Balkonkraftwerk 600W?

Der chaotische Hauptfaden

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uxlaxel
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Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von uxlaxel » So 24. Okt 2021, 20:13

Man liest im Netz immer mal von „Balkonkraftwerken“, also steckerfertige PV-Anlagen, die max. 600W ins Netz drücken können.
Angeblich genehmigungsfrei und müssen wohl nur angezeigt werden. Wenn der Stromzähler rückwärts laufen kann, dann kann man sogar tatsächlich einspeisen.

Hat jemand schon sowas in Betrieb? Kann man da über Erfahrungen sprechen? Taugt das was? Paar alte PV-Module hätte ich ja. Bräuchte also nur noch so‘n WR ...

Wieviel Sonnenscheindauer kann man tatsächlich rechnen. Ich nehme mal an, 8h & 100% sind zu hoch angesetzt?

LG und danke, Axel

Till
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Till » So 24. Okt 2021, 20:30

Also bei mir läuft seit einigen Jahren eine Anlage mit, wenn ich es Recht in Erinnerung habe 600W, anfangs mit einem China Wechselrichter, Mittlerweile habe ich einen alten 500W sma Wechselrichter.
Der aus chinesium hat Recht schnell die Grätsche gemacht, danach lief sie ein paar Jahre nicht.

Den Sma habe ich vor ziemlich genau zwei Jahren eingebaut, in der Zeit hat er gut 1000kwh eingespeist.
Die Ausrichtung ist Süd, bei 45° Anstellung hinterlüftet auf dem Carport Dach.
Allerdings wandert nachmittags Recht schnell der Schatten des Hauses auf die Anlage, da ist es dann immer Recht schnell vorbei mit Ertrag.
Rentiert hat sich die Anlage definitiv mittlerweile:

China Wechselrichter: 120€
Sma Wechselrichter: 100€
Module + Montagematerial: 150€

Der Rest lag noch irgendwo herum.

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zauberkopf
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von zauberkopf » So 24. Okt 2021, 20:37

Wieviel Sonnenscheindauer kann man tatsächlich rechnen. Ich nehme mal an, 8h & 100% sind zu hoch angesetzt?
Übrigens, auch die Temperatur spielt eine rolle.. Sonne + kalt und die Solarzelle legt los !
Angeblich genehmigungsfrei und müssen wohl nur angezeigt werden. Wenn der Stromzähler rückwärts laufen kann, dann kann man sogar tatsächlich einspeisen.
Sowas gibts ? Wirklich ? Du bist doch der Kommandant einer Stromzählerarmee.. erzähl mal mehr !

basti1
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von basti1 » Mo 25. Okt 2021, 04:58

viewtopic.php?f=14&t=16744


Ich habe eine Anlage von envertech. Gute 560w hat aktuell über 800kw erzeugt. Ausrichtung ist Süden. Kann gerne die Tage noch Fotos davon machen


MFG Sebastian

Daffid
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Daffid » Mo 25. Okt 2021, 08:43

Till hat geschrieben:
So 24. Okt 2021, 20:30
Also bei mir läuft seit einigen Jahren eine Anlage mit, wenn ich es Recht in Erinnerung habe 600W, anfangs mit einem China Wechselrichter, Mittlerweile habe ich einen alten 500W sma Wechselrichter.
Der aus chinesium hat Recht schnell die Grätsche gemacht, danach lief sie ein paar Jahre nicht.

Den Sma habe ich vor ziemlich genau zwei Jahren eingebaut, in der Zeit hat er gut 1000kwh eingespeist.
(...)
Du hast in zwei Jahren 1000 kWh eingespeist? Das ist ja enorm.

Dann würde meine Rechnung aus dem Beitrag viewtopic.php?f=14&t=14606 ja schon ganz anders aussehen.

Ich hätte bei mir ca. 360 kWp installieren wollen und bin von max. 200 kWh Ertrag im Jahr ausgegangen. Hier wären ja dann durchaus 350-400 kWh im Jahr als Einspeisung anzusetzen.

Gruß David

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Zuletzt geändert von Daffid am Mo 25. Okt 2021, 13:02, insgesamt 2-mal geändert.

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Sterne
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Sterne » Mo 25. Okt 2021, 08:46

Also bei uns im Nordwesten kann man grob mit 800 kWh im Jahr pro installierten kWpeak rechnen. Da 0,6 kW komplett in den Eigenverbrauch=0,3€ gehen sollten, ergibt sich somit grob folgende Rechnung: 0,6*800*0,3€=144€ Ersparnis pro Jahr.
Ich glaube für Eigenheimbesitzer und Bastler ist damit Alles gesagt. ;)

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Hightech
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Hightech » Mo 25. Okt 2021, 09:57

Und wenn man dann eine Richtung Ost und die andere in Richtung West macht…
Das
Und eine in die Mitte.
L1, L2, L3

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sukram
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von sukram » Mo 25. Okt 2021, 10:11

Daffid hat geschrieben:
Mo 25. Okt 2021, 08:43
Ich hätte bei mir ca. 360 kWp installieren wollen und bin von max. 200 kWh Ertrag im Jahr ausgegangen. Hier wären ja dann durchaus 350-400 kWh im Jahr als Einspeisung anzusetzen.

Gruß David
Ich glaube du meintest Wp oder hast du Platz für 1000 Stk 360Wp Panels? ;)

Till
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Till » Mo 25. Okt 2021, 10:30

Daffid hat geschrieben:
Mo 25. Okt 2021, 08:43
Till hat geschrieben:
So 24. Okt 2021, 20:30
Also bei mir läuft seit einigen Jahren eine Anlage mit, wenn ich es Recht in Erinnerung habe 600W, anfangs mit einem China Wechselrichter, Mittlerweile habe ich einen alten 500W sma Wechselrichter.
Der aus chinesium hat Recht schnell die Grätsche gemacht, danach lief sie ein paar Jahre nicht.

Den Sma habe ich vor ziemlich genau zwei Jahren eingebaut, in der Zeit hat er gut 1000kwh eingespeist.
(...)
Du hast in zwei Jahren 1000 kWh eingespeist? Das ist ja enorm.

Dann würde meine Rechnung aus dem Beitrag viewtopic.php?f=14&t=14606 ja schon ganz anders aussehen.

Ich hätte bei mir ca. 360 kWp installieren wollen und bin von max. 200 kWh Ertrag im Jahr ausgegangen. Hier wären ja dann durchaus 350-400 kWh im Jahr als Einspeisung anzusetzen.

Gruß David

Die letzten beiden Jahre waren allerdings auch Recht ertragreich, bei 600Wp und 500kwh/a kommt man ja auf 0,83kWh/kWp/a, die große Anlage auf dem Hausdach lag bei ca. 1,15 wenn ich es recht in Erinnerung habe.

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Heaterman
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Heaterman » Mo 25. Okt 2021, 10:35

Sterne hat geschrieben:
Mo 25. Okt 2021, 08:46
Also bei uns im Nordwesten kann man grob mit 800 kWh im Jahr pro installierten kWpeak rechnen. Da 0,6 kW komplett in den Eigenverbrauch=0,3€ gehen sollten, ergibt sich somit grob folgende Rechnung: 0,6*800*0,3€=144€ Ersparnis pro Jahr.
Ich glaube für Eigenheimbesitzer und Bastler ist damit Alles gesagt. ;)
Dabei darf man dann aber hier oben noch die Tage ohne Sonne abrechnen, und da fällt bei mir dieses Jahr die Bilanz bisher verheerend aus: von Anfang Juni bis Mitte Oktober gerade mal 600 kWh, aber mit 2 x 1 kWp (je 1 kWp nach Süden und nach Südwest-West) via Batteriespeicher und den blauen Chinesen und 400 Wp/36 V am Batteriespeicher vorbei direkt via EVT560 wie eine Balkonanlage. August: 5 Tage kein (zählbarer) Ertrag, September: 10 Tage kein Ertrag.

Wichtig für die Ausbeute ist bei Balkonanlage ein Wechselrichter, der bei möglichst geringer Spannung anspringt.

@uxlaxel: Im Holzlandkreis kannst Du so mit um die 1000 kWh/kWp rechnen.

Rechner

Daffid
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Daffid » Mo 25. Okt 2021, 13:00

sukram hat geschrieben:
Mo 25. Okt 2021, 10:11
Daffid hat geschrieben:
Mo 25. Okt 2021, 08:43
Ich hätte bei mir ca. 360 kWp installieren wollen und bin von max. 200 kWh Ertrag im Jahr ausgegangen. Hier wären ja dann durchaus 350-400 kWh im Jahr als Einspeisung anzusetzen.

Gruß David
Ich glaube du meintest Wp oder hast du Platz für 1000 Stk 360Wp Panels? ;)
Oh, ja natürlich Wp. :mrgreen:

Den Platz hab ich natürlich auf meiner kleinen Gartenhütte :-D

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Raider
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Raider » Mo 25. Okt 2021, 17:39

Mein Onkel hat gerade so eine Anlage in Betrieb genommen. In der Anleitung stand dick und fett "Wenn Ihr Stromzähler rückwärts zählen kann, nehmen Sie die Anlage nicht in Betrieb, sonst Todesstrafe" oder so ähnlich :lol: Die installierten 600Wp Richtung Süden bringen zu Topzeiten bis zu 500W, bei Abschattung etc fällt das aber auch ganz schnell wieder. Wenn da im Schnitt übers Jahr gesehen 1kWh am Tag bei rumkommt darf man sich wohl glücklich schätzen.

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Hansele
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Hansele » Mo 25. Okt 2021, 18:44

basti1 hat geschrieben:
Mo 25. Okt 2021, 04:58
viewtopic.php?f=14&t=16744


Ich habe eine Anlage von envertech. Gute 560w hat aktuell über 800kw erzeugt. Ausrichtung ist Süden. Kann gerne die Tage noch Fotos davon machen


MFG Sebastian
Das wäre super.

Ein Balkonkraftwerk (klingt irgendwie voll nach Marketing ;-)), könnte ich hier wohl auch durchsetzen,
ggf. auch was auf die Garage aber damit könnte ich meinen Zähler nicht entlasten.

Die ca. 200-300€ für den Wechselrichtter könnte man verschmerzen,
ebenso die Module (was taugt denn da?), wäre ja schon spaßig wenn die Grundlast weg wäre.

Spülmaschine über die Mittagszeit wäre ja auch kein Ding, aber soviel Leistung muss erstmal da sein.

https://www.alpha-solar.info/mikrowechs ... h-560.html

Grüßle

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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Gary » Mo 25. Okt 2021, 20:11

Ich habe mal gesucht, es gelten wohl 600VA die der Wechselrichter kann als Obergrenze. Da reimt sich aber jeder selbst was zusammen, man findet viel widersprüchliches.

Wenn es der WR abkann, empfiehlt sich ein paar Zellen Richtung Ost und West zu stellen.

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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von basti1 » Mo 25. Okt 2021, 20:22

Hab mich vertan. Sind aktuell über 500 kW.


Hier Mal ne aktuelle Übersicht.

Screenshot_2021-10-25-20-19-10.png

Fotos mach ich die Tage.


MFG Sebastian

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Fritzler
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Fritzler » Mo 25. Okt 2021, 20:30

Scheint sich ja durchaus zu lohnen.
So für die Grundlast Internetrouter und Heimserver sicherlich und wenn am Wochenende der PC läuft.
Muss man jetz nurnoch auf die selbe Phase klemmen.

Is eben die Frage wo man jetz spotgünstig Solarzellen herbekommt.

Gary
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Gary » Mo 25. Okt 2021, 20:36

Die Zähler saldieren, es ist nicht nötig die richtige Phase zu finden

KalleGrabowski
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von KalleGrabowski » Mo 25. Okt 2021, 20:49

Das klingt alles besser als erwartet!

Mein Problem dürfte die fehlende Grundlast sein. Strom verbrauchen wir morgens und abends, tagsüber bleiben nur Kleinabnehmer wie Router und Radiowecker. Da wäre es schon gut, wenn mein alter Ferrariszähler noch keine Rücklaufsperre hätte und mir noch etwas erhalten bliebe. Spätestens wenn sich unser Verbrauch halbiert (was er bei 800 kWh Ertrag täte) dürfte hier ein Kontrolletti auftauchen und dem ein Ende setzen.

Das Gartenhaus bietet schon mal fast 4 m² in Südausrichtung, also optimal. Dann wäre da noch das Garagendach, aber wie stellt man da Solarpanels auf?
Es ist ein Flachdach aus Betonfertigteilen, im Prinzip Rahmen aus Stahlbeton mit relativ dünner Fläche. Der umlaufende Rahmen ist ca. 10x10cm, die Fläche von ca. 1m² in der Mitte ist nur 1-2cm stark. Aus diesen Elementen sind Wände und Dach gebaut, oben drauf Bitumenbahn, und die ganze Schose ist schon mindestens 10 Jahre dicht. Da möchte ich weder reinbohren noch durch aufgelegte Kontergewichte die Schweißbahn beschädigen.

Ansonsten hätte ich so ein Aufständergerüst mitgekauft und einfach aufs Garagendach gestellt und unten mit Gehwegplatten o.ä. beschwert gegen Fluchterscheinungen bei den immer häufiger auftretenden Starkwindereignissen. leider fehlt mir da die Einschätzung, ab wann das nicht mehr wegfliegt und trotzdem keine Löcher in die Schweißbahn drückt im Sommer.

Das wäre aber eigentlich schon wieder im bösen Bereich, weil dann wären es ja 2 oder 3 Balkonkraftwerke (1 Gartenschuppen, 1-2 Garage).

Für eine richtige Anlage fehlt mir der Investitionswille und die Muße, mich intensiv auf die Jagd nach passenden Gebrauchteinzelteilen zu begeben.

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uxlaxel
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von uxlaxel » Mo 25. Okt 2021, 21:07

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vpo ... start.html

... punkt balkon-PV

versteht ihr das? ich werde da nicht so richtig draus schlau.

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Heaterman
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Heaterman » Mo 25. Okt 2021, 21:14

Das Thema Balkonkraftwerk ist in D noch ziemlich unterbelichtet - Hauptgrund ist die EVU-Lobbyarbeit via EVUs/VDI/VDE/Politik. Das wird bei der zukünftigen Regierung wohl entspannter werden - hofft man.
Wenn ich Eigenwerbung machen dürfte - ich hab dazu diverse Artikel in der Elektronikpresse geschrieben und bin ein „ganz bisschen” im Stoff..

Das Thema wird von VDE, EVUs und allen anderen Lobbies aktiv bekämpft. Gesetzeslage ist: Jeder, auch ein Mieter, kann sowas benutzen, solange die Grundbedingungen eingehalten werden: max. 600 W Einspeisung, entweder per Schuko oder Wieland, konformer WR.
Die 600 W verträgt jede Verkabelung, u.a. deswegen die Grenze. Übrigens: eine VDE-„Norm” ist per se kein Gesetz. Gesetze sind öffentlich zugänglich und keine Handelsware wie VDE-Papiere. VDE ist kein Gesetzgeber. Sie wird aber in Schadensfällen bequemerweise vom Richter bemüht, da sie eine technische Richtlinie darstellt, an der man sich orientieren sollte. Ist im Prinzip auch gut und richtig, siehe elektrotechnische Anlagen, aber nicht Pflicht - dann greift die eigene Verantwortung. Siehe die Kalamitäten, denen Elektriker täglich ausgesetzt sind: Dosen, Klemmen etc.

Stromzähler muss entweder Zweirichtung sein (lohnt sich kaum) oder Einrichtungszähler (der mit der Grafik der Sperrklinke im Zahnrad), alles andere ist illegal. Ferraris müssen auf jeden Fall raus - das könnte die teuerste Nummer für so eine Anlage werden. Ein rückwärts laufender Zähler kommt in Deutschland noch vor Mord.

Für Mieter: Absprache mit dem Vermieter wegen zwei Dingen:
Standort der Zellen (Optik, Sicherheit, z. B. bei Anbringung an der Balkonbrüstung). Bei Aufstellung ohne optische Störung, z, B. auf dem Balkon, im Garten oder auf der Garage kann kein Vermieter Einspruch erheben, solange man nicht an die Bausubstanz andockt.

Zweites Thema geht eher in Richtung Vollkasko: Vermieter überzeugen, dass 600 W keine Gefahr darstellen, und von dem genehmigen lassen.

Es gibt keine Pflicht zur Abnahme durch EVU oder Elektro-Fachkraft, solange die Komponenten den Regeln entsprechen (Leistung, Einspeisung, NA-Schutz, also entsprechender WR).

Meldepflichten:
Das EVU (nicht der aktuelle Stromlieferant) muss in Kenntnis gesetzt werden, dafür gibts im Netz vereinfachte Anmeldeformulare, die das EVU akzeptiern muss, auch wenn die was Anderes behaupten.
Theoretisch muss die Anlage auch beim BMWi angemeldet werden im Solarregister ...

Übrigens registrieren die EVUs neuerdings sehr genau signifikatne Verbrauchsrückgänge und intervenieren schon mal auf diverse Arten ...

Wechselrichter:

Wenn man für Direkteinspeisung zugelassene Wechselrichter einsetzt, ist man auf der sicheren Seite. Mindestanforderung ist NA-Schutz. Wenn die Kiste nach VDE-AR-N 4105 gekennzeichnet ist, ist alles gut. Einspeisung per Schukostecker ist problemlos, Wieland die Version „Angstsicherung”.

Sicherheit:
Bei Einhaltung der Rahmenbedingungen gibt es keine Probleme. Allein in Holland z. B. arbeiten gut 200.00 Anlagen mit keinem einzigen Unfall.In Ösiland sind die Dinger ebenfalls weit verbreitet - keine bekannten Unfälle.

Mehr Leistung:
Die 600 W gelten je abgesichertem Leistungskreis ... aber nicht übertreiben. Großes Stichwort ist Grundbedarf abdecken, nicht Backofen, Tesla tanken oder sowas.

Was für Zellen:
Je nach Lage entweder eine große Zelle oder Aufteilung Ost/West. Bei frei aufgestellten Zellen sollte man mal einen Blick auf bifacionale Zellen („Bauernzellen”) werfen, die liefern aus der Vorder- und Rückseite. So kann man z. B. eine Zelle auf den Balkon bauen und von der Reflektion der womöglich weißen Hauswand profitieren. Gute bifacionale Zellen erreichen auf der Rückseite 80% der Leistung der Vorderseite. Die Dinger gibts inzwischen sogar als Fertig-Zaunelemente.

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Heaterman
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Heaterman » Mo 25. Okt 2021, 21:18

Das Thema Balkonkraftwerk ist in D noch ziemlich unterbelichtet - Hauptgrund ist die EVU-Lobbyarbeit via EVUs/VDI/VDE/Politik. Das wird bei der zukünftigen Regierung wohl entspannter werden - hofft man.
Wenn ich Eigenwerbung machen dürfte - ich hab dazu diverse Artikel in der Elektronikpresse geschrieben und bin ein „ganz bisschen” im Stoff..

Das Thema wird von VDE, EVUs und allen anderen Lobbies aktiv bekämpft. Gesetzeslage ist: Jeder, auch ein Mieter, kann sowas benutzen, solange die Grundbedingungen eingehalten werden: max. 600 W Einspeisung, entweder per Schuko oder Wieland, konformer WR.
Die 600 W verträgt jede Verkabelung, u.a. deswegen die Grenze. Übrigens: eine VDE-„Norm” ist per se kein Gesetz. Gesetze sind öffentlich zugänglich und keine Handelsware wie VDE-Papiere. VDE ist kein Gesetzgeber. Sie wird aber in Schadensfällen bequemerweise vom Richter bemüht, da sie eine technische Richtlinie darstellt, an der man sich orientieren sollte. Ist im Prinzip auch gut und richtig, siehe elektrotechnische Anlagen, aber nicht Pflicht - dann greift die eigene Verantwortung. Siehe die Kalamitäten, denen Elektriker täglich ausgesetzt sind: Dosen, Klemmen etc.

Stromzähler muss entweder Zweirichtung sein (lohnt sich kaum) oder Einrichtungszähler (der mit der Grafik der Sperrklinke im Zahnrad), alles andere ist illegal. Ferraris müssen auf jeden Fall raus - das könnte die teuerste Nummer für so eine Anlage werden. Ein rückwärts laufender Zähler kommt in Deutschland noch vor Mord.

Für Mieter: Absprache mit dem Vermieter wegen zwei Dingen:
Standort der Zellen (Optik, Sicherheit, z. B. bei Anbringung an der Balkonbrüstung). Bei Aufstellung ohne optische Störung, z, B. auf dem Balkon, im Garten oder auf der Garage kann kein Vermieter Einspruch erheben, solange man nicht an die Bausubstanz andockt.

Zweites Thema geht eher in Richtung Vollkasko: Vermieter überzeugen, dass 600 W keine Gefahr darstellen, und von dem genehmigen lassen.

Es gibt keine Pflicht zur Abnahme durch EVU oder Elektro-Fachkraft, solange die Komponenten den Regeln entsprechen (Leistung, Einspeisung, NA-Schutz, also entsprechender WR).

Meldepflichten:
Das EVU (nicht der aktuelle Stromlieferant) muss in Kenntnis gesetzt werden, dafür gibts im Netz vereinfachte Anmeldeformulare, die das EVU akzeptiern muss, auch wenn die was Anderes behaupten.
Theoretisch muss die Anlage auch beim BMWi angemeldet werden im Solarregister ...

Übrigens registrieren die EVUs neuerdings sehr genau signifikatne Verbrauchsrückgänge und intervenieren schon mal auf diverse Arten ...

Wechselrichter:

Wenn man für Direkteinspeisung zugelassene Wechselrichter einsetzt, ist man auf der sicheren Seite. Mindestanforderung ist NA-Schutz. Wenn die Kiste nach VDE-AR-N 4105 gekennzeichnet ist, ist alles gut. Einspeisung per Schukostecker ist problemlos, Wieland die Version „Angstsicherung”.

Sicherheit:
Bei Einhaltung der Rahmenbedingungen gibt es keine Probleme. Allein in Holland z. B. arbeiten gut 200.000 Anlagen mit keinem einzigen Unfall.In Ösiland sind die Dinger ebenfalls weit verbreitet - keine bekannten Unfälle.

Mehr Leistung:
Die 600 W gelten je abgesichertem Leitungskreis ... aber nicht übertreiben. Großes Stichwort ist Grundbedarf abdecken, nicht Backofen, Tesla tanken oder sowas.

Was für Zellen:
Je nach Lage entweder eine große Zelle oder Aufteilung Ost/West. Bei frei aufgestellten Zellen sollte man mal einen Blick auf bifacionale Zellen („Bauernzellen”) werfen, die liefern aus der Vorder- und Rückseite. So kann man z. B. eine Zelle auf den Balkon bauen und von der Reflektion der womöglich weißen Hauswand profitieren. Gute bifacionale Zellen erreichen auf der Rückseite 80% der Leistung der Vorderseite. Die Dinger gibts inzwischen sogar als Fertig-Zaunelemente.

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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Fritzler » Mo 25. Okt 2021, 21:21

Heaterman hat geschrieben:
Mo 25. Okt 2021, 21:18
Bei Aufstellung ohne optische Störung, z, B. auf dem Balkon
Und was is wenn mans aufn Balkon stellt und es von außen trotzdem sichtbar is?
Ich würds an die eine Tür zum Balkon einhängen, das sieht man dann aber noch vom Spielplatz vorm Haus aus.
Aber über meine Ghettoabdunklung des Schlafzimmers (Rettungsdecke auf Pappe) hat sich auch noch keiner beschwert :mrgreen:

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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von bastelbjoern » Mo 25. Okt 2021, 21:27

Nicht zu vergessen VDE ist Privatwirtschaftliche Unternemung mit Empfehlungs Charakter.

Gesetze sind Frei zugänglich VDE will Kasse klingeln hören.
mal nach Holger Laudeley googlen . der ist da firm.

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Heaterman
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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von Heaterman » Mo 25. Okt 2021, 21:27

Beim Balkon gehts einmal um Sicherheit (sichere Montage) und einmal um die optische Störung. So gabs in FFM einen Prozess um eine Eigentums-Wohnanlage, weil der Denkmalschutz Einsprüche hatte. Die historischen Balkongitter waren verdeckt. Was Du auf Deinem Balkon hast und das womöglich irgendwie sichtbar ist, liegt am Verhältnis zum Vermieter. Mein Bengel hat z. B. eine Sat-Flachantenne auf dem Balkonboden. Darüber hat sich ein Nachbar beschwert, der den Balkon einsehen kann. Die Wohnungsbaugesellschft hat die Antenne toleriert, weil sie nicht an der Fassade oder der Balkonbrüstung angebracht ist.

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Re: Balkonkraftwerk 600W?

Beitrag von AlexVR6 » Di 26. Okt 2021, 00:34

Für Thüringen gibt es das hier:

Solarrechner

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