Wiederbelebung des Philips Bellini

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon ferdimh » So 21. Jan 2018, 19:26

Nenn doch mal die Messwerte am Videoverstärker ;-)
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon Chaoskreator » So 21. Jan 2018, 19:41

xanakind hat geschrieben:Was ich nicht verstehe: woher kommen die 660 Volt?!
Der kann doch nur über den R104 (10M) herkommen.

Ja, kommt über den R104 vom ZTR.
Hat jetzt zwar nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun, aber mich wundert etwas, dass die Kondensatoren C89 und C92 nicht gegen GND sondern gegen die Betriebsspannungen +2 bzw +3 gehen. Ein Grund könnte sein, dass die Spannungen an den Kondensatoren dann nicht so hoch sind. Möglicherweise gibt ist aber auch einen tieferen Sinn, vielleicht dass die Spannungen "600V" und "660V" mit der Restwelligkeit der Versorgungsspannungen "mitgehen".
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon Roehricht » So 21. Jan 2018, 19:54

Hallo,
die Spannung für Stift 3 der Bilderlampe kommen über R98 und R102 vom Zeilentrafo S5 . Der Messpunkt M11 im Viereck sagt 860V. Das zeug ist ist alles so hochohmig das ein evtl. kleiner Leckstrom von C92 das Potential runterzieht. Wie schon erwähnt muss man da mit einem hochohmigen Eisen messen, also was mit ca 10Mohm oder mehr. Scope mit 10:1 oder besser 100:1 Tastkopf wäre auch ne Möglichkeit.

Als R102 oder C92 defekt oder die Funkenstrecke ist verschmoddert. Die Röhrenfassung hat Schluss . Mal den Draht zur Bilderlampenfassung an der Platine ablöten und kucken ob die Spannung noch da ist.

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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon ferdimh » So 21. Jan 2018, 20:25

Ich werfe die Theorie in den Raum, dass an Pin 3 alles OK ist, und mit einem 10MΩ-Messeisen gemessen wurde. Dann sind da halt genau halb so viel Spannung wie da sein sollte -> 330V.
Das Fehlerbild passt auch nicht auf massiven Spannungsfehler an der Bildröhre (dann wäre es total dunkel oder total hell und evtl unschraf), sondern auf fehlerhafte/fehlende Ansteuerung.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon xanakind » So 21. Jan 2018, 20:57

Jap, ihr habt völlig recht!
Das Messeisen war mit 10MOhm zu Niederohmig.
Mit dem guten alten Analog Messgerät im 5000 Volt Messbereich stimmt die Spannung tatsächlich und liegt bei relativ genau bei 600 Volt.
Von der Seite ist also alles ok, da mache ich einen Haken dran.
Hier die Messwerte vom Videoverstärker (PCL84 / Rö12):
Pin6: 175Volt, aber das Oszillosgramm sieht so aus:
1.jpg

(Tastkopf: 1:10)
Oder braucht es dafür einen Prüfsender mit einem definierten Bildinhalt?
Sowas habe ich natürlich nicht.
Pin9: 136Volt
Pin7: 18 Volt

Die Röhre hab ich auch schonmal testweise getauscht, da änderte sich aber nichts.
Ich vermute den Fehler in dem Bereich um S38 / bei den Kondensatoren & Widerständen.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon tom » So 21. Jan 2018, 21:08

nehme mal einen Tastkopf: 10:1
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon Chefbastler » So 21. Jan 2018, 21:09

Schaut nach Rauschen aus dem Empfänger aus.

Ansonsten einfach einen UHF Modulator von nem Videorecorder oder Satreceiver nehmen und den mit Testsignalen füttern.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon Harry02 » So 21. Jan 2018, 21:39

xanakind hat geschrieben:15mm Lichtbögen kann ich locker ziehen.


Ein Lichtbogen auf 15mm gezogen bedeutet aber keine 15kV, nur wenn er bei 15mm Abstand bereits zündet.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon xanakind » So 21. Jan 2018, 22:00

Ja, der Lichtbogen zündet auch bei einem Abstand von 15mm.
Ziehen kann ich ihn dann bis zu 20mm.Das scheint soweit zu stimmen.

Ein Testsignal draufgeben.......Oje.... Erstmal einen Videorecorder rausgekramt:
1.jpg

Dann die UHF-Tasten gangbar gemacht, denn diese waren total festgerostet (der Empfänger stand auf VHF)
Dann beten dass der UHF-Teil noch lebt und:
2.jpg

Sieht gut aus!
Der Empfänger ist also definitiv am leben :D
Der Ton geht aber noch nicht (Die NF-Endstufe läuft aber)
Aber was gibt man denn nun als Testsignal drauf?
ein graues Bild, Testbild, weisse Streifen?
Ich glaube, ich muss meinen HDMI--> RF Converter wesentlich früher basteln.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon Chemnitzsurfer » So 21. Jan 2018, 22:19

Haste ein Raspi herumliegen? Dann einfach den FBAS an den VHS Recorder hängen.
SW Testbilder gibts es auf YT
https://www.youtube.com/watch?v=i5AJayyMJTY

:lol:
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon tom » So 21. Jan 2018, 22:23

bei manchen Videorecordermodulatoren gab es mal einen "Testbild"-Schalter.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon xanakind » So 21. Jan 2018, 22:26

Und genau dieser Schalter macht 2 weisse Vertikale Streifen.
Von diesen Dingern habe ich auch noch einige da, aber ist das ausreichend, um vernünftig messen zu können?
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon Chefbastler » So 21. Jan 2018, 22:30

tom hat geschrieben:bei manchen Videorecordermodulatoren gab es mal einen "Testbild"-Schalter.


Die zwei Balken sind weniger ein Testbild sondern mehr eine Abstimmhilfe.
Obwohl der Metz Recorder hier hatt sogar tatsächlich ein Vollwertiges Tesbild ausgegebn können.

Zum Abgleich bruachts Gitterlinien, Kreise, Graustufen, gefächerte Linien.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon ferdimh » So 21. Jan 2018, 23:08

Zum Geht/Geht nicht-Messen taugt auch der Zwei-Linien-Generator, wenn man seine Grenzen beachtet (insbesondere: Keine Vertikalsynchronisation!)
Da ist aber noch was faul.
Bei fehlender HF gibt der Detektor eine geringe Spannung aus. Damit wird die Röhre voll aufgesteuert und an der Anode muss eine geringe Spannung anliegen, passend zu einem weißen Bild.
Außerdem passt die Anodenspannung von 175V nicht zur Kathodenspannung von 18V.
18V an 820Ω entsprechen 22mA Kathodenstrom. Davon werden etwa 20mA auf die Anode entfallen, da fallen am 3,9K Anodenwiderstand (R82) 80V ab, an R80a weitere 20V. Damit hätte +4 275V, was für eine Allstromglotze eine sehr unübliche Spannung wäre. Der Schaltplan nennt hier eine deutlich plausiblere Kathodenspannung von 11V.
Das Bild sieht auch so aus, als wäre der Arbeitspunkt danebenh. Die Schirmgitterspannung von 136V legt nahe, dass du den Kontrast (hier eher ein Helligkeitspoti) auf Vollanschlag gedreht hast. Da müsste das Bild eher heller werden. Und so ne Schwarzweißröhre ohne verdunkelnde Lochmaske kann ziemlich hell.
Ich würde da mal die geannten Widerstände auf Korrektheit überprüfen. Bei der Gelegenheit kann man auch noch mal die (statische) Gitterspannung der PCL84 messen.

Zum Ton:
Das ist ein ganz klassischer Verhau, bei dem man sich mit einem brummführenden Schraubenzieher von Gitter zu Gitter tasten kann (du hast das Ding am Trenntrafo hängen, hoffe ich).
Das muss am Endstufengitter leise brummen, bei aufgedrehter Lautstärker am Vorstufengitter LAUT brummen und am Demodulator sollte auch was zu hören sein.
Ansonsten: Spannungen gegenprüfen. Diese Schaltung mit Gegenkopplung auf den Lautstärkereglerfußpunkt hat infernale Verstärkung wenn man die Lautstärke aufreißt (~50mV für ~3W NF).
Wenn der NF-Teil leider geht, kann man sich an die "spaßigere" Fehlersuche im Ton-ZF-Teil machen. Erwarte aber nicht, dass das Ding ohne Signal rauscht. Ich vermute/hoffe, dass es eine gemeinsame Fehlerursache gibt, z.B. dass der ZF-Verstärker abgeregelt wird (die Regelung macht die Triode der PCL84), und die verstärkte Ton-ZF einfach nicht ausreicht, um die Schwellspannung der Dioden im Detektor zu überwinden.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon xanakind » So 21. Jan 2018, 23:31

Ok, da werde ich mich morgen mal auf die Suche begeben. Für heute ist erstmal Feierabend :)
Selbstverständlich hängt der am Trenntrafo. Ist sogar ein Stell- Trenntrafo, daher kann ich ihn auch schön mit nur 220 Volt betreiben.
Sonst würde ich da auch nicht einfach so mit dem Oszi im Inneren herumstochern :D
Beim Ton hätte ich tatsächlich wenigstens etwas Rauschen erwartet. Aber mal sehen was passiert wenn das Bild Hell ist.
Und ja: Der Kontrast und Helligkeitsregler ist voll aufgedreht.
+4 ist mit 230 Volt angegeben, was ich auch tatsächlich gemessen habe.
Morgen geht´s weiter.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon video6 » So 21. Jan 2018, 23:43

Schon schön zu sehen das er es wieder tut.
Ich hab noch Zwei "Refena Patrioten" stehen die ich zum laufen bringen will.Da sind sie Trafos auch nicht mehr so toll
Der "Rembrand" als Voegänger war das letzte mal vor sicher 10 Jahren das letzte mal an.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon Bastelbruder » Mo 22. Jan 2018, 01:15

Der relativ große Kondensator zwischen Gitter 2 und +3 könnte Bestandteil der Nachleuchtpunktunterdrückung sein.

Das Testbild zeigt auf jeden Fall einen halbwegs brauchbaren Schwarzpegel, es sind nicht nur die Spitzlichter sondern auch Halbtöne zu erkennen. Die Helligkeitseinstellung sollte allerdings einen deutlich sichtbaren Hintergrund erzeugen. Die Synchronisation funktioniert auch. Mit dem Videosignal nochmal die Spannungen an Rö12P-Gitter und Anode messen und die Kathodenspannung an Rö12T. Zumindest die Größe der Sync-Impulse muß stimmen, ein spezieller Testgenerator muß nicht sein. Nach Kontrolle der Austastimpulse und der 110 V am Wehnelt (Gitter 1) würde ich mal vorsichtig am [H]-Poti drehen, da muß der Bildhintergrund sichtbar werden.

Mit zu wenig HF kommt aus dem Videodetektor natürlich auch zu wenig Tonträger und der Ratiodetektor stellt sich stumm. Aber das Bild ist da! Rauschen ist bei der Schaltung wirklich kaum zu erwarten. Beachtenswert ist der Anschluß für die Lautstärke-Fernbedienung (FL) unterhalb T2. (Das ist sicher nicht der Fehler).
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon xanakind » Mo 22. Jan 2018, 01:26

Leuchtpunktunterdrückung?
Beim Abschalten Fällt das Bild zusammen und der helle Punkt (auch bei Tageslicht sichtbar) leuchtet einige Zeit nach.
Die funktioniert also noch nicht.

Dieser Testbildgenerator hier:
http://www.fingers-welt.de/phpBB/viewtopic.php?f=17&t=10430
Wird demnächst bei mir einschlagen. :D
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon video6 » Mo 22. Jan 2018, 08:04

Der ist natürlich für dich perfekt.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon xanakind » Mo 22. Jan 2018, 22:34

Update:
Der R80a (1k) war etwas niederomig.
Dadurch war die Spannung etwas zu hoch.
Alle anderen Widerstände stimmen.
Die Spannung am Pin7 der PCL84 liegt nun zwischen 8 und 15 Volt, je nach Bildinhalt.
Stelle ich den Recorder auf Pause, bleibt auch die Spannung dort ziemlich stabil.
Gecheckt habe ich auch mal C93, C66, C81 und C78.
Das sind so kleine Keramikscheiben, welche beidseitig metallisch beschichtet sind.
Diese waren ziemlich versifft und hatten mehrere Hundert Kiloohm.
Diese hab ich sauber gemacht und wider eingebaut, bis auf einen, welcher mir zerbrochen ist. Da ist nun ein moderner WIMA drin.
Den C90 habe ich auch mal geprüft, super Werte.

Ich bilde mir ein, dass das Bild nun tatsächlich etwas Heller geworden ist.
Man muss den Raum nun nicht mehr komplett abdunkeln um was erkennen zu können.
Minimales Licht darf nun im Raum vorhanden sein :D

etwas Hintergrund kann man tatsächlich auch erkennen. Aber halt eben nur extrem dunkel.
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon video6 » Sa 27. Jan 2018, 00:41

Weil wir hier bei einem alten SW TV sind.
Hier ist mein Chassis Rembrandt von 1954 glaube 2003 oder 2004 hatte ich den mal zum laufen gebracht.
Glaube der Kanalwähler macht Probleme (Achse ist damals schon abgebrochen gewesen.)
Konnte heute nichts sauber empfangen aber Radio ging halbwegs mit hinruckeln
Hatte damals schon fast alle Teerbomben getauscht.
Bild war damals super
Dateianhänge
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Re: Wiederbelebung des Philips Bellini

Beitragvon xanakind » Do 1. Feb 2018, 20:10

Heute kam Post:
1.jpg

Mal schnell an die kleine Testglotze gehängt:
2.jpg

Läuft! :D
Super! vielen lieben Dank!
Bald kann es also weitergehen.
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