schläuche um. Dabei tropft etwas, das ist ja logisch. Ich spüle den Boden. Kommt der Sicherheitsfuzzi. "Es tropft und stinkt einen Stock tiefer." Jo, was erwartest du? Die Boden-Abdichtung ist in dem alten Stollen eben nicht mehr die beste. Ihm das mit dem letzten Rest Geduld erklärt, aber Blutdruck steigt langsam. Es klingelt das Telefon. Wieder der andere dran. Ich drücke ihn wieder weg. Als er dann tatsächlich rauf kam, um mir zu sagen, daß der Sicherheitsfuzzi reklamiert hätte, weil es einen Stock tiefer tropft und stinkt hatte ich dann eine kleine Hormonausschüttung der lauteren Art. Ich hasse Frühschicht. Heute ist der Entschluss gefallen, ich reduziere auf 90% Pensum und scheiße aufs Geld. Der Zirkus ist mir meine Gesundheit nicht wert.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Torpert » Do 11. Aug 2022, 07:35

Joschie hat geschrieben:
So 7. Aug 2022, 22:09
...

Ja, allen "Problemen" kann ich leider nicht ausm Weg gehen da das Thema EDV und "technische Infrastruktur" bei mir aufm Tisch liegt aber irgendwo muss man hald dann auch mal anfangen grenzen setzten.
...
Ich kenne das, war auch mal dafür zuständig und hatte solche "anspruchsvolle" Kollegen. Ich hatte dann durchgesetzt, dass Anfragen und Aufträge schriftlich gestellt werden. Danach war das erträglich. Die meisten der unsinnigen Forderungen konnte ich danach tatsächlich sogar an Vorgesetzte weiterleiten :P
Und die sinnvollen Aufträge haben auch profitiert, weil die Kollegen mit einfachen Textbausteinen über den Bearbeitungsstand informiert werden konnten. Hat die Anzahl der Nachfragen drastisch reduziert.

Kleinkram konnte ich weiterhin auf Zuruf erledigen; wenn aber eine der Nervensägen aufschlug, konnte ich die mit einem "schick mir 'nen Auftrag" stehen lassen :D

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Torpert » Do 11. Aug 2022, 07:42

Bastel-Onkel hat geschrieben:
Di 9. Aug 2022, 16:48
...Heute ist der Entschluss gefallen, ich reduziere auf 90% Pensum und scheiße aufs Geld. Der Zirkus ist mir meine Gesundheit nicht wert.
Ich hatte, als die Kinder klein waren, auf 78% reduziert, dann konnte ich immer von 6 bis 12 arbeiten, musste dadurch keine Pause in der Firma machen und war jeden Nachmittag daheim.

War eine gute Entscheidung 😇

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Julez » Do 11. Aug 2022, 11:20

Mista X hat geschrieben:
Fr 5. Aug 2022, 15:29
Soooo jetzt brauch ich mal euren Rat.... mir schwirrt der Kopf.

Alles wird teurer, das merkt jeder und keiner weiß wie es noch weiter geht.
Das artet so aus, dass ich teilweise Stunden darüber brüte wie man hier was sparen kann, dort was einkaufen zur anschließenden günstigen Selbstversorgung usw.
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Ich spare recht viel, indem ichfast immer grundsätzlich ne Stulle von zuhause mitnehme. Falls ich es mal vergesse, liegt eine Notration in Form einer Ravioli-Konserve im Schreibtisch. An jedem Arbeitstag nicht für €5 oder so essen gehen spart schon mal €1000/Jahr.
Dann hat mein selbstgebautes Elektrofahrrad mittlerweile 12.000km auf der Uhr. Das hat sich schon lange rentiert, da 1.500€ an Sprit gespart wurden.

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