Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

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Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » So 15. Jan 2017, 15:48

Das Teil wollte ich schon ganz lange bauen, vor 2 Jahren wurde es dann realisiert. Würde ich Euch gerne mal zeigen, ist ein typischer Fall, wo ich nicht weiß gehört das in die Sozialstation oder doch unter Technisches.
Die Grundidee war ein elektromechanisches Effektgerät zu bauen - im Prinzip so, wie ein Feder oder Plattenhall. Nur eben mit allen möglichen Materialien über die man den Schall schickt:
Bild
(leider habe ich nie die Beschriftung aufs Gerät gebracht)
Was drin ist, von links nach rechts:
zuerst mal ein Leistungsverstärker - (gitarrenfähiger) Eingang, Empfindlichkeit, Bässe, Mitten, Höhen, Lautstärke ->Ausgang zur Anregung
dann wird es 2 mal (sozusagen Stereo) abgenommen ->Einganslautstärke, Stereo Equalizer
der einzelne Knopf unten/Mitte ist ein Mischer - Eingang/Stereoabname --> Ausgang

Weil die Prinzipien schon bekannt sind baute ich zuerst ein Federhallelement und dann einen Plattenhall:
Bild
Die Federn machten gleich mal mächtig Ärger, was mich sehr gewundert hat, nach mehreren Versuchen funktionierte es am Besten, als ich eine große ovale Anregerspule machte (leider auf dem Foto nicht zu sehen) durch die die Federn mit kleinen Magneten bestückt, druchführen - am Ende sind kleine Tonabnehmer. Also eigentlich ganz anders, wie ein normaler Federhall funktioniert.
Bild
Beim Plattenhall genau umgekehrt, ich dachte, das wird nichts, weil ich Hallplatten nur riesengroß kenne. Funktionierte aber auf Anhieb erstaunlich gut. Edelstahlplatte die von ener Spule/angeklebten Magneten geschüttelt wird, oben angeplebte Piezos als Abnehmer. Klang von dem Teil ist super.

Nicht flasch verstehen, realistischer Hall ist gar nicht gewünscht - ich habe die 2 Teile nur gebaut, weil einigermaßen klar war, wie es gehen muss.

Ich habe eigentlich noch einige Ideen im Hinterkopf.
Nur, die Sache ist eingeschlafen weil ich mir die ganze Bude zu bastle und gerade klein sind die Teile ja nicht. Wenn überhaupt, hat die Sache nur Zukunft, wenn mir wirklich kleine Teile einfallen, die trotzdem interessanten Sound machen. Nicht einfach.
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Nicki » So 15. Jan 2017, 16:38

Proportionalventil, Druckluftschlauch und dann ein Leslie bauen? :D
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » So 15. Jan 2017, 17:04

Was ist ein Proportionalventil? :shock:
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Nicki » Mo 16. Jan 2017, 11:54

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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Mo 16. Jan 2017, 14:53

Danke für den Hinweis, ist aber auch ziemlich aufwendig, dann brauche ich ja auch noch Lufdruck....

Ich habe mich heute gefragt, ob es möglich wäre statt etwas Lautsprecherartiges einen Elektromotor anzuhängen und was das für eine Bauart sein müsste?
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon RMK » Mo 16. Jan 2017, 23:10

also wenn ein (kleines) Proportionalventil, Luft oder Wasser, haben magst,
meld Dich. :-)
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Mi 18. Jan 2017, 20:11

Wie, sonst keine Meinungen? Bescheuert oder nicht? :roll:
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon duese » Do 19. Jan 2017, 06:31

Also ich finds gut. Und besonders gut ist es, wenn es Dir Spaß macht. (Wenn Du was bauen würdest, was Dir die Bude voll stellt und keinen Spaß macht, das fände ich bescheuert.)

:)

(Effektidee hab derzeit leider keine.)
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » So 25. Feb 2018, 18:54

Mal einen Frage: wenn ich versuchen möchte mit dem Treiberverstärker Ausgang kleine Elektro-Motoren antreiben will, in welche Richtung muss ich da probieren? Der Verstärker hat glaube ich so an die 100W
Die Motoren sollen dann nicht unbedingt drehen, sondern entsprechend der Polarität "zucken" - d.h. doch vermutlich Gleichstrom und ziemlich zierlich (wegen Masseträgheit) oder? Ideen, was ich probieren könnte?
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon BernhardS » So 25. Feb 2018, 20:59

Nicki hat geschrieben:Proportionalventil, Druckluftschlauch und dann ein Leslie bauen? :D

Ich hab hier noch einen Leslie. Interessante Konstruktion. Kann mit zwei Geschwindigkeiten drehen, mit zwei unterschiedlichen Radien die per Elektromagnet gegen die Motorwelle gedrückt werden.
Wie geht das mit Druckluft?
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Fred » So 25. Feb 2018, 21:21

Moin.
So "Motor" könnte gehen. Ich habe früher (TM) mal einen kleinen Motor von Fischer-Technik an den Ohrhörer-Ausgang vom Kassettenrekorder geklemmt. Wenn man den Motor dann mittig auf die Fensterscheibe hielt, gab das irgendwie Klang. Da ist sicher noch Potenzial.

viele Grüße,
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » So 25. Feb 2018, 22:11

ich frage deshalb, weil ich sowieso bei Pollin bestelle, da gibts einerseits Kleinmotorensortimente, andererseits Motoren, die mit 1- 14V laufen, was sich interessant anhört, die sind dann aber auch nicht so billig.
Motoren mit Magneten eher gut oder eher schlecht? Und was ist mit der Ausgangsimpedanz meines Verstärkers? Ich glaube der will 8 Ohm sehen, weiß nicht, wie kritisch das wieder ist


Ich dachte immer, ein Leslie ist ein rotierender Lautsprecher? Kann mich aber auch irren.
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Geistesblitz » So 25. Feb 2018, 22:26

Was hast denn mit dem Motor vor? Soll die Welle zum Audiosignal Rotationsschwingungen ausführen? Kannst es ja mal ausprobieren, allerdings weiß ich da nicht, wie man den richtigen Motor auswählen würde. Gleichstrommotor ist schonmal nicht verkehrt, nur welche Größe da passt, keine Ahnung. Hängt auch ein bisschen davon ab, was der genau machen soll.
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » So 25. Feb 2018, 23:14

Das kommt dann wieder auf den Versuch an.... z.B. beim originalen Federhall ist es erstaunlicher Weise auch so, daß sich die Federn drehen, was man nicht erwarten würde ...
Wenn ich da etwas Leistung rausbekomme, könnte man wohl einiges anstelllen- das Problem sehe ich eher, daß der Motor bei leisen Stellen erstmal gar nichts machen wird.
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon xanakind » Mo 26. Feb 2018, 00:02

Ich denke, Grosse Motoren (z.B. Akkuschrauber) sind da eher weniger geeignet, weil das Rastmoment doch ziemlich hoch ist. Das wird ganz schön dumpf klingen.
Dann lieber kleine Glockenankermotoren. Andere kleinere Motoren mit leichten Lauf sollten auch gehen.
Wenn du ein paar Handyvibrationsmotoren haben willst (sind auch Glockenankermotoren) sag bescheid.
Diese laufen mit unter einem Volt schon los.
Solange von den Verstärker nicht voll aufreisst, werden das sowohl Motor als auch der Amp überleben.
Man darf es halt nicht übertreiben :D
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Mo 26. Feb 2018, 01:25

ok, das gibt schon mal ein Größenvorstellung, auf die Motoren käme ich evtl. noch mal zurück, ich hab noch so ein paar winzige von CD Laufwerken, vielleicht gehen die ja auch, ich teste die Tage mal. Keine Ahnung wieviele Volt so ein Verstärker überhaupt raushaut.
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon ferdimh » Mo 26. Feb 2018, 01:27

Ich weiß nicht wie weit das dem Effektgerätedienst stört, aber:
Alles was Lager hat, hat auf der Welle das Äquivalent von Übernahmeverzerrungen, weil das Lager auf der Spitze der Schwingung kurz in die Haftreibung geht. Der daraus resultierende Klang ist mindestens interessant...
Mir fällt in dem Kontext noch der Festplattenkopfantrieb ein. Der hat zwar auch ein Lager, aber zumindest ein ziemlich gutes.
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Mo 26. Feb 2018, 11:16

ja das sehe ich u.a. auch als das Problem, wollte es aber denoch mal versuchen, denn die Möglichkeit Motoren zu nehmen erscheint erstmal vergleichsweise einfach.
U.a. ist ein generelles Problem an dem Ding, daß ich immer nicht recht weiß, wie ich die Geberspule dimensionieren muß, klar sollte so um die 8 Ohm liegen, aber das sagt ja fast gar nichts.
Hm- Festplattenkopfantrieb, muß ich mir mal ansehen!
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Pi² » Mo 26. Feb 2018, 18:17

Es gab irgendwann in den 80ern einen Hersteller eines Motor-Subwoofers (Name ist mir entfallen). Hier hat ein vom Verstärker angetriebener Motor über Pleuelstangen aus Kunststoff zwei Gegensätzlich montierte Membranen angetrieben. Das funktionierte wohl ganz gut, hat sich aber nicht durchgesetzt...

Eine andere Möglichkeit für einen LAUTsprecher: ein Verstärker steuert ein spezielles Magnetventil, dieses regelt den Durchfluß von gedrückter Luft und schaufelt sie in ein großes Horn.
Technik aus der "bösen Zeit" von vor 80 Jahren...


LG
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon E_Tobi » Mo 26. Feb 2018, 18:32

Motoren ohne Rastmoment gibts von Faulhaber oder Maxon.

Laut und tief wirds auch mit dem hier:
https://en.wikipedia.org/wiki/Rotary_woofer
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Mo 26. Feb 2018, 21:27

Laut ist ja eigentlich nicht das Thema von dem Ding - es wird Klang durch Material geschickt und hinten wieder abgenommen. Allerdings zeigte sich, daß man, weil die Bedingungen eben nicht gerade ideal sind, doch recht viel Energie verpulfern muß um die Teile zum Schwingen zu bekommen. Die 2 gezeigten Teile sind nicht gerade orignell, weil Prinzip schon bekannt, klingen aber auch wirklich ganz prima.

Zeil wäre es mal ein paar deutlich kleinere Exponate hin zu bekommen, es steht schon so/zu viel Kram hier rum...
Ich hatte z.B neulich mal versucht einen wirklich schrottigen Übertrager zu bauen, der deutlich in die Sättigung gehen sollte, das hab ich aber leider gar nicht hinbekommen, vermutlich weil die Musik von den Spulen einfach direkt über die Luft übertragen wurde, Sättigung hin oder her... wundert mich nur, daß bei Röhrenübertragern da immer ein Horrorszenario gebaut wird!?
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon setiherz » Di 27. Feb 2018, 17:50

Die Bässe hießen Servodrives , waren quasi mechanische Basslautsprecher. Hatte die mal im Einsatz , ccol aber von den heutigen Systemen nun überholt.

Grüße Steffen
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Di 27. Feb 2018, 21:38

wäre schon mal interessant, wie die aufgebaut sind.
Ich wollte mir auch schon mal einen "Bass-Shaker" kaufen - ich weiß nur nicht, was die Dinger oberhalb der Bässe können?
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Pi² » Mi 28. Feb 2018, 00:23

ich weiß nur nicht, was die Dinger oberhalb der Bässe können?


Baß erzeugen können sie - aber alles, was darüber liegt, klingt grauenhaft. Dafür sind sie ja auch nicht gemacht... Außerdem ist meistens ihre Resonanzfrequenz viel zu hoch für ernsthafte Erdbeben.

Aber wenn man sie geschickt in (!) einem Sofa montiert, kann man einigen Leuten einen Höllenschreck einjagen... :twisted:
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Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon sysconsol » Mi 28. Feb 2018, 22:28

Wenn ich das richtig verstehe:
Ein Verstärker soll einen Motor treiben, der wiederum Schwingungen auf ein Hallelement (Feder) bringt?

Warum dann nicht einen kräftigen kleinen Dauermagneten in die Feder integrieren und einen Wickelkörper vom Trafo drüberstülpen?

Nächste Stufe ist dann, den Wickelkörper der benötigten Größe selbst zu bauen
(das geht mit Karton, den fertigen Wickelkörper dann mit Lack dick streichen).
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