Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

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Hightech
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Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Hightech » Sa 5. Feb 2022, 05:57

Für Fragen ohne Technik

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Cubicany
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Cubicany » Mi 9. Feb 2022, 07:20

Ich habe da aktuell ein Problem, was jetzt so indirekt mit Technik zu tun hat.

Und zwar bin ich seit 1 Woche im firmeneigenen Musterbau, heißt also Kleinserien von irgendwelchen Testmustern usw. anfertigen. Was anfangs
noch so verheißungsvoll klang, entpuppt sich aber als stumpfe Fertigungsarbeit, die sehr schnell in Monotonie ausartete.

Denn es ist zwar so, dass sich die einzelnen Aufträge unterscheiden, aber es ist eher so "Oh, 100 Kabel in Weiß mit einseitig Bananenstecker sind fertig?
Hier, wir brauchen noch 500 Kabel in grün mit dem und dem Stecker dran."

Es gibt ja durchaus Leute, denen das nicht viel ausmacht, aber ich merke halt, wie das so absolut null fordernd ist und wenn das nach der Ausbildung
meine Arbeit sein soll, was angeblich schon ziemlich sicher ist, kann ich mir nicht vorstellen, da zu bleiben. Aber das nur am Rand.

Es geht jetzt eher darum, wie man am besten so stupide Arbeiten übersteht, weil man offiziell keine Musik oä. hören darf und es ist so eine Lautstärke
wegen der Bestückungsautomaten und Nadeltester, dass man sich nach 8 Stunden fühlt, als wäre man 10 Stunden irgendwie konstant gejoggt und kann
nicht mehr.

Wie kann man da am besten die 3 Monate oder wie lange ich da erst mal eingeplant bin, überstehen?

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Kuddel
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Kuddel » Mi 9. Feb 2022, 07:49

Ist jetzt keine Lösung für das eigentliche Thema, aber es klingt als wäre es sehr laut dort. Ist Gehörschutz notwendig?

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Hightech
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Hightech » Mi 9. Feb 2022, 08:04

Der Gehörschutz ist vorgeschrieben.
Ganz besonders für Azubis.
Zudem düfren Azubis nicht für stupfe Serienfertigung eingesetzt werden, außer das ist nur für kurz.

berlinerbaer
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von berlinerbaer » Mi 9. Feb 2022, 08:14

Ein amtlicher Gehörschutz sollte sich recht problemfrei und von außen völlig unsichtbar zu einem Bluetooth-Kopfhörer umbauen lassen.

Dann kannst Du zumindest Hörbücher, podcasts oder Mucke während der stupiden Arbeit hören.

sysconsol
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von sysconsol » Mi 9. Feb 2022, 08:18

edit: da waren welche schneller.

Lernen, sich nicht an stumpfen Tätigkeiten und an sonstwelchen Umständen aufzuregen.
Ich schätze das so ein, dass es dem Meditieren lernen sehr ähnlich ist.

Habe solche Tätigkeiten in der Ausbildung auch durchlaufen.
Die Maßnahme hieß "Kennenlernen aller Abteilungen" war zeitlich beschränkt (je 14 Tage) und zumindest damals bei mir auch zulässig.

Was den Gehörschutz angeht: Da gibt es Vorgaben, ab wann Gehörschutz angeboten werden muss und ab wann er verpflichtend zu tragen ist.

-> Geh zu euren Sicherheitsverantwortlichen oder Betriebsarzt.

ASR 3.7 Lärm

Was du beschreibst, fällt wahrscheinlich unter Tätigkeitskategorie III.
Allerdings bist du dem Lärm werktäglich 8h ausgesetzt - das dürfte dann eher greifen.

Die Reihenfolge der Maßnahmen ist technisch - organisatorisch - persönlich.
Wenn bei dir eine Erkrankung vorliegt, die die Geräuschempfindlichkeit betrifft, dann muss auch bei geringeren Lautstärkepegeln eine PSA gestellt werden ;)

Robby_DG0ROB
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Robby_DG0ROB » Mi 9. Feb 2022, 08:38

Cubicany hat geschrieben:
Mi 9. Feb 2022, 07:20
Wie kann man da am besten die 3 Monate oder wie lange ich da erst mal eingeplant bin, überstehen?
Ich denke, jeder hat solche Arbeiten/Phasen schon erlebt. Gerade Berufsanfänger müssen in ihre Aufgaben reinwachsen und bestimmte Dinge müssen eben erledigt werden, die sich nicht von allein machen. Es schadet auch nicht, wenn jeder mal die Möglichkeit hat, Aufgaben zu erledigen, die ihm eigentlich zu wider erscheinen. Das hilft oft, bestimmte Dinge zu schätzen und die Aufwände dafür zu erkennen. In vielen Firmen ist es auch üblich (gewesen), dass selbst Entwickler mal tagesweise in der Produktion waren, damit sie es erleben können, worüber sonst nur gesprochen wurde. Die Alten sagen nicht umsonst "Stunden bringen das Geld".

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Cubicany
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Cubicany » Mi 9. Feb 2022, 09:48

Schon, aber wenn die Perspektive nichts
anderes her gibt, zieht das schon runter.

Mal schauen,ob ich mir nicht so ganz
kleine in Earshole, um Podest etc zu hören.

Dann nur den linken ins Ohr, dann bekomme
ich trotzdem alles nebenbei mit.

Azze
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Azze » Mi 9. Feb 2022, 10:00

berlinerbaer hat geschrieben:
Mi 9. Feb 2022, 08:14
Ein amtlicher Gehörschutz sollte sich recht problemfrei und von außen völlig unsichtbar zu einem Bluetooth-Kopfhörer umbauen lassen.

Dann kannst Du zumindest Hörbücher, podcasts oder Mucke während der stupiden Arbeit hören.
Ich weiß, dass Bedenkenträgerei hier nicht gerne gesehen wird, aber ich wäre vorsichtig, solche Ratschläge zu geben und anzunehmen. Wenn hier schon ein explizites Verbot herrscht, dann könnte das a) einen validen Hintergrund haben, z.B. erhöhte Unfallgefahr oder Ausschussrate und b) bei Nichteinhaltung Konsequenzen nach sich ziehen. Gerade als Azubi, der übernommen werden möchte, würde ich mir da nichts zuschulden kommen lassen. Auch wenn du angesichts solcher Arbeit vielleicht nicht gerade dort bleiben möchtest: Ausgelernt einen Job zu suchen fällt leichter, wenn man bereits einen hat.
Zuletzt geändert von Azze am Mi 9. Feb 2022, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Chemnitzsurfer » Mi 9. Feb 2022, 10:00

Nicht jeder ist für stupide Arbeiten geeignet.
Ich brauche auch die Abwechslung. Habe letztes Jahr ein paar Wochen bei uns in der Serienfertigung in einem anderen Standort ausgeholfen. Stumpf nach Drahtliste immer gleiche Schaltschränke verdrahtet. Bin da fast durchgedreht.
Lieber die Abwechslung die ich hier im Sonderbau habe, wo quasi jeder Schrank nur einmalig gebaut wird + die paar Baustelleneinsätze im Jahr.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von RMK » Mi 9. Feb 2022, 10:57

ich hab als Schüler mal in einer Grossgärtnerei vier Wochen lang Nelkenstecklinge in große Anzuchttische gesteckt. das ging
dann in die Hunderttausende.
und nein, Musik war nicht erlaubt, weil sich bei vorherigen Versuchen die anderen über die verschiedenen Musikrichtungen
beschwert hatten - also "ganz aus"....

kann man machen, auch mal eine gewisse Zeit, aber ey- es sind 8 Stunden. danach kannst zuhause nochmal 4h was anderes,
erfüllenderes tun, oder nicht?

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Julez » Mi 9. Feb 2022, 12:04

Manche Tätigkeiten muss man einfach nehmen. Es läuft nicht immer alles nach Wunsch. Ich hab in meiner Ausbildung auch hin und wieder 1-2 Wochen am Stück Plastikspritzteile aus Formen entnommen und in Kartons gepackt. Ist dann halt so. Arbeit heißt nicht umsont Arbeit, wäre es Vergnügen, würde es Vergnügen heißen. Du gibst Lebenszeit ab, und bekommst dafür Geld. So einfach ist das.
Hilft natürlich, wenn man als Kind mal Momo gelesen hat:
http://www.psychologische-praxis-rostoc ... rer-beppo/

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video6
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von video6 » Mi 9. Feb 2022, 12:38

Gehörschutz gibt es grad beim schwarzen Netto mit Radio und BT.
27€ am Montag getestet ist super Schutz und die Funktion mit Radio und BT passt auch.
Nur als Info.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von duese » Mi 9. Feb 2022, 13:12

Wer ist denn der schwarze Netto? Bei dem Preis könnte ich auch schwach werden...


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Henrik_V
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Henrik_V » Mi 9. Feb 2022, 13:34

Dann geh doch zu .....

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von duese » Mi 9. Feb 2022, 13:35

Danke, wieder was gelernt. Allerdings wirds dann wohl nix. Hier im Süden kenn ich nur den rot-gelben Netto. Und im aktuellen Prospekt vom schwarzen hab ich den Gehörschutz jetzt auch nicht im Prospekt gesehen...
Henrik_V hat geschrieben:
Mi 9. Feb 2022, 13:34
Dann geh doch zu .....
Das ist aber der rot-gelbe. Den kenn ich.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von PowerAM » Mi 9. Feb 2022, 13:42

duese hat geschrieben:
Mi 9. Feb 2022, 13:35
Danke, wieder was gelernt. Allerdings wirds dann wohl nix. Hier im Süden kenn ich nur den rot-gelben Netto. Und im aktuellen Prospekt vom schwarzen hab ich den Gehörschutz jetzt auch nicht im Prospekt gesehen...
Das ist aber der rot-gelbe. Den kenn ich.
War vielleicht in der letzten Woche im Angebot und war nicht abverkauft worden? In der aktuellen Werbedrucksache von "Hundenetto" ist auch nichts derartiges drin.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von video6 » Mi 9. Feb 2022, 13:58

da lagen noch sicherlich 5 Stück ja Hundenetto :lol:
Ist im Osten wohl mehr wie im Westen.
Zur Not Fahre ich da noch mal hin und kaufe den Restbestand auf ;)

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von tschäikäi » Mi 9. Feb 2022, 15:39

Cubicani: Gibt es andere Azubis, vielleicht auch in deinem Beruf? Was machen die den ganzen Tag?
Gehörschutz und Bluetooth- Köpfhörer: Jo, wenn es nur einer is und man nur so laut dreht wie es wirklich nötig ist sollte das doch gehen.
Ich war schon mal in ner Firma, da hingen überall, auch an den Büros und Lagerräumen Schilder dass man Gehörschutz und Schutzbrille tragen soll.
Also man kanns auch übertreiben. Wenn man erst mal ne halbe Stunde Leer- und Werbevideos gucken muss bevor man überhaupt aufs Firmengelände darf...
Gruß Julian

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Heaterman » Mi 9. Feb 2022, 23:06

@cubicany:

Ich versteh die Diskussion nicht. Du lernst einen Beruf, eben mit allem, was dazu gehört. Auch öde Arbeit, verkackte Chefs, scheinbar sinnlose Sachen und Null Perspektive, aber übergroßes Ego. Mach was aus letzterem im positiven Sinne statt andauernd zu jammern. Ich kenn das von meinem Sohn - der hatte aber wirklich eine verkackte Lehrfirma. Jammern und Klagen bringt nichts außer schlaflosen Nächten und Selbstzweifel - Orientieren und nach vorn sehen ist das Einzige. Mein Sohn hat aus der extrem verk-... Lehre das Leben gelernt, hat heute eine eigene Firma.

Jeder Student kann Dir davon ein Lied singen - ohne Plan kannst Du manchmal wahnsinnig werden. Studieren kann ein Knochenjob im anderen Sinne werden, gerade heute. Wir konnten in den 70ern noch jeden Abend in den Club, abfeieren ...

Ich hab gleichförmige Arbeit auch gut hassen gelernt: Erster Herbstferien-Job mit 14: Ab 4 Uhr früh acht Stunden Astern in der Gärtnerei schneiden. Oktober, saukalt, pitschnass, verschissene Antreiber - Ergebnis: Mein Unitra-Tonband (Grundig-Klon TK 120), ein Plattenspieler und ein Grundig-Klon als Stereoanlage, ich war stolz wie Bolle.

Nächster Ferienjob: Kabelwerk Verseilstraße für 1000-adriges Fernmeldekabel, 10 km mit Fahrrad samt 2 x Scheiß-Kontrolle an der Zonengrenze, Nachtschicht (in der DDR gabs keine Schutzvorschrift für Jugendliche). Trommeln mit Rohdraht hinstellen, Extruder für die Isolierungen befüllen, Leertrommeln für die Nacht auf das Band stellen, dann gib ihm. Halbe Stunde Ziehen, Extruder, Kühlbad, Aufwickeln kontrollieren, der Rest der Nacht war irgendwas zwischen gammeln, im Abfallcontainer rumdösen, im Gabelstapler die Halle umkreisen, sprich, pure Langeweile, weil höchst selten in der Kabelstraße eine Störung passiert ist. Resultat: öde, aber hat richtig gut Geld gebracht - Band-Equipment finanziert gekriegt.
Nächstes ähnlich: ganz öde Funkgeräte-Baugruppen im Funkwerk per Hand bestückt und ins Lötbad. Resultat samt bis zum Abitur WE-Jobs als Band auf dem Tanzsaal: Studium ohnen Eltern-Hilfe (die haben das boykottiert, weil ich nicht nach Wunsch Weißkittel, sondern schnöder Inschenöör geworden bin) finanziert gekriegt (und der erste echte Bauelemente-Grundstock aus den Schrottkisten im Hof)

Gutes Geld, alle öden Jobs nicht meins, aber in der einen oder anderen Art muss man da durch. Später nach dem ersten Pflicht-Job ab 1985 das Hobby zum (selbständigen) Beruf gemacht. Jeden Tag was Anderes machen, in der ganzen Welt rumgekommen (ich glaub, ich hab Baschtel, folgt man seinen Schilderungen, in China immer in den selben Locations im Hotel abgelöst :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: ), bis heute trotz Rente Spaß am Arbeiten und werd bis zur Kiste nicht aufhören.

Man muss durch die Anfänge eben durch - nur die Harten komm`in den Garten. Grundlage schaffen, den Mist vergessen, aufstehen, Mund abwischen, weiter machen. Die Einstellung hat mir beim Gesellschaftswechsel Anno 89 gut und quasi nahtlos weitergeholfen. Das war auch eine Zäsur, die Viele zu Fall gebracht hat. Aufstehen, lernen, seinen Wert kennen und durchsetzen, weitermachen, mit ein bisschen Schwein Erfolg haben. Letzteres gehört auch manchmal dazu - an die richtigen Leute geraten, die Deine Fähigkeiten schätzen und honorieren.

Nichts fällt vom Himmel, und wenn man`s durchzieht, lohnt das Ergebnis. Ungeduld können sich nur Genies oder Erben leisten.

Ich bin beileibe kein Vorbild - aber vielleicht kannst Du Dir mal ein paar Sachen ins Stammbuch schreiben: Durchstehen statt meckern, jammern, vorlaut sein, die eigenen Werte entdecken und entwickeln, nach der harten Schule die Möglichkeiten entdecken und nutzen. Klingt wie aus dem Propaganda-Buch, aber ist das Leben. Du hast bloß eins, versau`s nicht.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Hightech » Mi 9. Feb 2022, 23:16

Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Ranklotzen, Zähne zusammen beißen und durch.
Ist ja schnell vorbei.
Ungemach mit dem Betrieb klärt die Handwerkskammer oder der zuständige Ausbilder.

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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von Geoschreiner » Do 10. Feb 2022, 03:19

... und wenn es vollkommen unerträglich wird, weil man gesundheitlich vor die Hunde geht: Die Sache überlegt, aber bestimmt beenden und den vorher bereits überlegten weiteren Weg beschreiten. Man muss sich nicht ohne Aussicht auf Besserung verheizen lassen, das sollten man schnellstmöglich abstellen.

Es gibt Betriebe, v.A. kleine, bei denen bringt eine Beschwerde nichts, da macht man es sich nur selbst schwerer. Entweder ertragen oder Haken dran und weiter. Weiter heißt aber auch, dass man sich Gedanken macht, wie es weiter geht und sich darüber im Klaren ist, dass auch der neue Weg nicht ohne Problemstellen ist.
Den Spruch "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" habe ich auch oft gehört, aber es gibt Grenzen und die wurden und werden gerade im Handwerk gerne nicht nur überschritten, sondern mit Vollgas und bewusst überfahren. Das ist nicht in Ordnung.

jodurino
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von jodurino » Do 10. Feb 2022, 09:05

Cubicany hat geschrieben:
Mi 9. Feb 2022, 07:20
Ich habe da aktuell ein Problem, was jetzt so indirekt mit Technik zu tun hat.

.......

Wie kann man da am besten die 3 Monate oder wie lange ich da erst mal eingeplant bin, überstehen?
Hallo Cubicany,

Du hast in den letzten Monaten so viel Ratschläge bekommen um das alles so zu Recherchieren, Lesen und Erfahrungen zu sammeln haben andere dafür viele Jahre gelesen & gelebt.
Es gibt da keine Abkürzung jeder muss in seinen Schuhen (oder auf eigenen Füßen laufen).

Du wirst hier geschätzt und bist demjenigen der Dir schreibt wichtig.

Aber darüber hinaus sieht es für mich (und ich bin da Laie) so aus als wenn Du eine professionelle Hilfe brauchst, zumindest einen Ansprechpartner vor Ort der Dich etwas als Coach unterstützt. Aber auch fordert und antreibt.

cu
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Re: Lebenshilfe Der Faden für Themen ohne Frickelbezug

Beitrag von PowerAM » Do 10. Feb 2022, 09:30

Hightech hat geschrieben:
Mi 9. Feb 2022, 23:16
Lehrjahre sind keine Herrenjahre. [...]
Die erste Hälfte des Berufslebens arbeitet man für seinen Namen, in der zweiten Hälfte arbeitet der Namen für einen selbst.
Aber: Mit jedem Wechsel des Betriebes, des Amtes bzw. des Arbeitsplatzes fängt man wieder bei Null an.

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