Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Der chaotische Hauptfaden

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Gorbi
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Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Gorbi » Do 17. Nov 2022, 19:05

Hallo, Kollegen,
um gelegentlich ein paar von außen unbestromte Stunden (rollierende Lastabwürfe, neudeutsch Braunraus) überbrücken zu können, habe ich mir einen Wechselrichter angeschafft. Kein Victron&Co.-Hightech, sondern so einen China-Klotz "EDECOA Reiner Sinus Wechselrichter 3500W 7000W Spannungswandler12V 230V".
Ich hab kein Solar, und es geht auch nicht um die Weltherrschaft nach drei Wochen Blackout. Mit letzterem rechne ich eh nicht, und wenn es so wäre, würde ich schön fein das Licht auslassen. :D
Einfach am Abend statt Kerzen und Grammophon ein bißchen elektrisches Licht, Musik, Glotze, Heizung und laufende Kühlschränke zu haben, ohne mit dem alten, lauten, rußenden Jockel die Nachbarn zu belästigen. Die Batterie würde ich am nächsten oder übernächsten Tag mit Externsaft aufladen, wenn der dann wieder da ist. (Ein kräftiges Ladegerät fehlt mir noch, meines kann nur 3 A :lol: .)
Die WR-Leistung habe ich gewählt, weil man allenthalben hört, daß Motoren einen vielfach höheren Anlaufstrom benötigen, aber auch, um doch mal einen Wasserkocher anwerfen zu können. Zumindest der 2 kW-Kompressor läuft damit tadellos, ebenso (testweise) ein Heizlüfter.
Als Batterie habe ich eine neue 80 Ah-Autobatterie. Natürlich kenne ich I = P/U und daß sich die Kapazität von Bleisammlern bei hoher Stromentnahme verringert.
Trotzdem war ich überrascht, daß die vollgeladene Batterie bei 2 kW Last auf 10,6 V einbricht und sehr schnell an der Unterspannungsschwelle des WR aussteigt. Gut, das war ein heftiger Versuch, normalerweise rechne im Mittel mit 500 W für Heizung, Router, Tel., Kühlschränke, Licht und Glotze.
Trotzdem überlege ich, ob die Anschaffung eines Li-Akkus (z. B. 12V, 120 Ah, 200 A) besser wäre. Man müßte halt darauf achten, daß man nicht aus Versehen mehr als 2,1 kW (12V·200A·90% Wirkungsgrad) zieht. Was macht so ein LiFePO4 eigentlich bei zu hohem Entladestrom? Geht das "nur" auf die Lebensdauer? Brennt er? Schaltet das BMS ab? Ideal wäre, zwei parallel zu schalten, was Dank BMS auch gehen soll, aber so viel Kohle kann ich dann doch nicht abzweigen. :)
Viele Grüße
Gorbi

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Chemnitzsurfer
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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Chemnitzsurfer » Do 17. Nov 2022, 19:21

Bei den meisten schaltet dann nur das BMS ab.
Was hast du für einen Bleibatterie gehabt? ne normale Starterbatterie oder einen Aufbaubatterie für Wohnwagen?
Autobatterien schrottest du zuverlässig mit den hohen Dauerströmen die ein WR zieht.

PS 12V*80Ah = 960Wh, wovon du bei Blei nur die Hälfte nutzen kannst. sprich 2000W Heizlüfter 15 min laufen = 80Ah Blei leer

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sukram
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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von sukram » Do 17. Nov 2022, 19:30

Gorbi hat geschrieben:
Do 17. Nov 2022, 19:05
Als Batterie habe ich eine neue 80 Ah-Autobatterie.
Auto (eigentlich Starter-)batterien sind nicht für Dauerlast ausgelegt. Ein Staplerakku (OPZS) wäre noch geeignet gewesen

Aber mal ganz doof gefragt: wo hast du die Spannung gemessen? Und hast du auch kurze Leitungen mit großem Querschnitt verwendet? Bei 2m und 16mm² gehen dir bei 200A schon knapp 0,9V nur im Kabel verloren. Entspricht einer Heizleistung von 177W :twisted:
Gorbi hat geschrieben:
Do 17. Nov 2022, 19:05
Was macht so ein LiFePO4 eigentlich bei zu hohem Entladestrom? Geht das "nur" auf die Lebensdauer? Brennt er? Schaltet das BMS ab?
Bei einem guten BMS/LFP Akku stehen im Handbuch die Abschaltwerte/Zeiten tabellarisch aufgelistet.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von plottermeier » Do 17. Nov 2022, 19:34

Ja, die ist eeeetwas zu klein dafür. Das sind ja so 200 Ampere. Wenn dann die Batterie nicht ganz nagelneu, voll, auf Wohlfühltemperatur usw. ist, dann schaltet der WR sofort ab. Die Leitungen müssen auch monsterdick sein, sonst macht sich da noch das eine oder andere Volt davon. Auch sollte man nicht mehr als 20% der Amperestunden entnehmen, sonst sind nicht zyklenfeste Starterbatterien schnell hin. Auch das spricht für so 200-400Ah Beim PKW-Start hat man zwar ähnliche Ströme, aber nur für ein paar Sekunden. Li-Akkus sind meist niederohmiger (Wenn es nicht zu kalt ist). Der von Dir verlinkte soll ja 200A können. Ob der irgendwie gegen Überstrom gesichert ist, kann ich nicht erkennen. Prinzipiell ist alles möglich von Abschaltung über Lebensdauerverlust bis hin zur Mini-Kernschmelze, die alles einäschert.
Ich nutze immer ausrangierte APC-USVs. Die 3,2 kW Dinger halten mit 4x 12V 80 Ah bei 2000W ganz gut durch und kosten fast nichts.

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Julez
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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Julez » Fr 18. Nov 2022, 00:38

Also deinen verlinkten Li-Klotz finde ich deutlich zu teuer. Guck mal hier, da bekommste das doppelte für's Geld:
https://zukunftswerkstatt-verkehr.at/lithiumzellen.html

Und wenn's schon 4-stellig werden soll, da kommt man langsam auch in den Bereich eines guten Honda-Moppels.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Gorbi » Fr 18. Nov 2022, 10:58

Chemnitzsurfer hat geschrieben:
Do 17. Nov 2022, 19:21
PS 12V*80Ah = 960Wh, wovon du bei Blei nur die Hälfte nutzen kannst. sprich 2000W Heizlüfter 15 min laufen = 80Ah Blei leer
Jepp, das habe ich auch gemerkt. :D
plottermeier hat geschrieben:
Do 17. Nov 2022, 19:34
Ich nutze immer ausrangierte APC-USVs. Die 3,2 kW Dinger halten mit 4x 12V 80 Ah bei 2000W ganz gut durch und kosten fast nichts.
Ja, das ist eine gute Idee, ich habe aber keine gefunden, der Merkt ist momentan ein bißchen komisch. :roll:
sukram hat geschrieben:
Do 17. Nov 2022, 19:30
Aber mal ganz doof gefragt: wo hast du die Spannung gemessen? Und hast du auch kurze Leitungen mit großem Querschnitt verwendet? Bei 2m und 16mm² gehen dir bei 200A schon knapp 0,9V nur im Kabel verloren. Entspricht einer Heizleistung von 177W :twisted:
Die Spannung zeigt der Wechselrichter an. Das Kabel ist nur 1/2 m lang. Zum Testen habe ich die flachen Enden, die eigentlich zum Anschrauben gedacht sind, mit kleinen Schraubzwingen an die Batteriepole geklemmt. Wärmeentwicklung am Kabel oder den Batteriepolen konnte ich nicht erfühlen.
Julez hat geschrieben:
Fr 18. Nov 2022, 00:38
Also deinen verlinkten Li-Klotz finde ich deutlich zu teuer. Guck mal hier, da bekommste das doppelte für's Geld:
https://zukunftswerkstatt-verkehr.at/lithiumzellen.html
Und wenn's schon 4-stellig werden soll, da kommt man langsam auch in den Bereich eines guten Honda-Moppels.
Vielen Dank für den Link! Also bräuchte ich 4 St. von den "EVE - 280Ah K"-Zellen in Reihe, um auf 12,8 V zu kommen (780,— €), ein passendes BMS (wie konfiguriert man das?) und Flachkupferstücke mit Löchern (plus Muttern), um die Zellen zu verbinden? Tut mir leid, ich habe noch nie ein Li-Batterie selbst zusammengebaut. :)

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von sukram » Fr 18. Nov 2022, 11:44

Und ein Gehäuse, um die Akkus auf x kg vorzuspannen. Die Akkumodule müssen fest eingepackt sein, weil die sonst beim Laden/Entladen sich verformen und dadurch schneller verschleissen.

Hier ein schöner Erklärpost:
https://forum.drbacke.de/viewtopic.php?p=18962#p18962

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Fertig-Akku gekauft

Beitrag von Gorbi » Do 24. Nov 2022, 11:52

Vielen Dank!
Ich habe mir jetzt doch einen fertigen 200 Ah-LiFePO4-Akku (zum ähnlichen Preis wie das Selberbauprojekt) plus 25 A-Ladegerät gekauft.
Wie sicher sind die denn wirklich? Hintergrund der Frage:
Wenn keine Bedenken bestehen, stelle ich den Akku in den Keller mit reichlich Brandlast. (Vielleicht in eine passende, verschlossene Blechkiste.)
Falls Bedenken bestehen, könnte ich ein Loch durch die 40cm-Wand bohren, das Kabel da durchstecken und den Akku in der Garage nebenan an die Wand stellen. Nachteil: Die Garage ist zwar frostfrei, kann aber bis auf 5°C abkühlen. Das mögen die Eisenphosphat-Sammler beim Laden nicht. Ich hätte ja einen Akku mit Selbstheizung genommen, aber der könnte nur 100 A, statt 200 A ohne Selbstheizung. (Den Strom braucht der 3,5 kW/7kW Spitze-Wechselrichter schon.)
Mit 25 A muß man 8 h laden, aber "stärkere" Ladegeräte wären deutlich teurer gewesen. Für kurze, rollierende (angekündigte) Lastabwürfe ("Brownouts") müßte diese einfache Konfiguration ausreichen, hoffe ich. :-)

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Julez » Do 24. Nov 2022, 13:43

Also sehr sicher sind diese LiFePos schon. Ich hab noch nie gehört dass welche so spektakulär explodieren würden wie LiIon.
Mach trotzdem ne Kiste drum mit einem Loch für Abgase, falls was passiert. Die Abgase sollten durch Edelstahlschwämme gefiltert werden, so dass keine Stichflamme oder brennende Partikel rauskommen.
Ebenfalls gut gegen Sekundärbrände wirkt es nach eigenen Untersuchungen, den Akku präventiv mit Feuerlöschdecken zuzudecken.

Und immer dran denken: Ein kalter Akku mag keine hohen Belastungen. Und kalt ist <20°C.
Ein Akku mag es aber ebenfalls nicht, warm gelagert zu werden, und warm ist >20°C. :lol:
Und erst recht mag er es nicht, voll gelagert zu werden.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Gorbi » Do 24. Nov 2022, 18:07

Julez hat geschrieben:
Do 24. Nov 2022, 13:43
Und erst recht mag er es nicht, voll gelagert zu werden.
Merde, daran habe ich nicht gedacht. :cry: Ich weiß ja nicht einmal, wie voll das Ding wirklich ist. An der Spannung kann man es nicht erkennen, die Kennlinie ist zu flach. Manche basteln sich irgendwelche Shunt-Widerstände ran und ermitteln die Entnahme bzw. das Auffüllen inkrementell. So etwas habe ich nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß das sonderlich genau ist. Inkrementelle (auf Durchflußgebern beruhende)Trinwassertankanzeigen auf Booten habe ich nicht als besonders genau erlebt.
Notenergie, die man nicht voll lagern darf. :roll: Ich glaube, es gibt doch nichts besseres als flüssige Kohlenwasserstoffe. Höchste Energiedichte, und der Kanister kann voll jahrelang in der Ecke stehen.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Chemnitzsurfer » Do 24. Nov 2022, 18:22

Bei den bessere der fertigen Li4 Akkus kannst du per Bluetooth das BMS auslesen und siehst dann in der Handyapp den Ladezustand + ggf. Fehlercodes.

Ansonsten halt aus dem Caravanbedarf so ne Anzeige mit shunt fertig kaufen
https://www.amazon.de/Votronic-1263-LCD ... SQE9M?th=1

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Beitrag von Gorbi » Do 24. Nov 2022, 20:37

Es ist dieses Teil.
Da steht nirgends, ob man das BMS auslesen kann. In der Produktbeschreibung wird als "Nennstrom", "Stromabgabe" und "max. Entladestrom" 200 A bzw. als Leistung "2,560 W"genannt, ganz unten, nach Sprüchen wie "daurt mehr länger", "Doppelte Leistung, unzähliges Glück" und, – jetzt kommt's – "Machen Sie Ihr Wohnmobil zum Welthauptquartier" :lol:, steht "max. kontinuierlicher Lade./Entladestrom = 100 A" und "max. Dauerentladestrom = 280 A 5 Sek.". Ich gehe jetzt mal von 200 A Dauerstrom aus. :roll: (Ich weiß, ich weiß, jemand hat mir hier mal gesagt, ich solle keine 12V-Basis nehmen, aber so ist das halt, wenn man dilettantisch anfängt. :D )
Naja, mal sehen, was das Ding aushält. In 10 Jahren wird es Besseres günstiger geben.
Und Danke für den Link zu dem Votronik-Teil. Sollte ich nicht lieber einen 400S nehmen, d. h. besser zum Wechselrichter als zur Batterie passend? Nicht daß der Shunt schmilzt, wenn der WR mehr als 200A zieht (falls ich künftig noch einen Akku parallel schalte).

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Julez » Do 24. Nov 2022, 21:20

Gorbi hat geschrieben:
Do 24. Nov 2022, 18:07
[]Ich weiß ja nicht einmal, wie voll das Ding wirklich ist. An der Spannung kann man es nicht erkennen, die Kennlinie ist zu flach. []
Doch, doch. Also ab 3,5V/Zelle ist er sicher voll. 3,45V/Zelle reicht eigentlich auch. Mein Fahrrad lade ich immer auf knapp über/um 3,4V/Zelle, und das klappt auch noch.
Kannste ja selber ausprobieren. Mit Labornetzteil auf eine bestimmte Spannung floaten, dann auf 3,6V/Zelle laden, und gucken, wieviel noch reingegangen ist an Kapazität.
Wenn es viel war, ein wenig entladen, 2-3/100 mehr Spannung/Zelle floaten, usw.
Irgendwann erkennt man dann den Punkt, wo die Kapazität trotz höherer Ladeschlussspannung nicht mehr steigt.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Roehricht » Fr 25. Nov 2022, 00:45

Hallo,

warum keien Nickel Cadmium Sinterzellen mit Akalilauge. Die sind häufig in Notlichtanlagen zu finden.

Zum Bleifisch diese hier:

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... -168-24627

Die gezeigten Modelle können 2000A kurzzeitig, sind kältefest bis -60 grad, diekann man tiefentladen, zyklenfest und praktisch unzerstörbar. Beim überladen verbrauchen sie etwas Wasser. sonst umproblematisch.

Ich würde weg von 12V. Alles zu verlustbehaftet. Ideal 24-60V .das gibt ordentlich was Leistung, die Ströme bleiben moderat. ebenso handlich die Leitungesquerschnitte. Dann darf die Batterie auch geren etwas weiter wegstehen.
Nickel Batterien kann man in Holzkisdten auf der Terasse als Sitzbank getarnt weglügen. Die Brennen und explodieren nicht. Diese Sorte Batterien müssen auch mechanisch zusammengehalten werden, sonst deformieren sie sich.
73
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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Gary » Fr 25. Nov 2022, 02:28

Und der Wirkungsgrad der NiCd Klötze?
Ich habe meine verschenkt..

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Re: Stromzähler

Beitrag von Chemnitzsurfer » Fr 25. Nov 2022, 05:21

Gorbi hat geschrieben:
Do 24. Nov 2022, 20:37
Und Danke für den Link zu dem Votronik-Teil. Sollte ich nicht lieber einen 400S nehmen, d. h. besser zum Wechselrichter als zur Batterie passend? Nicht daß der Shunt schmilzt, wenn der WR mehr als 200A zieht (falls ich künftig noch einen Akku parallel schalte).
laut Votronic kann der
100A Shunt 100A dauerhaft / 150A für 15 Minuten / 200A für 7 Minuten
200A Shunt 200A dauerhaft / 300A für 15 Minuten / 400A für 7 Minuten
400A Shunt 400A dauerhaft / 600A für 15 Minuten / 800A für 7 Minuten

Sprich das BMS deiner Batterie schaltet nach wenigen Sekunden bei 280A ab, der Shunt würde die 280A aber locker 15 Minuten vertragen. Musst du halt wissen, ob du ggf. noch Aufrüsten willst.

https://www.votronic.de/index.php/de/pr ... sche-daten

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von uxlaxel » Fr 25. Nov 2022, 06:46

Gary hat geschrieben:
Fr 25. Nov 2022, 02:28
Und der Wirkungsgrad der NiCd Klötze?
Ich habe meine verschenkt..
man könnte sie mit der angezapften sonne bei ladung halten, da ist der wirkungsgrad nicht ganz so tragisch

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von zauberkopf » Fr 25. Nov 2022, 10:54

man könnte sie mit der angezapften sonne bei ladung halten, da ist der wirkungsgrad nicht ganz so tragisch
Ich denke, Gary meinte den Ladewirkungsgrad.
Die selbstentladung kann bei den offenen NiCD's gar nicht mal so schlecht sein.
Ich habe ne Grubenlampe aus den 80ern mit den original Akku mit der Original suppe (+ etwas dest Wasser).
Elektrode : Tasche.
Nach nem halben jahr habe ich sie eingeschaltet... und sie leuchtete komischerweise ein paar Stunden !
Das schaffen welche mit Rundzellen und Sinterelektroden nicht..
(allerdings können Taschenelektroden keinen hohen Strom abgeben)

Wobei der Ladewirkungsgrad nicht alles ist..
Kosten der Batterie, Zyklen... das sind ja auch parameter die man zur Berechnung mit einbeziehen kann.

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Harry02
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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Harry02 » Fr 25. Nov 2022, 13:02

Gorbi hat geschrieben:
Do 24. Nov 2022, 18:07
Julez hat geschrieben:
Do 24. Nov 2022, 13:43
Und erst recht mag er es nicht, voll gelagert zu werden.
Merde, daran habe ich nicht gedacht.
LiFePO4 sind deutlich unkritischer was volle Lagerung betrifft als LiPo(lymer)! @Jules, hast du da "weiterführende Literatur" dazu? Ich konnte grade keine neuere Untersuchung zu Kapazitätsverlust je nach Lager-Ladezustand finden.
Im Berühmten Nasa-A123-LiFePo pdf steht aber was auf Seite 11: Storage at 100% SOC bei versch. Temp und gemessen bis 365 Tage. Ich nehme an, die meinen wirklich capacity loss und nicht self discharge, letztere vermute ich in einer anderen Größenordnung.
Interpoliert auf 4000 Tage etwa 5% bei 25C. Der Unterschied zu 50% SOC ist verschwindend gering!
https://www.nasa.gov/sites/default/file ... carmen.pdf
Es kommt natürlich auch drauf an, wie man 100% StateOfCharge definiert. Bei 3,45V dürften die eher ewig halten, als wenn man die 3,6V deutlich überschreitet weil man aus Erfahrungsberichten ableitet, dass 4,2V auch noch geht (ich lade meinen "nackten" Fahrradakku bis 3,7..3,8V/Zelle in der Hoffnung, dass eine minimal aus der Balance gekomme Stufe dann auch noch voll wird. Das ist aber eher eine Hoffnung, denn eigentlich geht nur die Spannung hoch ohne weitere Kapazität einzuladen, d.h. es fließt sehr wenig Strom zum brute-force-balancieren).

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Julez » Fr 25. Nov 2022, 14:21

Also wenn jemandem richtig langweilig ist:

https://opus.hs-offenburg.de/frontdoor/ ... -03922.pdf

https://www.sciencedirect.com/science/a ... 1922004688

https://iopscience.iop.org/article/10.1 ... 111/ab7900

https://explorevanx.com/blog/how-to-sto ... -batteries

Ich würde das einfach so machen: Mit 3,35V/Zelle floaten und schauen, ob dann nicht vielleicht sogar schon 90% der Kapazität vorhanden sind.
Bei dieser geringen Spannung würde ich mir dann auch keine weiteren Gedanken über die Lagerfestigkeit machen.
Im Sommer, wenn ein Stromausfall eher nicht zu befürchen wäre, dann auf 3,3V oder so runter gehen. Im Herbst dann wieder hoch.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Harry02 » Fr 25. Nov 2022, 17:15

Interessant, danke. Nach einem ersten Überfliegen habe ich da aber noch nicht rausgelesen, dass man auf keinen Fall bei 100% SOC lagern/floaten lassen soll.

Link1: Es wurde ein Serie- und ein Parallel verschaltetes Batteriesystem getestet, geladen bis zu den laut Hersteller spezifizierten 3,8V. Der Kapazitätsverlust nach 2,5j equivalent 850 Zyklen war 18,6% und 21,4%. Die geteste Einzelzelle zeigte nur halb so viel Kapazitätsverlust, was auf die höhere Temperatur im Pack zurückgeführt wird.
Die 850 Zyklen wurden in verschiedenen Modi erreicht, full cycle mode (30%-100% SOC), dann solar storage mode (50%-100%), wieder full cycle mit Checkups dazwischen.
Es wurde also nicht untersucht, ob ein Betrieb nur bis 80 oder 90% SOC weniger Alterung erbringt, oder übersehe ich was?

Link 2 habe ich keinen Zugriff drauf, soweit ich die Zusammenfassung lese, wurde herausgefunden, dass es Vorteilhaft ist mit zunehmender Alterung langsamer (7 statt 4h) zu laden und SoC um 20% zu reduzieren (aber nicht von Anfang an, sondern erst wenn Alterung eingetreten ist).

Link 3: Sagt aus, dass ausschließliche Teilzyklen-Nutzung (zw. 40 und 60%) die Kapazität signifikant verringert (Memory-Effekt) und dies großteils reversibel ist (durch vollständiges Entladen und Halten der unteren zulässigen Spannung zwischen vollen Zyklen). Nach dem Rückgängig machen des Teilzyklenkapazitätsverlustes waren diese Zellen dann minimal besser als die mit vollen Zyklen gefahrenen. Ok, interessant.
Nach 700 FullEquivalentCycles zwischen 40 und 60% waren nurnoch 83% Gesamtkapazität vorhanden, nach der 4-bis 17-tägigen "Rekuperation" dann 97%. Die Zellen, die 700 volle Zyklen mitgemacht haben, hatten danach noch 95% Kapazität und nach Rekuperation 96,5%. Ich würde sagen, immer volle Zyklen fahren und sich die Rekuperation sparen.

In Link 4 steht nur, dass man über 50% SoC lagern soll, das schließt 100% also mit ein.

Also, man bekommt vermutlich/sicherlich eine etwas erhöhte Lebensdauer, wenn man einen LiFePO4 nicht dauerhaft bei 100% hält, aber die Daten geben nicht das her, was Gorbi daraus abgeleitet hat, "Kacke, ich kann den ja immer nur halbvoll lagern" wie bei LiPo (die sterben halt wirklich schneller wenn sie dauernd voll sind).
Die Spannung zu reduzieren und nur bis 90..95% oder so zu gehen ist sicher nicht verkehrt. Immer nur bis 50% zu gehen wenn die Ladung länger drin bleiben soll, wäre aber unnötig.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Julez » Fr 25. Nov 2022, 18:59

Ja, es stimmt schon, dass man sich definitiv "zuviele Gedanken machen kann über Akkus, und das mach ich gerne. :geek:
Ich habe gerade zufällig einen Test am Laufen mit A123 Zellen, was der Ladezustand dort mit der Lagerungsalterung macht. In etwa 1 Jahr werde ich das Ergebnis hier posten.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von zauberkopf » Fr 25. Nov 2022, 22:18

Ja, es stimmt schon, dass man sich definitiv "zuviele Gedanken machen kann über Akkus, und das mach ich gerne. :geek:
Gar nicht mal schlecht...
Ich habe gerade zufällig einen Test am Laufen mit A123 Zellen, was der Ladezustand dort mit der Lagerungsalterung macht. In etwa 1 Jahr werde ich das Ergebnis hier posten.
Meine Cheffin meinte heute : Kühlschrank bzw Kühl halten, dürfte effektiver sein.
Und : 1 Jahr, ist eher, zu wenig.. ;-)

Wenn Du an solche Tests bock hast :
Nach dem ich ein Paper gefunden hat, das beschreibt, das man die Zyklenzahl von Lipo Tütensuppen ins unermessliche steigern kann, wenn man sie unter einem leichten Druck einbaut, habe ich beschlossen einen "Ladungsschupser" zu bauen.
Der Plan :
3 bzw 4 Sepicwandler an einen Raspberry Pico :
Fangen wir mit den ersten beiden an :
Die sind nämlich antiparallel geschaltet.
Und immer nur einer ist aktiv.
Der soll eine Zelle (Z1)mit 1C Entladen und mit der Energie die andere Zelle(Z2) mit 1 C laden.
Damit das klappt, sorgt ein weiterer Sepic an Z2 dafür die verluste von ersten Sepic und die verluste vom Ladewirkungsgrad auszugleichen.
Ist Z1 leer, und Z2 voll, könnte man entweder per Relais umschalten....
.. oder aber die anderen beiden Sepics einfach einschalten.
Sepic deshalb : Der macht ja nix, wenn der Mosfet kein PWM erhält.

Und dann will 2 Identische Zellen nehmen, die eine unter Druck einbauen, und die andere normal.
Danach die Ladungen so lange hin und her schieben, bis die erste fritte ist. Natürlich während dessen schön strom und Spannung von jeden einzelnen Wandler protokollieren..

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von Gary » Fr 25. Nov 2022, 22:32

Früher gab es den Ladewart, der war für die Akkus der Grubenlampen zuständig.

Ich bin kein Ladewart, der Akku ist für mich da und nicht andersrum. Es muss reichen wenn er nicht gequält wird, vor allen nicht unnötig oder vermeidbar.

Der Pylontech Akku hat 15 Zellen und wird mit 52V voll, das sind 3,47V je Zelle.

Wärme stecken die LiFePo besser weg wie Blei.

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Re: Wechselrichter zu groß oder Akku zu klein?

Beitrag von zauberkopf » Fr 25. Nov 2022, 22:50

Ich bin kein Ladewart, der Akku ist für mich da und nicht andersrum. Es muss reichen wenn er nicht gequält wird, vor allen nicht unnötig oder vermeidbar.
Dafür ist das BMS heutzutage zuständig.. ;-)
Kann Dein BMS auch automatisch nach 5 Tagen, den Balancer so lange laufen lassen, bis die Zelle auf 3,xV runter ist, und optimal gelagert werden kann ?
okay.. ist für Deine Anwendung irrelevant.
Relevanter wäre ihn nicht auf 100% zu laden oder zu entladen, um die Lebensdauer, und damit die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. also das der Elektronische Ladewart, rechtzeitig via CAN bescheid gibt : passt.. ;-)

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