Aktenzeichen CT3V ungelöst (Dioden)

Der chaotische Hauptfaden

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Aktenzeichen CT3V ungelöst (Dioden)

Beitragvon bla » Fr 16. Aug 2013, 22:45

Hallo, im neuen Forum gleich mal eine merkwürdige Bauteilfrage. Ich habe hier kleine MINIMELF- (die, die mehr unter als auf dem Tisch liegen) Dioden. Eigentlich hatte ich Zener-Dioden erwartet (und meiner Erinnerung nach auch bestellt, ist schon etwas her). Nach langem Herumprobieren, weil etwas nicht ging, stieß ich auf die Dioden als mögliche Fehlerquelle. Und siehe da: Kein Zenereffekt messbar! Jedenfalls nicht mit 12 Volt-Akku und Vorwiderstand. Jetzt ist die Frage, was das denn für komische Dioden sind, die mir da geliefert wurden. 4148 habe ich auch hier, die haben aber keine Aufschrift.
Die fraglichen Dioden tragen den Schriftzug (soweit erkennbar) CT3V
Hat jemand eine Ahnung, wo ich suchen könnte? Google findet bei sowas natürlich nur Mist.
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Re: Aktenzeichen CT3V ungelöst (Dioden)

Beitragvon bastelheini » Fr 16. Aug 2013, 22:49

Hast du ein Oszilloskop, bzw. ein wenigstens ein Multimeter, mit dem du die Kennlinie mal bestimmen kannst?
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Re: Aktenzeichen CT3V ungelöst (Dioden)

Beitragvon bla » Sa 17. Aug 2013, 17:20

Multimeter ja, aber das bringt mir jetzt eigentlich nichts. Ich habe ja schon versucht, die Zenerspannung zu bestimmen. Wenn es die richtigen Dioden wären, läge die bei 3,6 Volt. Leider habe ich in Rückwärtsrichtung bisher gar keinen Stromfluss erzielen können... es scheint, als seien es gar keine Zenerdioden.
Interessanter für mich wäre jetzt, ob jemand etwas mit der Bezeichnung anfangen kann bzw. den Hersteller kennt.
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Re: Aktenzeichen CT3V ungelöst (Dioden)

Beitragvon Profipruckel » Sa 17. Aug 2013, 19:19

bla hat geschrieben:Die fraglichen Dioden tragen den Schriftzug (soweit erkennbar) CT3V
Hat jemand eine Ahnung, wo ich suchen könnte?

Mit der Hausnummer fange ich nichts an, aber eine recht interessante website gefunden:

http://www.s-manuals.com/smd
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Re: Aktenzeichen CT3V ungelöst (Dioden)

Beitragvon Zweiwurf » So 18. Aug 2013, 03:20

Hi,

vielleicht einem ähnlichen "Schwindel" aufgesessen?

http://www.conrad.de/ce/de/product/180505/

Schau dir dazu mal das Datenblatt auf Seite 1 an, unten Rechts die Bemerkung 3). Hier wird eine normale Silizium-Diode in Durchlassrichtung als 1V Zehner verkauft.

Gruß
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Re: Aktenzeichen CT3V ungelöst (Dioden)

Beitragvon Bastelbruder » So 18. Aug 2013, 08:47

Zur CT3V weiß ich auch nichts, es könnte aber durchaus sein daß CT und 3V zwei unterschiedliche Codes sind. Vielleicht ist es eine der ganz unten beschriebenen Spezialdioden? Und die Verwechslung ist sehr wahrscheinlich ohne böse Absicht (oder aus purer Dummheit) passiert weil die Groß- oder Einzelhandels-Fachkaufleute von heute sich mit ihrem Geschäft nicht mehr identifizieren können. Aus irgendwelchen Fächern Dinge zu verkaufen die wie Tausendfüßler aussehen oder wie Perlen für Halsketten ist heute, morgen bestimmt ein anderer Manager.

Die Durchbruchspannung unbekannter Dioden messe ich üblicherweise mit dem Oszilloskop, dazu braucht man keinen Kurventracker, bloß noch einen nicht zu kleinen (soll 350V aushalten) 1Meg-Widerstand. Das Scope ist üblicherweise geerdet, mit Tastkopf und Vorwiderstand geht man an die 230V-Steckdose und sucht den 620Vss-Sinus. Dann wird die unbekannte Diode zwischen Tastkopf-Masse und -Meßspitze angeschlossen und das Schirmbild beurteilt. Das habe ich schonmal beschrieben:
Der Stromverlauf in Sperrichtung ist bei allen Dioden tendenziell proportional zur Spannung bis zu einem Punkt, an dem sich die verschiedenen Typen deutlich unterscheiden.
Zenerdioden (sollen) bei der Kniespannung möglichst aprupt und kontrolliert leitend werden.
Alle gewöhnlichen Dioden haben ein Zenerdioden-ähnliches Verhalten, sind aber zur Sicherheit auf deutlich geringere Spannungswerte spezifiziert. Und da gibt es (m.E. die Mehrzahl) Dioden, die nicht nur die Spannung beliebig weich zu begrenzen versuchen, sondern einen stark verrauschten Lawineneffekt mit negativem Widerstandsanteil besitzen.

Ich habe hier eine OA202 (das O bedeutet: ohne Heizung) über 1MΩ an 230V gehängt. Die Siliziumdiode ist für 150V spezifiziert.
Bild
Aus der Nähe sieht das so aus:
Bild
Die einzig offensichtliche Regelmäßigkeit scheint die Löschspannung, an der die Lawine stirbt. Hier war der Strom auf einige µA begrenzt...


Die 1V-Zenerdiode ist tatsächlich keine Zenerdiode, sondern eine in Durchlaßrichtung spezifizierte Referenzdiode. Dem blauen Zeh kann man hier ausnahmsweise keinen Vorwurf machen, eher den Lehrern und Ausbildern die oft über den minimal vorgeschriebenen Horizont ihrer Tätigkeit nicht hinaussehen. Mit den mir seinerzeit vorgesetzten Geheimnisträgern hatte ich wegen dieses Bauteils sehr tiefschürfende Diskussionen.
In fast allen Z-Serien sind solche Sonderlinge enthalten, die heißen BZX75, BZX83, BZE1, BZ102/0V7..3V4, "Stabistor", "Forward Reference Diode" oder ähnlich und es sind tatsächlich welche darunter, in denen bis zu fünf(!) Diodenstrecken in Reihe liegen. Diese Dioden haben durchaus ihre Berechtigung, auch wenn der Bastler für die niedrigen Spannungen auch mal eine "viel stabilere" LED (es gibt sogar spezielle Referenz-LEDs) mißbraucht. Im Bereich zwischen 2,7..5V gibt es echte Zenerdioden und oberhalb 5,5V sind Lawinen(avalanche)dioden angesiedelt die physikalisch mit dem von Zener beschriebenen Effekt nichts mehr zu tun haben. Der Übergang ist fließend und die echten Zenerdioden haben von allen den "schlechtesten" Kurvenverlauf.
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Re: Aktenzeichen CT3V ungelöst (Dioden)

Beitragvon bla » So 18. Aug 2013, 12:08

In Vorwärtsrichtung messe ich die normale Diodenspannung (0,5-0,7 Volt).
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