Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Wenn das Irrenhaus überfordert ist

Moderatoren: Sven, Heaterman, TDI, Finger

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Do 1. Mär 2018, 00:23

sysconsol hat geschrieben:Wenn ich das richtig verstehe:
Ein Verstärker soll einen Motor treiben, der wiederum Schwingungen auf ein Hallelement (Feder) bringt?

Warum dann nicht einen kräftigen kleinen Dauermagneten in die Feder integrieren und einen Wickelkörper vom Trafo drüberstülpen?

Nächste Stufe ist dann, den Wickelkörper der benötigten Größe selbst zu bauen
(das geht mit Karton, den fertigen Wickelkörper dann mit Lack dick streichen).

So funktionert im Prinzip schon der Antrieb von den 2 gezeigten Teilen - ich sehe gerade, auf den Fotos ist nichts davon zu erkennen.
Das Problem dabei: die Dimensionierung ist gar nicht mal so einfach, gerade bei dem Feder Teil hatte ich am Anfang echt Probleme. Immer schwer zu sagen, warum. Ist das Prinzip falsch, die Spule nicht richtig usw. Die Motoren könnten hoffnungsvoll gleich relativ fertige Lösungen anbieten, evtl. lässt sich aus einer Drehung allerhand basteln, wir werden sehen...

Bei Pollin habe ich einen Mini Bass Shaker entdeckt, der wiedersinniger Weise auch hohe Frequenzen kann - da bin ich mal sehr gespannt drauf. Das wäre natürlich eine Optimallösung: auf irgendwas aufkleben und dann schauen, wie es abgenommen klingt..


PS. @Ferdimh: lässt sich die Glühlampenidee vom Röhrenverstärker Experiment eigentlich irgendwie hier hin übertragen? Die Sache macht sich nämlich richtig gut!
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon ferdimh » Do 1. Mär 2018, 16:17

Zur Sättigung bei Übertragern: Das Problem ist einfach nur im Bassbereich wirklich vorhanden. Bei höheren Frequenzen und "normalen" Leistungen fällt das kaum auf. Deswegen sind auch die Ausgangsübertrager in Röhrenradios oft sehr "sportlich" dimensioniert - es merkt ja eh keiner.
Der Übertrager wird nur zum primären Problemkind, weil alles Andere auf dem Oszibild deutlich unspektakulärer aussieht (und es in der Praxis meistens auch ist - eine vernünftig dimensionierte Röhrenkiste mit etwas Gegenkopplung wird eigentlich immer einem sinnvollen Maß von "Hi-Fi" gerecht).
Um Übertrager hat sich da eben auch eine riesige Esoterik entwickelt, so dass sie mittlerweile auch erfolgreich aus Studiotechnik verbannt wurden, obwohl sie große Vorteile bieten (insbesondere bezüglich echt-symmetrischer Leitungen und sinnvollem Rauchabstand).
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5962
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Do 1. Mär 2018, 18:45

Verzerrer_Versuch.jpg

das war das Teil, das ich versuchsweise gebaut habe, rechts die Geberspule links 2 zum Abnehmen. Ich weiß gar nicht mehr was ich alles probiert habe, es sollte halt ein denkbar schlechter Übertrager werden, aber denkste... :roll:
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Nello » Do 1. Mär 2018, 18:59

Hab gerade laut gelacht: Was hab ich mir schon den Kopf zerbrochen wegen Übertragern, und dann kommst Du und kannst keinen schlechten machen. Das hat mal wieder echte Klasse.
Hast Du schon versucht, mit viel, viel weniger Eisen auszukommen? Also statt der dicken Bolzen bloß zwei Nägel? Die Spulen lose mit viel Luft aufgefädelt, der Wirkungsgrad ist ja zum testen erstmal egal.
Nello
 
Beiträge: 539
Registriert: Mo 2. Sep 2013, 23:44

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon ferdimh » Do 1. Mär 2018, 19:21

Ich vermute, dass an DIESEM Eisenhaufen wirklich nichts außer der Luft überträgt und das Ding halt auf allen Frequenzen gleich schlecht funktioniert.
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5962
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Do 1. Mär 2018, 19:53

"auf allen Frequenzen gleich schlecht" soll mein neues Gütesiegel werden :mrgreen: :mrgreen:
@Nello: die dicken Bolzen sind M3! Was daneben liegt ist ein Skalpell
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon ferdimh » Do 1. Mär 2018, 20:01

Das Problem ist halt, dass "auf allen frequenzen gleich schlecht" einen näherungsweise geraden Frequenzgang impliziert, und damit deinem Klangbeeinflussungskonzept etwas im Weg steht.
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5962
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Do 1. Mär 2018, 20:13

Ja, das habe ich schon verstanden - trotzdem ein guter Slogan.
Mir ist eben auch wieder eingefallen, daß die erste Version von dem Ding einfach auf einer M3 Gewindestange hintereinander aufgefädelt war. Ich hatte eigentlich erwartet, das die sich aufmagetisiert und es von daher zu Verzerrungen kommt. Andererseits, warum sollte sie auch, wenn sie doch von ständig anderem Wechselstrom durchflossen wird.
Schade, schön klein wärs halt gewesen :roll:
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Harry02 » Do 1. Mär 2018, 22:30

Ob da wirklich annäherungsweise nur ein Luftkern vorliegt, ließe sich ja testen: einfach mal die Gewindestange rausziehen.
Um unerwünschte Kopplung zu verhindern, könnte man die Spulen dann 90° zueinander anordnen und dann irgend einen Eisenkern "durchfädeln".

Hast du da auch so viel Leistung durchgepustet, dass man davon ausgehen kann, dass der Kern auch in die Sättigung gehen konnte :?:
Vielleicht liegt es auch am Kernmaterial... Wenn das eine größere Hysterese hat, wäre das Verzerrungen eigentlich zuträglich.
Ich würde mal mit (evtl. selbst) lackiertem Eisen-Blumendraht experimentieren, womöglich behindern die Wirbelströme in der Gewindestange die gewünschte Kernverzerrung?

Da du die Miniaturisierung angesprochen hast: Bei Ebay gibt es winzig kleine Trafos 8 Ohm zu 1300 Ohm. Kernbleche kann man rausdrücken, und zum Beispiel weitere Wicklungen aufbringen (was durch Schachtelung den Frequenzgang verbessern könnte, oder mehr mögliche Impedanzen (also Widerstände) ermöglicht), oder man könnte die Kerne alle auf eine Seite schichten um einen E-Kern zu bekommen. Wenn man einen zweiten solchen umgebauten Trafo nimmt und beide zusammenklebt, hätte man eine Art mittelmäßigen bis beschissenen Gegentakttrafo oder einen mit beliebig parallel und seriell schaltbaren prim/sek Wicklungen.
2018-03-01 21.17.10.jpg

Damit ließe sich auch ein Hosentaschen-Röhrenverzerrer bauen. Einen Trafo an den Eingang, russische Bleistiftröhre mit 1,2V Heizung und irgendwas über 9V Anodenspannung dahinter und noch so ein oder zwei Übertrager an den Ausgang.
Und dann mal gucken, wie man das Teil am heftigsten überfährt.
Für deutlich mehr Geld (5€) gibts die kleinen Dinger auch aus England (taiwanesische Produktion) mit 20kOhm zu 1kOhm oder mit mittelangezapfter 2kOhm Wicklung.

Einziges Manko an den mini-AÜs: Die Wicklungen sind nicht isoliert (die rausführenden Drahtenden der ersten Wicklung jedenfalls nicht, dann hilft auch keine Folie zwischen den Wicklungen mehr). Das geht bei ernsthaften Anodenspannungen natürlich schief. Behelfsmäßig könnte man die Sekundärwicklung auf die Anodenspannung hochlegen und mittels Folien/Ellektrolyt-C auskoppeln. Oder halt selbst ne 8 Ohm Wicklung noch aufbringen, Platz ist.

Eine weitere Idee zur Signalverzerrung wäre das Einschleifen einer "Lautsprecher/Telephonkapsel zu Mikrofon"-Kombination, mittels eines Übertragers geht auch ein Kohlemic. Wenn die Membran in Resonanz kommt oder anfängt zu scheppern, oder man irgendwas im Schallweg platziert (man kennt den Witz mit dem Zigaretten-Zellophanpapier vorm Mund...) könnte das was bringen. Aber vor allem wahrscheinlich "nur" eine Beschneidung des Spektrums. Übersteuerter, kratzender Telephonklang eben - der TELEPHONATOR ?
Man könnte ihn auch einsetzen um, wenn es mal nötig sein sollte, bei Anrufen seiner Lautstärke und Aggressivität durch klangliche Untermahlung mehr Ausdruck zu verleihen.

Kleine Abwandlung davon: Großen Lautsprecher mit leichtem Metallschrott (dünne Röhrchen, kleine Stangen, Blechstücke und so) befüllen und das abnehmen. Ein Schepperator sozusagen. Durch federnde Fixierung des Schrotts mittels einzelner Drähte oder so ließe sich statt eines chaotischen Klangbildes ein ähnlich wiederkehrendes erzeugen.
Selbst wenn sich der akustische Effekt als unbrauchbar erweist, könnte das ein interessantes Ausstellungsstück werden (für die Vernissage neben dem Kaffeeautomat auf dem Treffen zum Beispiel).
Benutzeravatar
Harry02
 
Beiträge: 592
Registriert: So 11. Aug 2013, 17:13
Wohnort: RLP

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon ferdimh » Fr 2. Mär 2018, 19:09

Kleine Abwandlung davon: Großen Lautsprecher mit leichtem Metallschrott (dünne Röhrchen, kleine Stangen, Blechstücke und so) befüllen und das abnehmen.

Das ist (mit liegendem Lautsprecher) eher was für Bass, da konnte man aber durchaus interessante Effekte rausholen.

Das Eisen von billigen Gewindestangen ist eher weichmagnetisch (oder eher scheißmagnetisch?), so dass das Zeug insgesamt eher unspektakuläres Verhalten zeigen dürfte.
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5962
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Fr 2. Mär 2018, 20:37

@Ferdimh: "scheißmagnetisch" will ich in dem Fall doch haben, oder denke ich da falsch?

@ Harry: die Spulen sind interessant, hast du mal einen Link? Allerdings ist das Spulenwickeln mein kleinstes Problem, dafür habe ich alles am Start. Dimensionierung - gerade der Geberspule, ist die schwierigere Frage.

Überhaupt, die Sache ist schwieriger als gedacht - der Grundgedanke: Irgendwas nehmen, Klang reinschicken und "hinten" wieder abnehmen, stimmt nur theoretisch. Man muß schon was recht ordenliches bauen, bis die Teile anfangen zu schwingen, auch wenn man 100W reinknallt. Dann will man eher keine all zu starken Resonazen für bestimmte Töne haben - klingt im ersten Moment spektakulär, nervt aber innerhalb von Minuten. Ausserdem "size matters" - es klingen nach diesem Prinzip eher größere Sachen.
So geshenen ist es schon ein ziemliches Wunder, daß aus einem Pappkonus mit kleiner, hinten angeklebter Spule, die in einem Permanentmagenten rumeumelt, das ganze in einer Holzkiste, vernünftiger und neutraler Klang rauskommen kann! Dürfte auch nicht ganz so einfach zu entwickeln gewesen sein.

Und jetzt sind wir noch nicht bei so delikaten Themen wie "tönende Lichtbögen" oder "Energiegewinnung aus Schall" (ein Edison Patent) angekommen...
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Propeller » Fr 2. Mär 2018, 21:11

Wieso fristet dieser hochinteressante Thread eigentlich sein Dasein in der Sozialstation?
Die Intention, mit maximaler Energie ein möglichst bizarres Ergebnis zu erzielen ist doch der Grund, warum wir alle hier sind. :)

Wenn ich mal meinen Senf dazu abgeben darf: Versuche mal, die Schwingungen magnet-mechanisch zu erzeugen und das Ganze dann über Federn usw. gekoppelt mit einem Piezopiepser abzunehmen. Auf diese Weise habe ich schon (unbeabsichtigt) sehr interessante Effekte erzielt.
Mein erster piezoelektrisch abgenommener Cigarboxguitarprototyp hat beim Versuch, ihn anzuspielen in unvorstellbarer Weise rückgekoppelt.
Aber er war ein ziemlich cool klingendes Lo-Fi- Mikrofon. :shock:
Die Piepser geben ein sehr starkes Signal raus.

Beste Grüße
Peter
Benutzeravatar
Propeller
 
Beiträge: 962
Registriert: So 29. Sep 2013, 09:40

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Fr 2. Mär 2018, 21:28

Propeller hat geschrieben:Wenn ich mal meinen Senf dazu abgeben darf: Versuche mal, die Schwingungen magnet-mechanisch zu erzeugen und das Ganze dann über Federn usw. gekoppelt mit einem Piezopiepser abzunehmen. Auf diese Weise habe ich schon (unbeabsichtigt) sehr interessante Effekte erzielt.

genau so funtionieren die 2 gezeigten Teile.
Das Ganze steht in der Sozialstation, weil einerseits ein Thema das mich echt faziniert, aber das Zimmer ist voll und ich frag mich, was mach ich da eigentlich!?
Das Thema hat jedenfalls beide Aspekte, technische und psychische - je nach Gemütslage.
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon ferdimh » Fr 2. Mär 2018, 21:33

@Ferdimh: "scheißmagnetisch" will ich in dem Fall doch haben, oder denke ich da falsch?

Ein Kern, der einfach einen großen magnetischen Widerstand hat (durch kleines µr, große Eisenweglänge oder einfach einen Luftspalt) wird weniger wirksam und bei kleinem µr tendenziell und bei Luftspalt heftigst linearer.

Da du jetzt vermutlich nicht mitgekommen bist, versuche ich das gerade noch mal im Schnelldurchlauf aufzurollen:
Eine magnetische Feldlinie ist immer geschlossen (wie ein Stromkreis). Damit kann man alle Regeln eines Stromkreises auch auf einen magnetischen Kreis anwenden, man muss nur die Einheiten tauschen:
Die magnetische Spannung hat die Einheit Ampere
Der magnetische Fluss wird in Weber gemessen
Der magnetische Widerstand ist dementsprechend der Quotient ("Reluktanz") in 1/Henry.
Die Induktivität einer Spule ist Windungszahl²/Reluktanz.

Jetzt haben wir dummerweise keine magnetischen Nichtleiter, wir haben also ein Wirres Gebilde aus Pfaden die überall durch die Luft gehen. Deswegen hat eine Luftspulen auch eine Induktivität, die wir vergrößern können, wenn wir den magnetischen Widerstand der Summe aller Pfade durch die Spule verringern (z.B. durch Einbau eines geschlossenen Eisenkerns). Jetzt liegen aber möglicherweise verschiedene magnetische Widerstände in dem Kreis:
Der dünne (damit "hochohmige") Eisenkern, evtl aus beschissenem Material (noch hochohmiger), dazu in Reihe diverse kleine Luftspalte (hochohmig, linear), Parallel zu dem ganzen das große Nichts um den Kern (im Prinzip auch hochohmig, aber mit viel Fläche).
Das ist jetzt wie mit Stromkabeln: Der Widerstand steigt mit der Länge, und sinkt mit dem Querschnitt. Der Widerstand geht "andersrum" als µr. Mit einem billigen Eisenhaufen mit µr=100, wird das schnell interessant:
Die Spulen haben nen Durchmesser in der 10mm-Liga. Damit kommt da ungefähr ein 10mm (78mm²) dickes Bündel Magnetfeld raus, das sich außerhalb der Spulen noch aufweiten kann. Dem steht die 2,5-3mm (=7mm²) Gewindestange gegenüber, die auch noch ein gutes Stück länger ist. Damit kriegen wir schon mal unter günstigsten Bedingungen 20% der Kopplung durch die Luft... und Luft geht nicht in Sättigung.
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5962
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Fr 2. Mär 2018, 22:36

verdammt, wie unwissend ich mal wieder bin :shock:
Also war mein Denkfehler : möglichst dünnes Eisen nehmen, weil es sich schnell aufmagnetisiert?
Wenn ich mal die Windungen als einermaßen gegeben annehme, hätte ich die lieber um einen fetten, zu einem O gebogenen Bolzen anbringen sollen? Oh bitte Geduld mit mir.... :roll:
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon xoexlepox » Sa 3. Mär 2018, 00:09

möglichst dünnes Eisen nehmen, weil es sich schnell aufmagnetisiert?

Wenn du das Eisen (welches die magnetische Kopplung zwischen getrennt aufgebrachten Spulen verbessert) "in die Sättigung treiben" willst, ja. Stell' dir den Eisenkern als einen "magnetischen Leiter" vor, der die Energie von einer Spule (bevorzugt) zur Anderen bringt, dann wird es anschaulicher. Eine "Kopplung" über die Umgebung (Luft oder auch nicht) gibt es zwar auch noch, aber die sollte (bei NF) deutlich geringer sein, als der "magnetische Strom" durch den Kern.
Benutzeravatar
xoexlepox
 
Beiträge: 4294
Registriert: So 11. Aug 2013, 19:28
Wohnort: So etwa in der Mitte

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon ferdimh » Sa 3. Mär 2018, 23:47

Du brauchst einen Kompromiss. Die ultimative Eisenschlacht ist nicht in Sättigung zu bekommen, zu wenig Eisen macht, dass die Luftkopplung dominiert. Die ist garnicht mal so schlecht und im NF-Bereich durchaus relevant (der Trafo brummt ja auch in den Tonabnehmer rein...).
Bei höheren Frequenzen (>1000Hz) kann man auch aus einem verschachtelten Audioübertrager die Bleche ohne großen Einfluss rausnehmen. Wenn das nicht so wäre, würde auffallen, dass die gegebenen Bleche bei 20kHz garnicht mehr funktionieren...
Daraus folgt:
a) So viel Eisen wie geht und MEHR POWER!
b) Faustregel beachten: Sättigungseffekte sind typischerweise Phänomene eines guten Trafos. Der Ringkern ist hier am heftigsten (und zeigt das beste Übertragungsverhalten unterhalb der Sättigung). Ein gezielter Versuch, den abgefucktesten Trafo zu bauen, hilft eventuell garnicht weiter.
c) Unter 1W kriegt man nichts in handlicher Größe in die Sättigung getreten.Der Kram wird dann so klein, dass er so scheiße wird, dass b) wieder verletzt wird.
Für einen deutlichen Effekt muss das Ding RICHTIG scheiße sein, nicht nur son bisschen. Wenn man die Kurvenform nachher gar nicht mehr erkennen kann, ist es evtl gerade so wirksam genug.
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5962
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » So 4. Mär 2018, 12:31

ferdimh hat geschrieben:Für einen deutlichen Effekt muss das Ding RICHTIG scheiße sein, nicht nur son bisschen.


Ja, ich hab aber immer noch keine Vorstellung, wie das dann aussähe.
Wir sollten uns nicht all zu sehr auf den Übertrager versteifen, so spektakulär wird das womöglich gar nicht klingen, keine Ahnung
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Bastelbruder » So 4. Mär 2018, 13:55

Ich überlege grade... Hier muß noch eine Büchse digitaler Ringkerne 'rumliegen, da ist bloß das Bewickeln nicht so einfach.
B64560-A5-X405
Da 6,2 mm, Di 4,2 mm, h 1,6 mm
Die sollten sich ähnlich einem Schmitt-Trigger verhalten: Imag1 325 mA, uV1 >100 mV

Für HF-Übertrager waren die Donuts total ungeeignet, aber die gabs damals bei Völkner fast geschenkt.
Bastelbruder
 
Beiträge: 4607
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 18:28
Wohnort: drunt' am Neckar - km142,7

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Censer » Di 6. Mär 2018, 03:29

Wo wir gerade bei Trafos und "MEHR EISEN" sind - mir spukt schon seit Ewigkeiten die Idee im Kopf herum, eine Spule zu wickeln und statt Blech oder Ferrit als Kernmaterial einfach in Ferrofluid zu versenken. Das müsste doch eigentlich der perfekte weil dichtanliegende und vollumschließende Kern sein, oder übersehe ich da was wichtiges?
(Für den Anfang, v.a. wegen des doch recht hohen Preises von Ferrofluid, könnte man evtl auch dieses "magnetic putty"-Zeugs nehmen.)
Censer
 
Beiträge: 526
Registriert: Di 18. Feb 2014, 03:36

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Di 6. Mär 2018, 09:45

... und ein wirklich schönes Effektgerät wäre es, wenn das Fluid durch die Spulen tröpfeln würde 8-)
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Propeller » Di 6. Mär 2018, 16:28

Mal was anderes: Was würde denn passieren, wenn man auf einen Übertrager eine dritte Wicklung aufbringen würde, durch die man Gleichstrom schickt? Damit müßte man das Ding doch theoretisch (zumindest für die gleichsinnige Halbwelle) beliebig dicht an die Sättigung bekommen, oder habe ich da einen Denkfehler?
Benutzeravatar
Propeller
 
Beiträge: 962
Registriert: So 29. Sep 2013, 09:40

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Nello » Di 6. Mär 2018, 16:58

Das ist mit ziemlicher Sicherheit die Lösung! Daß da keiner vorher drauf gekommen ist! Im Normalfall wird Gleichstrom vom Übertrager ausgesperrt - im Unnormalfall gehört der Übertrager vormagnetisiert. Das ist brillant! Weil erstens einfach und zweitens auch noch auf simple Weise regelbar.
Nello
 
Beiträge: 539
Registriert: Mo 2. Sep 2013, 23:44

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon Gobi » Di 6. Mär 2018, 18:33

ho ho! Wenn das ginge (und klänge) könnte man damit allerhand Unsinn anstellen, der Gleichstrom könnte ja auch pulsen usw.
Ich habe sogar eine 12V Versorgungsspannung in der Leitung vorgesehen, glaube aber nicht das die all zu viel Strom kann.
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2030
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Der RESONATOR - gescheitert oder nicht?

Beitragvon xoexlepox » Di 6. Mär 2018, 19:21

Was würde denn passieren, wenn man auf einen Übertrager eine dritte Wicklung aufbringen würde, durch die man Gleichstrom schickt?

Dann hast du einen Transduktor gebaut ;) Die Dinger gab es mal als "Ringkerne mit Ohren" (drei Öffnungen zu Bewickeln) in alten (Farb-)Röhrenfernsehern.
Benutzeravatar
xoexlepox
 
Beiträge: 4294
Registriert: So 11. Aug 2013, 19:28
Wohnort: So etwa in der Mitte

VorherigeNächste

Zurück zu Fingers Sozialstation

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

span